Wien

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Dieser Artikel behandelt die Hauptstadt Österreichs. Für weitere Bedeutungen siehe Wien (Begriffsklärung).
Wien
Landesflagge Landeswappen
Landesflagge Landeswappen
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Basisdaten
Staat: Österreich
Amtssprache: Deutsch
ISO 3166-2: AT-9
UN/LOCODE: AT VIE
Kürzel, Kfz-Kennzeichen: W
Gemeindekennzahl: 90001[1]
Gemeindecode: 90101–92301[1]
Postleitzahlen: 1010–1239, 1400, 1450
Telefonvorwahl: 01, international: +43 1
Website: www.wien.gv.at
Politik
Bürgermeister und
Landeshauptmann:
Michael Häupl (SPÖ)
Regierende Parteien: SPÖ und Grüne
Letzte Wahl: 10. Oktober 2010
Nächste Wahl: Herbst 2015
Bevölkerung
Einwohner: 1.781.105 (1. Juli 2014)[2]
Ballungsraum: 2.635.990 (2012)[3]
Rang: 1. von 9
Bevölkerungsdichte: 4.280 Einwohner je km²
Arbeitslosenquote: 9,1 % (April 2012)[4]
Ausländeranteil: 24,2 % (1. Jänner 2014)[5]
Migrationshintergrundanteil: 38,5 % (Jahresdurchschnitt 2013)[6]
Geographie
Fläche: 414,87 km²[7]
– davon Land: 395,57 km² (95,3 %)
– davon Wasser: 19,30 km² (4,7 %)[8]
– Rang: 9. von 9
Verwaltungsgliederung
Bezirke: 1 Statutarstadt/Land,
23 Gemeindebezirke,
89 Katastralgemeinden
Gemeinden: 1
– davon Städte: 1
– davon Marktgemeinden: 0
Lage Wiens in Österreich
Liechtenstein Schweiz Bodensee Vorarlberg Tirol Tirol Salzburg Kärnten Burgenland Wien Steiermark Oberösterreich Niederösterreich Italien Slowenien Deutschland Kroatien Slowakei Tschechien UngarnLage von Wien in Österreich
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Wiener Gemeindebezirke
Wiener Gemeindebezirke 1., Innere Stadt 2., Leopoldstadt 3., Landstraße 4., Wieden 5., Margareten 6., Mariahilf 7., Neubau 8., Josefstadt 9., Alsergrund 10., Favoriten 11., Simmering 12., Meidling 13., Hietzing 14., Penzing 15., Rudolfsheim-Fünfhaus 16., Ottakring 17., Hernals 18., Währing 19., Döbling 20., Brigittenau 21., Floridsdorf 22., Donaustadt 23., Liesing
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Sehenswürdigkeiten
Rathaus Schloss Schönbrunn Wiener Riesenrad Staatsoper Stephansdom Kunsthistorisches Museum Blick auf Wien Richtung Wienerwald Sachertorte Denkmal Johann Strauss Sohn Secession Donau City HundertwasserhausCollage von Wien
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Wien ( Aussprache?/i) ist die Bundeshauptstadt von Österreich und zugleich eines der neun österreichischen Länder. Mit über 1,7 Millionen Einwohnern ist Wien die bevölkerungsreichste Großstadt Österreichs. Im Großraum Wien leben etwa 2,6 Millionen[3] Menschen – das entspricht rund einem Viertel der österreichischen Gesamtbevölkerung. Bezogen auf seine Einwohnerzahl ist Wien die siebentgrößte Stadt der Europäischen Union sowie die zweitgrößte deutschsprachige Stadt.[9]

Die Stadt Wien ist im Prinzip eine der vielen Gemeinden Österreichs, steht aber zusätzlich – als Statutarstadt – im Rang eines politischen Bezirks und – verfassungsgemäß – im Rang eines Bundeslandes, was ihre Ausnahmestellung ausmacht.

Wien ist internationaler Kongress- und Tagungsort und Sitz mehrerer internationaler Organisationen, wie beispielsweise der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Das Büro der Vereinten Nationen in Wien (UNOV) beherbergt einen der vier Amtssitze der Vereinten Nationen (UNO). Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) hat ebenfalls im Gebäudekomplex des Vienna International Centre (VIC), im Volksmund meist als UNO-City bezeichnet, ihren Sitz. Aufgrund seiner internationalen politischen Bedeutung zählt Wien zu den Weltstädten.

Wien war jahrhundertelang kaiserliche Reichshaupt- und Residenzstadt der Habsburger und damit als Hauptstadt des Heiligen Römischen Reiches, des Kaisertums Österreich und als eine der beiden Hauptstädte Österreich-Ungarns ein kulturelles und politisches Zentrum Europas. Als fünftgrößte Stadt der Welt nach London, New York, Paris und Chicago zählte Wien um das Jahr 1910 über zwei Millionen Einwohner.[10] Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges verlor Wien allerdings rund ein Viertel seiner Einwohner.

Die Altstadt Wiens,[11] die von der Habsburger Regentschaft geprägt ist, sowie das Schloss Schönbrunn wurden von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Der Stephansdom, neben dem Riesenrad im Prater und anderen Sehenswürdigkeiten ein Wahrzeichen Wiens, überragt als eines der höchsten Bauwerke der Stadt und als Metropolitankirche die Innenstadt.

Wien gilt als Stadt mit hoher Lebensqualität. In der internationalen Mercer-Studie 2014, in der die Lebensqualität in 221 Städten weltweit verglichen wurde, belegte Wien zum sechsten Mal in Folge den ersten Rang.[12][13] Eine Studie der UNO sah Wien 2012 als wohlhabendste Stadt der Welt.[14]

Inhaltsverzeichnis

Geografie[Bearbeiten]

Wien, Satellitenfoto 2002, Außenbezirke nur teilweise; Nord bei 1 Uhr (oben-rechts)

Lage und Landschaft[Bearbeiten]

Wien liegt am Ostrand der Alpen, am Übergang zum Alpenvorland im Osten, das zur Pannonischen Tiefebene leitet. Der Stadtkern erstreckt sich schon in der Ebene an der Donau, die westlichen Stadtteile im Wienerwald, der östlichsten Gebirgsgruppe der Nordalpen.

Vom Wiener Stadtgebiet ist nur ein relativ kleiner Anteil verbaut. Etwa die Hälfte Wiens ist Grünland, größere Teile werden auch landwirtschaftlich genutzt.

Wien erstreckt sich von einer Seehöhe von 151 m über der Adria in der Lobau bis zu 542 m auf dem Hermannskogel. Hier, im Nordwesten, sowie im Westen und Südwesten Wiens reicht der Wienerwald mit seinen Höhen (Leopoldsberg, Kahlenberg) und Wäldern bis ins Stadtgebiet hinein. Die Donau tritt durch die Wiener Pforte, eine Enge zwischen dem rechtsufrigen Leopoldsberg und dem linksufrigen Bisamberg, nach Wien ein. Aus dem Wienerwald fließen außerdem zahlreiche kleine Flüsse in die Stadt, der bekannteste davon ist der Wienfluss. Die Berge im Westen werden im Süden von eiszeitlichen Terrassen (Wienerberg und Laaer Berg) fortgesetzt. Dieses gesamte Gebiet wird zum Weinbau genutzt, es bildet die Weinbauregion Wien.

Der Osten der Stadt ist geprägt vom Wiener Anteil am flachen Marchfeld, der der Landwirtschaft dient, aber zunehmend verbaut wird. Im Südosten findet sich die Lobau als Wiener Anteil am Nationalpark Donauauen.

Angesichts der (wie bei vielen europäischen Städten) vorwiegenden Westwetterlage befinden sich die gehobenen Wohngegenden eher am westlichen Stadtrand, wo unter anderem die Luft noch sauberer ist, während die alten Industriegebiete eher am südöstlichen Rand der Stadt situiert sind.

Panorama von Wien vom „Himmel“ aus gesehen (2005)
„Am Himmel“ liegt im NW der Stadt, links sieht man nach NNO, ganz rechts nach SSW

Räumliche Situation[Bearbeiten]

Die Entwicklung zu einer der bedeutendsten und größten Städte Mitteleuropas verdankt Wien unter anderem seiner günstigen geographischen Lage zwischen Alpenostrand und pannonischem Raum und den historischen europäischen Achsen, der Süd–Nord-Achse entlang des Alpenrands (Bernsteinstraße) und der West–Ost-Achse entlang Alpenvorland und der Donau als Wasserweg. Wien entstand am Kreuzungspunkt dieser Verkehrsstraßen. Die historische Stadt bildete sich ausschließlich südlich der Donau: Der Strom ließ sich hier leicht durch- oder überqueren, da sich der Strom im Wiener Becken in zahlreiche Arme mit Inseln dazwischen auffächerte. Heute erstreckt sich das Stadtgebiet weit beiderseits des Flusses.

Die Lagegunst auch in Bezug auf die historischen Nachbarländer Mähren und Königreich Ungarn und die Routen Richtung Steiermark, Krain und Adriaküste trugen entscheidend dazu bei, dass sich Wien auf Dauer als Monarchenresidenz durchsetzte. Etwa von 1840 an führte dies auch zur Errichtung eines von Wien sternförmig ausstrahlenden Eisenbahnnetzes.

Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs und des Ostblocks 1989 wachsen die seit 1945 unterbrochen oder erschwert nutzbar gewesenen Verkehrs- und Wirtschaftsbeziehungen zu den nördlichen und östlichen Nachbarstaaten Österreichs wieder deutlich. So liegt Wien beispielsweise nur 60 km von der slowakischen Hauptstadt Bratislava (Pressburg) entfernt; solch eine Nähe zweier Hauptstädte ist in Europa einmalig (abgesehen vom Sonderfall Vatikan / Rom). Die Stadtverwaltung hat auf die Situation mit der Beteiligung an der Europaregion Centrope reagiert.

Geologie[Bearbeiten]

Wien liegt am östlichen Ausläufer der Nördlichen Kalkalpen, die hier am Westrand des tertiären Wiener Beckens sowie an der vom Pleistozän bis heute im Wiener Raum landschaftsbildenden Schwemmebene der Donau in die Tiefe abtauchen. Nördlich der Stadt überspringt die Flyschzone die Donau und leitet in die Karpaten weiter. Der Untergrund der Stadt wird von verschiedenen geologischen Landschaften gebildet:

Ein System von nord-süd-gerichteten Störungen und Brüchen durchzieht das Stadtgebiet. Mächtige Grundwasserkörper sind in den Donauschottern anzutreffen.[15]

Siedlungsstruktur[Bearbeiten]

Wien ist mit einer Fläche von 414,87 Quadratkilometern[7] das kleinste Land Österreichs und vollständig vom Land Niederösterreich umgeben, zu dem es bis 1920/1921 (siehe Trennungsgesetz) gehörte. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 22,8 Kilometer, die West-Ost-Ausdehnung 29,4 Kilometer.[16] Der höchste Punkt ist der Hermannskogel (543 m ü. A.) am nordwestlichen Stadtrand, der tiefste die Lobau (151 m ü. A.) am südöstlichen Stadtrand.[16]

Da die Statutarstadt Wien seit 1920 / 1922 zugleich Land ist, scheint sie in Bundesländer-Rangreihungen auf: Wien verfügt unter den Bundesländern über den größten Anteil von Verkehrs- und Bauflächen an seiner Gesamtfläche. 11,6 Prozent[17] der Gesamtfläche sind bebautes Land, 11,1 Prozent Straßenverkehrsflächen und 2,2 Prozent Gleiskörper. Zugleich ist Wien auch das Land mit dem größten Anteil von Gartenflächen, die 28,4 Prozent oder 117,76 Quadratkilometer ausmachen. Was Gewässer betrifft (4,5 Prozent), so verfügen diese nur im Burgenland über einen größeren Anteil an der Gesamtfläche.

Wien ist eines von vier Bundesländern in Österreich, die Weinbau betreiben. 1,6 Prozent der Fläche werden von Weingärten eingenommen. Waldflächen bedecken 17,8 Prozent, landwirtschaftlich genutzt werden 14,8 Prozent der Stadt- und Landesfläche.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Vereinigtes Wappen Wiens (H. Ströhl, 1902)
Hauptartikel: Wiener Gemeindebezirke
Siehe auch: Demografie Wiens

Wien, das als Statutarstadt auch als politischer Bezirk fungiert, wird seit 1954 in 23 Gemeindebezirke (1905–1938 21 Bezirke, 1938–1954 Groß-Wien mit 26 Bezirken) unterteilt. Von den Wienern werden die Bezirke entweder mit ihren Namen (beispielsweise „Ottakring“) oder mit ihren Nummern bezeichnet (beispielsweise „16. Bezirk“ oder auch „Der Sechzehnte“, schriftlich auch „Wien 16“). Diese Nummern befinden sich auf jedem Straßenschild vor dem Straßennamen (beispielsweise „16., Thaliastraße“) und bilden die zweite und dritte Stelle der Postleitzahl (1010 für den 1. Bezirk bis 1230 für den 23. Bezirk).

Stadtstruktur und Erweiterungen[Bearbeiten]

Die historische Altstadt, heute Großteil des 1. Bezirks, war noch im Revolutionsjahr 1848 deckungsgleich mit dem Stadtgebiet. Unter Kaiser Franz Joseph kam es 1850, 1890 / 1892 und 1904 / 1905 zu drei großen Stadterweiterungen.

Stadterweiterungen 1850, 1874, 1890 / 1892 und 1904 / 1905

1850 wurden die Vorstädte, großteils Gemeinden innerhalb des Linienwalls, als 2. bis 8. Bezirk (seit der Teilung des ursprünglichen 4. Bezirks in zwei Bezirke 1861: 9.) in die Stadt Wien einbezogen. 1874 wurden die außerhalb des Linienwalls gelegenen Gebiete des 4. und des 5. Bezirks zum neuen 10. Bezirk, Favoriten, zusammengefasst.

Nach einem niederösterreichischen Landesgesetz vom Dezember 1890, das am 1. Jänner 1892 in Kraft trat, wurden die heutigen Außenbezirke am rechten Donauufer, damals Vororte genannt, obwohl teils selbst bereits städtische Viertel, eingemeindet; damit besaß Wien nun 19 Bezirke. 1900 wurde der nördliche Teil des 2. Bezirks zum 20. Bezirk erklärt.

Bei der dritten großen Erweiterung, 1904 beschlossen, 1905 in Kraft getreten, wurde die Großgemeinde Floridsdorf am linken Donauufer als 21. Bezirk eingemeindet; er reichte von Strebersdorf im Norden bis zur Lobau im Südosten. (Das Gebiet zwischen Donau und Alter Donau verblieb aber zum Teil bis 1938 beim 2. Bezirk.) Die neuen Stadtgrenzen galten nun bis 1938.

Stadterweiterung 1938 und -verkleinerung 1954

Eine Vervierfachung seines Stadtgebietes erlebte Wien zur Zeit des Nationalsozialismus, als die Diktatur per 15. Oktober 1938 Groß-Wien mit 26 Bezirken schuf. Diese Entscheidung wurde 1946, in Kraft getreten 1954, großteils wieder rückgängig gemacht; von 97 1938 eingemeindeten Orten blieben nur 17 bei Wien: am linken Donauufer Stammersdorf, Süßenbrunn, Breitenlee und Essling, am rechten Donauufer (südlicher und südwestlicher Stadtrand) Albern, Unterlaa, Oberlaa und Rothneusiedl sowie die acht Ortschaften des heutigen 23. Bezirks (Liesing) samt dem Lainzer Tiergarten und (westlicher Stadtrand) Hadersdorf-Weidlingau. In der Folge änderten sich 1954–1956 einige Bezirksgrenzen. Die Stadtgrenzen sind seit 1954 unverändert.

Gemeindebezirke[Bearbeiten]

Wiener Gemeindebezirke 1., Innere Stadt 2., Leopoldstadt 3., Landstraße 4., Wieden 5., Margareten 6., Mariahilf 7., Neubau 8., Josefstadt 9., Alsergrund 10., Favoriten 11., Simmering 12., Meidling 13., Hietzing 14., Penzing 15., Rudolfsheim-Fünfhaus 16., Ottakring 17., Hernals 18., Währing 19., Döbling 20., Brigittenau 21., Floridsdorf 22., Donaustadt 23., Liesing
Über dieses Bild

Bei der Festlegung der Bezirksgrenzen versuchte man, diese markant entlang wichtiger Straßen oder Flüsse zu ziehen, wenngleich hierdurch einige ehemalige Gemeinden geteilt wurden. Die Innenbezirke 1 und 3 bis 9 werden durch den Gürtel von den Außenbezirken abgegrenzt. In den Bezirken 1, 3, 9, 11 und 19 bildet der Donaukanal einen Teil der Bezirksgrenzen, in den Bezirken 11, 19, 21 und 22 die Donau. Donaukanal und Donau trennen die Bezirke 2 und 20 von allen anderen; die Bezirke 21 und 22 liegen als einzige am linken Donauufer. Auch der Wienfluss ist fast in seinem gesamten Verlauf durch die Stadt (ausgenommen den Abschnitt von der westlichen Stadtgrenze bis Hütteldorf) stets Bezirksgrenze.

Bevölkerung in den 23 Gemeindebezirken (1. Jänner 2013)[18]
Gemeindebezirk
Fläche
(km²)
Einwohner
Ausländeranteil
(Prozent)
1. Innere StadtInnere Stadt 01., Innere Stadt 3,01 16.268 21,1
2. LeopoldstadtLeopoldstadt 02., Leopoldstadt 19,27 96.866 28,5
3. LandstraßeLandstraße 03., Landstraße 7,39 85.508 24,5
4. WiedenWieden 04., Wieden 1,80 30.989 25,7
5. MargaretenMargareten 05., Margareten 2,03 53.071 30,4
6. MariahilfMariahilf 06., Mariahilf 1,48 30.117 23,9
7. NeubauNeubau 07., Neubau 1,61 30.309 24,0
8. JosefstadtJosefstadt 08., Josefstadt 1,08 23.930 23,8
9. AlsergrundAlsergrund 09., Alsergrund 2,99 39.968 26,2
10. FavoritenFavoriten 10., Favoriten 31,80 182.595 27,9
11. SimmeringSimmering 11., Simmering 23,27 92.274 21,1
12. MeidlingMeidling 12., Meidling 8,16 89.616 25,8
13. HietzingHietzing 13., Hietzing 37,70 50.831 13,1
14. PenzingPenzing 14., Penzing 33,82 86.248 19,4
15. Rudolfsheim-FünfhausRudolfsheim-Fünfhaus 15., Rudolfsheim-Fünfhaus 3,86 73.527 35,6
16. OttakringOttakring 16., Ottakring 8,65 97.565 29,8
17. HernalsHernals 17., Hernals 11,35 53.489 27,8
18. WähringWähring 18., Währing 6,28 48.162 22,9
19. DöblingDöbling 19., Döbling 24,90 68.892 18,3
20. BrigittenauBrigittenau 20., Brigittenau 5,67 83.977 30,7
21. FloridsdorfFloridsdorf 21., Floridsdorf 44,52 146.516 15,9
22. DonaustadtDonaustadt 22., Donaustadt 102,29 165.265 13,6
23. LiesingLiesing 23., Liesing 32,02 95.263 12,7
Wien Stadt Wien 414,95 1.741.246 23,0

Ortschaften und Stadtteile[Bearbeiten]

In den meisten Außenbezirken sind für früher selbstständige Ortschaften die historischen Namen erhalten, aus deren Wappen sich auch die Bezirkswappen zusammensetzen. Einige Dörfer und Siedlungen aus früheren Epochen existieren heute jedoch nicht mehr (siehe Liste der Wüstungen in Wien). Viele Grätzln bzw. Stadtteile sind auf die eingemeindeten Vorstädte und Vororte zurückzuführen, andere wiederum sind durch Wohnbauinitiativen der letzten Jahrzehnte neu entstanden oder werden geografisch klar von anderen Gebieten abgegrenzt.

Weitere administrative Unterteilungen[Bearbeiten]

  • Die Nationalratswahlordnung sieht die Unterteilung des Landeswahlkreises Wien in sieben Regionalwahlkreise vor.
  • Die Stadt besteht bundesrechtlich aus zwölf Gerichtsbezirken.
  • Für das Grundbuch (Dokumentation des Grundeigentums) ist das Stadtgebiet in 89 Wiener Katastralgemeinden gegliedert, deren Grenzverlauf meist nicht mit jenem der Gemeindebezirke übereinstimmt.
  • In der amtlichen Statistik ist Wien in 1364 Zählsprengel in 246 Zählbezirken geteilt.

Klima[Bearbeiten]

Das Wiener Klima bildet ein Übergangsklima mit ozeanischen Einflüssen aus dem Westen und kontinentalen Einflüssen aus dem Osten. Dies macht sich im Jahresvergleich durch meist stark schwankende Messergebnisse bemerkbar. Insgesamt hat Wien meist nur geringere Niederschlagsmengen und längere Trockenperioden zu verzeichnen. Die Winter sind im Vergleich zu anderen Teilen Österreichs eher mild. Die mittlere Lufttemperatur beträgt im 30-jährigen Mittel im Stadtzentrum durchschnittlich 11,4 Grad Celsius, in den Außenbezirken (ZAMG Wetterstation Hohe Warte) 10,2 Grad Celsius. Die mittlere Niederschlagsmenge liegt bei rund 600 Millimetern, wobei im Westen der Stadt im Durchschnitt 741,5 Millimeter gemessen werden, im Osten hingegen nur 514,5 Millimeter. 60 Sommertagen stehen rund 70 Frosttage gegenüber. Am 8. August 2013 wurde an der Messstation „Innere Stadt“ mit 39,5° Grad Celsius die bisher höchste Temperatur in Wien gemessen.[19] In Wien befindet sich der Sitz der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG).

