Wiedergabeliste

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Eine Wiedergabeliste (häufig auch Playlist) ist eine Liste von Audio- bzw. Videodateien in einer festgelegten Abspielreihenfolge. Wiedergabelisten bezeichnen heute vorwiegend die Zusammenstellung von digitalen Musikstücken (siehe auch MP3), die auf Computern abgespielt werden.

Im Unterschied zu Containerformaten enthalten Wiedergabelisten nur Adressen von Inhalten, deren Wiedergabe sie steuern. Containerformate kapseln diese Inhalte selbst innerhalb eines Streams oder einer Datei.

Wiedergabelisten werden bei Streaming-Diensten wie Icecast oder Microsofts ASX dazu verwendet, die Verfügbarkeit zu erhöhen, Last aufzuteilen oder personalisierte Streams zuzuweisen. Apples HTTP Live Streaming Protokoll (HLS)[1] nutzt M3U Wiedergabelisten um die Videoausgabe zu segmentieren.

Hörfunk[Bearbeiten]

Ursprünglich wurde der Begriff im Radio verwendet und bezeichnet dort die Auflistung genau bestimmter Musikstücke, die während einer Sendung gespielt werden. Heute wird in vielen kommerziellen Radio- und Musik-TV-Sendern ein so genanntes „Rotationsprinzip“ eingesetzt. Die Wiedergabelisten werden dabei automatisch aus einem Pool an vorgegebenen Musikstücken mittels Zufallsgenerator ausgewählt. Dieser Pool wird von einer Musikredaktion gepflegt, die festlegt, welcher Titel wie oft im Programm auftaucht und die einzelnen Titeleinträge eventuell noch mit weiteren Meta-Informationen versehen, um beispielsweise zu verhindern, dass Titel gleicher Interpreten in unterschiedlichen Musikprojekten hintereinander gespielt werden (zum Beispiel sollte nach einem Titel von Phil Collins kein Titel von Genesis gespielt werden).

Playlists orientieren sich am Programmformat eines Senders und berücksichtigen nur diejenigen Musikstücke, die zum Format passen. Ein Oldie-Sender wird also nur Oldies in seine Playlists aufnehmen. Playlists werden üblicherweise wöchentlich revidiert. Sie beinhalten 8 bis 25 „A-Songs“, die wegen ihrer Popularität ein intensives Airplay erhalten und die übrigen, die meist nur einmal gespielt werden.[2] Sie dienen somit zur Ausführung des Senderformats und als Grundlage für die Abrechnung mit der zuständigen Musikverwertungsgesellschaft (z.B. GEMA). Auch in Musikfernsehsendern werden derartige Playlists verwendet.

Musiksoftware[Bearbeiten]

Alle gängigen Audioplayer wie Winamp für Microsoft Windows oder Amarok für Linux unterstützen Wiedergabelisten. In diesen wird die Reihenfolge festgelegt, in der bestimmte Titel abgespielt werden sollen. Die Wiedergabelisten können hierbei auch abgespeichert werden. Gängig sind die Dateiformate M3U und PLS. Daneben gibt es beispielsweise noch XSPF, welches auf XML basiert und auch einige Metadaten speichern kann, jedoch noch nicht sehr verbreitet ist. Microsoft bietet mit ASX ein SMIL-ähnliches Format an, das meist als Streaming-Playlist eingesetzt wird. Bei Podcasts wird RSS als Wiedergabeliste für Audioinhalte genutzt.

Neben den statischen Wiedergabelisten gibt es dynamische Wiedergabelisten (z.B. "Smart Playlists" in iTunes), welche nach festgelegten Kriterien zum Zeitpunkt des Aufrufs automatisch Songs aus einem Pool auswählen. Das manuelle Hinzufügen einzelner Songs entfällt damit. Eine Beispielplaylist könnte wie folgt definiert sein: „Zeige aus denjenigen Songs, die ich mit fünf Sternen bewertet habe, die 50 am längsten nicht mehr gehörten“. Dies wird auch als intelligente Wiedergabeliste bezeichnet. Ist eine automatische Aktualisierung aktiv, so verschwindet in diesem Beispiel ein abgespielter Song automatisch aus der Liste (da er das Kriterium "am längsten nicht gespielt" danach nicht mehr erfüllt), und ein anderer rutscht nach, so dass die Liste zu jedem Zeitpunkt die 50 aktuell am längsten nicht gespielten Fünf-Sterne-Songs enthält.

Der Befehl Autoplay' ist die Aktivierung zur Wiedergabe aus der Liste.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Apple-Streaming
  2. John Shepherd (Hrsg.), Continuum Encyclopedia of Popular Music of the World, 2003, S. 449