Wien Hauptbahnhof

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Dieser Artikel befasst sich hauptsächlich mit den Bahnsteigen 3–12, dem oberirdischen Teil des Hauptbahnhofes. Detailliertere Informationen zur Verkehrsstation Wien Hauptbahnhof mit dem Verkehr der Wiener Linien und der S-Bahn Stammstrecke finden sich unter Verkehrsstation Wien Hauptbahnhof.
Wien Hauptbahnhof
Bahnsteige Wien Hbf.JPG
Die Bahnsteige 10–12 bei Nacht
Daten
Betriebsart Durchgangsbahnhof (Bstg. 1–2)
Abzweigbahnhof (Bstg. 3–12)
Bauform Bstg. 1–2 Tunnelbahnhof
Bahnsteiggleise
  • 12 für Personenzüge (bei Vollbetrieb ab 14.12.2015)
  • 4 für Autoreisezüge (bei Vollbetrieb ab 14.12.2015)
Reisende/Tag 145.000 (Prognose)[1]
Abkürzung Wbf, Wsp (S-Bahn-Stammstrecke)
IBNR 8101590 (Bstg. 1-2)
8103000 (Bstg. 3-12)
Eröffnung Teilinbetriebnahme: 2012
Vollinbetriebnahme: 2015
Webadresse hauptbahnhof-wien.at
Architektonische Daten
Architekt Hotz / Hoffmann / Wimmer
Lage
Stadt Wien
Bundesland Wien
Staat Österreich
Koordinaten 48° 11′ 6″ N, 16° 22′ 40″ O48.18516.377777777778Koordinaten: 48° 11′ 6″ N, 16° 22′ 40″ O
Eisenbahnstrecken
Liste der Bahnhöfe in Österreich

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Der Wiener Hauptbahnhof ist ein im 10. Gemeindebezirk Wiens beim Südtiroler Platz gelegener, teilweise noch in Bau befindlicher Bahnhof, der die Süd-, Ost- und Laaer Ostbahn auf dem Areal des ehemaligen Südbahnhofs verknüpft. Darüber hinaus ist es möglich, Züge der Westbahn über den Lainzer Tunnel sowie Züge der Nordbahn über die Laaer Ostbahn zum Hauptbahnhof zu führen und so den Fernverkehr aus allen Richtungen über den neuen Bahnhof abzuwickeln. Sein erster Teil, vorläufig nur für Nahverkehrszüge, wurde am 9. Dezember 2012 eröffnet. Wien erhielt damit zum ersten Mal in der Geschichte der Stadt einen Hauptbahnhof.

Ab Dezember 2014 werden die ersten Fernzüge den Bahnhof anfahren. Der Vollbetrieb soll ein Jahr später, im Dezember 2015, aufgenommen werden.

Geschichte[Bearbeiten]

Polizei-Werbe Lok mit außerplanmäßigem Railjet

Planung[Bearbeiten]

Erste Planungen für einen Zentralbahnhof in Wien gab es schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, allerdings wurde die Ausführung aus Kostengründen immer wieder verschoben.

Das konkrete Vorhaben wurde im Juni 1995 von Planungsstadtrat Swoboda und ÖBB-Generaldirektor Draxler der Öffentlichkeit vorgestellt. Ein Schweizer Architekturbüro hatte zuvor den Wettbewerb zur Gestaltung des Bahnhofs Wien gewonnen. Das Konzept sah eine unterirdische Nahverkehrsetage mit vier Bahnsteigkanten und einen oberirdischen Bereich mit sechs Bahnsteigkanten für den Fernverkehr vor.[2]

Als erste Baustufe war für drei Milliarden Schilling (etwa 210 Millionen Euro) ein unterirdischer viergleisiger Durchgangsbahnhof für die S-Bahn vorgesehen. Für weitere 2,5 Milliarden Schilling (etwa 180 Millionen Euro) sollte darüber später ein sechsgleisiger oberirdischer Fernbahnhof entstehen. Daneben wurden verschiedene ergänzende Maßnahmen im Eisenbahnknoten Wien als notwendig erachtet, deren Kosten nicht beziffert wurden.[2]

1995 wurde ein Expertenverfahren für einen neuen Zentralbahnhof eingeleitet. Das Siegerprojekt des Architekten Theo Hotz scheiterte unter anderem an hohen Kosten.[3]

2003 unterzeichneten Bund, Stadt Wien und ÖBB eine Absichtserklärung, das Projekt Durchgangsbahnhof Wien gemeinsam zu realisieren. Für die Gestaltung des geplanten neuen Stadtteils wurde 2004 ein internationales Expertenverfahren für den Masterplan Stadtteil Wien Südbahnhof ausgeschrieben. Der daraus hervorgehende Masterplan Bahnhof Wien – Europa Mitte (zeitweise trug das Projekt diesen Namen) wurde vom Wiener Gemeinderat einstimmig beschlossen. Er sah ein Bauvolumen von rund einer Million Quadratmeter Bruttogeschoßfläche vor, darunter 550.000 m² Büroflächen. 5.000 Wohnungen für 13.000 Menschen sollen ebenso entstehen wie 8 Hektar Park.[3][4]

Das Projekt war als Vorhaben 8/9 im Oktober 2003 vorgelegten Masterplan Verkehr 2003 der Stadt Wien enthalten. Die Realisierung war bis 2011 vorgesehen. Die damalige Planung war gegenüber vorherigen Planungen reduziert worden und sah noch zehn Bahnsteiggleise vor, davon zwei für den Stadtschnellbahnverkehr, sowie zwei bahnsteiglose Durchfahrgleise.