Wien
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
21
 
4
-1
 
 
29
 
6
0
 
 
39
 
10
4
 
 
39
 
16
8
 
 
61
 
21
13
 
 
63
 
24
15
 
 
67
 
27
17
 
 
67
 
27
18
 
 
50
 
21
14
 
 
33
 
15
9
 
 
44
 
8
4
 
 
35
 
5
1
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: [20]
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Wien
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 3,8 6,1 10,2 16,1 21,3 24,0 26,7 26,6 21,1 15,3 8,1 4,6 Ø 15,4
Min. Temperatur (°C) −0,8 0,3 3,5 7,8 12,5 15,1 17,4 17,5 13,6 8,8 3,6 0,5 Ø 8,4
Temperatur (°C) 1,2 2,9 6,4 11,5 16,5 19,1 21,7 21,6 16,8 11,6 5,5 2,4 Ø 11,5
Niederschlag (mm) 21,3 29,3 39,1 39,2 60,9 63,3 66,6 66,5 50,4 32,8 43,9 34,6 Σ 547,9
Sonnenstunden (h/d) 2,1 3,8 4,1 6,1 7,7 7,6 8,4 8,1 5,6 4,5 2,2 1,6 Ø 5,2
Regentage (d) 5,3 6,0 8,1 6,3 8,3 9,3 8,2 8,5 6,9 6,0 7,5 7,6 Σ 88
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
3,8
−0,8
6,1
0,3
10,2
3,5
16,1
7,8
21,3
12,5
24,0
15,1
26,7
17,4
26,6
17,5
21,1
13,6
15,3
8,8
8,1
3,6
4,6
0,5
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
21,3
29,3
39,1
39,2
60,9
63,3
66,6
66,5
50,4
32,8
43,9
34,6
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: [20]

Flora[Bearbeiten]

Der Wien-Blaustern (Scilla vindobonensis) wurde nach der Stadt benannt.

Durch Wien verläuft eine Grenze zwischen zwei Florenregionen, welche beide dem holarktischen Florenreich angehören. Nur der westlichste, zum Wienerwald gehörige Teil der Stadt zählt, wie fast das ganze restliche Österreich, zur Mitteleuropäischen Florenregion, während das restliche Stadtgebiet der Pannonischen Florenprovinz angehört, welche wiederum den westlichsten Teil der südsibirisch-pontisch-pannonischen Florenregion darstellt. Außerhalb von Wien haben in Österreich sonst nur noch das Burgenland und Niederösterreich Anteil an der südsibirisch-pontisch-pannonischen Florenregion, welche sich von Südsibirien über die Ukraine, Siebenbürgen, die Vojvodina und die Ungarische Tiefebene bis an den Alpenostrand erstreckt. Zudem ist in Wien ein submediterraner Einfluss feststellbar. Aus diesem Grund wachsen in Wien viele Arten, die in Österreich einzigartig und entsprechend schützenswert sind.[21]

In Wien treten 1.490 Vollstatus-Gefäßpflanzen-Arten bzw. 1.545 Elementar-Gefäßpflanzen-Taxa heimisch oder alteingebürgert auf. Inklusive der Neubürger und Unbeständigen handelt es sich um 2.194 Taxa.[22] Dies sind hohe Werte für eine Großstadt: zum Vergleich kann das mehr als sechsmal so große und viel weniger dicht bebaute Vorarlberg mit nur 1.683 Vollstatus-Gefäßpflanzen-Arten, also um 13 Prozent mehr, aufwarten.[23]

Naturschutz[Bearbeiten]

Der Schutz der Natur ist in Wien durch diverse Rechtsnormen, wie das Wiener Naturschutzgesetz, das Wiener Nationalparkgesetz und die Wiener Naturschutzverordnung, geregelt.[24] Es existieren folgende Schutzstufen: Europaschutzgebiet (Natura 2000), Nationalpark, Naturschutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet, geschützter Landschaftsteil, ökologische Entwicklungsfläche, Naturdenkmal, geschütztes Biotop, Biosphärenpark und Ramsar-Gebiet.[25]

Die größten und bedeutendsten Schutzgebiete sind der Nationalpark Donauauen und der Biosphärenpark Wienerwald, die Osten und westen der Stadt schützen, sowie der Bisamberg und die Alten Schanzen. Daneben existieren eine größere Anzahl kleinerer Schutzgebiete und -objekte.

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte Wiens

Die Wurzeln der Stadt sind zumindest vorrömisch. Die Anfänge der städtischen Geschichtsschreibung gehen auf das 13. Jahrhundert mit der Stadtchronik von Jans dem Enikel zurück.

Namensherkunft und Geschichte[Bearbeiten]

Der Name der Stadt wird standarddeutsch [vi:n] ausgesprochen. In den ostösterreichischen Mundarten heißt die Stadt Wean [veɐ̯n]; diese Bezeichnung ist allerdings in der Wiener Mundart selbst, außer in speziellen Fällen wie etwa Dialektkulturveranstaltungen, kaum noch in nennenswertem Ausmaß gebräuchlich.[26]

Der Name leitet sich vom Fluss Wien ab (der üblichen Benennung von Siedlungen nach dem dort mündenden Nebenfluss folgend). Überliefert ist der Name erstmals 881 in den Salzburger Annalen, wo von einer Schlacht ad Uueniam (lies: ad Weniam) berichtet wird, wobei allerdings unklar ist, ob die Stadt oder der Fluss gemeint ist.[27] Der althochdeutsche Name Wenia, von dem sich der heutige ableitet, kommt von der keltoromanischen Bezeichnung Vedunia („Waldbach“) für den Wienfluss; eine slawische Zwischenform ist denkbar, aber nicht belegt.[27] Der Name Vindobona bezog sich auf eine römische Siedlung innerhalb des heutigen Stadtgebiets, und wird heute noch mitunter für Wien benutzt (etwa auf lateinischen Urkunden), obwohl er mit dem heutigen Namen der Stadt keine etymologische Verwandtschaft aufweist.

Der Name in anderen Sprachen

Wien gehört zu jenen alten Städten, für die in vielen Sprachen eigene Namen bestehen.

  • Im Englischen, Italienischen, Spanischen, Portugiesischen und anderen romanischen Sprachen ist Wien als Vienna oder Viena bekannt, im Französischen als Vienne, im Griechischen als Vienni, im Niederländischen als Wenen.
  • Eine eigenständige Bildung sind das ungarische Bécs bzw. Beč im Bosnischen/Kroatischen/Serbischen. Davon stammt auch die Form Beç aus der osmanischen Amtssprache ab, während es im modernen Türkisch Viyana heißt. Diese Form wird auf die ungarische Herrschaft im 9./10. Jahrhundert zurückgeführt und meist mit am Steilhang übersetzt. Die eigenständige Namensbildung wird als Indiz für die geringe Bedeutung Wiens in dieser Periode gewertet.[27]
  • Die slowenische Bezeichnung für Wien, Dunaj, verweist auf die Donau (die aber im heutigen Slowenischen Donava heißt).
  • Auf Tschechisch heißt die Stadt Vídeň, auf Slowakisch Viedeň und auf Polnisch Wiedeń. Diese Formen haben wiederum keine etymologische Beziehung zum Bezirksnamen Wieden.
Andere Städte dieses Namens

In den Vereinigten Staaten und in Kanada existieren einige Siedlungen, die die deutsche oder englische Bezeichnung von Wien im Namen tragen. Dies ist in vielen Fällen wohl auf Auswanderer zurückzuführen, die ihre neuen Siedlungen nach ihrem Herkunftsort benannten.

  • Wien gibt es in Missouri und Wisconsin.
  • Vienna gibt es in Georgia, Illinois, Louisiana, Maine, Maryland, Missouri, New York, Ontario (Kanada), South Dakota, Texas, Virginia, Wisconsin und West Virginia.
  • New Vienna gibt es in Iowa und Ohio.
  • South Vienna gibt es in Ohio.

In Nordamerika wird Vienna in seltenen Fällen auch als weiblicher Vorname verwendet. Ein prominentes Beispiel ist die kalifornische Musikerin Vienna Teng, die den Vornamen in ihrem Künstlernamen verwendet.

Urgeschichte, Römerzeit, Mittelalter[Bearbeiten]

Römische Ausgrabungen am Hohen Markt

Archäologische Funde zeigen, dass schon während der Altsteinzeit Menschen das Gebiet begangen haben und dass ab der Jungsteinzeit das Wiener Becken kontinuierlich besiedelt war. Von der bronzezeitlichen Urnenfelderkultur zeugen in Wien etliche Brandgräber aber auch Siedlungsspuren. Die ältere eisenzeitliche Hallstattkultur ist in Wien u. a. durch einen noch immer gut sichtbaren Grabhügel und Siedlungsreste vertreten. Aus keltischer Zeit ist ein Oppidum auf dem Leopoldsberg und eine keltischen Siedlung mit dem Namen Vedunia („Waldbach“) bekannt.

Im 1. Jahrhundert n. Chr. legten die Römer an der Stelle des heutigen Wiener Stadtzentrums nahe der Donau ein Militärlager (castrum) mit der angeschlossenen Zivilstadt Vindobona (im heutigen 3. Gemeindebezirk) zur Grenzsicherung der Provinz Pannonien an. Noch heute kann man an den Straßenzügen des 1. Bezirks (Innere Stadt), den Mauerverlauf und die Straßen des Lagers erkennen. Die Römer blieben bis ins 5. Jahrhundert. Das römische Legionslager lag weit im Osten des weströmischen Reiches und fiel daher den Wirren der germanischen Völkerwanderung rasch zum Opfer.

Zentrum des frühmittelalterlichen Wien war der Berghof, ein Wirtschaftshof für den Weinbau. Die erste urkundliche Erwähnung im Mittelalter erfolgte 881 in den Salzburger Annalen, wo apud Weniam eine Schlacht gegen die Magyaren stattfand, wobei unklar ist, ob es sich um die Stadt oder um den Wienfluss handelt. Mit dem Sieg des ostfränkischen Königs Otto I. über die Magyaren im Jahr 955 in der Schlacht auf dem Lechfeld begann der Aufstieg Wiens wie auch Österreichs.

Im Jahre 976 wurde unter den Babenbergern die Markgrafschaft Ostarrichi (Marcha orientalis) eingerichtet, auf deren Gebiet, an der Grenze zu Ungarn, auch Wien lag. Bereits im 11. Jahrhundert war Wien ein wichtiger Handelsort, 1155 machte Heinrich Jasomirgott Wien zu seiner Hauptstadt. Nur ein Jahr später wurde Österreich mit dem Privilegium Minus zum Herzogtum erhoben und Wien damit Residenz des Herzogs.

Nach Beendigung des Dritten Kreuzzuges wurde der englische König Richard Löwenherz bei seiner Rückreise nach England von Markgraf Leopold V. dem Tugendreichen 1192 in Erdberg bei Wien (heute im 3. Bezirk) gefangen genommen und in Dürnstein gefangen gehalten. Mit dem üppigen Lösegeld wurde eine Münzprägestätte eingerichtet und die erste große Stadterweiterung finanziert. 1221 bekam Wien als zweite Stadt im Herzogtum Österreich nach Enns (1212) das Stadt- und Stapelrecht verliehen.[28] Letzteres bedeutete, dass Kaufleute, die durch Wien zogen, in der Stadt ihre Waren zum Verkauf anbieten mussten. Dies ermöglichte den Wienern den Zwischenhandel, sodass Wien bald weit reichende Handelsbeziehungen, insbesondere entlang der Donau und nach Venedig unterhielt und als eine der bedeutendsten Städte des Reichsgebiets galt.

Habsburger[Bearbeiten]

Rudolf IV., der Stifter – Er prägte maßgeblich die Stadt.
Wien in der Schedelschen Weltchronik, 1493

Mit dem Sieg Rudolfs I. 1278 über Ottokar II. von Böhmen begann die Herrschaft der Habsburger in Österreich. Unter den Luxemburgern wurde Prag zur kaiserlichen Residenzstadt, in deren Schatten Wien stand. Die frühen Habsburger versuchten, die Stadt auszubauen, um Schritt zu halten.

Große Verdienste erwarb sich Rudolf IV., der durch eine kluge Wirtschaftspolitik den Wohlstand hob. Zwei Entscheidungen haben ihm den Beinamen der Stifter eingetragen: die Gründung der Universität Wien 1365 (Vorbild war Prag) und der Bau des gotischen Langhauses von St. Stephan. Die folgende Zeit der Erbstreitigkeiten unter den Habsburgern brachte nicht nur viele Wirren, sondern auch einen wirtschaftlichen Niedergang.

Wien, 1773–81

1438 wurde Wien nach der Wahl Herzog Albrechts V. zum römisch-deutschen König (Albrecht II.) Residenzstadt des Heiligen Römischen Reiches; mit dem Namen Albrecht ist auch die Wiener Gesera verbunden, im Zuge derer in den Jahren 1421/22 die Wiener Juden vertrieben oder getötet wurden. 1469 wurde die aufstrebende Stadt zum Bischofssitz und damit der St. Stephan zur Kathedrale. In der Ära des schwachen Friedrich III. war Wien immer auf der Seite seiner Gegner, da er den Landfrieden gegen umherziehende Söldnerbanden nicht gewährleisten konnte. 1556 schließlich wurde Wien endgültig Sitz des Kaisers, nachdem Ungarn und Böhmen zum Herrschaftsbereich der Habsburger hinzugekommen waren.

Ab 1551 begann die Zeit der Rekatholisierung der Stadt, die durch die Lehre des Martin Luther ziemlich rasch protestantisch geworden war. König Ferdinand I. holte die Jesuiten nach Wien, die daraufhin großen Einfluss im Volk erlangten. Die Jesuiten gründeten ein Kollegium, ihnen wurde die Universität Wien übertragen, sie übten die Bücherzensur aus, womit die Stadt zum Ausgangspunkt der Gegenreformation im Heiligen Römischen Reich wurde. Deren wichtigster Repräsentant war Melchior Khlesl, der Bischof von Wien um 1600. Der Glaubenskrieg führte zu brutaler Enteignung und Vertreibung, sodass nach 1640 kaum noch Protestanten in Wien und Österreich lebten.

„Türkenbelagerungen“ durch das Osmanische Reich[Bearbeiten]

Die Entsatzschlacht am Kahlenberg 1683 während der zweiten Türkenbelagerung

Im Jahre 1529 wurde Wien das erste Mal von den Türken erfolglos belagert. Die Grenze zwischen dem habsburgischen und dem osmanischen Teil Ungarns verlief fast zweihundert Jahre lang nur etwa 150 Kilometer östlich der Stadt, was ihre Entwicklung ziemlich einschränkte. Immerhin erhielt Wien nunmehr moderne Befestigungsanlagen.

Diese Befestigungsbauten, die bis ins 17. Jahrhundert hinein den Hauptteil der Bautätigkeit ausmachten, sollten sich 1683 bei der Zweiten Türkenbelagerung bewähren, denn sie schützten die Stadt zwei Monate lang, bis die türkische Armee wegen des Eintreffens des vom Polenkönig Jan Sobieski angeführten Entsatzheeres die Belagerung Wiens beenden musste. Dies war der Beginn des endgültigen Zurückdrängens des Osmanischen Reiches aus Mitteleuropa.

Glanzzeit von Barock und Klassizismus[Bearbeiten]

Das barocke Wien: Blick vom Schloss Belvedere (Gemälde von Canaletto, 1758)

In der Folge setzte rege Bautätigkeit ein, die Stadt blühte auf. Im Zuge des Wiederaufbaus wurde Wien weitgehend barockisiert (Vienna gloriosa). Zahlreiche Adelspalais wurden gebaut; dies ist vor allem mit den Namen der Architekten Johann Bernhard Fischer von Erlach und Johann Lukas von Hildebrandt verbunden. Rege Bautätigkeit gab es aber auch außerhalb der Stadtmauern. Seit 1704 hatten die Vorstädte ihr eigenes, großzügig angelegtes Befestigungssystem, den Linienwall, etwa im Verlauf der heutigen Gürtelstraße.

Nach den Einschnitten durch die großen Pestepidemien von 1679 und 1713 wuchs die Bevölkerung ständig. Zu dieser Zeit wurden auch die ersten Manufakturen gegründet, die erste in der Leopoldstadt. Es entwickelten sich Kanalisation und Straßenreinigung, was die hygienischen Verhältnisse verbesserte.

Mit dem Aufblühen der Stadt entwickelte sich Wien bald zu einem wichtigen europäischen Kulturzentrum, gipfelnd in der Musik der Wiener Klassik (Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert).

Die Kaiserstadt zwischen Konservativismus und Avantgarde[Bearbeiten]

Unter der Herrschaft von Kaiser Franz Joseph I., selbst ein amusischer Mensch, erlebte Wien eine beispiellose Blütezeit der Kunst, Kultur und Architektur.
Alt-Wien“ muss weichen. Historistische Zinshäuser (hier im Hintergrund) ersetzen den Dorfcharakter der ehemaligen Vorstädte.
Ringstraße mit k.k. Reichsratsgebäude (Parlament) um 1900
Ball der Stadt Wien mit Bürgermeister Karl Lueger als Gastgeber im Festsaal des Rathauses, 1904

In den Koalitionskriegen wurde Wien zweimal – 1805 und 1809 – von Napoleons Truppen eingenommen. 1804 wurde es die Hauptstadt eines neuen Staates – des Kaisertums Österreich. 1806 wurde in Wien das Erlöschen des Heiligen Römischen Reiches verkündet. Nach dem Sieg über Napoleon fand 1814/15 der Wiener Kongress statt, der die politischen Verhältnisse in Europa neu ordnete.

Die folgende Epoche des Vormärz ist durch rigide politische Repression, aber auch durch die aufblühende Biedermeier-Kultur charakterisiert. In dieser Epoche setzte zudem die Industrialisierung ein – 1837 wurde die erste (Lokomotiv-)Eisenbahnstrecke Österreichs eröffnet, und zwar die erste Teilstrecke der (Kaiser-Ferdinand-)Nordbahn von Floridsdorf nach Deutsch-Wagram.

Die französische Februarrevolution 1848 wirkte sich auch in Wien aus. Am 13. März brach zunächst die Märzrevolution aus, die Staatskanzler Metternich sehr bald zum Rücktritt zwang, am 6. Oktober dann die Wiener Oktoberrevolution. Letztlich siegte kaiserliches Militär gegen die Demokraten: Der den Bürgern aus Frankfurt am Main zu Hilfe gekommene Demokrat Robert Blum wurde in der Brigittenau exekutiert.

1850 begann die erste Phase der Stadterweiterung, indem die „Vorstädte“ innerhalb des Linienwalls und die auf Donauinseln gelegene Leopoldstadt eingemeindet wurden. Ab 1858 wurden die Stadtmauern um die Altstadt geschleift und an ihrer Stelle die Ringstraße gebaut, die mit Monumentalbauten gesäumt wurde. Vom Ringstraßenstil (Historismus) ist Wien architektonisch entscheidend geprägt. Diese Zeit gipfelte in der Weltausstellung 1873; mit dem während der Ausstellung erfolgten großen Börsenkrach ging die Gründerzeit zu Ende.

Nach der großen Überschwemmung von 1830 hatte es immer wieder Überlegungen zu einer Donauregulierung gegeben, diese wurde 1868 bis 1875 durchgeführt. Die vielen verästelten Seitenarme der Donau wurden abgegraben und ein schnurgerader Hauptstrom abseits der Stadt geschaffen. Der Arm, der zur Inneren Stadt führte, wurde in veränderter, regulierter Form belassen, er trägt den Namen Donaukanal.

Mit Beginn der Industrialisierung in Wien Mitte des 19. Jahrhunderts erlebte die Stadt einen enormen Bevölkerungszuwachs. Die Einwohnerzahl erreichte um 1870 eine Million und 1910 zwei Millionen. Die dörflich geprägte „Alt-Wiener“ Bauweise außerhalb des Rings wurde nach einem Stadtentwicklungsplan durch vier- bis sechsgeschoßige Wohn- und Geschäftshäuser ersetzt. Damit einher gingen große gesellschaftliche Umbrüche. Mit dem Entstehen einer großen Arbeiterklasse und Armut in weiten Teilen der Bevölkerung erstarkte die Sozialdemokratie. Die große Unterschicht teilte sich oft kleine Wohnungen untereinander und mit „Bettgehern“ auf. Zuwanderer aus allen Teilen der k.u.k. Monarchie, insbesondere Tschechen, verwandelten Wien in einen kulturellen Schmelztiegel.

Bekanntester Bürgermeister der Kaiserzeit ist Karl Lueger, ein charismatischer Christlichsozialer, der 1897–1910 amtierte und sowohl durch umfassende kommunale Reformen als auch durch rabiaten Antisemitismus bekannt wurde; dieser prägte das politische Leben jener Zeit und richtete sich sowohl gegen „Ostjuden“ aus Galizien als auch gegen das assimilierte und wirtschaftlich erfolgreiche jüdische Wiener Bürgertum.

Zu dieser Zeit erlebte die Stadt in der Wiener Moderne ihren bisher letzten kulturellen Höhepunkt. Er ist nicht zuletzt mit der Künstlervereinigung Secession verbunden, die Wien zu einem Zentrum des Jugendstils machte. In der Musik entstand die Zweite Wiener Schule um Arnold Schönberg. In der Literatur steht Jung-Wien für den Übergang zur Moderne, wobei das Kaffeehaus ein Zentrum kulturellen Schaffens darstellte. Inmitten dieser fruchtbaren kulturellen Atmosphäre wurde von Sigmund Freud die Psychoanalyse begründet.

Erster Weltkrieg[Bearbeiten]

Der Erste Weltkrieg führte zwar nicht zu unmittelbarer Bedrohung Wiens, jedoch mit zunehmender Kriegsdauer zu einer verheerenden Versorgungskrise, die sich unter anderem in Lebensmittelunruhen äußerte. Insbesondere Frauen waren hier aktiv und machten ihrer Verzweiflung über den Hunger Luft, schreckten teils auch vor Plünderungen nicht zurück.[29] Das Ende des „großen Krieges“ war auch das Ende Österreich-Ungarns. Am 30. Oktober 1918 entstand der neue Staat Deutschösterreich (ab Oktober 1919 Republik Österreich genannt). Am 11. November 1918 gab Kaiser Karl I. eine Verzichtserklärung ab und verließ am selben Tag Schloss Schönbrunn und damit Wien; am 12. November 1918 wurde von der Provisorischen Nationalversammlung im Parlament in Wien die Republik ausgerufen.

Erste Republik und „Ständestaat“[Bearbeiten]

Wien trat nun in eine völlig neue, in seiner bisherigen Geschichte ungewohnte Rolle ein: überdimensionierte Hauptstadt eines Kleinstaates zu sein, in anderen Teilen des Landes als „Wasserkopf“ kritisiert; eines Staates, dessen Lebensfähigkeit von vielen bezweifelt wurde. Am 12. November 1918 wurde auch beschlossen, dass Deutschösterreich ein Teil der deutschen Republik ist; das Vorhaben erwies sich im Frühjahr 1919 als undurchführbar.

