Wienhausen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wienhausen
Wienhausen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wienhausen hervorgehoben
52.58305555555610.18305555555642Koordinaten: 52° 35′ N, 10° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Celle
Samtgemeinde: Flotwedel
Höhe: 42 m ü. NN
Fläche: 40,38 km²
Einwohner:

4196 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 104 Einwohner je km²
Postleitzahl: 29342
Vorwahl: 05149
Kfz-Kennzeichen: CE
Gemeindeschlüssel: 03 3 51 022
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Alten Bahnhof 3
29342 Wienhausen
Bürgermeister: Karl-Heinz Pickel (CDU)
Lage der Gemeinde Wienhausen im Landkreis Celle
Landkreis Celle Niedersachsen Landkreis Heidekreis Landkreis Uelzen Landkreis Gifhorn Region Hannover Faßberg Hermannsburg gemeindefreies Gebiet Lohheide Bergen Winsen Wietze Hambühren Celle Adelheidsdorf Hagen Wathlingen Bröckel Eicklingen Wienhausen Langlingen Unterlüß Eschede Scharnhorst Hohne Langlingen Eldingen Habighorst Ahnsbeck Höfer Beedenbostel LachendorfKarte
Über dieses Bild

Wienhausen (niederdeutsch Wienhusen) ist eine Gemeinde im Landkreis Celle in Niedersachsen. Seit dem 12. August 2011 führt Wienhausen offiziell den Beinamen „Klostergemeinde“.[2]

Inhaltsverzeichnis

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Wienhausen liegt südöstlich von Celle an der Aller. Die Gemeinde ist Verwaltungssitz der Samtgemeinde Flotwedel im Bundesland Niedersachsen, mit den Gemeinden Bröckel, Eicklingen, Langlingen und Wienhausen. Die Gemeinde Wienhausen grenzt an die Gemeinden Nienhagen, Ahnsbeck, Lachendorf und Hohne.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Für die Gemeinde sind sechs Ortsteile ausgewiesen[3]:

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung der Gemeinde war im Jahr 1052 als Huginhusen.[4] Hier könnte auch die am früheren Zusammenfluss von Aller und Oker gelegene Mundburg des Bischofs Bernward im Jahre 998 gelegen haben. Es wird zwar auch der Ort Müden am heutigen Zusammenfluss von Aller und Oker für die Burg angenommen, jedoch hatte Bernward privat im nahen Schepelse und in Wathlingen lt. Horst Gädtke Grundbesitz.[5] Auch liefen hier in Wienhausen die wichtigen Wege von Wittingen und Hankensbüttel her zusammen.

Herzog Otto I. das Kind schenkte seiner Tante Agnes von Landsberg ein Haus, „Domus Ottonis“ (Ottos Haus) genannt, nebst Ländereien und Waldungen im Celler Stadtgebiet urkundlich 1243 mit der Befugnis, es dem Kloster Wienhausen überlassen zu dürfen.[6]

1715 wurde der Gartenkünstler Georg Ludwig Charbonnier am Jagdschloss in Wienhausen angestellt.[7]

Am 12. April 1945 wurde Wienhausen durch das 335. und 333. Regiment der 84. U.S. Infanterie-Division befreit[8]. Nur wenige Tage zuvor, zwischen dem 6. und 8. April 1945 gelangten KZ-Transportzüge mit dem Ziel Bergen-Belsen bzw. Neuengamme durch Wienhausen[9]. Einer der Züge wurde am 8. April 1945 bei einem alliierten Bombenangriff auf Celle getroffen. Im Folgenden ereigneten sie die tragischen Ereignisse, die als Massaker von Celle in die Geschichte eingingen. Nachweislich hielt einer der Züge (vermutlich der zweite) auf der ehemaligen Bahnstrecke Celle - Gifhorn bei Wienhausen. Bei dem Halt wurden verstorbene Häftlinge vergraben und es gibt Hinweise darauf, dass noch Lebende ermordet wurden[10]. Im Mai 1947 wurden die Leichen exhumiert und auf dem Waldfriedhof in Celle bestattet.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1973 wurden die Gemeinden Bockelskamp, Nordburg, Offensen und Oppershausen eingegliedert.[11]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Wienhausen setzt sich aus 15 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