Dem ÖBB-Aufsichtsrat wurde das Projekt bei seiner Sitzung vom 12. Oktober 2006 zur Beschlussfassung vorgelegt. Die veranschlagten Gesamtkosten wurden dabei von zuvor 420 auf 660 Millionen Euro angehoben. Da das Finanzierungskonzept für die Mehrkosten fehlte, wurde keine Entscheidung getroffen. Da andererseits auch kein Beschluss gegen das Projekt gefasst wurde, sah der Vorsitzende des Aufsichtsgremiums, Martin Huber, die grundsätzliche Befürwortung seitens des Gremiums gegeben und ließ die Bauarbeiten beginnen. Die Stadt Wien schätzte die Gesamtkosten Ende 2006 auf 850 Millionen Euro.[5]

Konzept[Bearbeiten]

Anstelle der zwei durch ein gemeinsames Aufnahmsgebäude verbundenen, annähernd rechtwinklig zueinander stehenden Kopfbahnhöfe des so bis 2009 betriebenen Süd- und Ostbahnhofs wurde ein in der Diagonale der beiden Hauptstrecken situierter Durchgangsbahnhof gebaut. Somit können (nach Fertigstellung der Gleise für den Fernverkehr) Fernzüge von der Westbahn nach Ungarn und zum Flughafen Wien weitergeführt werden, ebenso wie Züge von der Südbahn nach Tschechien und in die Slowakei.

Dadurch soll Reisenden eine Reisezeitverkürzung von rund 40 Minuten ermöglicht werden.[6] Im für den Richtungsbetrieb[6] ausgelegten Hauptbahnhof sollen die meisten Fernverkehrszüge sowie die Regionalzüge – außer jener der Westbahn und der Franz-Josefs-Bahn – zusammengeführt werden.

Nach Fertigstellung der Anlagen, im Jahr 2015, sollen mehr als 1.000 Züge mit 145.000 Menschen pro Tag den Bahnhof nutzen. Der Bahnhof soll als Taktknoten für Österreich dienen, wobei Fernzüge zur vollen und halben Stunde Anschlüsse in den Achsen Nord-Süd, West-Ost und zum Flughafen bieten.[3] Das Wenden von Zügen soll entfallen, Leerfahrten sollen reduziert werden. Durch die Reduktion von Fahrstraßenkonflikten und die Verkürzung von Fahrzeiten soll die Kapazität gegenüber den Bestandsanlagen erhöht und der Flächenbedarf gegenüber den bestehenden Anlagen vermindert werden.[7] Laut einem Bericht von Mitte 2014 sei der zunächst vorgesehene Halt aller Fernzüge im Hauptbahnhof aufgrund fehlender Kapazität nicht möglich. Für internationale Fernzüge sei eine Haltezeit von drei Minuten vorgesehen.[8]

Die zehn Bahnsteigkanten des Hauptbahnhofs ersetzen 18 Bahnsteigkanten des Südbahnhofs.[3] Die Wartungs- und Serviceeinrichtungen werden an einem Standort konzentriert. Die Gesamtlänge der Gleise sowie die Anzahl der Weichen für die gesamte Anlage (einschließlich Wartungsareal), soll um etwa 30 Prozent zurückgehen.[7]

Für das Jahr 2025 werden pro Tag etwa 150.000 Fahrgäste und Besucher erwartet (Prognose aus 2008).[7]

Bau[Bearbeiten]

Insgesamt fallen in den Jahren 2009 bis 2015 rund 1.020.000 m³ Aushub- und 830.000 m³ Schüttmaterial an. Auf 20.000 Laufmetern Bohrpfählen wird 370.000 m² Schalung aufgebaut, in die 285.000 m³ Beton gefüllt und mit 38.000 Tonnen Bewehrungsstahl verarbeitet wird.[9]

Vorarbeiten[Bearbeiten]

Die provisorische Station Südbahnhof Ost

Der Flächenwidmungs- und Bebauungsplan für das laufende Projekt mit einer Gesamtfläche von 109 Hektar wurde 2006 vom Wiener Gemeinderat im Einvernehmen mit den Österreichischen Bundesbahnen als Bauherren des Bahnhofes und Grundbesitzer beschlossen. Weiters startete 2006 die Einreichphase und die strategische Umweltprüfung. Der Spatenstich für die Vorarbeiten sowie für den Umbau der bestehenden Verkehrsstation Südtiroler Platz erfolgte 2007.[10]

Der 12. Dezember 2009 war der letzte Betriebstag des Südbahnhofs für die Südbahn, am 13. Dezember 2009 wurden die alte Aufnahmshalle sowie die Bahnsteig- und Gleisanlagen des Südbahnhofes geschlossen und anschließend abgetragen. Züge der Südbahn verkehren seit damals nur bis zum Bahnhof Wien Meidling. Die Bahnsteige der Ostseite wurden um ca. 150 Meter verkürzt, und auf Höhe der Schweizer-Garten-Straße wurde ein (inzwischen wieder entfernter) provisorischer Bahnhof mit dem Namen Wien Südbahnhof (Ostbahn) errichtet. Nahverkehrszüge der Ostbahn fuhren bis 8. Dezember 2012 dieses Provisorium an, Fernverkehrszüge werden mit Halt in Meidling zum Westbahnhof geführt oder nach Wiener Neustadt (Südbahn) verlängert. Die unterirdische S-Bahn-Haltestelle Wien Südbahnhof blieb in Betrieb; sie erhielt statt der Zugänge aus dem Südbahnhof neue Zugänge aus dem Schweizer Garten, Ecke Arsenalstraße, und wurde am 9. Dezember 2012 in Wien Quartier Belvedere umbenannt. Auch die Haltestellen der Straßenbahnlinien O und 18 wurden dorthin verlegt.

Hauptbauphase[Bearbeiten]

Das Bahnorama beherbergt auch eine Ausstellung zum Projekt

Die Hauptbauphase des Bahnhofs begann im Frühjahr 2010. Seit 19. August 2010 ist das 66,72 Meter hohe Bahnorama, ein 150 Tonnen schwerer Aussichtsturm aus 160 Kubikmetern heimischem Fichtenholz mit Infozentrum und Plattform in 40 Metern Höhe, zugänglich (10.Favoritenstraße 51). Die Holzkonstruktion soll bis 2015 bestehen bleiben und in der Folge auf andere Großbaustellen übersiedeln.[11] Vom Turm aus sind der neue Bahnhof, die beiderseits des Bahnhofs in Bau befindlichen neuen Stadtteile und die bestehenden Begrenzungen des Areals (Wiedner Gürtel, Schweizer Garten, Arsenal, Gudrunstraße und Sonnwendgasse) zu sehen. Das Bahnorama wurde bis Mai 2014 von 300.000 Besuchern besucht.