Im am 10. November 1920 in Kraft getretenen Bundes-Verfassungsgesetz, dem Kern des österreichischen Verfassungsrechts, wird Wien als eigenes Land definiert. Daher enthält die am gleichen Tag beschlossene und am 18. November 1920 in Kraft getretene Wiener Stadtverfassung einen Abschnitt über Wien als Land, und Bürgermeister (als Landeshauptmann) und Gemeinderat (als Landtag) nahmen in der Folge die Landeskompetenzen Wiens wahr. Das die letzten vermögensrechtlichen Regelungen der Trennung von Niederösterreich enthaltende Trennungsgesetz trat am 1. Jänner 1922 in Kraft. Deshalb wird meist dieses Datum als Gründungsdatum des Landes Wien genannt, obwohl es seit 10. November 1920 besteht.

Wien bildet seither, ausgenommen die Zeit 1934–1945 (bundesunmittelbare Stadt im Austrofaschismus, Reichsgau unter NS-Herrschaft), ein eigenes Land. Einer der Gründe der Trennung vom Umland waren (neben der von bevölkerungsärmeren Bundesländern befürchteten Dominanz Niederösterreichs im neuen Kleinstaat) die Differenzen zwischen mehrheitlich sozialdemokratischer Stadt- und mehrheitlich christlichsozialer Landbevölkerung. Die Trennung war für die weitere Entwicklung Wiens sehr bedeutsam, da die Stadt nunmehr Steuerhoheit besaß.

Der Karl-Marx-Hof ist ein Paradebeispiel des sozialen Wohnbaus des „Roten Wiens“ vor 1934.

Die Politik der Stadtregierung dieser Zeit („Rotes Wien“) wurde international als Pionierleistung anerkannt. Es wurde ein dichtes Netz an Sozialeinrichtungen und den Arbeitern in „Gemeindebauten“ (kommunalen Wohnbauten) Wohnraum in großem Stil geschaffen.

Für die wirtschaftliche und politische Instabilität der Ersten Republik war Wien die „Bühne“. Hier wurden im Parlament, in den Medien, in den politischen Organisationen und auch bei vielen Demonstrationen die politischen Entscheidungen der konservativen Regierung angegriffen bzw. verteidigt. Der Brand des Justizpalastes am 15. Juli 1927, bei dem es zu schweren Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten mit insgesamt 94 Todesopfern kam, war ein Zeichen beginnender Radikalisierung.

Der Kampf der beiden großen politischen Lager kulminierte vom 12. bis 15. Februar 1934 im „Februaraufstand“ der Sozialdemokraten (so die Regierungsversion) bzw. im „Bürgerkrieg, bei dem die Regierung das Militär gegen das Volk einsetzte“ (sozialdemokratische Lesart). Es folgte für vier Jahre die klerikale, austrofaschistische Diktatur des Ständestaates, die Wien zur „bundesunmittelbaren Stadt“ erklärte und seine demokratische Stadtverwaltung am 12. Februar 1934 des Amtes enthob. Der im gleichen Jahr folgende Juliputsch österreichischer Nationalsozialisten scheiterte, kostete aber Diktaturkanzler Engelbert Dollfuß das Leben.

Am 12. März 1938 ließ Adolf Hitler, 1933 zum Reichskanzler bestellt, die deutsche Wehrmacht in Österreich einmarschieren, um hier mit tätiger Mithilfe der österreichischen Nationalsozialisten, die am 11. März mit der „Machtübernahme“ begonnen hatten, die austrofaschistische Diktatur durch die NS-Herrschaft zu ersetzen (siehe Anschluss Österreichs).

Wien zur Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges[Bearbeiten]

Unmittelbar nach dem deutschen Einmarsch (1938) begannen „arische“ Wiener, jüdische Wiener zu bedrohen, zu quälen, zu berauben, und die Schutzstaffel (SS) begann, sie aus ihren Wohnungen zu werfen.

Von den knapp 200.000 jüdischen Wienern wurden rund 120.000 beraubt und in die Emigration getrieben (bekanntester Flüchtling war Sigmund Freud), etwa 60.000 wurden ermordet.

Die Wiener Stadtverwaltung wurde nach nationalsozialistischem Muster neu geordnet, durch Eingemeindungen entstand Groß-Wien mit dem Dreifachen der heutigen Stadtfläche als eigener Reichsgau; eine „Entprovinzialisierung der Provinz“ wurde angestrebt. 1941 feierte die NS-Stadtverwaltung im Rahmen der „Mozartwoche des Deutschen Reiches“ ein Mozart-Jahr zum 150. Todestag des deutschen Komponisten.

Ab dem 17. März 1944 erfolgten Luftangriffe auf Wien. Dabei wurde rund ein Fünftel der Stadt zerstört. Nicht durch Kampfhandlungen, aber infolge einer Plünderung geriet auch der Stephansdom in Brand, der zuvor den Luftkrieg ohne Bombentreffer überstanden hatte. Im April 1945 kam es zur achttägigen Schlacht um Wien, die mit der Niederlage der NS-Truppen und der Besetzung durch die aus Ungarn vorgerückte Rote Armee endete.

Folgen der NS-Zeit[Bearbeiten]

Der bis 1938 wirksame Nachhall der Hauptstadtfunktion Wiens in der Monarchie war mit dem Beginn der NS-Zeit zu Ende. Das geistige und künstlerische Leben Wiens erlitt vor allem durch die Judenverfolgung einen enormen, nicht wieder zu kompensierenden Aderlass. Das Entstehen des Ostblocks machte Wien zu einem Treffpunkt der Spione aus Ost und West, bremste aber den wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Wiederaufbau Wiens stark.

Mehr als 20 Prozent des Hausbestandes waren ganz oder teilweise zerstört, beinahe 87.000 Wohnungen unbewohnbar. Im Stadtgebiet wurden mehr als 3000 Bombentrichter gezählt, zahlreiche Brücken lagen in Trümmern, Kanäle, Gas- und Wasserleitungen hatten schwere Schäden erlitten. Zunächst ging es somit um die Lösung elementarster Probleme, die Stadt musste erst wieder funktionsfähig gemacht werden.[30]

Besatzung, Zweite Republik, Wiederaufbau[Bearbeiten]

Von 1. September 1945 bis 27. Juli 1955 war Wien in seinen Grenzen vor 1938 in vier Sektoren geteilt. Die aufgehellten Gebiete wurden 1938 Groß-Wien eingemeindet und zählten zur sowjetischen Besatzungszone Niederösterreich.

Wenige Tage nach dem Ende der Kämpfe des Zweiten Weltkriegs im Raum Wien sorgte die Sowjetarmee für den Aufbau einer neuen Stadtverwaltung. Auch politische Parteien formierten sich wieder. Erst im Herbst 1945 ließen die Sowjets auch Militärkontingente der anderen drei Alliierten, Vereinigte Staaten, Großbritannien und Frankreich, nach Wien; es blieb dann bis 1955 Viersektorenstadt. Im 1. Bezirk, der keiner der vier Besatzungsmächte fix zugeteilt war, wechselte die Besatzung jeden Monat.

Auf dem Schwarzenbergplatz, dessen südlicher Teil 1946–1956 Stalinplatz hieß, errichtete die Rote Armee 1945 das als Befreiungsdenkmal, Heldendenkmal oder Denkmal der Roten Armee bezeichnete Monument. Es wurde am 19. August 1945 enthüllt und wird seither von der Stadtverwaltung instand gehalten. Seine Bestandsgarantie ist im Staatsvertrag vereinbart.

Nach dem Krieg erfolgte in Wien, wie überall im Land und in Westeuropa, ein beispielloser Wirtschaftsaufschwung, an dem der Marshall-Plan ganz wesentlichen Anteil hatte. Mit dem 4. Lohn-Preis-Abkommen der Sozialpartner unzufriedene, kommunistisch dominierte Arbeiter führten 1950 den Oktoberstreik durch. Sie blieben durch das Eingreifen der sozialdemokratisch dominierten Bauarbeitergewerkschaft erfolglos.

1954 konnte, nachdem die Sowjetunion ihr Veto aufgegeben hatte, die 1946 beschlossene Reduktion Groß-Wiens auf das heutige Stadtgebiet in Kraft treten. 80 frühere Ortsgemeinden kehrten zu Niederösterreich zurück, 17 blieben bei Wien.

Am 15. Mai 1955 erlangte das Land mit dem Österreichischen Staatsvertrag die volle Freiheit zurück. Der Vertrag trat am 27. Juli 1955 in Kraft, worauf die Besatzungstruppen binnen drei Monaten abzuziehen hatten.

Vom Ungarnaufstand zur Gegenwart[Bearbeiten]

Die zweite Reichsbrücke im Jahr 1975 (1976 eingestürzt); links im Hintergrund das gerade in Bau befindliche Vienna International Centre
Das moderne Wien: Blick auf das Vienna International Centre an der Donau, dritter Sitz der Vereinten Nationen, die Donau City, die DC-Tower und den Donauturm

Im Herbst 1956 nahm Wien viele Ungarn auf, die nach dem gescheiterten Aufstand gegen das kommunistische Regime nach Westen geflohen waren. Ebenso wurden 1968 viele Tschechen und Slowaken aufgenommen, die nach dem gewaltsamen Ende des Prager Frühlings die Tschechoslowakei verlassen hatten. Erst vom November 1989 an wurde Wien wieder selbstverständliches Reiseziel für die Bürger dieser Länder.

1957 nahm – als erste internationale Organisation nach 1945 – die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) ihren Sitz in der Stadt. Seit 1965 ist Wien zudem der Sitz der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC). 1961 fand in Wien ein Gipfeltreffen zwischen dem US-Präsidenten John F. Kennedy und dem sowjetischen Parteichef Nikita Chruschtschow statt. 1979 wurde das Vienna International Centre (der dritte Amtssitz der Vereinten Nationen), das gemeinsam mit dem später erbauten Austria Center Vienna die UNO-City bildet, eröffnet. All dies trug zur Positionierung Wiens als Stadt der Kongresse und der Vermittlung in Konfliktsituationen bei. Seit 2003 gehört Wien zur Europaregion Centrope und bildet gemeinsam mit dem benachbarten Bratislava eine „Twin City“ („Zwillingsstadt“), die heute eine Bevölkerung von rund 3 Millionen Menschen umfasst.

1964 fand auf dem Gelände eines früheren Mistplatzes am linken Donauufer die WIG 64, die Wiener Internationale Gartenschau 1964, statt – mit dem Donauturm als neuem Wahrzeichen. 1986 wurde die an Stelle des alten Überschwemmungsgebiets neben dem Donaustrom gegrabene Neue Donau fertiggestellt, ebenso die zwischen den beiden Gewässern entstandene Donauinsel, die sich zu einem beliebten Erholungsgebiet entwickelte. Ende des 20. Jahrhunderts begann man beiderseits der Donau neue Wohnquartiere zu schaffen und mit der Donau City ein Hochhausviertel am linken Donauufer zu etablieren.

Ein wesentlicher Impuls für die Infrastruktur der Stadt war der Bau einer modernen U-Bahn, die die aus der Zeit um 1900 stammende (und von Anfang an ungenügende) Stadtbahn ersetzen und neue Stadtviertel erschließen sollte. 1978 wurde die erste Neubau-Teilstrecke der Linie U1 eröffnet.

2001 wurde auf dem Gelände der früheren kaiserlichen Hofstallungen das MuseumsQuartier, eines der größten Kulturareale Europas, eröffnet.

Heute wird Wien in internationalen Bewertungen zu den Städten mit der besten Lebensqualität gezählt, zuletzt (2011) erreichte es Rang 1 weltweit vor Zürich und Auckland an zweiter und dritter sowie München und Vancouver an vierter bzw. fünfter Stelle.[31] Dazu tragen der hohe Grünanteil am Stadtgebiet (ca. 50 Prozent), die vergleichsweise sehr gute ökologische Qualität der Stadt (mit Ausnahme der Luftqualität und des Verkehrs),[32] die hohe soziale und polizeiliche Sicherheit, das erstklassige Gesundheitswesen, das hoch entwickelte Bildungswesen, die Dichte an kulturellen Einrichtungen, die effiziente öffentliche Verwaltung, die Freizeitqualität Wiens und das dichte Netz öffentlicher Verkehrsmittel wesentlich bei.

Am 9. Dezember 2012 hat Wien zum ersten Mal in seiner Geschichte einen Hauptbahnhof erhalten. An diesem Tag wurde der beim Südtiroler Platz neu gebaute Wiener Hauptbahnhof teilweise in Betrieb genommen. Die vollständige Inbetriebnahme soll bis 2014 erfolgen. Es handelt sich nicht, wie bei den traditionellen großen Wiener Bahnhöfen, um einen Kopfbahnhof, sondern um einen Durchgangsbahnhof, der Südbahn und Ostbahn verknüpft, aber auch Züge von Nord- und Westbahn einbinden kann.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Hauptartikel: Demografie Wiens

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerung von Wien, 1590-2013
Bevölkerungsentwicklung in Wien seit 2002

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges zählte Wien rund 2,1 Millionen Einwohner. Zwischen 1910 und 1918 war sie die viertgrößte Stadt der Welt, bevor Wien von Berlin überholt wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg sank die Einwohnerzahl um etwa 200.000 Personen; viele Beamte und Angestellte nichtdeutscher Muttersprache kehrten in ihre Ursprungsländer zurück. Die Jahre als Hauptstadt eines Vielvölkerstaates haben Wien jedoch nachhaltig geprägt. Damals war die Stadt ein „Schmelztiegel“ von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion. Nach Jahrzehnten der Bevölkerungsstagnation ist Wien seit den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts neuerlich eine Zuwandererstadt.

Seit den 1950er Jahren machen sich im Ballungsraum Wien mehrere Siedlungstrends bemerkbar: Einerseits ist fast die gesamte Region durch große Geburtendefizite gekennzeichnet, andererseits schützt der Zuzug aus anderen Bundesländern und aus dem Ausland Wien und seine Umlandgemeinden in den meisten Fällen vor einem Bevölkerungsrückgang. Die Einwohnerzahl sank bis 1987 auf 1.484.885 Personen, den tiefsten Stand seit 1890. Seither wächst die Bevölkerung wieder und wird laut Prognosen hauptsächlich durch Zuwanderung bis zur ersten Hälfte der 2030er-Jahre erneut zwei Millionen erreichen.[33]

Von den im Jahr 2012 in Wien lebenden Menschen sind 22,3 Prozent nicht österreichische Staatsbürger, 31,1 Prozent wurden nicht in Österreich geboren. Von den 386.000 Einwohnern ohne österreichische Staatsbürgerschaft kommen 9 Prozent aus Deutschland, 27,2 Prozent aus den übrigen Mitgliedsländern der EU, des EWR bzw. der Schweiz, 31 Prozent aus den Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawiens und 11,5 Prozent aus der Türkei. Vor allem die Zahl der Einwanderer aus EU- und EWR-Ländern nimmt zu, während die Anzahl von Einwohnern aus dem ehemaligen Jugoslawien seit 2002 nahezu konstant blieb.[5][34]

Religion[Bearbeiten]

Der Stephansdom, auch Steffl genannt, ist seit seiner Erbauung ein Wahrzeichen der Stadt (Ansicht von Rudolf von Alt, 1832)
Der Stadttempel, einzige erhaltene historische Synagoge Wiens, ist Zentrum der Israelitischen Kultusgemeinde

Die Stadt ist Sitz der römisch-katholischen Erzdiözese Wien; Erzbischof ist Kardinal Christoph Schönborn. Die römisch-katholische Gemeinde ist die größte Glaubensgemeinschaft Wiens, verliert jedoch stetig an Mitgliedern. 2011 gehörten 38,6 Prozent[35] der Einwohner Wiens der römisch-katholischen Kirche an, 1961 waren es noch 82 Prozent, 2001 49 Prozent.

Zweitgrößte ist die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (Präsident Fuat Sanac, seit 2011), die ihren Sitz ebenfalls in Wien hat. In den letzten Jahrzehnten kamen viele muslimische Zuwanderer nach Wien; der Islam ist in Österreich seit 1912 anerkanntes Religionsbekenntnis (siehe Anerkennung des Islams in Österreich).

Drittgrößte Glaubensgemeinschaft in Wien sind die Orthodoxen Kirchen. Die russisch-orthodoxe Kathedrale der Eparchie Österreich befindet sich im dritten Bezirk, Landstraße.

Wien ist Sitz des lutherischen Evangelischen Oberkirchenrates A.B. in Österreich (Augsburger Bekenntnis) mit Bischof Michael Bünker an der Spitze und Sitz des reformierten Oberkirchenrates H.B. (Helvetisches Bekenntnis), dem Landessuperintendent Thomas Hennefeld vorsteht.

Baptisten gibt es in Wien seit 1847. 1869 konnte die erste Gemeinde (heute: Wien 6., Mollardgasse) konstituiert werden, nachdem der Staat zuvor lang die Anerkennung verweigert hatte. Daran beteiligt waren unter anderem Johann Gerhard Oncken und Edward Millard. Die Baptisten sind gegenwärtig mit acht Gemeinden in Wien vertreten, darunter zwei rumänische, eine spanische und eine internationale englischsprachige Gemeinde. Auch befindet sich der Sitz des österreichischen Baptistenbundes in Wien.

Daneben bestehen in Wien Gemeinden weiterer evangelische Freikirchen, so zum Beispiel der Adventisten, der Methodisten, der Mennoniten und der Heilsarmee sowie Gemeinden des Bundes evangelikaler Gemeinden und der Pfingstbewegung. Ebenso ist die Christengemeinschaft mit zwei Gemeinden vertreten.

Die Israelitische Kultusgemeinde Wien wird von Paul Chaim Eisenberg als Großrabbiner und von Oskar Deutsch als Präsident geleitet. Bis 1938 eine der größten jüdischen Gemeinden Europas, zählt sie heute rund 7.000 Mitglieder.

Die Religionszugehörigkeit der Wiener Wohnbevölkerung setzt sich laut Volkszählung 2001 wie folgt zusammen:

Per 1. Jänner 2013 betrug der Anteil der Katholiken in Wien 37,96 Prozent.[36][37] Per 1. Jänner 2014 betrug der laut aktueller Kirchenstatistik 54.337 Mitglieder oder ein Anteil der Evangelischen in Wien von etwa 3 Prozent.[38]

Der prozentuelle Anteil der Religionsgemeinschaften in Wien im Jahre 2011:[39]

Politik und Verwaltung[Bearbeiten]

Michael Häupl (SPÖ) ist seit 1994 Bürgermeister und Landeshauptmann von Wien.
Landesdienstflagge

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten]

In den im Reichsrat vertretenen Königreichen und Ländern bestand für Männer seit 1907 auf gesamtstaatlicher Ebene das allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht. Bürgermeister Lueger und seine Nachfolger verhinderten bis 1918 die Übernahme dieses Wahlrechts für die Wahlen zum Gemeinderat. Die ersten Wahlen, bei denen alle erwachsenen Frauen und Männer wahlberechtigt waren, fanden 1919 nach dem Ende der Monarchie statt.

Michael Häupl Helmut Zilk Leopold Gratz Felix Slavik Bruno Marek Franz Jonas Theodor Körner (Bundespräsident)

Seit 1919 stellte bei allen freien Wahlen die Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) den Bürgermeister; Stadtsenat (das Kollegium der Stadträte) und Wiener Gemeinderat (das Stadtparlament) weisen seit 1919 eine Mehrheit der Sozialdemokratischen Partei auf. Von 1934 bis 1945 (Austrofaschismus, Zeit des Nationalsozialismus) fanden keine demokratischen Wahlen statt. Ausdruck der sozialdemokratischen Politik sind bis heute u. a. die in großer Zahl von der öffentlichen Hand geschaffenen Gemeindebauten.

Auf Grund der an diesem Tag wirksam werdenden Bundesverfassung, die die Trennung Wiens von Niederösterreich und die Erhebung zum eigenen Bundesland bewirkte, beschloss der „Gemeinderat als Landtag“ am 10. November 1920 in der ersten Landtagssitzung überhaupt die demokratische Stadtverfassung,[40] die „der Bürgermeister als Landeshauptmann“ unterzeichnete. Seit damals ist der Wiener Bürgermeister gleichzeitig Landeshauptmann, der Stadtsenat gleichzeitig Landesregierung, der Gemeinderat gleichzeitig Landtag. Alle nicht als gemeinsam erklärten Angelegenheiten hatte von da an jedes der beiden neuen Bundesländer für sich zu entscheiden.

1920 / 1921 hätte es Kompetenzen geben können, die „von der gemeinsamen Landesverfassung Niederösterreichs für gemeinsam erklärt“ (§ 1 WStV 1920) worden wären. Dazu bestand bis 31. Dezember 1921 der gemeinsame Niederösterreichische Landtag für Wien und Niederösterreich-Land. Diese Möglichkeiten wurden aber nicht mehr benötigt; statt einer gemeinsamen niederösterreichischen Landesregierung kam 1921 nur mehr eine gemeinsame Verwaltungskommission zustande, in der über die Aufteilung des bisherigen Landeseigentums verhandelt wurde.

Mit dem Wiener Landesverfassungsgesetz vom 29. Dezember 1921 (Trennungsgesetz), in gleichem Wortlaut auch in Niederösterreich-Land beschlossen, wurde die definitive Trennung bestätigt und das bisherige Landesvermögen aufgeteilt. Die kurzlebige gemeinsame Landesverfassung wurde mit Jahresende 1921 außer Kraft gesetzt. Das Trennungsgesetz besagte (Art. 4 Abs. 3) aber eigens: „Der Landtag und die Landesregierung von Niederösterreich sind berechtigt, ihren Sitz in Wien zu nehmen.“

1934–1945 war die demokratische Stadtpolitik durch verfassungswidrige Maßnahmen der Diktatur unterbrochen. 1945 wurde die Wiener Stadtverfassung wieder in Wirksamkeit gesetzt. In den 1990er Jahren verlegte Niederösterreich Landesregierung und Landtag in die 1986 neu gewählte Landeshauptstadt Sankt Pölten.

Regierungsstruktur[Bearbeiten]

Amtierender Bürgermeister und Landeshauptmann ist seit 1994 Michael Häupl. In der Verwaltung Wiens ist das Land Wien von der (flächengleichen) Stadt Wien zu unterscheiden.

