Wiegenlied

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Wiegenlied (Begriffsklärung) aufgeführt.

Ein Wiegenlied (auch Schlaf- oder Gutenachtlied) ist eine Variante des Abendliedes, das vorwiegend Kindern vor dem Einschlafen vorgesungen wird. Es zeichnet sich dadurch aus, dass es eine ruhige und einschläfernde Melodie hat und langsam gesungen wird.

Im Englischen heißen Wiegenlieder lullabies.[1] Der Begriff stammt vom lautmalenden to lull, das mit dem deutschen „Einlullen“ verwandt ist. Ihre Blütezeit hatten die Wiegenlieder im 15. und 16. Jahrhundert.

Bekannte deutschsprachige Wiegenlieder[Bearbeiten]

Guten Abend, gut’ Nacht, gesungen von Ernestine Schumann-Heink (Aufnahme: 1915)

Eine Sonderform stellt das „geistliche Wiegenlied“ dar, eine Form des Weihnachtsliedes, das auf den aus dem Mittelalter stammenden Brauch des „Kindleinwiegens“ zurückgeht, bei dem symbolisch das neugeborene Jesuskind in den Schlaf gesungen wird.[3][4][5] Beispiele dafür sind:

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Sammlungen[Bearbeiten]

Sekundärliteratur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wiegenlied – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Wiegenlied – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Werner Habicht, Wolf-Dieter Lange u. a. (Hrsg.): Der Literatur-Brockhaus. in acht Bänden. Band 5, Leipzig/ Wien/ Zürich/ Mannheim 1995, ISBN 3-411-11851-2.
  2. E. Goretzki, D. Krickenberg: Das Wiegenlied „von Mozart“. In: Mitteilungen der Internationalen Stiftung Mozarteum. Salzburg, Juli 1988, S. 114 ff.
  3. Arnold Blöchl, Annemarie Gschwantler: Melodiarium zu Wilhelm Paillers Weihnachts- und Krippenliedersammlung (= Corpus musicae popularis Austriacae, Band 13). Böhlau, Wien 2000, ISBN 3-205-99123-0, S. 464 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche)
  4. Lutz Röhrich: „Drey gar schöne Neue Weyhnacht-Gesänglein“ in einer Augsburger Flugschrift des 17. Jahrhunderts. In: Ders.: Gesammelte Schriften zur Volkslied- und Volksballadenforschung. Waxmann, Berlin 2002, ISBN 3-8309-1213-7, S. 388 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. Walter Pötzl: Das Kindleinwiegen – der älteste Weihnachtsbrauch In: Brauchtum. Von der Martinsgans zum Leonhardiritt, von der Wiege bis zur Bahre. Augsburg 1999, S. 37–39.