2011 wurden die Tragwerke der rund 25.000 Quadratmeter großen rautenförmigen Dachkonstruktion installiert, die die Bahnsteige 3 bis 12 überdeckt und die Gleisbauarbeiten begonnen. Im Frühjahr 2012 wurden die ersten drei Gleise fertiggestellt, die seit 6. August 2012 die zuvor eingerichtete provisorische Baustellendurchfahrt ersetzen. Am 9. Dezember 2012 erfolgte die Teilinbetriebnahme der oberirdischen Anlagen. Zeitgerecht wurde dafür der an die Sonnwendgasse anschließende Bahnhofsvorplatz Süd an der neuen Gerhard-Bronner-Straße fertiggestellt.[12]

Im Anschluss begannen die Arbeiten an sechs weiteren Bahnsteiggleisen, der Haupthalle nördlich der Gleise und vor allem an den neuen Gleisanlagen samt Brücken östlich des Hauptbahnhofes. Hier konnte durch den späten Abriss des Ostbahnhofes erst später mit den Bauarbeiten begonnen werden. Ein wichtiges Projekt an der Ostseite stellte das Unterwerfungsbauwerk von der Südseite des Hauptbahnhofes zur Marchegger Ostbahn dar.

Fertigstellung[Bearbeiten]

Provisorischer Wartebereich in der teilweise zugänglichen Passage unter den Bahnsteigen

Im Februar 2014 wurde die Dachgleiche der Haupthalle Nord gefeiert. Derzeit laufen die Arbeiten am Innenausbau. Anschließend finden Testläufe und Abnahmen statt. Die Geschäftsflächen sollen im Oktober 2014, noch vor Beginn des Weihnachtsgeschäfts, an die Mieter übergeben werden.[13] Die Fertigstellung des Bahnhofsgebäudes muss bis zum internationalen Fahrplanwechsel im Dezember 2014 erfolgen; andernfalls würde die Gesamtplanung um ein Jahr verzögert. Die Gestaltung des nördlichen Bahnhofsvorplatzes am Südtiroler Platz soll ab Sommer 2014 erfolgen.[14] Bis Dezember 2015 sollen die Gleisanlagen an der Ostseite fertig gebaut sein und damit die volle Kapazität erreichen.

Inbetriebnahme[Bearbeiten]

Am 9. Dezember 2012 wurde der oberirdische Teil der Station mit vier Bahnsteiggleisen und einem Durchfahrtsgleis in Teilbetrieb genommen. Diese werden vor allem von Zügen des Ostbahn-Nahverkehrs befahren.[15] Die Eröffnung des Einkaufszentrums ist für 10. Oktober 2014 eingeplant.

Ab 14. Dezember 2014 halten alle Fernzüge aus und in den Norden, Osten und Süden am Hauptbahnhof. Ebenso werden ab diesem Zeitpunkt alle Nachtreisezüge hier starten bzw. enden. Railjet und InterCity-Kurse aus dem Westen enden noch ein weiteres Jahr am Westbahnhof; jene Linien, die von dort aus nach Budapest verkehren, werden allerdings einen zusätzlichen Halt am Hauptbahnhof bekommen.

Die Vollinbetriebnahme und die Fertigstellung des gesamten Projekts ist im Dezember 2015 vorgesehen.[16] Ab diesem Zeitpunkt wird der gesamte ÖBB-Fernverkehr vom Hauptbahnhof aus geführt.[17]

Bahnhof[Bearbeiten]

Anlage[Bearbeiten]

Vorplatz Süd

Der Hauptbahnhof wird oberirdisch über nördlich und südlich der Gleisanlagen gelegene Zugänge erreichbar sein, welche durch eine breite Passage unterhalb der Bahnsteige verbunden sind. Ein weiterer Eingang befindet sich am östlichen Bahnsteigende unter dem Tragwerk in der Karl-Popper-Straße. Hier befindet sich auch eine separate kleinere Verteilerhalle, die Halle Ost. Über den Eingang Nord am Südtiroler Platz gelangt man zukünftig in die 11 m hohe Haupthalle. Sie erstreckt sich bis zur Gertrude-Fröhlich-Sandner-Straße 130 m entlang des Bahnkörpers auf 4.200 m². Glasflächen im Deckenbereich sowie Richtung Bahnsteigebene erlauben direkten Blick auf den Gleisbereich. Der Vorplatz der Halle Nord wird Fußgängern vorbehalten sein. Der südliche Eingang beim Am Hauptbahnhof benannten südlichen Vorplatz ist im Gegensatz zu seinem nördlichen Pendant auch für den Individualverkehr erreichbar, bereits in Betrieb und bis Herbst 2014 der Hauptzugang zu den oberirdischen ÖBB-Gleisen. Hier befinden sich auch ein Taxistandplatz sowie Kiss and ride-Plätze.

Der Bahnhof nimmt mit den anschließenden Gleisanlagen eine Fläche von etwa 50 Hektar ein.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Unterhalb der Bahnanlagen entstehen Unterführungen für öffentlichen und privaten Verkehr. Entlang der nördlichen Längsseite des Bahnhofs und der Halle Nord wird die Canettistraße zum Schweizer Garten führen, entlang der südlichen Längsseite bildet die Gerhard-Bronner-Straße eine Verbindung von Südtiroler Platz bzw. Sonnwendgasse zum südlichen Bahnhofseingang und zur Alfred-Adler-Straße, die 10. und 3. Bezirk durch das Neubaugebiet (und unter den neuen Gleisen durch) verbinden wird. Insgesamt sind drei Unterführungen, die so genannte Südbahnhofbrücke und der Arsenalsteg vorgesehen um die Stadtteile beiderseits des neuen Bahnhofsareals zu verbinden. Die Tragwerke von Brücke und Steg waren Ende 2011 bereits in Position, die Zufahrtswege werden großteils erst 2015 fertiggestellt.