Land Wien

Als Land besitzt Wien seit November 1920 den mit dem Gemeinderat (ausgenommen die Vorsitzenden) personenidenten Landtag als Landesgesetzgeber und die Landesregierung als oberstes Verwaltungsorgan. Nach der Bundesverfassung leitet der Landeshauptmann auch die so genannte mittelbare Bundesverwaltung; das sind Agenden, die auf Grund von Bundesgesetzen von Landesämtern unter Aufsicht des jeweils zuständigen Bundesministeriums verwaltet werden. In diesem Bereich ist der Landeshauptmann (wie auch jeder von ihm beauftragte amtsführende Stadtrat als Landesrat) an Weisungen des Ministers bzw. der Bundesregierung gebunden. Als Amt der Wiener Landesregierung fungiert der Magistrat der Stadt Wien.

Stadt Wien

Oberstes Verwaltungsorgan der Stadtgemeinde ist der seit 1919 demokratisch gewählte Wiener Gemeinderat. Er wählt den Bürgermeister und die Stadträte, die seit Juni 1920 den Stadtsenat (und seit November 1920 zugleich die Wiener Landesregierung) bilden.

Verwaltet wird die Stadt nach den Beschlüssen des Gemeinderats vom Magistrat der Stadt Wien unter der Leitung des Bürgermeisters, der amtsführenden Stadträte und des Magistratsdirektors, der auch Landesamtsdirektor ist, den gesamten inneren Dienst leitet und direkt dem Bürgermeister untersteht.

Im Magistrat bestehen neben der Magistratsdirektion (strategisch wichtige Bereiche, die dem Magistratsdirektor und damit dem Bürgermeister direkt unterstehen) diverse Magistratsabteilungen und (Magistrats-)Unternehmungen. Diese sind zu Geschäftsgruppen zusammengefasst, die politisch jeweils einem amtsführenden Stadtrat unterstehen. Die Eigentümerfunktionen bei im privatrechtlichen Eigentum der Stadt Wien stehenden Firmen (vor allem Wiener Stadtwerke Holding AG und Wien Holding GmbH) werden ebenfalls von amtsführenden Stadträten vertreten.

Darüber hinaus besteht im Magistrat im Sinn der bürgernahen Verwaltung für jeden Gemeindebezirk ein Magistratisches Bezirksamt, das dem Magistratsdirektor untersteht; in mehreren Fällen teilen sich zwei benachbarte Bezirke ein Bezirksamt.

Nur dem Bürgermeister persönlich untersteht der Stadtrechnungshof (bis 2013 Kontrollamt der Stadt Wien), der – wie der Rechnungshof im Gesamtstaat – Einschau- und Prüfungsrechte für alle städtischen Dienststellen und Unternehmungen besitzt und bezüglich Art und Umfang seiner Prüfungen weisungsfrei ist.

Bezirksvertretungen

Die Wahlberechtigten jedes Gemeindebezirks wählen (gleichzeitig mit dem Gemeinderat) ihre Bezirksvertretung (der einzelne Abgeordnete heißt Bezirksrat); diese wählt den Bezirksvorsteher und zwei Stellvertreter. Einige Verwaltungsbereiche der Stadtgemeinde (u. a. bauliche Erhaltung der Pflichtschulen und des lokalen Straßennetzes) und die dazu bereitgestellten Budgets sind an die Bezirke übertragen worden. Sie entscheiden diesfalls autonom über die Prioritäten des Mitteleinsatzes. Die Durchführung von Maßnahmen nach den entsprechenden Beschlüssen der Bezirksvertretung obliegt dem Magistrat.

Wien ist das einzige Land Österreichs, in dem gewählte Bezirksvertretungen bestehen. Die ursprüngliche Absicht von Verfassungsexperten, in allen Bezirken Österreichs gewählte Vertretungen zu schaffen, wurde nicht realisiert.

siehe auch: Wiener Stadtsenat und Wiener Landesregierung

Wahl 2010[Bearbeiten]

Gemeinderat (und Landtag)
Mandatsverteilung 2010 im Wiener Gemeinderat
    
Von 100 Sitzen entfallen auf:

Bei der Gemeinderatswahl 2010[41] ergab sich folgende Stimmen- bzw. Sitzverteilung im Gemeinderat (100 Sitze sind zu vergeben):

SPÖ Wien 44,3 % 49 Sitze
Österreichische Volkspartei (ÖVP) 14,0 % 13 Sitze
Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) 25,8 % 27 Sitze
Die Grünen Wien 12,6 % 11 Sitze
Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ) 1,1 %
Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) 1,3 %
Liberales Forum (LIF) 0,7 %
Sozialistische Linkspartei (SLP) 0,01 %
MUT-Partei (Mensch, Umwelt, Tierschutz) 0,07 %
Plattform direkte Demokratie 0,04 %

Am 15. November 2010 unterzeichneten die SPÖ und die Grünen einen Koalitionspakt. Damit erhielt Wien nach der Angelobung am 25. November 2010 als erstes österreichisches Bundesland eine rot-grüne Regierung.[42]

Bezirksvertretungen

Bei den parallel abgehaltenen Bezirksvertretungswahlen konnten sich die SPÖ in 17, die ÖVP in 5 Bezirken und die Grünen in einem Bezirk durchsetzen. Die ÖVP erlangte die Stimmenmehrheit in den bürgerlichen Wohngegenden des 1. und des 8. Bezirks sowie in den mit großen Villenvierteln ausgestatteten Bezirken 13, 18 und 19. Die Grünen stellen im kleinen 7. Bezirk innerhalb des Gürtels den Bezirksvorsteher, erhielten jedoch weniger Stimmen in den Außenbezirken. Die FPÖ konnte vor allem dort höhere Stimmenanteile erreichen.

Wahlbeteiligung

Die Wahlbeteiligung erreichte 67,6 Prozent (nach 60,8 Prozent im Jahr 2005) bei der Gemeinderatswahl und 63,4 Prozent bei den Bezirksvertretungswahlen (nach 58,5 Prozent im Jahr 2005).

Kritik an Cross-Border-Leasingverträgen[Bearbeiten]

Zur Finanzierung von Infrastrukturprojekten wurde 1998, wie damals bei größeren Kommunen in Europa gängig, die U-Bahn Wien und 2002 die Wiener Kanalisation im 21. und 22. Bezirk mittels Cross-Border-Leasing-Vertrag verkauft und wird seither über eine Laufzeit von 35 Jahren zurückgemietet.[43] Die Stadt Wien sollte dadurch von einem Steueranreiz in den Vereinigten Staaten profitieren, doch wurde diese Steuerlücke vor mehreren Jahren geschlossen und etwaige Ertragsausfälle des Investors müssen von der Stadt getragen werden.

Dieses Gesetz sieht zwar mit der „Grandfathering Clause“ vor, dass vor dem 17. September 2003 eingegangene Verträge ihre Gültigkeit behalten sollen, doch verstößt dies gegen Regelungen der Welthandelsorganisation (WTO) und stößt auch auf EU-Widerstand, weshalb diese Regelung modifiziert werden muss.[44] Mittlerweile werden die Cross-Border-Verträge seitens der Wiener Stadtregierung wieder aufgelöst.

Internationale Organisationen[Bearbeiten]

UNO-City nördlich der Donau, bestehend aus dem Vienna International Centre und dem Austria Center Vienna (links im Bild).
OSZE-Hauptsitz in der Hofburg

Wien wurde im Jahre 1979 die dritte UNO-Stadt nach New York und Genf. Zusätzlich ist Wien Sitz zahlreicher weiterer internationaler Organisationen. Beispielhaft seien angeführt:

  • Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (früher: EUMC – Europäische Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit)
  • IPI – Internationales Presseinstitut
  • IKSD – Internationale Kommission zum Schutz der Donau
  • OPEC – Organisation Erdölexportierender Staaten
    • OFID – OPEC-Fonds für Internationale Entwicklung
  • OSZE – Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa
  • UN – Vereinte Nationen
    • IAEO – Internationale Atomenergiebehörde (Friedensnobelpreis 2005)
    • UNIDO – Organisation für industrielle Entwicklung
    • UNODC – Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung
    • UNDCP – Internationales Drogenkontrollprogramm
    • UNHCR – Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen
    • CTBTO PrepCom – Vorbereitende Kommission für die Organisation des Vertrages über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen
    • UNCITRAL – Kommission der Vereinten Nationen für internationales Handelsrecht
    • UNOOSA – Büro der Vereinten Nationen für Weltraumfragen
    • UNSCEAR – Komitee der Vereinten Nationen über die Wirkung der atomaren Strahlung
    • UNPA – Postverwaltung der Vereinten Nationen
  • Dienstsitz des Hochmeisters der Deutschordensritter

Wappen, Flagge und Hymne[Bearbeiten]

Das Wappen Wiens von 1461, verliehen von Friedrich IV.

Die Symbole Wiens sind im „Gesetz über die Symbole der Bundeshauptstadt Wien“ (Landesgesetzblatt Nr. 10 / 1998) festgelegt und sind seit 1945 die gleichen wie bis 1934 im Roten Wien. Das Wiener Wappen zeigt „in einem roten Schild ein weißes Kreuz“. In einer weiteren Darstellungsform kann das Wappen „auch in Form eines Brustschildes in der Figur eines schwarzen, golden bewehrten Adlers verwendet werden“,[45] dessen Verwendung durch die Organe der Gemeinde Wien und des Landes Wien vorbehalten sind. Der Kreuzschild geht vermutlich auf die Reichssturmfahne zurück. Als Wappen mit Adler ist es 1237 nachweisbar[46] und erstmals 1278 auf einem Wiener Pfenning zu sehen,[47] auf Siegeln datiert es frühestens, als Zeichen Wiens aber unsicher, 1228.

Die Wiener Flagge „besteht aus zwei gleich breiten, waagrechten Streifen; der obere ist rot, der untere ist weiß. Das Verhältnis der Höhe der Flagge zu ihrer Länge ist zwei zu drei.“[45] Die Flagge wurde 1946 (wieder) eingeführt.[47]

Auch das Siegel der Bundeshauptstadt Wien verwendet das Wappen im Brustschild eines Adlers. Als Umschrift findet der Schriftzug „Bundeshauptstadt Wien“ oder die Bezeichnung des Gemeindeorgans oder des Landes Wien Verwendung.

Wien verfügt als einziges Bundesland über keine offizielle Landeshymne. Als inoffizielle Hymne gilt der Donauwalzer von Johann Strauss.

Landeswappen Landeswappen als Brustschild Siegel  Landesflagge  Landesdienstflagge Logo der Stadt Wien
Landeswappen
(primäre Darstellungsform)
Landeswappen als Brustschild (sekundäre Darstellungsform;
Verwendung durch die Organe Wiens vorbehalten)
Siegel Landesflagge Landesdienstflagge Logo

Städtekooperationen[Bearbeiten]

Blick vom Stephansdom auf die Stadt – bis zu Kahlenberg und Wienerwald
Kohlmarkt im 1. Bezirk mit Blick auf den Michaelertrakt der Hofburg
Blick über den Alsergrund (9. Bezirk) vom Währinger Gürtel aus
Mariahilfer Straße zwischen 6. und 7. Bezirk

Wien unterhält Städtekooperationen anhand definierter thematischer Schwerpunkte:

  • seit 1990 – UngarnUngarn Budapest (Ungarn)
  • seit 1991 – RusslandRussland Moskau (Russland)
  • seit 1991 – UkraineUkraine Kiew (Ukraine)
  • seit 1993 – SlowakeiSlowakei Bratislava (Slowakei), erneuert 2003 („Twin City“)
  • seit 1994 – KroatienKroatien Zagreb (Kroatien)
  • seit 1998 – TschechienTschechien Brünn (Tschechien)
  • seit 2001 – PolenPolen Warschau (Polen)
  • seit 2003 – SerbienSerbien Belgrad (Serbien)
  • seit 2005 – IsraelIsrael Tel Aviv-Jaffa (Israel)
  • seit 2010 – TurkeiTürkei Istanbul (Türkei)
  • TunesienTunesien Tunis (Tunesien)

Wirtschaft[Bearbeiten]

Wiener Postsparkasse am Georg-Coch-Platz, 1906 erbaut von Otto Wagner
Die Alte Börse an der Ringstraße

In der Europäischen Union gehört Wien zu den wohlhabendsten Regionen. Im Vergleich mit dem Bruttoinlandsprodukt der Europäischen Union ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreichte Wien im Jahr 2003 einen Index von 170.9 (EU-25: 100).[48] Dieser Ruf bestätigte sich erneut 2007, als die Stadt als fünftreichste Region der Europäischen Union, mit einem Index von 180 (EU-25: 100), eingestuft wurde. Vor ihr liegen nur London, Luxemburg, Brüssel und Hamburg.[49] Die Stadt genießt international den guten Ruf der hohen Lebensqualität, niedriger Kriminalitätsraten und als „Sprungbrett in den Osten“, da die Stadt und ihre Unternehmen schon lange gute Beziehungen zu den mittel- und osteuropäischen Ländern (MOEL) pflegen und daher über reichlich Erfahrung verfügen. Besonders im Vorfeld der EU-Osterweiterung fassten zahlreiche ausländische Großunternehmen ihre Aktivitäten in den mittel- und osteuropäischen Ländern auf ihrem Standort in Wien zusammen, oder gründeten eine solche Zentrale neu, um die Erschließung dieser Märkte von Wien aus anzugehen. In einigen Fällen ging dieser Entschluss auch einher mit der Übernahme eines österreichischen Unternehmens mit Sitz in Wien und Tätigkeit in den MOEL. Dies tat etwa der niederländische Getränkekonzern Heineken mit der Übernahme der BBAG oder die italienische Großbank UniCredit nach der Übernahme der Bank Austria. Weitere ausländische Konzerne mit Osteuropa-Zentrale in Wien sind etwa der französische Baustoffkonzern Lafarge, deutschen Konzerne wie Henkel und REWE Group und Beiersdorf. Auch die meisten der größten österreichischen Unternehmen, darunter fast sämtliche Banken, haben ihren Hauptsitz in Wien. Etwa der Mineralölkonzern OMV, der Ziegelhersteller Wienerberger oder auch die Telekom Austria.

Mit der Wiener Börse befindet sich auch Österreichs einzige Wertpapierbörse in Wien. Seit 2010 ist Wien zudem Sitz der CEE Stock Exchange Group, der als Tochtergesellschaften nicht nur die Wiener Börse, sondern auch die Börsen in Budapest, Ljubljana und Prag angehören.

In Wien waren laut Volkszählung 2001 821.458 Personen in 87.691 Unternehmen beschäftigt. Der Bezirk mit den meisten Arbeitsplätzen ist der 1. Bezirk.

Im Jahr 2005 waren durchschnittlich 92.864 Wiener arbeitslos gemeldet. Das entsprach einer Arbeitslosenquote von 13,3 Prozent (Österreich-Berechnung), 8,2 Prozent EU-Berechnung. Im Vergleich zu den anderen acht Bundesländern liegt Wien auf dem letzten Platz. Im April 2012 zählte Wien 79.048 Arbeitslose (Quote: 9,1 Prozent).[4] Im Vergleich hatte die Republik Österreich zum selben Zeitpunkt 251.823 Arbeitslose,[4] was einer Quote von 6,8 Prozent entsprach.

Immobilienpreise[Bearbeiten]

Die Preise für Immobilieneigentum als auch für Miete in Wien sind in den letzten Jahren (bis Ende 2012) stark angestiegen. Trotzdem sind die Preise für Eigentum und Miete im Vergleich zu anderen Städten mit ähnlicher oder geringerer Lebensqualität relativ günstig.[50]

So wurde gegen Ende 2012 ein durchschnittlicher Quadratmeter-Preis von circa € 4.000,- für den Kauf von Immobilieneigentum durch tatsächlich getätigte Transaktionen gemessen. Ein durchschnittlicher Mietpreis von € 14,45 wurde für alle Wiener Gemeindebezirke ermittelt, wobei in den inneren Stadtbezirken der Mietpreis entsprechend höher liegt.

Tourismus[Bearbeiten]

Das Weltkulturerbe Schloss Schönbrunn zieht jährlich rund 6,7 Millionen Besucher an.
Fiaker mit pausierenden Kutschern am Heldenplatz
Das Wiener Riesenrad, 1897 errichtet und ein Wahrzeichen der Stadt

Dank zahlreicher Prunkbauten aus der römisch-deutschen und der österreichischen Kaiserzeit, vielfältiger Kulturangebote und nicht zuletzt auch dank des Rufes als Musikhauptstadt, den Wien aufgrund des Schaffens zahlreicher berühmter klassischer Musiker, wie Beethoven, Mozart oder Mahler, erwarb, ist die Stadt weltweit bekannt und ein beliebtes Touristenziel.

Fiaker kutschieren Gäste durch die zum Weltkulturerbe zählende Innere Stadt, die Altstadt, in deren Zentrum sich der Stephansdom befindet. Hier im 1. Bezirk befinden sich zudem die Staatsoper, die Hofburg (Stadtresidenz der Kaiser), die Kärntner Straße (die am stärksten frequentierte Fußgängerzone Österreichs), bekannte Hotels und Konditoreien und die prunkvolle Ringstraße, die die Altstadt umgibt. Wien hat seit 1980 eine sehr lebendige und vielfältige Szene mit Lokalvierteln, Kunstgalerien, Kabaretts, Jazzlokalen und Veranstaltungen aller Art entwickelt.

Viele Touristen kommen im Dezember, wenn die Stadt mit ihren Weihnachtsmärkten, ihrem „Silvesterpfad“ durch die Altstadt und ihrem „Kaiserball“ aufwarten kann. Die meisten der Wiener Sehenswürdigkeiten sind ganzjährig zu besuchen. Zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten zählen der Stephansdom, das Schloss und der Tiergarten Schönbrunn, das Belvedere, das Kunsthistorische Museum, die Hofburg, die Albertina, das Riesenrad sowie das MuseumsQuartier.[51]

Ergebnisse 2013[Bearbeiten]

Wien registrierte 2013 12.719.289 Gästeübernachtungen (+ 3,7 Prozent), davon 10.392.337 Übernachtungen ausländischer Gäste. Das Ergebnis war das bisher beste.[52] Der Beherbergungsumsatz 2013 betrug 608,9 Millionen Euro, ist jedoch auf Grund der veränderten Berechnungsbasis nicht mit den 2012 erzielten 540 Millionen Euro vergleichbar. Einer wissenschaftlichen Schätzung von Egon Smeral zufolge ist der Beherbergungsumsatz 2013 um etwa 5 Prozent gestiegen.[53] Der Gesamtumsatz des Tourismus in Wien wird auf über 4 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt.

Die wichtigsten zehn Quellmärkte zusammen hatten 2013 einen Anteil von 69,2 Prozent am Gesamtnächtigungsergebnis:

Rang (Nächtigungen) Staat Anteil an den Nächtigungen (%)
bzw. am Beherbergungsumsatz (%)
01. DeutschlandDeutschland Deutschland 19,8 % bzw. 18,4 %
02. OsterreichÖsterreich Österreich 18,3 % bzw. 16,3 %
03. RusslandRussland Russland beide: 5,6 %
04. Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 5,2 % bzw. 7,0 %
05. ItalienItalien Italien 4,8 % bzw. 4,3 %
06. Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 3,5 % bzw. 4,0 %
07. SchweizSchweiz Schweiz,
LiechtensteinLiechtenstein Liechtenstein
3,0 % bzw. 3,2 %
08. SpanienSpanien Spanien 2,8 % bzw. n. v.
09. FrankreichFrankreich Frankreich,
MonacoMonaco Monaco
beide: 2,8 %
10. JapanJapan Japan 2,4 % bzw. n. v.

n. v. = Diese Zahl ist derzeit noch nicht verfügbar.

Hotellerie, Flughafen[Bearbeiten]

Die Beherbergungskapazität stieg in den letzten Jahren durch Hotelneubauten deutlich an und wird weiterhin steigen, da mehrere Hotels in Bau sind. Im Sommer 2013 standen den Gästen inklusive Saisonbetriebe 428 Hotels und Pensionen mit maximal 31.070 Zimmern bzw. 60.459 Betten zur Verfügung.

12 Prozent der Betten wurden in der 5-Sterne-Kategorie angeboten, 48,7 Prozent in der 4-Sterne-Kategorie, 26,8 Prozent mit drei Sternen und 12,5 Prozent der Betten in Betrieben mit zwei Sternen oder einem. In der Praxis haben einige Betriebe schon vor längerem darauf verzichtet, offiziell klassifiziert zu werden und Sterne zu führen.[54]

Die Bettenauslastung betrug 2013 je nach Saison zwischen 36,3 Prozent im Jänner und 65,5 Prozent im August, die Zimmerauslastung zwischen 46,3 Prozent (Jänner) und 82,8 Prozent (August). Pro Gast und Nächtigung wurde zuletzt für 2009 ein Gesamtumsatz von 276 Euro errechnet.[55]

Der Flughafen Wien meldete für 2013 21.999.926 Millionen Passagiere (−0,7 %), davon 6.794.632 Millionen Transferpassagiere (−3,7 %), die bei 231.179 (−5,5 %) Flugbewegungen abgefertigt wurden.[56] Für das Geschäftsjahr 2014 wird ein Passagierzuwachs von 1 % bis 3 % bei stagnierenden Flugbewegungen erwartet. Für den Zeitraum 2012 bis 2020 wird von einem durchschnittlichen Passagierwachstum von 3,6 % jährlich ausgegangen. Für das Jahr 2020 werden somit rund 30 Millionen Passagiere prognostiziert.[57]

Ausblick[Bearbeiten]

Für 2015 wurde im Tourismuskonzept Wien 2015, das im Oktober 2009 publiziert wurde, ein Resultat von elf Millionen Nächtigungen (+10 Prozent gegenüber 2008) und eine Erhöhung des Nächtigungsumsatzes um 100 Millionen Euro (+20 Prozent gegenüber 2008 = über 584 Millionen Euro) angestrebt (Umsatz 2008: 487 Millionen Euro). Das Nächtigungsziel wurde 2011 mit 11,4 Millionen Nächtigungen bereits erreicht und 2012 mit 12,3 Millionen Nächtigungen deutlich übertroffen; der Umsatz betrug 2012 540 Millionen Euro.

Siehe auch: WienTourismus

Kongresstourismus[Bearbeiten]

Zum touristischen Erfolg Wiens tragen viele internationale Kongresse, Firmentagungen, Belohnungsreisen und allgemeine Geschäftsreisen bei. Von der International Congress and Convention Association (ICCA) wurde Wien für 2013 auf Rang 3 weltweit gereiht;[58] die Union of International Associations (UIA) reihte Wien für 2013 mit 318 internationalen Tagungen ebenfalls auf Rang 3 weltweit, hinter Singapur und Brüssel.[59] Zuvor war Wien von der ICCA sieben Mal in Folge auf Rang 1 gereiht worden.

Das Gesamtergebnis des Wiener Kongressgeschäfts 2013 mit 3389 Veranstaltungen, 501.000 Teilnehmenden, 1,4 Millionen Nächtigungen (11 % des Gesamtergebnisses) und 832 Millionen Euro an Wertschöpfung wurde vom Wiener Tourismusverband als auf hohem Niveau, aber kein Rekord bezeichnet. Pro Kopf und Teilnehmernächtigung wurden 483 Euro ausgegeben.[60]

Medien[Bearbeiten]

Das ORF-Zentrum Küniglberg im 13. Wiener Gemeindebezirk
Palais Orsini-Rosenberg in der Herrengasse, ehemalige Zentrale der Tageszeitung Der Standard.

Wien ist der Hauptsitz zahlreicher Medien jeglicher Gattung. Das größte Unternehmen dieser Art ist die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt ORF mit Sitz am Küniglberg im 13. Gemeindebezirk Hietzing und seinen Radioprogrammen Ö1, Ö2, Ö3 und FM4 mit Sitz in der Argentinierstraße im 4. Gemeindebezirk und an der Heiligenstädter Lände. International über Mittelwelle ausgestrahlt wird Radio 1476, besser bekannt als Ö1 International. Die Filmstudios des ORF, die gelegentlich auch für Fernsehsendungen (wie zum Beispiel die Reality-Show Taxi Orange) herangezogen werden, befinden sich am Rosenhügel im 23. Gemeindebezirk Liesing.

Weitere Fernsehanstalten mit Sitz in Wien sind der österreichweite Privatsender ATV (ehemals ATVplus) und der erst seit 2004 österreichweit unverschlüsselt empfangbare alternative Musiksender gotv, der seine größte Reichweite daher nach wie vor in Wien erreicht. Seit Juni 2004 ist PULS 4 (ehem. Puls TV) empfangbar, dessen Sendegebiet bis Anfang 2008 auf Wien beschränkt war. Die im siebenten Bezirk ansässige Fernsehanstalt produziert mehrere österreichspezifische Sendungen, darunter die Nachrichtensendung Austria Top News für ProSieben Austria. Ende 2005 startete unter dem Namen Okto ein nichtkommerzieller Fernsehsender für Wien.

Neben den ORF-Radiosendern existieren noch zahlreiche private Radiosender, von denen jedoch nur ein Teil auch außerhalb Wiens über weitere Studios verfügt oder empfangbar ist. Diese fast ausschließlich auf Pop oder Oldies ausgerichteten Sender sind: Radio Arabella, Antenne Wien, KroneHit, 88.6 – Wir spielen was wir wollen, der Hörfunksender der Erzdiözese Wien Radio Stephansdom mit klassischer Musik und der nichtkommerzielle Radiosender Orange 94.0. Ein weiterer Radiosender ist Radio Energy 104.2, der sich auf Urban-Musik (Black, R&B usw.) spezialisiert hat.

Auch die bedeutendsten österreichweiten Printmedien haben neben den lokalen Zeitungen ihren Hauptsitz in Wien. Was wöchentlich erscheinende Magazine betrifft, ist die Verlagsgruppe News mit Sitz im zweiten Gemeindebezirk am Donaukanal, zu der unter anderen die Magazine News, Profil, Format, woman, E-media und TV-media das Monatsmagazin Trend gehören, eindeutiger Marktführer. Auflagenstärkste Wochenzeitung ist eigenen Angaben zufolge jedoch das Unterhaltungsmagazin Die ganze Woche mit 340.000 Exemplaren österreichweit. Einziges auf Jugendliche spezialisiertes Printmedium ist der wöchentlich erhältliche Xpress (vormals Rennbahn-Express).

Weitere Monatsmagazine sind auto touring (Auflage: 1,6 Millionen; 2011), Der Reitwagen (Motorradmagazin), Gewinn, Datum – Seiten der Zeit und WCM. Nur in unregelmäßigen Abständen erscheinen die Wiener Printmedien Malmoe, deScripto und die Europäische Rundschau.

Die auf ganz Österreich bezogenen Tageszeitungen Kronen Zeitung, Kurier, Österreich, Der Standard und Die Presse sind ebenfalls in Wien ansässig. Die lokal bedeutendste Zeitung ist die Wochenzeitung Falter. Eine Besonderheit ist die vor allem in U-Bahn-Stationen erhältliche Gratiszeitung Heute, die vor allem durch einen hohen Werbeanteil und die höchste Auflage in Wien auffällt. Fachspezifische und österreichweit erhältliche Printmedien mit vergleichsweise geringer Auflage sind die Wirtschaftswoche, das täglich erscheinende WirtschaftsBlatt und Die Furche. Zudem existieren noch zahlreiche Printmedien mit minimaler Auflage und thematischer Spezialisierung auf Themen wie Religion oder Politik (vor allem Parteizeitungen).

Eine ehemals sehr bedeutende Wiener Zeitung, aus der einige sehr erfolgreiche Journalisten hervorgingen, war die 1889 gegründete und 1991 eingestellte Arbeiter-Zeitung, die sich als erstes Medium in Wien auch sozialkritischen Themen widmete. Ebenfalls eingestellt wurde, im Jahr 2000, die im 21. Gemeindebezirk ansässig gewesene Boulevardzeitung Täglich Alles.

Die bedeutendste Straßenzeitung Wiens ist der Augustin. Eine weitere nennt sich Uhudla. Beide widmen sich Obdachlosen-spezifischen Themen und werden auch von Obdachlosen verkauft.

Die Wiener Stadtverwaltung besitzt selbst zahlreiche Medien, die unter der Dachmarke „wien.at“ laufen. Neben dem Webservice der Stadt gibt es zahlreiche Printprodukte, wie das monatlich erscheinende „wien.at – Das Infoblatt Ihrer Stadt“ sowie sieben kostenlose Zielgruppenmagazine, die auf Wunsch zugeschickt werden. Im Auftrag der Stadt wird die wöchentliche Nachrichtensendung „wien.at TV“ produziert, die auf dem Kabelkanal W24 ausgestrahlt wird und online abrufbar ist. Für die Medien der Stadt Wien ist die Magistratsabteilung 53 – Presse- und Informationsdienst zuständig.[61]

Neben klassischen Medienunternehmen konzentrieren sich auch zahlreiche weitere Unternehmen der Medienbranche sehr stark auf Wien, wie Werbeagenturen, Webagenturen und Unternehmen aus der Filmbranche.

Landwirtschaft[Bearbeiten]

16 Prozent der Fläche Wiens werden landwirtschaftlich von rund 900 gärtnerischen und bäuerlichen Betrieben genutzt. Unter anderem rund 50.000 Tonnen Gemüse werden dadurch jährlich hergestellt, vor allem Tomaten, Paprika, Gurken, Salat und Radieschen. Anbaugebiete sind etwa die Simmeringer Haide. Auch der größte österreichische Gemüsevertrieb, die LGV-Frischgemüse, hat ihren Sitz und ihr Hauptlager in Simmering. Sie versorgt je nach Saison bis zu 70 Prozent Wiens und 56 Prozent Österreichs mit Frischgemüse aus Wien und Umgebung.[62]

Infrastruktur[Bearbeiten]

Für große Teile der technischen und sozialen Infrastruktur der Stadt ist der Magistrat der Stadt Wien, quasi das Wiener Gemeindeamt, zuständig. Die über 60 thematisch spezialisierten Magistratsabteilungen verwalten gemeinsam mit den 19 Magistratischen Bezirksämtern, den Unternehmungen nach § 71 Wiener Stadtverfassung (Krankenanstaltenverbund, Wiener Wohnen, Wien Kanal) und den ausgegliederten oder von Anfang an privaten Unternehmen der Stadt (Wiener Stadtwerke Holding AG, Museen der Stadt Wien, Wien Holding GmbH) wichtige Bereiche des öffentlichen Lebens in der Bundeshauptstadt (Kindergärten, Schulen, Parkanlagen, öffentliche Waldflächen, Müllabfuhr etc.).

Technische Infrastruktur[Bearbeiten]

Stadtplanung[Bearbeiten]

Der Wiener Stadtentwicklungsplan (kurz: STEP) wird von der MA 18 (Magistratsabteilung 18) erstellt, legt die Richtlinien für die Stadtentwicklung in den nächsten Jahren fest und trägt somit maßgeblich zur städtischen Infrastruktur bei. Die Stadtentwicklungspläne werden in Abständen von zehn Jahren überarbeitet. Während nach 1945 lange Zeit demographische Stagnation herrschte, die auch in den Stadtentwicklungsplänen ihren Niederschlag fand (Privilegierung der Verbauung von Baulücken etc.), kommt es seit der Wende in Osteuropa wieder zu expansiveren Konzepten. Die 1994 beschlossene Revision des STEP 84 trug beispielsweise bereits dem deutlichen Bevölkerungswachstum durch Zuwanderung Rechnung. Der Stadtentwicklungsplan 2005 (STEP 05) befasst sich mit einem Dutzend von Zielgebieten, beispielsweise der Waterfront, einem Gebiet vom Donaukanal über den Praterstern, Nordbahnhofgelände, Handelskai zur Alten Donau, oder dem Wiental. Die Stadtplanung befasst sich außerdem mit der regionalen und internationalen Verkehrsanbindung Wiens.

Besonders umstritten ist in Wien die Errichtung von Hochhäusern, namentlich im Stadtzentrum. Im Jahr 2001 wurde von der Stadtplanung ein Hochhauskonzept erarbeitet, das in der Folge ausführlich diskutiert wurde. Es basierte auf früheren Hochhausstudien (Architekt Hugo Potyka 1972 und Coop Himmelb(l)au 1992). Nach positiver Äußerung der Stadtentwicklungskommission wurde das Konzept „Hochhäuser in Wien“ vom Gemeinderat im April 2002 angenommen.

Stadtversorgung[Bearbeiten]

Das Wiener Wasser stammt seit 1873 aus dem Schneeberg-Gebiet.

Wien wird seit 1873 durch die I. Wiener Hochquellenwasserleitung mit Wasser aus dem Rax-Schneeberg-Gebiet und seit 1910 zusätzlich durch die II. Wiener Hochquellenwasserleitung aus dem Hochschwab-Gebiet versorgt. Die Gebiete wurden 1965 zum Wasserschutzgebiet erklärt, betreut werden sie von der Forstverwaltung der Stadt Wien. Wasser aus einem Grundwasserwerk in der Lobau wird selten, etwa bei Wartungsarbeiten oder besonders hohem Wasserverbrauch, in bestimmten Bezirken dem Hochquellenwasser beigemengt.

Sämtliche Abwässer werden durch die Wiener Kanalisation in die städtische Hauptkläranlage in Simmering geleitet, wobei bis 2006 bei Reinigungsarbeiten und starkem Regen verdünntes Kanalwasser, sogenanntes Mischwasser, in den Donaukanal bzw. die Donau gelangte. Dieses Problem wurde von der Stadt Wien mit dem Bau des Wientalkanals behoben. Er ist 3,5 Kilometer lang und wurde 2006 fertiggestellt. Seither wird das Abwasser gänzlich gesammelt und nach verfügbarer Kapazität der Kläranlagen dann an diese abgegeben.

Das Kanalsystem gelangte durch den Film Der dritte Mann zu internationaler Berühmtheit.

Für die Stromleitungen Wiens ist die Wien Energie zuständig, ein Tochterunternehmen der Wiener Stadtwerke, welche zur Gänze der Stadt Wien gehören. Der Strommarkt selbst ist liberalisiert, der Wettbewerb jedoch nur im Großkundenbereich ausgeprägt. Wien Energie ist der wichtigste Stromlieferant Wiens.

In Wien existiert ein großes Fernwärmenetz, welches von Wien Energie betrieben wird. Die Erzeugung erfolgt unter anderem in den drei großen Müllverbrennungsanlagen Spittelau, Simmeringer Haide und Flötzersteig.

Verkehrsinfrastruktur[Bearbeiten]

Im Jahr 2011 wurden 37 Prozent aller Wege in Wien mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt, das ist europäischer Spitzenwert. Weitere 28 Prozent wurden im Jahr 2011 zu Fuß bewältigt und 29 Prozent der Wege mit dem eigenen Fahrzeug. Nach wie vor zu gering erscheint den Wiener Stadtplanern der Anteil der Wege, die mit dem Fahrrad zurückgelegt werden (6 Prozent im Jahr 2011).[63]

Zehn Donaubrücken (Straßen, Eisenbahn, U-Bahn, Fußgänger) verbinden das Stadtgebiet links und rechts der Donau, sieben (inkl. zwei befahrbare Wehre) verbinden das linke Donauufer über die Neue Donau mit der Donauinsel, 35 Brücken (sowie ein Wehr und eine Schleuse) überspannen den Donaukanal. Das (begehbare) Kraftwerk Freudenau staut den Donaustrom, zwei Rohrbrücken führen Leitungen vom linksufrigen Wien zum rechtsufrigen Niederösterreich.

Straße[Bearbeiten]

Hauptartikel: Straßen in Wien

(Wiener Straßennamen)

A23 – Wiener Stadtautobahn
Gürtel an der Alser Straße

Wie die Bahnlinien verlassen auch die alten Fernstraßen (später Bundesstraßen) die Stadt sternförmig. Teilweise sind sie immer noch nach den Fernzielen benannt (Prager Straße B3, Brünner Straße B7, Triester Straße B17).

Gleiches gilt auch für die Autobahnen: A1 Westautobahn, A2 Südautobahn, A4 Ostautobahn und A22 Donauuferautobahn verlassen die Stadt radial. Die A3 ins Burgenland zweigt südlich von Wien von der A2 ab. Als A5 wird derzeit die Nordautobahn Richtung Brünn gebaut, die an das tschechische Autobahnnetz anschließen soll. Als A6 wurde 2007 östlich von Wien die Nordostautobahn von der A4 nach Pressburg (Slowakei) eröffnet.

Die A23 Wiener Südosttangente (die meistbefahrene Straße Österreichs) ist eine ringförmige Verbindung zwischen A2, A4 und A22 im südlichen Stadtgebiet; zu ihrer Entlastung wurde an der südlichen Stadtgrenze die S1 Außenring-Schnellstraße gebaut und am 28. April 2006 eröffnet. Diese soll östlich der Donau in einem Autobahnring fortgesetzt werden, über den man zur A5 gelangt; die dazu nötige Untertunnelung des Nationalparks Donauauen ist aus ökologischen Gründen umstritten. A1, A2 und S1 sind durch die außerhalb Wiens verlaufende A21, die Außenring- oder Wienerwaldautobahn verbunden, über die der West-Ost-Transitverkehr geleitet wird.

In der Stadt gehen die Fernstraßen vom Gürtel aus, der die inneren Bezirke umschließt. Diese sechs- bis achtspurige Straße ist daher besonders staugefährdet und beeinträchtigt durch ihre enorme Verkehrsfrequenz die Wohnqualität. Problemstellen sind des Weiteren vor allem die Stadteinfahrten, insbesondere im Westen auf Grund des Wienerwaldes. Im Süden sind die Stauschwerpunkte vor allen auf A2 und A23 zu finden. Auf der A23, der Südosttangente, stockt der Berufsverkehr fast jeden Tag.

Parkraumprobleme beschränken sich nicht mehr nur auf die inneren Bezirke, die großflächig als Kurzparkzonen eingerichtet sind (Anrainer können mit dem gebührenpflichtigen, sogenannten „Parkpickerl“ Dauerparkplätze beanspruchen); die Parkraumbewirtschaftung wurde 2012 auf Gebiete außerhalb des Gürtels ausgedehnt. Für einpendelnde Verkehrsteilnehmer bestehen einige Parken-und-Reisen-Anlagen mit Anschluss an öffentliche Verkehrsmittel; die Stadtverwaltung strebt allerdings, auch mit ihrer Beteiligung am Verkehrsverbund Ost-Region (VOR), danach, dass die Pendler bereits außerhalb von Wien in öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. Für die Bewohner parkplatzarmer Viertel werden mit finanzieller Hilfe der Stadt „Volksgaragen“ errichtet, die in „grün bewegten“ Bezirken politisch umstritten sind.

Generell ist es Ziel der Stadtverwaltung, den Anteil des Individualverkehrs am Gesamtverkehr aus ökologischen Gründen zu reduzieren. Als Bremse für entsprechende Einschränkungen wirkt der Wunsch der zuständigen Politiker nach Wiederwahl.

Öffentlicher Nahverkehr[Bearbeiten]

Vier Generationen der „Bim
Stadtbahnstation Karlsplatz

Wien verfügt über ein großes Netz öffentlicher Verkehrsmittel. Es besteht aus den zu den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) gehörenden S-Bahn-Linien, der Badner Bahn und dem Netz der Wiener Linien (U-Bahn, Straßenbahn und Autobuslinien), dem City Airport Train und diversen privaten Autobuslinien. Alleine die Wiener Linien transportieren im Jahr 2012 rund 900,1 Millionen Fahrgäste.[64]

Die Wiener Straßenbahn existiert seit 1865 und betreibt heute ein 179 Kilometer langes Gleisnetz. Damit verfügt Wien über eines der ältesten und längsten Straßenbahnnetze der Welt. Ab 1898 wurde die im Jugendstil errichtete Stadtbahn eröffnet, deren Gleisnetz ab 1976 von der schrittweise neu errichteten U-Bahn übernommen wurde. Der Autobuslinienbetrieb wurde in Wien am 23. März 1907 aufgenommen. Heute verfügt Wien mit der 24-Stunden-U-Bahn an den Wochenenden[65][66] und der NightLine auch über ein Nachtverkehrs- und Anrufsammeltaxinetz. Darüber hinaus fahren vor allem in den Stadtrandzonen private Busunternehmen in Tarifgemeinschaft mit den Wiener Linien. Gemeinsam mit den Bahn- und Buslinien im Umland bis etwa 60 km Entfernung vom Zentrum Wiens bildet das Wiener Verkehrsnetz den Verkehrsverbund Ost-Region (VOR).

Fahrrad[Bearbeiten]

„Citybike“-Verleihstation auf der Schönbrunner Brücke

Der Anteil des Fahrradverkehrs am Gesamtverkehr beträgt 2011 in Wien 6 Prozent.[67] Bis 2015 soll dieser Anteil nach den Vorstellungen der Stadtplanung auf 10 Prozent erhöht werden.[68] In manchen Bereichen der Innenstadt liegt der Wert jetzt deutlich höher, so etwa in der Inneren Mariahilfer Straße bei 20 Prozent.

Das Netz an öffentlichen Radwegen, Radfahrstreifen und Radrouten im Stadtgebiet umfasst derzeit etwas mehr als 1170 Kilometer;[69] davon sind 21 Prozent[69] vom Autoverkehr baulich getrennt, 11,44 Prozent der Radwege befinden sich auf Gehsteigen.[70] Stark vermehrt haben sich Einbahnregelungen „ausgenommen Fahrräder“ (164 Kilometer[69]), sie stellen 16,31 Prozent der Radwege dar.[70] Als Alternative zu den öffentlichen Verkehrsmitteln wird auch das Leihfahrradsystem „Citybike“ angeboten.

Eisenbahn[Bearbeiten]

Karte der Eisenbahnstrecken nach Wien und Lage der wichtigsten Wiener Bahnhöfe
Der Wiener Südbahnhof, größter Kopfbahnhof Wiens, zur Zeit der k.u.k. Monarchie
Die 2011 eröffnete BahnhofCity Wien West mit der Haupthalle aus den 1950er-Jahren

Historisch bedingt – alle Verkehrsverbindungen orientierten sich nach der Haupt- und Residenzstadt der österreichisch-ungarischen Monarchie – wurden in Wien mehrere Kopfbahnhöfe errichtet. Alle größeren Bahnhöfe Wiens wurden jedoch im Zweiten Weltkrieg auf Grund ihrer strategischen Bedeutung zumindest beschädigt. Die meisten wurden wieder aufgebaut und neu gestaltet. So wurde 1951 der alte Westbahnhof durch einen Neubau ersetzt. In den Neubau des (3.) Südbahnhofs wurde 1956 der früher getrennte Ostbahnhof integriert. in den Jahren 1976 bis 1980 wurde der Franz-Josefs-Bahnhof überbaut. Der Nordbahnhof, eine stattliche Ruine, die erst 1965 entfernt wurde, wurde nicht wiederhergestellt (seine architektonische Bedeutung wurde damals nicht erkannt), da durch den Zerfall der Donaumonarchie und den Eisernen Vorhang der Fernverkehr der Nordbahn seine Bedeutung verloren hatte. Mit dem 2010 begonnenen Bau des Wiener Hauptbahnhofes erhielt die Stadt 2012 (Teilinbetriebnahme) erstmals einen Durchgangsbahnhof als Hauptbahnhof (Fernverkehr ab 2014).

Heute bestehen in Wien noch zwei große Kopfbahnhöfe:

Durchgangsbahnhöfe:

Für den Lokal- und Regionalverkehr ist der intensive Wiener S-Bahn-Betrieb wichtig. Er bedient auch viele kleinere Bahnhöfe bzw. Stationen. Sehr dichter Verkehr wird auch auf der stadteigenen Lokalbahn Wien–Baden, vulgo Badner Bahn, geboten.

Für den Güterverkehr wichtig sind auch die beiden Verbindungsbahnen zwischen West- und Südbahn sowie zwischen Süd- und Nordbahn, die mehrere Strecken verknüpfende Donauländebahn und die Donauuferbahn (die zwischen den beiden seit 1945 fehlende Winterhafenbrücke wurde bis 2008 neu errichtet) sowie der Zentralverschiebebahnhof Wien-Kledering an der Ostbahn.

In Wien gibt es zwei populäre Parkbahnen: die Liliputbahn im Wiener Prater und die Donauparkbahn im Donaupark.

Flughafen[Bearbeiten]

Flughafen Wien

Der Flughafen Wien befindet sich im niederösterreichischen Schwechat, einer 16 km südöstlich von Wiens Zentrum gelegenen Stadtgemeinde. Im Jahr 2013 wurden 21.999.926 Passagiere bei 231.179 Flugbewegungen abgewickelt. Er ist Heimatflughafen und Drehkreuz der Lufthansa-Tochter Austrian Airlines und der Air Berlin-Tochter NIKI. Er ist ein Knotenpunkt bei Flügen vor allem nach Osteuropa und in den Nahen Osten und der größte Arbeitgeber der Ostregion Österreichs. 71 Fluggesellschaften verbinden ihn mit 179 Zielen in 67 Ländern weltweit.