Im Bahnhof selbst werden 14 Personenkassen, 22 Fahrkartenautomaten und mehrere Informationsschalter zur Verfügung stehen. Im Innenbereich sind mehr als 800 Sitzplätze allein in konsumfreien Zonen, eine ÖBB Lounge und ein interreligiöser Andachtsraum vorgesehen. In der Tiefgarage werden etwa 630 Pkw Platz finden. Die verschiedenen Ebenen werden mit Hilfe von Stiegenanlagen, 29 Rolltreppen sowie 14 Personen- und 5 Lastenaufzügen verbunden. Das Gesamtgelände umfasst auf einer Länge von 6 km 100 km Gleise mit 330 Weichen und 8 km Lärmschutzwänden.[18]

Der Hauptbahnhof und der Bahnhof Wien Meidling werden betrieblich als zusammenhängende Einheit arbeiten, die Züge an beiden Stationen halten.

Bahnsteige[Bearbeiten]

Die Bahnsteige 9 und 10 nach der Teilinbetriebnahme

Der Hauptbahnhof wird oberirdisch über fünf, 12,5 m breite, Mittelbahnsteige mit je zwei Gleisen sowie zwei Durchfahrtsgleise ohne Bahnsteig verfügen. Alle Bahnsteiggleise können von mehreren Zügen besetzt werden.[3] Entsprechend der Bahnsteignummerierung der ÖBB werden diese zehn Bahnsteige bzw. Gleise von Nord nach Süd mit 3 bis 12 bezeichnet, da die Nummern 1 und 2 für die unterirdische S-Bahn-Station vorgesehen sind:

  • Über die Gleise 3 und 4 (Bahnsteiglänge 340 m[5]) werden die Linien S60 und S 80[5] in die S-Bahn-Stammstrecke Richtung Meidling und weiter zur Westbahn eingebunden.
  • Die Gleise 5 und 6 (420 m) sollen von Eilzügen zur Süd- und zur Westbahn benützt werden.[5]
  • Die Gleise 7 und 8 (450 m)[5] sollen dem Süd-West-Umsteigeverkehr gewidmet werden.
  • Die Gleise 9 und 10 (450 m)[5] wurden Ende 2012 in Betrieb genommen und dienen dem Umsteigeverkehr zwischen Westbahn und Ostbahn (u. a. S60).
  • Die Gleise 11 und 12 (450 m)[5] wurden Ende 2012 in Betrieb genommen und nehmen die Züge Richtung Stadlau (Laaer Ostbahn, Marchegger Ostbahn) und Pottendorfer Linie (u.a. S80) auf.
  • Die zwei für Güterzüge gewidmeten Durchfahrtsgleise ohne Bahnsteige befinden sich zwischen den Gleisen 8 und 9 sowie am südlichen Rand in Anschluss an Gleis 12; sie dienen als Ersatz für den bereits aufgelassenen Steudeltunnel.

Die beiden bestehenden Seitenbahnsteige der Schnellbahn-Haltestelle Wien Südtiroler Platz, seit 9. Dezember 2012 Wien Hauptbahnhof, wurden informationstechnisch als Gleise 1 und 2 in den Hauptbahnhof integriert. Die Entscheidung, diesen beiden Gleisen, die auf 210 m Bahnsteiglänge ausgebaut wurden, die Nummern 1 und 2 zuzuteilen, ergab sich daraus, dass die Haltestelle seit ihrer Umbenennung in elektronischen Zuganzeigen als Teil des Hauptbahnhofs aufscheint und dass diese beiden Gleise auf Grund des dichten S-Bahn-Intervalls die meistbefahrenen unter diesem Bahnhofsnamen sind und sein werden.

Autoreisezuganlage[Bearbeiten]

Bahnsteige des Autoreisezug-Terminals

Im östlich, an der Arsenalstraße, gelegenen Terminal Wien Hauptbahnhof Autoreisezug (Bahnsteig 13-16) werden seit 14. Juni 2014 die ersten Züge abgefertigt. Mit Fahrplanwechsel im Dezember 2014 werden dann alle Autoreisezüge vom neuen Terminal aus geführt. Die Anlagen am Westbahnhof und in Wien Matzleinsdorf werden dann aufgelassen. Bis zur Fertigstellung des endgültigen Straßennetzes erfolgt die Zufahrt von Süden über Gudrunstraße und Laimäckergasse.[19]

Einkaufszentrum[Bearbeiten]

Das in der Bahnhofshalle und unter der Gleiszone untergebrachte Einkaufszentrum wird wie am Westbahnhof unter dem Namen BahnhofCity vermarktet. Auf 20.000 m² werden Flächen für Handel, Dienstleistungen und Gastronomie geschaffen. Das Center wird rund 100 Betriebe auf zwei Ebenen und einen Food-Court beherbergen. Anfang 2014 waren 96 % der Flächen vermietet. Die Eröffnung ist bereits für 10. Oktober 2014 eingeplant.[20]

Betriebsstützpunkt Matzleinsdorf[Bearbeiten]

Das betriebliche Zentrum des Hauptbahnhofs liegt südlich der Station an der Haltestelle Wien Matzleinsdorf. Von hier aus werden alle Fernverkehrszüge vor Abfahrt bereitgestellt. Ebenso erfolgt dort die Reinigung und Versorgung (bspw. Catering, Ausstattung der Schlafwagen) der Zuggarnituren. Das Areal wurde in den Jahren 2008 bis 2010 errichtet, umfasst auf rund 10 ha Gleisanlagen unter anderem Abstellanlagen für Lokomotiven und Reisezugwagen und den sogenannten Hightech Stützpunkt Matzleinsdorf der ÖBB-Technische Services. Eine weitere Wende- und Abstellmöglichkeit befindet sich östlich des Hauptbahnhofs bei der Autoreisezuganlage.