Schifffahrt[Bearbeiten]

Twin City Liner am Donaukanal

Durch den Rhein-Main-Donau-Kanal ist Wien durch eine Wasserstraße sowohl mit dem Hafen Rotterdam als auch den deutschen Industriegebieten verbunden. Über die Donau gibt es eine Verbindung mit den Ländern Osteuropas bis zum Schwarzen Meer. Der geplante Donau-Oder-Kanal blieb unvollendet. Die Personenschifffahrt auf der Donau hat heute fast nur noch touristische Bedeutung, es gibt einen Tragflügelbootverkehr nach Bratislava und Budapest. Der Wiener Personenhafen liegt bei der Reichsbrücke; daneben gibt es Anlagestellen für Personenschiffe bei Nussdorf und am Donaukanal beim Schwedenplatz.

Seit Juni 2006 verbindet der Schnellkatamaran „Twin City Liner“ dreimal täglich die beiden Hauptstädte Wien und Bratislava über die Donau. In Wien wurde als Ein- und Ausstiegsstelle der Schwedenplatz, Abgang Marienbrücke, gewählt. In Bratislava dient das denkmalgeschützte „Propellerhaus“ im Zentrum als Anlegeplatz. 2006 verkehrte das Schiff bis Ende Oktober, 2007 wurde die Saison bereits im März begonnen, 2008 wurde ein zweiter Schnellkatamaran angeschafft, und verkehrt seither fünfmal täglich zwischen Wien und Bratislava.

2003 wurden im Frachthafen neun Millionen Tonnen Güter (vor allem Mineralölprodukte, landwirtschaftliche Produkte und Baustoffe) umgeschlagen und dazu 1550 Schiffe abgefertigt.

Soziale Infrastruktur[Bearbeiten]

Sicherheit[Bearbeiten]

Polizei

Die Sicherheitsverwaltung und alle zu ihr zählenden Behörden und Organe sind Kompetenz des Innenministers. Die Landespolizeidirektion Wien hat ihren Sitz im 1., Schottenring 7–9. Derzeit gibt es in Wien 98 Polizeiinspektionen, drei Polizeihundeinspektionen und zwei Strompolizeiinspektionen, in denen fast 4000 Polizisten ihren Dienst versehen. Dabei stehen ihnen 630 Fahrzeuge und elf Motorboote zur Verfügung.

Für Einsätze mit erhöhtem Gefährdungsgrad steht die Sondereinheit WEGA, für Einsätze mit sehr hohem Gefährdungsgrad das Einsatzkommando Cobra zur Verfügung. Zur Sicherung des Flughafens Wien steht außerdem die Einsatzabteilung Kranich bereit. Bei Großdemonstrationen und gewaltsamen Ausschreitungen, z. B. nach Fußballspielen, kommt auch die Einsatzeinheit Wien zum Einsatz.

Technische Sicherheit

Für die technische Sicherheit der Stadt (Baupolizei, Eisenbahnrecht, Wasserrecht usw.) ist der Magistrat der Stadt Wien verantwortlich; bei der Baupolizei mit der Landesregierung, im Eisenbahnrecht mit dem Verkehrsministerium, im Wasserrecht mit dem Umweltministerium als zweite Instanz.

Justiz
Landesgericht für Strafsachen Wien

In Wien bestehen unabhängige Gerichte aller Instanzen: zwölf Bezirksgerichte (und ein eigenes Bezirksgericht für Handelssachen), das Landesgericht für Strafsachen Wien, das Oberlandesgericht für Wien, Niederösterreich und das Burgenland sowie der für ganz Österreich tätige Oberste Gerichtshof. Als Anklagebehörden bestehen unter Aufsicht des Justizministers die Staatsanwaltschaft Wien, die Oberstaatsanwaltschaft Wien und die Generalprokuratur als oberster Ankläger.

Weiters bestehen in Wien Gerichtshöfe des öffentlichen Rechts: der Verfassungsgerichtshof, der Verwaltungsgerichtshof und die als Unterinstanzen zu diesem 2014 errichteten Institutionen Bundesverwaltungsgericht, Bundesfinanzgericht und Landesverwaltungsgericht Wien.

In Wien gibt es vier Justizanstalten:

Feuerwehr
Berufsfeuerwehr Am Hof

Die Berufsfeuerwehr ist die 68. Abteilung des Magistrats der Stadt Wien (MA 68). Das Feuerwehrkommando, die Nachrichtenzentrale für den gesamten Raum Wien und die Dienstführungen aller drei Sparten des Feuerwehrdienstes haben ihren Sitz in der Zentrale (1., Am Hof 7, 9 und 10). Wien ist in neun Brandschutzsektionen aufgeteilt; die einzelnen Sektionen haben spezifische Aufgaben und verfügen über spezielle Ausrüstung. Die 22 Feuerwachen mit insgesamt ungefähr 1700 Feuerwehrleuten sind über das ganze Stadtgebiet so verteilt, das jeder Einsatzort durchschnittlich nach fünf Minuten erreicht werden kann. Weiters befinden sich im AKH und im Rathaus eigenständige Feuerwachen, wie die Rathauswache, die aber ebenfalls in die MA 68 integriert sind.

Die Berufsfeuerwehr Wien ist die älteste Berufsfeuerwehr der Welt. Außerdem bestehen in zwei früheren Dörfern knapp innerhalb der Stadtgrenze die Freiwilligen Feuerwehren FF Breitenlee und FF Süßenbrunn. Sie sind organisatorisch in die Berufsfeuerwehr eingegliedert und werden als Gruppenwachen geführt. Ihnen gehören ca. 70 Feuerwehrleute an. Weiters bestehen 47 Betriebsfeuerwehren mit knapp 1450 Feuerwehrleuten; insgesamt können somit 3300 Feuerwehrleute mobilisiert werden.

Bildung[Bearbeiten]

Schulwesen[Bearbeiten]

In Wien gibt es 283 Volksschulen (davon sind 217 öffentliche Schulen), 120 Hauptschulen (davon 96 öffentliche), 46 Sonderschulen (40 öffentliche) und 95 Allgemeinbildende höhere Schulen (67 öffentliche). Zudem befinden sich in Wien 28 Berufsschulen (25 öffentlich), beispielsweise für Elektrotechnik, Gastgewerbe, oder Bürokaufleute, 22 technische und gewerbliche mittlere und höhere Schulen (11 öffentliche), wie für Textilindustrie oder Chemische Industrie, 21 wirtschaftsberufliche mittlere und höhere Schulen (8 öffentliche), beispielsweise HBLA für Mode und wirtschaftliche Berufe für Mode oder Tourismusschule und 16 kaufmännische mittlere und höhere Schulen (6 öffentliche).

Universitäten[Bearbeiten]
Universität Wien Hauptgebäude am Ring
Akademie der bildenden Künste Wien

In keiner Stadt des deutschen Sprachraums gibt es mehr Studierende als in Wien.[71]

Die Universität Wien ist zudem die älteste und größte Universität im heutigen deutschen Sprachraum (die älteste deutsche Universität war Prag). Sie wurde bereits 1365 als „Alma Mater Rudolphina“ gegründet und war vor allem für ihre medizinische Fakultät berühmt, die seit dem Jahre 2004 als eigenständige Universität unter dem Namen Medizinische Universität Wien existiert. 1692 wurde die Akademie der bildenden Künste Wien als Privatakademie des Hofkammermalers Peter Strudel gegründet; seit 1765 besteht die von Maria Theresia ins Leben gerufene Veterinärmedizinische Universität Wien. 1815 wurde die Technische Universität Wien als k.k. polytechnisches Institut gegründet; zwei Jahre später folgte die Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, die aus der Singschule des Antonio Salieri hervorging. Ebenfalls aus der Zeit des Kaiserreiches stammen die Universität für angewandte Kunst (1867 als Kunstgewerbeschule gegründet), die seit 1872 bestehende Universität für Bodenkultur Wien und die 1898 als k.u.k. Exportakademie gegründete Wirtschaftsuniversität Wien.

Neben diesen staatlichen Universitäten gibt es in Wien noch vier Privatuniversitäten (Webster University Vienna, Konservatorium Wien Privatuniversität, Sigmund Freud PrivatUniversität Wien sowie Modul University Vienna) und einige Fachhochschulen (FHWien Studiengänge der WKW, Fachhochschule des bfi Wien, Fachhochschule Technikum Wien, FH Campus Wien, sowie die Lauder Business School). Außerdem befinden sich noch einige unabhängige Institute wie das Institut für medizinische Anthropologie und Bioethik in Wien.

Bibliothekswesen[Bearbeiten]

Die führenden wissenschaftlichen Bibliotheken Wiens sind die Österreichische Nationalbibliothek, die Universitätsbibliothek Wien und die Wienbibliothek im Rathaus (ehemals Wiener Stadt- und Landesbibliothek). Dazu kommen die Bibliotheken der Wirtschaftsuniversität Wien, der Technischen Universität, der Medizinischen Universität und anderer Hochschulen sowie die Fachbibliotheken der Universitätsinstitute, außerdem die Sozialwissenschaftliche Bibliothek der Arbeiterkammer und die Parlamentsbibliothek. Im Akademietrakt der Stiftskaserne befindet sich die Österreichische Militärbibliothek, die größte Amts- und Behördenbibliothek Österreichs. Die 41 städtischen Leihbüchereien Wiens sind als Wiener Büchereien zusammengefasst, darunter die neue Hauptbücherei am Urban-Loritz-Platz.

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

Ursprüngliches Gebäude des Allgemeinen Krankenhauses, eines der ältesten öffentlichen Spitäler der Welt; heute Universitätscampus „Altes AKH“

Das Allgemeine Krankenhaus (AKH) im Wiener Gemeindebezirk Alsergrund ist das größte Spital Wiens und Österreichs und zugleich das Klinikum der Medizinischen Universität Wien.

Sozialer Wohnbau[Bearbeiten]

Wien ist bekannt für den sozialen Wohnbau. Während der Zeit des Roten Wiens von 1918 bis 1934 entstanden erstmals im großen Stil zahlreiche Gemeindebauten, die von der Stadt errichtet und betrieben wurden, nicht auf Gewinne ausgerichtet waren und primär für die Arbeiterschaft zahlreiche Wohnungen zu günstigen Mieten bereitstellten. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es erneut eine starke Bautätigkeit an Gemeindebauprojekten.

Für die Politik der „sanften Stadterneuerung“ erhielt die Stadt Wien im Jahr 2010 die „Scroll of Honour“-Auszeichnung des UN-HABITATs.[72]

Soziale Einrichtungen[Bearbeiten]

Die ersten sozialen Einrichtungen Wiens entstanden im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts, als aufgrund der großen Armut in der Bevölkerung die ersten Obdachlosen- und Männerwohnheime errichtet wurden, etwa das 1905 eröffnete in der Meldemannstraße, in dem von 1910 bis 1913 auch der jugendliche Adolf Hitler gewohnt hat. Heute leben etwa 200.000 Menschen in Wien unter der Armutsgrenze.[73] Um sie kümmern sich, so gut es geht, gemeinnützige Organisationen wie Volkshilfe und Caritas. Letztere betreibt auch die stadtbekannte Obdachloseneinrichtung Die Gruft im Bezirk Mariahilf, die seit 1986 besteht. Für Jugendliche wird Streetwork angeboten.[74] Im Auftrag der Stadt Wien führen die Wiener Sozialdienste gemeinnützige Aufgaben durch.

Kultur[Bearbeiten]

Die Spanische Hofreitschule mit den Lipizzanern geht auf das Jahr 1572 zurück.

In der kaiserlichen Residenzstadt wurden Museen und Sammlungen errichtet, die Kunstwerke von Weltrang besitzen. Zur Wiener Kultur zählt das kaiserliche Erbe der Stadt mit den Palästen Hofburg, Schloss Schönbrunn und Schloss Belvedere. In der Spanischen Hofreitschule werden Vorstellungen der Hohen Schule der Reitkunst der Lipizzaner gezeigt.

Die Zeit um 1900 wird als Wiener Moderne bezeichnet, womit der damaligen kulturellen, künstlerischen und wissenschaftlichen Großmachtstellung Wiens Rechnung getragen wird. Der Erste Weltkrieg beeinträchtigte diese Stellung der Stadt, der Terror gegen jüdische Wiener sowie der Zweite Weltkrieg beseitigten die Weltgeltung Wiens.

Wissenschaftlich hat sich Wien vor allem in der Medizin hervorgetan. Hier befindet sich die älteste bis heute bestehende Universität im deutschen Sprachraum; ihr prominentester Professor war Sigmund Freud. Bemerkenswert sind auch der Wiener Kreis der Philosophie und die Österreichische Schule der Wirtschaftstheorie.

Von internationaler Bedeutung war und ist das Wiener Musikleben. Historisch ist es vor allem von Komponisten wie Mozart, Beethoven, Johann Strauss, Gustav Mahler und Arnold Schönberg geprägt. Der Wiener Walzer war und ist weltweit bekannt. Heute sind vor allem bekannte Interpreten wie die Wiener Philharmoniker, die Wiener Symphoniker, das Ensemble der Wiener Staatsoper und der Concentus Musicus Wien zu nennen. Wichtige Strömungen bzw. Zirkel waren oder sind etwa die Wiener Schule (Vorklassik), die Wiener Klassik und die Wiener Schule (Moderne) der Musik. In den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde Wien auch zu einem der Zentren elektronischer Musik.

Wien gilt als Theaterstadt, mit deren vielfältigem Angebot im deutschen Sprachraum vor allem Berlin konkurriert. Im 19. Jahrhundert waren Grillparzer, Raimund und Nestroy die bekanntesten Wiener Theaterautoren, im 20. Jahrhundert waren es Arthur Schnitzler und Thomas Bernhard. In der Literatur sind im 20. Jahrhundert Autoren wie Karl Kraus, Robert Musil, Heimito von Doderer, H. C. Artmann und seine Wiener Gruppe hervorgetreten.

Historisch ist im Wiener Kulturleben auch die Wiener Schule des Phantastischen Realismus in der Malerei zu erwähnen.

Die aktuelle Kulturszene, seit 2001 mit dem MuseumsQuartier als neuem Schwerpunkt, ist mit Konzerthallen, Galerien, Ausstellungshäusern, Bühnen, Festivals und vielem anderen sehr abwechslungsreich und wird mit öffentlichen Geldern stark gefördert. Traditioneller ist die Gastronomiekultur ausgerichtet: mit dem Wiener Kaffeehaus, der Wiener Küche und dem Wiener Weinbau.

Sprache[Bearbeiten]

Wien ist Zentrum der österreichischen Varietät der deutschen Sprache. Die gesprochene Stadtmundart ist ein ostmittelbairischer Dialekt mit teilweise sehr eigenem Wortschatz und zahlreichen Lehnwörtern aus den Sprachen der Habsburgermonarchie, vor allem dem Tschechischen. Ein beträchtlicher Teil der heutigen Einwohner der Stadt hat eine andere Muttersprache als Deutsch; inwieweit dennoch der Wiener Dialekt beherrscht wird, ist sehr unterschiedlich.

Hauptartikel: Wienerisch

Kunst[Bearbeiten]

Musik[Bearbeiten]

Goldener Saal des Musikvereinsgebäudes, in dem das Neujahrskonzert stattfindet

In Wien waren im Laufe der Jahrhunderte Komponisten von Weltrang tätig. Die bekanntesten Vertreter sind jene der Wiener Klassik (ca. 1780–1827) – Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven –, später wirkten Franz Schubert, Franz Liszt, Johannes Brahms, Johann Strauss (Vater), Johann Strauss (Sohn), Franz Lehar, Joseph Lanner, Anton Bruckner, Gustav Mahler, sowie zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Mitglieder der Zweiten Wiener Schule (Arnold Schönberg, Anton Webern, Alban Berg) und Ernst Krenek.

Mit den Wiener Philharmonikern, die sich aus Mitgliedern des Staatsopernorchesters rekrutieren, residiert in Wien das 2006 von Fachjournalisten zum besten Orchester Europas gekürte Ensemble. Ebenso sind in dieser Stadt die berühmten Wiener Sängerknaben beheimatet.

Das Wienerlied als eigene Musikgattung stand und steht auch heute noch in Wechselwirkung mit anderen Musikstilen.

Um die Jahrtausendwende sorgten unter anderem Musiker und Musikproduzenten aus dem Bereich der elektronischen Musik für internationale Bekanntheit, Wien galt als heimliche Hauptstadt des Downbeat. Beispiele hierfür sind Kruder & Dorfmeister oder Makossa. Junge Musiklabels wie Cheap Records oder Couch Records bringen immer wieder Musiker hervor, die auch im Ausland Anerkennung erlangen, wie etwa die junge Sängerin Madita.

Auch in der Popmusik gibt es einige namhafte Interpreten aus Wien, wie zum Beispiel Rainhard Fendrich und Georg Danzer, aber auch junge Künstler wie Valérie Sajdik oder Manuel Rubey. Der international wohl bekannteste Wiener Künstler dieses Genres war Falco, der mit dem Lied „Rock Me Amadeus“ im Jahre 1986 auf Platz 1 der amerikanischen Billboard Hot 100 zu finden war.

Theater und Oper[Bearbeiten]

Wiener Staatsoper, in der der alljährliche Opernball stattfindet
Das Burgtheater ist eine der renommiertesten deutschsprachigen Bühnen.

Kunst und Kultur können in Wien im Bereich von Theater, Oper oder auch Bildender Kunst auf eine sehr lange Tradition zurückblicken. Neben dem Burgtheater, das zusammen mit seiner Zweitbühne, dem Akademietheater, als eines der wichtigsten Schauspielhäuser der Welt gilt, sind auch das Volkstheater sowie das Theater in der Josefstadt namhafte Sprechtheater. Daneben gibt es noch eine Vielzahl kleinerer Bühnen, die den großen in puncto Qualität zuweilen um nichts nachstehen und sich oft moderneren, experimentellen Stücken oder dem Kabarett und der Kleinkunst verschrieben haben. Seit 2000 wird in Wien der Nestroy-Theaterpreis, der wichtigste im deutschsprachigen Raum, verliehen.

Die Staatsoper pflegt die klassische Operntradition mit Aufführungen in Originalsprache, die Volksoper bietet ein aus der typisch wienerischen Operette, dem klassischen Musical und der Oper zusammengesetztes Repertoire. Konzerte mit klassischer Musik finden unter anderem im Wiener Musikverein (mit dem berühmten Goldenen Saal) und im Wiener Konzerthaus statt.

Das Theater an der Wien, in dem Beethovens Oper Fidelio uraufgeführt wurde, brachte bis 2005 erfolgreich Musical-Uraufführungen (mit Abstand am erfolgreichsten war das Musical Elisabeth, das bis Japan reüssierte und in mehreren Sprachen aufgeführt wurde). Seit dem Mozartjahr 2006 fungiert es als drittes Opernhaus der Stadt; im Unterschied zu Staatsoper und Volksoper im Stagionebetrieb.

Die Wiener Kammeroper, seit 2012 zum Theater an der Wien gehörig, bringt mit ihrem jungen Ensemble alte und neue Opern in traditionsferner Inszenierung. Im Haus der Musik hat Wien seit 2000 ein Klangmuseum für Kinder und Erwachsene. Das Marionettentheater Schloss Schönbrunn pflegt das kunstvolle Spiel mit kostbaren Marionetten in Opern und Theaterstücken für Erwachsene und Kinder.

Das Vienna's English Theatre wurde 1963 gegründet und ist das älteste englischsprachige Theater Europas außerhalb der Britischen Inseln.

Die 1994 gegründete Kinderoper Papageno war die erste mobile Kinderoper Österreichs.

Seit dem Jahr 2000 findet jährlich das Europäische und Internationale Gehörlosentheaterfestival veranstaltet von ARBOS – Gesellschaft für Musik und Theater in Wien statt. Zeitgleich mit dem Festival wird auch die Europäische Gehörlosentheaterkonferenz abgehalten, die vom Netzwerk Deaf Theatre Network Europe Vienna ausgerichtet wird.

Staatsoper und Volksoper sind Bundestheater. Das Theater an der Wien bildet gemeinsam mit der Musicalbühne Raimund Theater und dem kürzlich renovierten Etablissement Ronacher das im Eigentum der Stadt Wien stehende Unternehmen Vereinigte Bühnen Wien.

Siehe auch: Alt-Wiener Volkstheater, Carltheater, Leopoldstädter Theater, Simpl, Theater am Kärntnertor, Wiener Metropol, Wiener Theaterreform, Kabelwerk Wien-Meidling, Schauspielhaus, Kategorie „Theater (Wien)“

Museen[Bearbeiten]

Kunsthistorisches Museum am Maria-Theresien-Platz
Das MuseumsQuartier in den ehemaligen Hofstallungen
Die Albertina beherbergt die größte grafische Sammlung der Welt.
Oberes Belvedere
Technisches Museum Wien
Das Wien Museum am Karlsplatz

Größter musealer Komplex ist in Wien die kaiserliche Hofburg mit ihren Annexen und den beiden früheren Hofmuseen. Im Hofburgareal befinden sich:

  • (Weltliche und Geistliche) Schatzkammer (mit den Kaiserkronen) (+)
  • Sisi-Museum (Andenken an Kaiserin Elisabeth)
  • Kaiserappartements (Wohn- und Arbeitsräume von Kaiser Franz Joseph)
  • Österreichische Nationalbibliothek (mit dem Prunksaal der ehem. kaiserlichen Hofbibliothek)
  • Hofsilber- und Tafelkammer (Tafelgerät des kaiserlichen Hofes) (+)
  • Ephesosmuseum (+)
  • Sammlung alter Musikinstrumente (+)
  • Hofjagd- und Rüstkammer (+)
  • Weltmuseum Wien, bis 2013 Museum für Völkerkunde (wegen Restaurierung nur zum kleinen Teil zugänglich) (+)
  • Kongresszentrum Hofburg Wien (internationale Tagungen bis zu 3000 Personen, Kaffeesiederball, Kaiserball und viele andere Veranstaltungen)

(+) Die so bezeichneten Sammlungen zählen zur Wissenschaftlichen Anstalt Kunsthistorisches Museum.

  • Albertina: Die grafische Sammlung der Albertina hat ihre Ausstellungstätigkeit um Gemälde und Skulpturen erweitert und ist heute das prominenteste zentrale Ausstellungshaus der Stadt. In ihrem Besitz steht die größte grafische Sammlung der Welt. Die Albertina befindet sich in unmittelbarer Nähe der Hofburg.