Siehe dazu: ÖBB Stützpunkt Matzleinsdorf

Architektur[Bearbeiten]

Aufgang zu den Bahnsteigen 11/12

Da der Bahnhof in enger Abstimmung mit den um ihn entstehenden neuen Stadtvierteln geplant worden ist, fanden wesentliche Leitbilder auch in der Neuerrichtung der Verkehrsstation Berücksichtigung. Beispielsweise wurde der Idee von der Auflösung der Barrierewirkung innerhalb der Stadt, wie sie durch die ehemaligen Bahnhöfe und deren Gleisanlagen gegeben war, auch beim Neubau Rechnung getragen. So besitzt der Bahnhof keine Schauseite, also keine klassische Vorder- oder Rückseite. Die Schaffung zweier gleichberechtigter Vorplätze (Nord und Süd) soll verhindern, dass sich eine Seite negativ entwickelt bzw. weniger belebt ist als die andere. Bautechnisch schwierig war, dass die höchsten Lasten (der Zugverkehr) im obersten Geschoss auftreten und im gesamten Bauwerk entsprechende Bewegungen verursachen. Die Gleisebene ist aus diesem Grund als Brückentragwerk ausgeführt und steht auf Lagern.[21]

Bahnsteigüberdachung[Bearbeiten]

Das Dach über den Bahnsteigen ist eine offene Konstruktion bestehend aus 2 Hälften. Eine Hälfte, das sogenannte „Rautendach“, besteht von oben gesehen aus 5 Reihen abwechselnd geneigter Trapezflächen, die pro Reihe so halb-versetzt sind, dass zwischen den Dachflächen eine vertikale Öffnung entsteht, die verglast ist und Licht unter das Dach bringt. Zusätzlich existieren zwischen 2 Zwillingsstützen 6 Meter x 30 Meter große Oberlichter an den höchsten Punkten der Dachflächen. Die Unterseite der Dachkonstruktion ist in Dreiecksflächen aufgelöst, wobei diese zu den Zwillingsstützen hin geneigt sind. Zum Südtiroler Platz verjüngt sich dieses Ensemble von Dachflächen, der Südbahn folgend. In einer Raute sind 2.300 Träger und 13.500 Blechzuschnitte verarbeitet. Das „Rautendach“ ist rund 200 Meter lang und 120 Meter breit. Die andere Hälfte des Daches besteht aus Flachdächern, die sich am östlichen Ende nach oben schwingen und ebenfalls von unterschiedlich facettierten Zwillingsstützen getragen werden. Die Bahnsteige liegen etwa 7 Meter, der höchste Dachflächenpunkt etwa 23 Meter über Straßenniveau. Die sichtbare Fläche des Daches umfasst 31.000 m², das Innere besteht aus Stahlfachwerk. Die Konstruktion in welcher etwa 7000 Tonnen Stahl verbaut sind, wurde von der Firma Unger Stahlbau realisiert und mit dem Österreichischen Stahlbaupreis 2013 ausgezeichnet.[22][23][24]

Die Formfindung, bspw. auch die Höhenversetzung der Dachkonstruktion, wurde von den Architekten aber schon alleine aufgrund von technischen Notwendigkeiten beeinflusst. So fördern die horizontalen Fenster zwischen den Rauten nicht nur den Tageslichteinfall, sondern boten auch die Möglichkeit Brandrauchentlüftungen zu integrieren ohne die Dachhaut (wie bspw. am Bahnhof Wien Praterstern) zu perforieren.

Innenausbau[Bearbeiten]

Tageslichtöffnung am Bahnsteig
Beispiel für die Steinverarbeitung

Die Gestaltung des Innenausbaus soll das subjektive Sicherheitsgefühl verstärken und die bisher an Süd- und Ostbahnhof präsente Obdachlosen- und Drogenszene fernhalten. So gibt es beispielsweise offene Hallen und breite Stiegenanlagen anstatt Nischen und engen Passagen. Die Lichtausgestaltung wie auch der Einsatz von Tageslichtöffnungen in Böden und Decken, welche vom Bahnsteig bis in die Tiefgarage durchgehen, sollen eine durchwegs angenehme Atmosphäre schaffen. Auch die Anordnung der Handelsflächen nimmt auf diesen Wunsch Rücksicht, so sollen Geschäfte, welche alkoholische Getränke verkaufen, nicht in den Eingangsbereichen angesiedelt werden. Derartige Maßnahmen finden beispielsweise auch beim umgebauten Westbahnhof Anwendung.[25]

Im Innenausbau wurden vermehrt hochqualitative Materialien verarbeitet. Naturstein- und Glasflächen sollen nicht nur optisch ansprechend sein, sondern auch Erhaltungskosten und Vandalismusschäden gering halten. Im Wand- und Bodenbereich wurde Serpentinit in „Tauerngrün“, ein Gestein aus Österreich, verarbeitet. Einbauten wie Hinweisschilder, Türen und Löschwasserhydranten sind in die Wände integriert. Der Anschlussbereich zwischen Boden und Wand ist in einem dunkleren Farbton gehalten und wurde als geschliffene Hohlkehle ausgeführt. Eine Ausnahme bilden die Aufgänge zu den Bahnsteigen, welche mit reflektierendem schwarzem Glas verkleidet sind.[26]

Umwelt & Haustechnik[Bearbeiten]

Der Hauptbahnhof wird mit umweltfreundlicher Fernwärme und Fernkälte versorgt. Dabei bedient die Fernkälteanlage am Hauptbahnhof neben der Verkehrsstation unter anderem auch die ÖBB Konzernzentrale nebenan und weitere Bauprojekte in den Stadtentwicklungsgebieten um den Bahnhof. Sie besteht aus der Kältezentrale mit Kühlmaschinen unter dem Gleiskörper, aus Kühltürmen zur Rückkühlung im Schweizer Garten und dem eigentlichen Rohrnetz. Bei einer Leistung von 20 Megawatt in der ersten Ausbaustufe kann eine Fläche von 400.000 m² klimatisiert werden.[27] Ein Viertel der Heiz- und Kühlenergie soll außerdem über Geothermie bezogen werden.[28]

Die östlichen Flachdachbereiche der Bahnsteigüberdachung wurden mit einer 1.200 m² großen Photovoltaikanlage bestückt. Die dabei gewonnene Energie soll in die Beleuchtung des Bahnhofs eingespeist werden.[29]

Das Projekt Hauptbahnhof Wien der ÖBB Holding AG erhielt 2014 den Umweltpreis der Stadt Wien. Ausschlaggebend dafür war die Energieeffizienz des Verkehrsbauwerks an sich, wie auch die nachhaltige Baustellenabwicklung. Ein Großteil des Abbruchmaterials des Süd- und Ostbahnhofs wurde direkt vor Ort wiederverwendet bzw. auf dem Schienenweg verbracht.[30]

Im Hohlraum unter dem Dach der Halle Nord befindet sich eine der drei Haustechnikzentralen. Hier sind die Heiz- und Kühlsysteme, wie auch die Brandschutzanlage untergebracht. Sie besteht unter anderem aus 90.000 m² Lüftungskanälen, 16 Brandentrauchungssystemen, etwa 1.800 Brandschutzklappen, 4.500 Brandmeldern und rund 15.000 Sprinklerköpfen.[31]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Lage des Hauptbahnhofs im Eisenbahnnetz von Wien
Übergang vom Wiener Linien in den ÖBB-Bereich innerhalb der Verteilerpassage

Anbindung an den Wiener Stadt- und Regionalverkehr[Bearbeiten]

Die Verkehrsstation Südtiroler Platz (so der Name bis zur Errichtung des Hauptbahnhofs) wurde in den Jahren 2007 bis 2012 generalsaniert und adaptiert um für die neuen Personenströme ausgelegt zu sein. Im Zuge dessen wurde eine Fußgängerpassage geschaffen, die die U-Bahn Station zukünftig direkt mit der Halle Nord verbinden wird. Zusätzlich sind auch alle übrigen öffentlichen Verkehrsmittel auf der Nordseite des Hauptbahnhofs mit ihr verknüpft. Sie unterquert die Gürtelfahrbahn, die Haltestelle der Straßenbahnlinie 18 und die S-Bahn Stammstrecke, die an dieser Stelle allesamt in Tieflage verlaufen. Besonders ist, dass die Unterführung dabei mit Sichtfenstern zu den unterirdischen Straßenbahn- wie auch S-Bahn-Strecken ausgestattet ist. Durchschreitenden Fahrgästen wird also freier Blick auf die beiden Gleisbereiche gewährt. Im Bereich der Straßenbahnstrecke gelangt dabei zusätzlich Tageslicht in das Bauwerk, da die Passage unterhalb der offenen Einfahrtsrampe zur U-Straßenbahn liegt.

Der noch fehlende Anschluss an die Halle Nord wird im Oktober 2014 erfolgen.

S-Bahn[Bearbeiten]

Am 17. Jänner 1962 wurde die unterirdische S-Bahn-Haltestelle Südtiroler Platz gemeinsam mit der S-Bahn-Stammstrecke der ÖBB in Betrieb genommen. Seit 9. Dezember 2012 heißt die Haltestelle Wien Hauptbahnhof (Bahnsteige 1 und 2). Hier verkehren seit dem Fahrplanwechsel an diesem Tag die Linien S1, S2 und S3.

Seit 9. Dezember 2012 halten Züge der S-Bahn-Linien S60 und S 80 an den Bahnsteigen 9 bis 12 des Hauptbahnhofs in Hochlage. Die S60 verbindet West- und Ostbahn; die S80 kombiniert einen Teil der Marchegger Ostbahn mit der Pottendorfer Linie nach Wr. Neustadt Hbf.

U-Bahn[Bearbeiten]

1978 eröffneten die Wiener Linien im Zuge der Inbetriebnahme des ersten Abschnittes der U-Bahn-Linie U1 zwischen Reumannplatz und Karlsplatz die Station Südtiroler Platz, welche seit 9. Dezember 2012 nun Südtiroler Platz – Hauptbahnhof heißt.

Straßenbahn[Bearbeiten]

Haltestelle Hauptbahnhof Ost der Linie D unter dem Bahntragwerk in der Karl-Popper-Straße

Seit 1959 besteht für die auf dem Wiedner Gürtel verkehrende Straßenbahnlinie 18 eine eigene unterirdische Haltestelle. Die Straßenbahnlinie O hält oberirdisch auf dem Südtiroler Platz. Beide Straßenbahnstationen tragen den Namen Hauptbahnhof.

Seit 9. Dezember 2012 hat die Straßenbahnlinie D, die ihre südliche Endstation bis dahin beim Südbahnhof hatte, in einiger Entfernung von den anderen genannten Linien an der neu errichteten Karl-Popper-Straße, die den Bahnhof unterquert, eine Haltestelle namens Hauptbahnhof Ost. Sie ist über die östlichen Bahnsteigabgänge zu erreichen.

Autobus[Bearbeiten]

Die städtischen Autobuslinien 13A und 69A halten wie die Straßenbahnlinie O im Nahbereich des nördlichen Bahnhofsvorplatzes. Am westlichen Rand des Südtiroler Platzes befindet sich der Autobusbahnhof für regionale Buslinien.

Übersicht der Linien im Verkehrsverbund Ost-Region[Bearbeiten]

Österreichische Bundesbahnen Regional- und Regionalexpress-Züge nach Deutschkreutz, Bratislava, Marchegg, Pamhagen, Wulkaprodersdorf, Györ, Payerbach-Reichenau, Břeclav, Znojmo, Wiener Neustadt Hbf

S 1 Mödling - Wien Meidling - Wien Hauptbahnhof 1-2 - Wien Floridsdorf - Gänserndorf

S 2 Wiener Neustadt Hbf - Baden - Wien Meidling - Wien Hauptbahnhof, Gleise 1 und 2 - Wien Floridsdorf - Wolkersdorf - Mistelbach - Laa an der Thaya

S 3 Wien Meidling - Wien Hauptbahnhof, Gleise 1 und 2 - Wien Floridsdorf - Stockerau - Absdorf-Hippersdorf bzw. Hollabrunn

S 60 Rekawinkel - Wien Hütteldorf - Wien Meidling - Wien Hauptbahnhof, Gleise 9 bis 12 - Bruck an der Leitha