Für die beiden Hofmuseen am Maria-Theresien-Platz, die mit der gegenüberliegenden Hofburg das (unvollendete) Kaiserforum bilden sollten, wurden fast identische Gebäude errichtet:

Diesem historischen Museenkomplex ist das MuseumsQuartier, das zu den größten zehn Kunstarealen der Welt zählt, unmittelbar benachbart. Es wurde in den 1990er Jahren in den ehemaligen k.u.k. Hofstallungen errichtet und 2001 eröffnet. Hier befinden sich:

Als Museum ist funktional auch die ehemalige kaiserliche Sommerresidenz, das Schloss Schönbrunn, zu betrachten, Wiens meistbesuchte Sehenswürdigkeit:

  • Schauräume des Schlosses (Wohn- und Repräsentationsräume des Kaiserhauses)
  • Wagenburg (kaiserliche Prunkwagen, eine Sammlung des Kunsthistorischen Museums)

Außerdem befindet sich der Tiergarten Schönbrunn auf dem Areal des Gartens von Schönbrunn.

Das Belvedere präsentiert im barocken Schloss Kunst aus Österreich vom Mittelalter über das Barock bis zum beginnenden 20. Jahrhundert, darunter das bekannteste Werk von Gustav Klimt (das Gemälde Der Kuss) und Werke von Egon Schiele. Im Unteren Belvedere wurde 2006/2007 eine neue Ausstellungshalle errichtet. Weiters befindet sich hier das Barockmuseum (mit den „Charakterköpfen“ von Franz Xaver Messerschmidt). Als Dependance wird seit 2011 das 21er Haus geführt, seit 2013 auch das Winterpalais Prinz Eugen in der Altstadt.

Im Gartenpalais Liechtenstein, bis 2011 als Museum bezeichnet, sind Barockkunst und Teile der Sammlungen des Fürstenhauses Liechtenstein, einer der weltweit größten privaten Kunstsammlungen, zu sehen. Das KunstHausWien, von Friedensreich Hundertwasser gestaltet, zeigt dessen Werk und Ausstellungen anderer Künstler. Das MAK zeigt angewandte Kunst.

Das Wien Museum (früher Historisches Museum der Stadt Wien) dokumentiert die Geschichte Wiens mit Wechselausstellungen und einer ständigen Präsentation und betreut die Gedenkstätten von Joseph Haydn, Ludwig van Beethoven, Franz Schubert und Johann Strauß. Wolfgang Amadeus Mozart ist seit 2006 das Mozarthaus Vienna gewidmet, untergebracht in einem ehemaligen Wohnhaus des Komponisten, wo er an der Oper Le nozze di Figaro arbeitete (und das daher früher Figarohaus genannt wurde). Das Jüdische Museum widmet sich der tragischen Geschichte jüdischen Wienertums.

Weitere Museen in Wien (Auswahl):

Dazu kommen mehrere Ausstellungshäuser wie die Secession, das Bank Austria Kunstforum, das Künstlerhaus Wien und andere.

Literatur[Bearbeiten]

Besonders erwähnenswert unter den Autoren, die zumindest einen Teil ihres Lebens in Wien verbracht haben, sind Ilse Aichinger, Peter Altenberg, H. C. Artmann, Ingeborg Bachmann, Thomas Bernhard, Hugo Bettauer, Elias Canetti (Literaturnobelpreisträger), Heimito von Doderer, Albert Drach, Franzobel, Barbara Frischmuth, Arno Geiger, Daniel Glattauer, Franz Grillparzer, Wolf Haas, Peter Henisch, Theodor Herzl, Hugo von Hofmannsthal, Ernst Jandl, Elfriede Jelinek (Literaturnobelpreisträgerin), Daniel Kehlmann, Egon Erwin Kisch, Klara Köttner-Benigni, Karl Kraus, Alexander Lernet-Holenia, Friederike Mayröcker, Eva Menasse, Carl Merz, Jörg Mauthe, Adelbert Muhr, Robert Musil, Johann Nestroy, Leo Perutz, Alfred Polgar, Helmut Qualtinger, Ferdinand Raimund, Christoph Ransmayr, Joseph Roth, Felix Salten, Arthur Schnitzler, Hilde Spiel, Bertha von Suttner (Friedensnobelpreisträgerin), Friedrich Torberg, Georg Trakl, Walther von der Vogelweide, Josef Weinheber, Franz Werfel, Wolf Wondratschek, Fritz Wöss und Stefan Zweig.

Film[Bearbeiten]

Vor dem Kino Klein im Wurstelprater, 1905

Ab 1906 wurden in Wien erste Kurzfilme produziert, wobei die zahlreichen französischen Filmschaffenden damals auch in Wien noch die Überzahl im Vergleich zu den heimischen Aktiven stellten. Ab 1910 setzte mit Gründung der Wiener Kunstfilm-Industrie die österreichische Stummfilmproduktion ein. Es folgte die Sascha-Filmfabrik Wien des böhmischen Grafen Alexander Kolowrat-Krakowsky, 1913 in Liesing (damals eigene Gemeinde, heute 23. Bezirk) gegründet, 1914 im 20. Gemeindebezirk Brigittenau eingerichtet. Im Ersten Weltkrieg entstanden neben zahlreichen Propagandaproduktionen auch die ersten (Kriegs-)Wochenschauen. 1920 erreichte die Filmproduktion mit 142 Filmen ihren Höhepunkt. 1923 eröffnete die Vita-Film die „Rosenhügel-Filmstudios“, die noch wesentlich größer und moderner als die Sascha-Film-Studios in Sievering waren. Über ein Dutzend weitere Filmproduktionsgesellschaften produzierten damals regelmäßig Filme.

Die 1923 von der Vita-Film eröffneten damals größten und modernsten Filmstudios Österreichs.

Mit der schrittweisen Enteignung der Sascha-Film ab 1935 entstand aus dieser 1938 die Wien-Film, die mittels der Cautio Treuhandgesellschaft der Reichsfilmkammer unterstand, und Wien neben Berlin und München zur Hauptproduktionsstätte von Propagandafilmen werden ließ. Wie in allen Bereichen fand auch in der Film- und Kinobranche eine hemmungslose „Arisierung“ statt.

Das Apollo-Kino in Mariahilf

Bei der „Entnazifizierung“ durch die Alliierten im besetzten Nachkriegswien gingen zahlreiche Kinos unberechtigterweise in die Stadteigene Kinobetriebsanstalt (Kiba) über. Zugleich setzte mit Gründung neuer Filmgesellschaften, wie zum Beispiel der Belvedere-Film 1947, die Heimat- und Musikfilm-Produktion wieder an, um zu ihrem absoluten Höhepunkt in den 1950er- und 1960er-Jahren aufzusteigen. Mitten drin wieder viele Wiener Schauspieler, wie Hans Moser, Peter Alexander, Waltraut Haas, Romy Schneider, Hans Holt und Nadja Tiller – um nur ein paar zu nennen. Einer der bedeutendsten Regisseure zu dieser Zeit war Franz Antel – ebenfalls ein Wiener. 1948 wurde mit Der dritte Mann ein mit internationalen Starschauspielern besetzter Film abgedreht, der Wien weltweit einen Popularitätsschub verschaffte und als Nebeneffekt dem Sieveringer Zitherspieler Anton Karas zu unverhoffter Bekanntheit verhalf.

Doch die 1960er-Jahre waren auch vom einsetzenden Kinosterben geprägt. Existierten 1953 noch über 200 Kinos in der Stadt, blieben 1983 lediglich 69 Kinos mit 96 Sälen über. Mit steigender Verbreitung von Multiplex-Kinos ab den 1980er-Jahren konnte zwar der Trend der sinkenden Kinoanzahl nicht gestoppt werden, doch stieg in den 1990ern die Anzahl der Säle auf 191 im Jahr 2001 wieder an. Wegen des nunmehrigen Überschusses und geringerer Auslastung sank die Zahl auf Kosten weiterer Kinos bereits 2002 wieder auf 166 ab.

Das 1900 gegründete Erika-Kino in der Kaiserstraße galt bei seiner Schließung im Jahr 1999 als ältestes noch betriebenes Kino der Welt. Heute ist es ein Theaterspielraum. Seither gelten die 1905 gegründeten, im 14. Wiener Gemeindebezirk befindlichen Breitenseer Lichtspiele als das älteste noch bespielte Kino Wiens.

In der Gegenwart besteht in Wien, nicht zuletzt aufgrund von Produktionsaufträgen des Österreichischen Rundfunks und staatlicher Filmförderung, eine sehr kreative Filmszene. Das Filmfestival Viennale, das Österreichische Filmarchiv, das Österreichische Filmmuseum und die Vienna Film Commission, 2009 von der Stadt Wien gegründet, tragen dazu bei.

Bildende Kunst[Bearbeiten]

In der bildenden Kunst hat Wien in Vergangenheit und Gegenwart international beachtete Künstler aufzuweisen, darunter Gustav Klimt, Egon Schiele, Kolo Moser, Oskar Kokoschka, Fritz Wotruba, Richard Gerstl, Ernst Fuchs, Arik Brauer, Rudolf Hausner, Arnulf Rainer, Wolfgang Hollegha, Elke Krystufek, Erwin Wurm.

Architektur[Bearbeiten]

Die Kirche am Steinhof, 1904-1907 im Jugendstil erbaut
Das Hundertwasserhaus, 1983-1985 erbaut

In Wien finden sich Bauwerke aller Stilepochen der Architektur, von der romanischen Ruprechtskirche über den gotischen Stephansdom, die barocke Karlskirche, die hochbarocke Jesuitenkirche und die Bauten des Klassizismus bis zur Moderne.

Besonders hervorzuheben ist jedoch die Architektur der Gründerzeit, die die ehemalige Kaiserstadt Wien wie aus einem Guss erscheinen lässt. Genau diese ist es, die in ehemaligen Städten der Donaumonarchie, wie Budapest oder Prag oder Lemberg im ehemaligen Galizien, deren Zugehörigkeit zu Österreich-Ungarn architektonisch repräsentiert.

Der Jugendstil hat ebenfalls seine Spuren in Wien hinterlassen: Die Secession, die Stadtbahnstation Karlsplatz und die Kirche am Steinhof von Otto Wagner zählen zu den weltweit bekanntesten Bauten dieser Epoche. 1910 entstand mit dem Kai-Palast auch das österreichweit erste Bürohochhaus in Stahlbetonbauweise.

Wien hat eine lange und große Tradition als Schauplatz und Ausbildungsort internationaler Architektur. Folgende Architekten stammen von hier bzw. studierten hier: Adolf Loos, Josef Hoffmann, Otto Wagner, Joseph Maria Olbrich, Josef Plecnik, Richard Neutra, Rudolph Michael Schindler, Margarete Schütte-Lihotzky, Friedrich Kiesler, Josef Frank, Coop Himmelblau, Gustav Peichl, Günther Domenig, Hans Hollein und Luigi Blau.

Eine der beliebtesten Touristenattraktionen stellt das Hundertwasserhaus von Friedensreich Hundertwasser dar, das als Gegenmodell zur nüchternen modernen Architektur gedacht ist. Ebenfalls von Hundertwasser künstlerisch gestaltet wurde die Müllverbrennungsanlage Spittelau. Ein weiteres Beispiel außergewöhnlicher Architektur ist die Wotrubakirche (Kirche Zur Heiligsten Dreifaltigkeit) des Bildhauers Fritz Wotruba. Auffällig im Stadtbild sind auch die Wiener Flaktürme und die Wiener Hochquellenwasserleitung.

Eine Reihe von Stadtteilen wurden seit den 1990er Jahren neu erschlossen. Umfangreiche Bauvorhaben wurden rund um die Donau City (nördlich der Donau) und am Wienerberg (im Süden von Wien) umgesetzt. Der 202 m hohe Millennium Tower am Handelskai war zwischen 1999 und 2014 das bisher höchste in Wien gebaute Hochhaus und Zeichen einer architektonischen Wende in Wien hin zu mehr Selbstbewusstsein, aber auch Konformität. 2014 wurde er vom 250 Meter hohen DC Tower 1 abgelöst.

In den letzten Jahren werden vermehrt alte Gebäude mit moderner Architektur kombiniert, wie bei der Revitalisierung der Gasometer 2001, welche weltweites mediales Interesse auf sich zog. Der 2002 geschaffene Diva Award zeichnet jährlich mutige Immobilienprojekte aus, die das neue Selbstbewusstsein der Stadt demonstrieren.

Wien hat im Vergleich zu anderen Metropolen eine statistisch geringe Anzahl von Hochhäusern. Im Jahr 2006 gab es um die 100 Bauwerke über 40 Meter Höhe. Die Stadtverwaltung setzt hier mittlerweile auf Qualität vor Quantität, mit dem Ziel, die Naturräume Wiens und die als Weltkulturerbe anerkannten historischen städtebaulichen Elemente zu erhalten. An geplanten Hochhausprojekten, die in den 1950er Jahren verwirklicht werden sollten, entzündeten sich wiederholt hitzige Diskussionen – zum Beispiel beim Bau des Gartenbauhochhauses, dessen Planung 1950 begann, aber erst 1963 fertiggestellt werden konnte.

Deshalb gelten in Wien sehr strenge Richtlinien für die Planung, Genehmigung und den Bau von Hochhäusern. Gemäß Stadtplanung sind weite Teile Wiens, insbesondere in den inneren Bezirken, Ausschlusszonen, in denen keine Hochhäuser errichtet werden dürfen.[75]

Nur rund 26 % der Gesamtfläche Wiens kommen somit überhaupt für die Hochhausplanung infrage. Auch dort müssen die Bauwerke dem städtebaulichen Leitbild entsprechen, eine Reihe von Auflagen erfüllen und dürfen keine bedeutenden Sichtachsen beeinträchtigen. Deshalb entstehen neue Hochhäuser vorrangig in äußeren Bezirken, wo noch mehr Gestaltungsspielraum vorhanden ist und weniger städtebauliche Besonderheiten berücksichtigt werden müssen.

Siehe auch: Liste der Hochhäuser in Wien, Liste der höchsten Bauwerke in Wien und Ungebautes Wien

Wissenschaft[Bearbeiten]

Alltagskultur[Bearbeiten]

Ess- und Trinkkultur[Bearbeiten]

Hauptartikel: Wiener Küche
Wiener Schnitzel
Der Naschmarkt um 1900

Die traditionelle Wiener Küche ist geprägt von den früheren Einflüssen der Zuwanderer aus den Regionen und Ländern der k.u.k.-Monarchie. Bedingt durch die Lage der Stadt nahe der Grenze zu Ungarn und dem früheren Böhmen finden sich vor allem Speisen aus diesen Ländern auf den Speisekarten. So stammt das Gulasch mit seinen Wiener Varianten – dem Wiener-, Fiaker- und dem Zigeuner-Gulasch – aus Ungarn. Aus Böhmen kamen vor allem die Mehlspeisen, wie verschiedene Strudel, Golatschen und Palatschinken sowie verschiedene Knödelvarianten. Besonders beliebt sind das Wiener Schnitzel und der Tafelspitz.

Der größte und vielseitigste Markt mit festen Ständen ist der Naschmarkt, auf dem Obst, Gemüse, Gewürze, Fisch, Fleisch und vieles mehr aus aller Welt gekauft werden kann. Der Naschmarkt gilt als der Spezialitätenmarkt Wiens. Der längste Straßenmarkt Europas ist hingegen der Brunnenmarkt im 16. Wiener Gemeindebezirk.

Zum Stadtbild Wiens gehören in belebten Gegenden die Würstelstände, an denen verschiedene heiße Würstel sowie heißer Leberkäse zu finden sind. Alternativ zum Hot Dog wird dort häufig die Bosner angeboten. Ebenso häufig sind mittlerweile Kebabstände zu finden.

Wiener Kaffeehaus[Bearbeiten]

Hauptartikel: Wiener Kaffeehaus

Eine weitere Besonderheit der Wiener Kultur stellt das Wiener Kaffeehaus dar, in dem neben einer Vielzahl von Kaffeespezialitäten auch kleine Speisen serviert werden. Viele Besucher nutzen die Möglichkeit, während ihres Besuchs stundenlang die meist reichlich vorhandenen Zeitungen zu lesen. Neben vielen neueren chromblitzenden, Espresso genannten Kaffeebars italienischen Stils, existieren noch viele „echte“ Wiener Kaffeehäuser, die in Angebot, Ausstattung und Stil den ursprünglichen Charme dieser Institution bewahrt haben. Das erste Kaffeehaus Wiens wurde 1685 von einem Griechen namens Johannes Theodat in seinem Wohnhaus am Haarmarkt, heute Rotenturmstraße 14, eröffnet.

Heurigenkultur[Bearbeiten]

Wien ist weltweit eine der wenigen Metropolen mit eigenem Weinbaugebiet. Dieser Wein wird in Wien in kleinen Lokalen, sogenannten Heurigen, ausgeschenkt, die sich vor allem in den Weinbaugebieten Döblings (Grinzing, Neustift am Walde, Nussdorf, Salmannsdorf, Sievering), Floridsdorfs (Jedlersdorf, Stammersdorf, Strebersdorf) sowie Mauer und Oberlaa konzentrieren. Der Wein wird oftmals auch als Gespritzter getrunken, einem Mischgetränk aus Weißwein und Soda- oder Mineralwasser, wobei das Mischungsverhältnis jahreszeitlich variieren kann (Sommer- oder Wintergespritzter).

Sub- und Jugendkultur[Bearbeiten]

Das Werkstätten- und Kulturhaus (WUK) an der Währinger Straße ist ein beliebter Jugendtreffpunkt.

Eine eigenständige Jugendkultur abseits des Mainstreams gibt es auch in Wien, wenngleich sie nie über ein gewisses Nischendasein hinausgekommen ist.

Eines der ältesten Zentren für Jugend- und Subkultur ist das Werkstätten- und Kulturhaus (WUK) auf dem Standort des ehemaligen Technologischen Gewerbemuseums (TGM), das in den frühen 1980er Jahren zu einem freien Kultur- und Werkstättenhaus wurde. Auch heute noch finden hier eine Vielzahl künstlerischer Veranstaltungen aller Art statt.

Ein bekannter Veranstaltungsort der Stadt für subkulturelle Aktivitäten ist das früher im Besitz der KPÖ stehende und von Autonomen besetzte Ernst-Kirchweger-Haus (EKH). Dort wurden neben diversen Workshops, Arbeitsgruppen, Informations- und Beratungstätigkeiten auch regelmäßig Konzerte und Partys mit Rock, Punk oder auch Tekno abgehalten. Auch die Volxtheaterkarawane findet ihre Heimat im EKH. Mittlerweile ist dieser Treffpunkt im Besitz der Stadt Wien.

Ein weiteres Zentrum von Jugend- und Subkultur ist das Flex am Donaukanal, das internationale, genreübergreifende Konzerte und DJ-Events, die irgendwo zwischen Pop- und Alternativmusik angesiedelt sind, aufwartet und somit auf ein großteils jugendliches Publikum verweisen kann. Obwohl direkt am Kanal gelegen und daher ohne Anrainer, gab es bei seiner Etablierung am jetzigen Standort heftige Proteste von Bezirkspolitikern.

Auf dem Gelände des alten Schlachthofs in der Baumgasse befindet sich die Arena, ein ehemals besetztes Gelände, das mittlerweile ein eigenständiges Kulturzentrum ist. Bestehend aus Großer Halle, kleiner Halle, Dreiraum und Beisl finden hier regelmäßig Konzerte und Partys statt. Im Sommer gibt es auf der großen Freiluftbühne im Zentrum der Arena auch etliche Konzerte und Kinovorstellungen.

Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit, da im Untergrund aktiv, ist die Wiener Freetekno-Szene. Nur gelegentlich veranstalten Soundsysteme auch in bekannten Clubs öffentlich bekannt gegebene Tekno-Partys. Die meisten Veranstaltungen finden in Hallen am Stadtrand oder etwas außerhalb der Stadtgrenze, in Niederösterreich, statt. Angekündigt werden die Partys im Freundes- und engeren Bekanntenkreis per Mundpropaganda oder Infolines.

Umfangreiche Berichterstattung erhielt hingegen die Krocha-Szene, die ihren Ursprung in Wien hat.[76]

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Stadtkino zur Viennale

(Auswahl, chronologisch)

  • Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker im Musikverein, 1. Jänner (ORF-TV- und -Radioübertragung)
  • Wiener Eistraum, Eislaufen auf dem Rathausplatz (Ende Jänner bis Anfang März)
  • Philharmonikerball, Ball der Wiener Philharmoniker im Musikverein, Treffpunkt der Wiener Gesellschaft
  • Wiener Opernball – einer der gesellschaftlichen Höhepunkte im Fasching, in der Staatsoper, zum Teil vom ORF live übertragen
  • Zahlreiche weitere Faschingsbälle vom Kaffeesiederball bis zum Bonbonball, vom Ball der Technik bis zum Blumenball
  • Musikfestival OsterKlang
  • Wiener Frühlingsfestival (Konzerthaus, Musikverein)
  • Viennafair: Die größte österreichische Messe für zeitgenössische Kunst findet jährlich im Mai statt.
  • Wiener Festwochen, jährliches fünfwöchiges Festival mit Theater-, Musik- und anderen kulturellen Produktionen, Gastspiele aus ganz Europa, Mai / Juni
  • Life Ball: Die größte AIDS-Benefiz-Veranstaltung in Europa findet in Anwesenheit internationaler Prominenz jährlich vor und im Rathaus statt.
  • Wiener Operettensommer: Open-Air-Operettenfestival im Juli im Schlosspark Theresianum
  • Donauinselfest: 1983 zum ersten Mal auf der Donauinsel ausgetragenes Musikfestival. Bei freiem Eintritt besuchen mittlerweile jeden Sommer rund drei Millionen Menschen die auf mehreren Bühnen drei Tage lang veranstalteten Konzerte (Europas größtes Freiluftfestival).
  • Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker: Vor der Kulisse des Schönbrunner Schlossparks und der Gloriette spielen die Philharmoniker jedes Jahr im Juli ein Klassikprogramm, das mit über 100.000 Zuschauern und Übertragung in 60 Länder weltweit zu einer Art Sommerausgabe des Neujahrskonzertes wurde.
  • Film Festival auf dem Wiener Rathausplatz: Jeden Juli und August werden jeden Abend auf dem Rathausplatz Opern- und Konzertfilme auf Großleinwand vorgeführt, Eintritt frei. An diversen Ständen werden kulinarische Köstlichkeiten aus aller Welt angeboten.
  • Viennale Vienna International Film Festival: findet seit 1960 jedes Jahr im Oktober statt
  • Wiener Adventzauber (Christkindlmarkt auf dem Rathausplatz) und weitere Weihnachtsmärkte, z. B. vor dem Schloss Schönbrunn
  • Wiener Silvesterpfad durch die Altstadt am 31. Dezember
  • Le Grand Bal (bis 2012 Kaiserball) in der Hofburg am 31. Dezember

Freizeit[Bearbeiten]

Nachtleben[Bearbeiten]

Abendliches Wien
Stadtstrand an der Urania

In den 1980er-Jahren entwickelte sich zunächst im Grätzl rund um den Schwedenplatz und die Ruprechtskirche eine rege Beislszene, die scherzhaft Bermudadreieck genannt wird (weil so mancher nach einer langen Nacht dort verschollen sein soll). In den folgenden Jahren dehnte sich die Lokalszene an beiden Ufern des Donaukanals aus. Nahe der Haltestelle Schottenring, ebenfalls am Donaukanalufer, befindet sich schon seit 1995 das Flex – einer der größten Clubs in Wien, in dem täglich Abendveranstaltungen und Auftritte von lokal sowie international renommierten DJs und Bands stattfinden. Mit bekannten Acts – vor allem aus der Ragga/Reggae/Dancehall-Szene – wartet auch das Kulturzentrum WUK nahe dem Währinger Gürtel auf. Das Museumsquartier ist vor allem in den Sommermonaten ein beliebter Treffpunkt mit verschiedenen Gastgärten sowie dem Café Leopold, das ab 22 Uhr zu einem Club umgewandelt wird, der vor allem am Wochenende namhafte elektronische Musiker aus dem In- und Ausland zu Gast hat.

In den 1990er Jahren entstanden im Zuge der Sanierung des Gürtels zahlreiche Szenelokale in den ehemaligen Stadtbahnbögen, die mittlerweile fester Bestandteil des Wiener Nachtlebens sind, beispielsweise das Chelsea, das B72, das Rhiz oder das Q [kju:]. Diese Lokale wurden bewusst dort gegründet, um den Stadtteil zu beleben. Die Gürtelbögen haben aufgrund ihrer mittigen Straßenlage den Vorteil, für die Anrainer keine zusätzliche Lärmbelästigung darzustellen. Einer der vornehmsten Clubs ist heute die Passage bei der Hofburg, sie ist in einer ehemaligen Fußgängerunterführung untergebracht und hat des Öfteren internationale Top-DJs zu Gast. In der Nähe befindet sich auch der Volksgarten, mit einem ähnlichen Publikum wie die Passage, und die Volksgarten Banane.

Rund um die Mariahilfer Straße gibt es auch eine vielfältige Lokalszene bestehend aus Cafés, Bars und kleinen Clubs, die am Abend eine DJ-Line anbieten. Hier sind zum Beispiel das Café Europa in der Zollergasse, die Blue Box in der Richtergasse, das Pulse in der Schottenfeldgasse und das Luftbad in der Luftbadgasse.

Im Alten AKH, dem umgewidmeten Areal des ehemaligen Allgemeinen Krankenhauses im 9. Bezirk haben sich nebst einigen Uni-Instituten und Geschäften auch Lokale mit ausgedehntem Freiluft-Betrieb angesiedelt.

Einen weiteren Schwerpunkt des Nachtlebens bilden im Sommer die Copa Cagrana und Sunken City auf der Donauinsel bei der Reichsbrücke mit zahlreichen Open-Air-Lokalen. Ebenfalls ein seit einigen Jahren neu belebtes Viertel ist das Freihausviertel im vierten Bezirk nahe dem Karlsplatz, das nicht nur abends, sondern wegen seiner Nähe zum Naschmarkt auch untertags gut frequentiert ist. Zusätzlich entstanden seit dem Ende der 90er Jahre zahlreiche Großraum-Diskotheken und Entertainment-Center am Stadtrand, unter anderem in der Donaustadt.

Wiener Parks, Wälder und Auenlandschaften[Bearbeiten]

Das Heustadelwasser in den Praterauen
Ostabdachung des Wienerwalds, Blick auf Döbling mit Kahlenberg und Leopoldsberg im Hintergrund
Das Donauinselfest findet jeden Sommer auf der Donauinsel statt.

Wien besitzt viele unterschiedliche Parkanlagen und ist weltweit eine der Städte mit dem höchsten Grünflächenanteil, der die Hälfte des Stadtgebiets ausmacht. In der Innenstadt gibt es mehrere Parks, deren Geschichte bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht, die reich mit Denkmälern und Parkbauten bestückt sind. Hierzu zählen der Stadtpark, der an die Hofburg anschließende Burggarten, der Augarten, sowie der Volksgarten. Von den barocken Gartenanlagen der Vorstadtpalais ist der Schlosspark von Schloss Belvedere mit dem botanischen Garten noch fast in Originalgröße erhalten geblieben. Neben den großen Parks gibt es zahlreiche kleinere Parkanlagen insbesondere in den Innenstadtbezirken. Diese werden scherzhaft auch Beserlparks genannt. Auch Friedhöfe wurden nach dem Ersten Weltkrieg in Parkanlagen (beispielsweise der Währinger Schubertpark) umgewandelt.

Die größte Parkanlage Wiens ist der Wiener Prater in der Leopoldstadt. Mit 600 Hektar ist er fast doppelt so groß wie der Central Park in New York und dreimal so groß wie der Berliner Tiergarten. Das ehemalige kaiserliche Jagdgebiet, das noch heute zu großen Teilen aus Aulandschaften besteht, wurde 1766 von Joseph II. dem Volk übergeben. Rund um den grünen Prater entstanden im Laufe der Zeit das Messegelände, wo die Weltausstellung 1873 stattfand, der Vergnügungspark Wurstelprater mit seinem Wahrzeichen, dem Riesenrad, sowie mit dem Ernst-Happel-Stadion (ehemals Praterstadion) das größte Fußballstadion Österreichs.

Die 21,1 Kilometer lange und 200 Meter breite Donauinsel ist ebenfalls ein beliebtes Naherholungsgebiet der Wiener Bevölkerung. Einmal pro Jahr findet hier das Donauinselfest statt. Ursprünglich wurde die Donauinsel in den Jahren 1972 bis 1988 als Hochwasserschutz „errichtet“. Es gibt hier unter anderem einen großen FKK-Badebereich. Im Gebiet der Reichsbrücke hat sich zudem eine vielfältige Lokalszene entwickelt.

Im Westen der Großstadt reichen die Ausläufer des Wienerwaldes zum Teil weit in die verbauten Bereiche der Außenbezirke hinein. Hier findet sich unter anderem der Lainzer Tiergarten, ein weitläufiges Waldgebiet (2500 Hektar) mit reichem Wildbestand. In dem ehemaligen kaiserlichen Jagdgebiet finden sich neben dem Jagdschloss Hermesvilla bis heute Jagdwild, wobei insbesondere die Wildschweine im Lainzer Tiergarten sehr populär sind. Die Wälder im Westen werden durch den Wiener Grüngürtel im Süden (Wienerberg und Laaer Berg), der teilweise aufwändig wieder aufgeforstet wurde, fortgesetzt. Nördlich der Donau dient neben dem Donaupark insbesondere die Lobau als Naherholungsgebiet. Das Auengebiet der Donau ist sogar Teil des Nationalparks Donau-Auen.

Sowohl Sehenswürdigkeiten als auch Grünoasen sind die Wiener Friedhöfe, die als Erholungsorte gelten und zum Spazieren einladen. Der Zentralfriedhof ist nicht nur für seine Ehrengräber berühmt. Es befinden sich dort auch ein evangelischer Friedhof, der neue und alte jüdische Friedhof, eine islamische Abteilung, eine moslemisch-ägyptische Abteilung sowie zahlreiche orthodoxe Abteilungen und Grabstätten der Anatomie. Auch der Sankt Marxer Friedhof ist ein beliebtes Areal für Spaziergänge. Er wurde Ende des 19. Jahrhunderts geschlossen und wird heute als Parkanlage geführt. Hier wurden einst Mozart und Josef Madersperger, einer der Erfinder der Nähmaschine, in Schachtgräbern bestattet, wodurch die exakte Lage ihrer Grabstellen heute nicht bekannt ist.

Sport[Bearbeiten]

Sportstätten[Bearbeiten]

Wiener Stadthalle
Siegerehrung 2004 zum Vienna Marathon mit Bundespräsident Heinz Fischer

Wien spielt im österreichischen Sportgeschehen eine zentrale Rolle. Viele neue Sportarten verbreiteten sich von hier aus nach ganz Österreich. Zu den Lieblingssporten der Wiener zählt das Schwimmen. Hierfür stehen zahlreiche Schwimmbäder und natürliche Gewässer zur Verfügung, beispielsweise das Gänsehäufel, eine Sandinsel in der Alten Donau.

Das größte Fußballstadion Wiens, das Ernst-Happel-Stadion, mit seinen 49.825 Plätzen wird unter anderem von der österreichischen Nationalmannschaft genutzt. Es ist eines der wichtigsten Fußballstadien Europas und war in der jüngsten Vergangenheit dreimal Gastgeber des Champions-League-Finales. 2008 fanden hier das Finale und einige andere Spiele der Europameisterschaft statt.

Neben den Mannschaftssportarten gibt es in Wien ein breites Angebot für Individualsportarten. Als Laufstrecken sind die Wege im Wiener Prater oder auf der Donauinsel beliebt. Trainiert kann auch im Ferry-Dusika-Hallenstadion werden. Einmal jährlich findet zusätzlich der Vienna City Marathon statt. Radfahrern stehen neben über 1.000 Fahrradkilometern zahlreiche Mountainbikestrecken in den Wiener Bergen zur Verfügung. Golfplätze stehen beispielsweise am Wienerberg zur Verfügung.

Auch für den Wintersport, der in Österreich einen hohen Stellenwert genießt, gibt es vielfältige Angebote. Die Stadt Wien betreibt auf der ehemaligen FIS-Strecke Hohen-Wand-Wiese und auf der Dollwiese zwei Schipisten. Ab einer Schneelage von 20 cm zieht das Sportamt der Stadt Loipenspuren durch den Prater, auf der Donauinsel, am Wienerberg, auf den Steinhofgründen, im Schwarzenbergpark, am Cobenzl und im Maurer Wald. Die Streckenlängen reichen von 2,5 Kilometern (am Wienerberg) bis zu 12 Kilometern (Donauinsel).

Vereine[Bearbeiten]

Sehr beliebt ist in Wien auch der Fußballsport. Heute gibt es mit dem Rekordmeister SK Rapid Wien und dem Rekordcupsieger Austria Wien zwei stark rivalisierende Vereine. Der SK Rapid stand bislang zwei Mal in einem Europapokalfinale und konnte sogar deutscher Meister und Pokalsieger werden. Die Austria erreichte ebenfalls einmal das Europacupfinale. Sporthistorisch wertvoll ist auch die Vienna, Österreichs ältester Fußballklub, sowie der Wiener Sport-Club, der ebenfalls große Erfolge im Europapokal feiern konnte. Auch zwei der Vorläufervereine des in der Südstadt Spielenden VfB Admira Wacker Mödling (Wacker Wien und Admira Wien) waren Wiener Vereine. Die Dominanz der Wiener Vereine zeigt sich alleine dadurch, dass mit dem LASK erst 1965 eine Mannschaft aus den Bundesländern Meister werden konnte.

Neben den Fußballvereinen gibt es zahlreiche erfolgreiche Wiener Vereine in anderen Sportarten. Im Eishockey wurden 2005 bei den Herren die Vienna Capitals sowie bei den Damen die EHV Sabres österreichischer Meister. Zusätzliches Highlight in der Wiener Eishockey-Saison war die Weltmeisterschaft in der Wiener Stadthalle. Die Footballer von den Raiffeisen Vikings Vienna konnten 2004, 2005, 2006 und 2007 die Eurobowl gewinnen, die Vienna Wanderers wurden 2012 österreichischer Meister im Baseball. Die Volleyballer der aon hotVolleys mussten sich 2010 mit dem Vize-Meistertitel zufriedengeben. Die Handballer der SG Handball West Wien gewannen fünf mal den Österreichischen Meistertitel, die der Margareten Fivers gewannen 2011 zum ersten Mal die Meisterschaft.

An der Alten Donau und an der Donau gibt es für Freunde des Rudersports insgesamt elf verschiedene Rudervereine. In Wien gibt es drei ordentliche und vier außerordentliche Mitgliedsclubs des Österreichischen Golf-Verband. Als Fechtklub ist vor allem der Wiener Sport-Club bekannt.

Öffentliche Badeanlagen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Baden und Schwimmen in Wien

Die wohl bekannteste öffentliche Badeanlage Wiens ist das Gänsehäufel – eine Insel an der Alten Donau, die zur Gänze dem Badevergnügen gewidmet ist. Direkt daneben befindet sich das „Kleine Gänsehäufel“, eine Halbinsel, auf der sich mehrere Arbeiterbäder, die während der Zeit des „Roten Wiens“ eröffnet wurden, befinden. Auch andere öffentliche Bäder stammen aus dem „Roten Wien“, wie etwa die Kinderfreibäder oder das Amalienbad im 10. Bezirk. Noch unter einem christlichsozialen Bürgermeister wurde 1914 das Jörgerbad eröffnet. Noch älter ist das Dianabad, welches 1806 vorerst nur für die gesellschaftliche Oberschicht fertiggestellt wurde. Ebenfalls zum Baden genutzt wird die zwischen der Neuen Donau und der Donau gelegene, über 21 km lange Wiener Donauinsel sowie die am nordöstlichen Ufer der Neuen Donau gelegenen Badebereiche im 21. und 22. Bezirk.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

 Portal: Wien – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Wien

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wien – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Portal:Wien – in den Nachrichten
 Wikisource: Wien – Quellen und Volltexte
 Wikiquote: Wien – Zitate
 Wiktionary: Wien – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikivoyage: Wien – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Anm.: Wien ist die einzige Gemeinde in Österreich, deren Gemeindekennzahl (GKZ, auch Polit. Gemeinde-Nr.) nicht mit dem Gemeindecode (GCD, auch Gemeindeschlüssel) ident ist. Der GCD beinhaltet als weitere Unterteilung die Bezirksnummern. Quelle: Statistik Austria, Regionale Gliederungen – Gemeinden. Abgerufen am 15. September 2011.
  2. Statistik Austria: Bevölkerung zu Quartalsbeginn seit 2002 nach Bundesland (quartalsweise aktualisiert)
  3. a b Bevölkerung am 1. Januar nach Geschlecht und Altersgruppen. Statistische Amt der Europäischen Union (Eurostat). Abgerufen am 14. November 2013.
  4. a b c endgültige Arbeitslosenquoten nach Bundesländern Dezember 2011 (MS Excel; 45 kB), Arbeitsmarktservice Österreich, abgerufen am 8. Juni 2012
  5. a b Bevölkerung zu Jahresbeginn seit 2002 nach zusammengefasster Staatsangehörigkeit - Wien, Statistik Austria
  6. Bevölkerung mit Migrationshintergrund nach Bundesländern (Jahresdurchschnitt 2013) - Wien, Statistik Austria
  7. a b Stadtgebiet - Statistiken, Stadt Wien, abgerufen am 6. Mai 2014
  8. Stadtgebiet nach Nutzungsklassen und Gemeindebezirken 2012. Stadt Wien, abgerufen am 6. Mai 2014
  9. Wien zweitgrößte deutschsprachige Stadt. Stadt Wien. Abgerufen am 4. Mai 2014.
  10.  Günther Chaloupek: Wien: Wirtschaftsgeschichte, 1740-1938. Wien: Industrie. In: Geschichte der Stadt Wien. 1, Jugend und Volk, 1991, ISBN 978-3-224-16051-4.
  11. Weltkulturerbe „Historisches Zentrum von Wien“, Stadt Wien, 11. Oktober 2003, abgerufen am 16. März 2011
  12. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMercer's 2014 Quality of Living ranking highlights. Mercer LLC, 2014-19-02, abgerufen am 2014-19-02 (englisch).
  13. Lebensqualität - Wien ist und bleibt Nummer eins. In: wien.at. Magistrat der Stadt Wien, 4. Dezember 2012, abgerufen am 7. Dezember 2012.
  14. http://www.unhabitat.org/pmss/listItemDetails.aspx?publicationID=3387
  15. Die Geologie von Wien, Stadt Wien, abgerufen am 10. Oktober 2010
  16. a b Wien in Zahlen 2011 (PDF; 3,1 MB), Stadt Wien, aufgerufen am 30. September 2011
  17. Statistisches Jahrbuch Österreich 2010, S. 37, Fläche und Benützungsarten, Stand: 1. Jänner 2009
  18. Statistisches Jahrbuch der Stadt Wien 2013. Stadt Wien. Abgerufen am 10. August 2014.
  19. ZAMG Klima Jahresrückblick 2013, Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), abgerufen am 11. Juni 2014
  20. http://www.zamg.ac.at/fix/klima/oe71-00/klima2000/klimadaten_oesterreich_1971_frame1.htm
  21. Manfred A. Fischer: Ein Hauch Orient - pannonische Vegetation und Flora, in: Natur im Herzen Mitteleuropas, 2002, ISBN 3-85214-776-X
  22. Wolfgang Adler, Alexander Ch. Mrkvicka (Hrsg.): Die Flora Wiens - gestern und heute. Die wildwachsenden Farn- und Blütenpflanzen in der Stadt Wien von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Jahrtausendwende, Wien 2003, ISBN 978-3-900275-96-9
  23. M.A. Fischer, K. Oswald, W. Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. Dritte Auflage, Land Oberösterreich, Biologiezentrum der OÖ Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9
  24. Relevante Gesetze
  25. Wiener Umweltgut (Stadtplan)
  26. Mauriz Schuster, Hans Schikola: Sprachlehre der Wiener Mundart. Österreichischer Bundesverlag, 1984, S. 47: „und auch Wean wird kaum mehr gebraucht, es heißt jetzt Wien“
  27. a b c Peter Csendes: Das Werden Wiens - Die siedlungsgeschichtlichen Grundlagen, in: P. Csendes, F. Oppl (Hg.): Wien – Geschichte einer Stadt von den Anfängen zur Ersten Türkenbelagerung. Böhlau, Wien 2001, S. 55-94, (a) S. 62f., (b) S. 57, (c) S. 64
  28. Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Band 5, Verlag Kremayr & Scheriau, Wien 1997, ISBN 3-218-00547-7, S. 306f.
  29. Veronika Helfert: Gewalt und Geschlecht in unorganisierten Protestformen in Wien während des ersten Weltkrieges, in: Jahrbuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung, Heft II/2014.
  30. Andreas Rohatsch: Werksteinbeschaffung für die Baudenkmalpflege während der Zeit des Wiederaufbaus nach dem 2. Weltkrieg. In: Österreichische Zeitschrift für Kunst und Denkmalpflege LVIII, 2004, Heft 3/4, S. 472ff.
  31. Mercer 2010 Quality of Living survey highlights – Global, Mercer LLC, 16. März 2011
  32. Mercer-Studie – Wien stinkt bei Luftqualität ab, Der Standard, 26. Mai 2010
  33. Ergebnisse der Bevölkerungsprognose 2012. STATISTIK AUSTRIA, 21. November 2012, abgerufen am 7. Dezember 2012.
  34. Bevölkerung am 1.1.2012 nach detailliertem Geburtsland und Bundesland. STATISTIK AUSTRIA, 14. Mai 2012, abgerufen am 7. Dezember 2012.
  35. Statistisches Jahrbuch 2012 (PDF; 7,9 MB), abgerufen am 10. Oktober 2013
  36. Statistisches Jahrbuch der Stadt Wien - 2013 - Menschen in Wien. Stadt Wien. Abgerufen am 4. Dezember 2013.
  37. http://www.statistik.at/web_de/static/bevoelkerung_zu_quartalsbeginn_seit_2002_nach_bundesland_023582.xlsx
  38. http://www.kathweb.at/site/nachrichten/database/60173.html
  39. http://diepresse.com/home/panorama/religion/3857289/Wien_Anteil-der-Katholiken-seit-1970ern-halbiert?_vl_backlink=/home/index.do
  40. Landesgesetzblatt für Wien Nr. 1 / 1920
  41. Wahlergebnisse Gemeinderatswahl 2010, Webservice der Stadt Wien, abgerufen am 2. November 2010
  42. Rot-Grün in Wien: Koalitionspakt unterzeichnet, Die Presse online, abgerufen am 2. November 2010
  43. 27. Sitzung des Wiener Gemeinderates am 23. April 2003, Postnummer 48, wörtliches Protokoll, S. 25 ff.
  44. trade-info.cec.eu.int (PDF; 23 kB) – Mitteilung der Generaldirektion für Handel der Europäischen Kommission, Brüssel, 13. Februar 2006
  45. a b Stadt Wien (PDF; 590 kB) – Landesgesetzblatt für Wien, Nr. 10/1998
  46. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatPeter Diem: Rot-Weiß-Rot durch die Jahrhunderte. Die wahre Geschichte der österreichischen Farben. Abgerufen am 15. Mai 2009 (auch pdf).
  47. a b Karl-Heinz Hesmer: Flaggen und Wappen der Welt. S. 122
  48. epp.eurostat.ec.europa.eu: Eurostat News Release 63/2006: Regional GDP per inhabitant in the EU 25 (PDF), 23. Mai 2006
  49. Wien fünftreichste Region der EU, Der Standard, 19. Februar 2007
  50. Immobarometer für Wien; Ende 2012
  51. B2B-Website des WienTourismus, Sehenswürdigkeitenstatistik 2006 und 2007
  52. B2B-Website des Wien Tourismus
  53. Aussendung des Wien Tourismus vom 20. Februar 2014
  54. B2B-Website des WienTourismus
  55. Rathauskorrespondenz vom 21. Jänner 2010
  56. http://www.viennaairport.com/jart/prj3/va/main.jart?rel=de&content-id=1351048408438&news_beitrag_id=1390220306576 ,abgerufen am 27.Jänner 2014
  57. http://www.viennaairport.com/jart/prj3/va/uploads/data-uploads/Konzern/Investor%20Relations/Geschaeftsberichte/GB_2012_de.pdf ,GB 2012 S.27
  58. ICCA-Ergebnis 2013 auf der Website des WienTourismus, 13. Mai 2014
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48.20833023027816.373063840833Koordinaten: 48° 12′ N, 16° 22′ O

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Dieser Artikel wurde am 26. September 2005 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.