S 80 Wien Hirschstetten - Wien Stadlau - Wien Simmering - Wien Hauptbahnhof, Gleise 9 bis 12 - Wien Meidling - Ebenfurth - Wiener Neustadt Hbf

U1 Reumannplatz - Hauptbahnhof - Karlsplatz - Stephansplatz - Praterstern - Kaisermühlen VIC - Leopoldau

18 Burggasse-Stadthalle - Westbahnhof - Matzleinsdorfer Platz - Hauptbahnhof - Quartier Belvedere - St. Marx - Schlachthausgasse (Stadionbrücke)

D Beethovengang - Nussdorf - Franz-Josefs-Bahnhof - Schottentor - Schwarzenbergplatz - Schloss Belvedere - Quartier Belvedere - Hauptbahnhof Ost - Alfred-Adler-Straße

O Migerkastraße (Raxstraße, Rudolfshügelgasse) - Hauptbahnhof - Quartier Belvedere - Rennweg - Ungargasse - Landstraße/Wien Mitte - Radetzkyplatz - Praterstern

13A Skodagasse - Neubaugasse - Mariahilfer Straße - Pilgramgasse - Wiedner Hauptstraße - Hauptbahnhof

69A Simmering, Simmeringer Platz - Geiselbergstraße - Quartier Belvedere - Hauptbahnhof

N66 Kärntner Ring, Oper - Schwarzenbergplatz - Hauptbahnhof - Alterlaa - Liesing

Anbindung an den Flughafen Wien[Bearbeiten]

Ab Dezember 2014 werden die ersten Fernzüge aus dem Westen über den Bahnhof zum Flughafen Wien weitergeführt. Im ersten Jahr werden ausschließlich ICE-Kurse die neue Relation bedienen. Die dafür notwendige 2,1 km lange Gleisverbindung zwischen der Ostbahn und der Pressburger Bahn (hier verkehrt heute die Linie S7 zum Flughafen) wird seit dem Jahr 2012 errichtet. Die regionale Nutzung ist noch offen. Die Fahrzeit zum Bahnhof Flughafen Wien wird rund 15 Minuten betragen.[32][33]

Radverkehr[Bearbeiten]

Die Verkehrsstation, die umliegenden Anlagen und neuen Stadtteile werden in das bestehende Radwegnetz integriert. Im Bahnhof selbst wird neben klassischen Radabstellplätzen auch eine geschlossene Fahrradgarage mit zweigeschossigen Fahrradboxen für insgesamt 1000 Räder auf 1.600 m² untergebracht. Die Planungen sehen auch die Ansiedlung eines Fahrradgeschäftes mit Werkstätte vor. Zudem befindet sich eine Citybike-Verleihstation mit 39 Bikeboxen entlang des Wiedner Gürtels beim Vorplatz Nord.

Neue Stadtteile[Bearbeiten]

Das Sonnwendviertel im Bereich Helmut-Zilk-Park im Juni 2014

Durch den Abriss des Südbahnhofs, die Entfernung alter Gleisanlagen, Absiedlung des Frachtenbahnhofs und die schlankere Anordnung des neuen Bahnhofs entstanden große Freiflächen.[34] Von der Gesamtfläche des alten Bahnhofsareals, 109 Hektar, entfallen nunmehr etwa 50 Hektar auf den neuen Bahnhof samt Zufahrtsgleisen, etwa 25 Hektar auf das Quartier Belvedere und etwa 34 Hektar auf das Sonnwendviertel. Beide Stadtteile befinden sich in Bau.

Kritik[Bearbeiten]

Kritiker bemängeln hauptsächlich das städtebauliche und architektonische Programm des zukünftigen Hauptbahnhofareals.

  • So soll im Hauptbahnhof ein Einkaufszentrum mit über 100 Geschäften angesiedelt werden. Dies könnte sich nach Meinung des Stadtplaners Reinhard Seiß nachteilig auf die gefestigte umliegende Einzelhandel-Infrastruktur (insbesondere die Favoritenstraße) auswirken. Vor allem wird bemängelt, dass das Einkaufen im Hauptbahnhof eine dominierendere Stellung einnehmen könnte als die eigentliche Bahnhofsfunktion.[35][36]
  • Der Verkehrsplaner Hermann Knoflacher bemängelt, die Bahnsteiggleise im Hauptbahnhof würden nicht ausreichen, um den Fahrgaststrom im Fall einer Zunahme der Fahrgastzahlen bewältigen zu können. Auch wären zu wenig bauliche „Pufferflächen“ für eventuelle zukünftige Bahnsteigausbauten vorgesehen. Der Hauptbahnhof könnte so zu einem Nadelöhr im Schienenverkehr werden.[35]
  • Problematisiert wird auch die Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz. So wird nur eine U-Bahn-Linie (U1) den Hauptbahnhof anfahren. Die Wegzeit von der U-Bahn-Station Südtiroler Platz zum Hauptbahnhof (ca. 6,5 min, rund 440 m) wird vom Rechnungshof und vom EU-Verkehrspolitiker Michael Cramer kritisiert.[37][38] Eine Netzanalyse hat ergeben, dass sich durch den Einfluss des Hauptbahnhofs auf das Wiener U-Bahn-Netz die U-Bahn-Linien U1 und U6 ihren Auslastungsgrenzen nähern werden und dass über das Jahr 2025 hinaus eine ausreichende Betriebsqualität nicht mehr sicherzustellen sei.[39] Die Verlängerung der Linie U2 zum Hauptbahnhof, wie sie unter anderem von Hermann Knoflacher gefordert wurde,[40] ist nicht geplant.
  • Der Rechnungshof äußerte sich kritisch über die geschätzten Kosten des Bauvorhabens und ihre Entwicklung.[41]

Literatur[Bearbeiten]

  • Wolfgang Kos, Günter Dinhobl (Hrsg.): Großer Bahnhof. Wien und die weite Welt. Czernin, Wien 2006, ISBN 3-7076-0212-5 (Sonderausstellung des Wien-Museums 332), (Ausstellungskatalog, Wien, Wien-Museum, 28. September 2006 – 25. Februar 2007).
  •  Ralf Roman Rossberg: Wien Hbf – Europas neue Mitte. In: eisenbahn magazin. Nr. 6/2011, Alba Publikation, Düsseldorf Juni 2011, ISSN 0342-1902, S. 28–30.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wien Hauptbahnhof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die zentrale Verkehrsdrehscheibe abgerufen am 6.Juli 2014
  2. a b  Oswald: Projekt »Bahnhof Wien« vorgestellt. In: Schienenverkehr aktuell. 22, Nr. 8, 1995, S. 18 f..
  3. a b c d e Karl-Johann Hartig: Hauptbahnhof Wien – ein Jahrhundertprojekt entsteht. In: Eisenbahntechnische Rundschau, Heft September 2008, S. 570−573.
  4. „Masterplan für Wien“ auch für den Eisenbahnverkehr. In: Eisenbahn Österreich, 4/2004, S. 152 f, ISSN 1421-2900.
  5. a b c d e f g Hauptbahnhof Wien behindert Ausbau der ÖBB. In: Eisenbahn Österreich, 1 / 2007, S. 50
  6. a b Judith Engel: Die Weichen sind gestellt. Hauptbahnhof Wien – die zentrale Verkehrs-Drehscheibe. In: Eisenbahntechnische Rundschau, Heft September 2008, S. 574−577
  7. a b c Dietmar Zierl: Neugestaltung von historisch gewachsenen Eisenbahnknoten am Beispiel von Wien und Salzburg. In: Eisenbahntechnische Rundschau, Nr. 12, Dezember 2008, S. 837–841
  8.  Das Betriebskonzept für die „Haltestelle“ Wien Hauptbahnhof. In: Eisenbahn-Revue International. Nr. 6, 2014, ISSN 1421-2811, S. 281 f..
  9. Das Projekt Hauptbahnhof Wien S.7, abgerufen am 7.Juni 2014
  10. orf.at: Bau für Hauptbahnhof Wien hat begonnen, abgerufen am 12. Juni 2007
  11. Spatenstich für Bahnorama
  12. Der Fahrplan für den Wiener Hauptbahnhof vom 15.April 2012.
  13. „Wir sind ein Tausendfüßler“ vom 3.April 2014
  14. "Wir sind dicht" vom 19.Februar 2014
  15. Der Fahrplan für den Wiener Hauptbahnhof vom 15.April 2012.
  16. Wien: Hauptbahnhof geht in Teilbetrieb. In: DiePresse.com. 7. Dezember 2012, abgerufen am 19. November 2013.
  17. Wien Hauptbahnhof: Neue Mobilität im Zentrum Wiens vom 10. Juni 2014
  18. Das Projekt Hauptbahnhof Wien S.4, abgerufen am 7.Juni 2014
  19. Wien Hauptbahnhof Autoreisezug abgerufen am 31.Mai 2014
  20. Wiener Hauptbahnhof: Einkaufszentrum eröffnet im Herbst vom 20.Jänner 2014
  21. Gemeinsam gebaut vom 24.April 2014
  22. Rautendach des Hauptbahnhofes - Symbol für Dynamik vom 30.September 2013
  23. Hauptbahnhof Wien: "Wahrzeichen" fertig vom 31.März 2014
  24. Unger Steel Group gewinnt Österreichischen Stahlbaupreis 2013 vom 11.Juni 2013
  25. Keine alte Drogenszene am neuen Wiener Hauptbahnhof vom 18.September 2012
  26. Gedankengebäude Hauptbahnhof: „Kathedralen der Zukunft“ vom 1.Mai 2014
  27. Wien Energie abgerufen am 31.Mai 2014
  28. Sonnenkollektoren und Geothermie für Wiener Hauptbahnhof vom 10. Juli 2012
  29. Hauptbahnhof erhält Solaranlage in Minimal-Ausführung vom 10. Juli 2012
  30. Gewinnerinnen und Gewinner des Umweltpreises 2014 abgerufen am 31. Mai 2014
  31. Wien Hauptbahnhof: Dachgleiche Haupteingangshalle erreicht abgerufen am 31. Mai 2014
  32. Baustart für Direktverbindung Hauptbahnhof-Flughafen vom 7. Mai 2012
  33. Flughafen Wien wird Hauptbahnhof vom 13. April 2014
  34. Special # 45, Beilage zur Wochenzeitschrift Falter, Wien, Nr. 23, 8. Juni 2011, im Auftrag der Stadt Wien
  35. a b Es wird einmal ein Bahnhof sein. artgenossen im Kulturmontag vom 29. August 2011 im ORF
  36. Vgl. auch Christopher Wurmdobler: Bahnhof verstehen. in Falter, Nr 03/08. Darin spricht Dietmar Steiner von Shoppingmalls mit Gleisanschluss. Abgerufen am 23. Dezember 2013.
  37. Bericht der Rechnungshofs: Verkehrsanbindung und Stadtentwicklung Hauptbahnhof Wien. Wien 2010/03. TZ 37.2 (PDF-Datei. Website des Rechnungshofs; 6,6 MB) Abgerufen am 31. August 2011.
  38. Christian Mayr: EU-Verkehrsexperte kritisiert Hauptbahnhof. In: Wiener Zeitung, 4. Oktober 2010. Abgerufen am 31. August 2011.
  39. Bericht der Rechnungshofs: Verkehrsanbindung und Stadtentwicklung Hauptbahnhof Wien. Wien 2010/03. TZ 38.1 (PDF-Datei. Website des Rechnungshofs; 6,6 MB) Abgerufen am 31. August 2011.
  40. http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/312214/Kritik-an-Hauptbahnhof_Fehlende-U2-eine-Katastrophe
  41. Bericht der Rechnungshofs: Verkehrsanbindung und Stadtentwicklung Hauptbahnhof Wien. Wien 2010/03. TZ 9-13 (PDF-Datei. Website des Rechnungshofs; 6,6 MB) Abgerufen am 13. Dezember 2011.
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