CDU SPD LUB Grüne FDP Gesamt
2001 8 5 2 0 0 15 Sitze
2006 8 4 1 1 1 15 Sitze [12]
2011 8 3 2 2 0 15 Sitze

letzte Kommunalwahl am 11. September 2011[13]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „in Silber über grünen Schildfuß, darin ein silberner Bach, eine rote Kirche mit Stufengiebel, drei gotischen Fenstern und spitzbedachten seitlichen Treppentürmen. Der Schildfuß und die Portalstelle sind belegt mit einem goldenen Schild, darin ein rotbewehrter blauer Löwe, zwischen dessen Vorderpranken ein rotes Herz schwebt (Wappen des Landkreises Celle). Der Stufengiebel ist beseitet von zwei grünen Eichenblättern“.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit Juli 1985 besteht eine Partnerschaft mit der Gemeinde Portbail aus Frankreich.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Zisterzienserinnen-Kloster, von Nienhagen nach Wienhausen 1231 die Verlegung wurde veranlasst von der Schwiegertochter Heinrich des Löwen, Agnes von Landsberg, Tochter von Konrad II. von Landsberg, mit gotischen Truhen und Schränken und den berühmten Bildteppichen. Im Kloster Wienhausen wurden die ältesten bekannten Brillengestelle und das Wienhäuser Liederbuch gefunden.
  • Das Kloster verfügt mit der St.-Marien-Kirche und dem getrennt stehenden hölzernen Glockenturm über eine interessante Architektur.
  • Direkt am Klosterteich ist die alte Wassermühle (erste urkundliche Erwähnung 1351), die heute einen stromerzeugenden Generator antreibt.
  • Davor steht der Stamm der Blasek-Eiche, der an das Geschenk Kaiser Heinrichs III. um 1052 an den Bischof von Hildesheim erinnern soll: Huginhusen = Wienhausen.
  • Im Ortsteil Oppershausen steht die Maria-Magdalenen-Kapelle, die im Jahr 1657 errichtet wurde.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Teppichausstellung im Kloster vom 31. Mai bis 3. Oktober
  • Regelmäßige Gottesdienste in der Evangelisch-lutherischen Kirche
  • Regelmäßige Gottesdienste in der Freien ev. Gemeinde
  • Weihnachtsmarkt am Dorfplatz vor dem alten Rathaus im Dezember jeden Jahres[14]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Helmut Siuts (1994, langjährige Pflege und Förderung der Chormusik, Ehrenchorleiter des Männergesangvereins Wienhausen)

Persönlichkeiten, die im Ort gewohnt haben oder wohnen[Bearbeiten]

  • Hans Jürgen Baden, (* 1911; † 1986), evangelischer Theologe, Honorarprofessor und Schriftsteller, bis 1951 Pfarrer in Wienhausen
  • Hanna Fueß, Heimatschriftstellerin (von 1951 bis 1972 im Damenstift Kloster Wienhausen)
  • Frieder Gadesmann, (* 1943), evangelischer Theologe und Erziehungswissenschaftler (von 1949 bis 1965 im Ortsteil Bockelskamp)
  • Karl-Heinrich Langspecht, (* 1950; † 2011), Jurist und Landtagsabgeordneter (CDU)

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Johannes Wiebe: Kloster Wienhausen. In: Landkreis Celle (Hrsg.): Der Speicher. Faßberg 1978, S. 247ff.
  • Bernhard Otte: Ballholen (in Bockelskamp). In: Landkreis Celle (Hrsg.): Der Speicher. Faßberg 1978, S. 307ff.
  • Georg Santelmann: Die Oppershäuser Kapelle. In: Landkreis Celle (Hrsg.): Der Speicher. Faßberg 1978, S. 258.
  • Horst Appuhn: Kloster Wienhausen. Wienhausen 1986. ISBN 3-9801316-0-2
  • Chronic des Klosters Wienhausen, ursprünglich bis 1692, nachträglich bis 1793 geschrieben, Chronik und Totenbuch des Klosters Wienhausen, bearb. von Horst Appuhn. Wienhausen 1986. ISBN 3-9801316-6-1
  • Matthias Blazek: Chronik 75 Jahre Ortsfeuerwehr Wienhausen 1930–2005. Wienhausen 2005.
  • Matthias Blazek: Im Schatten des Klosters Wienhausen – Dörfliche Entstehung und Entwicklung der Dörfer im Flotwedel, ausgeführt und erläutert am Beispiel der Dörfer Bockelskamp und Flackenhorst. ibidem-Verlag, Stuttgart 2010 ISBN 978-3-8382-0157-3

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wienhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland nach Bevölkerung am 31.12.2011 auf Grundlage des Zensus 2011 und früherer Zählungen (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Bundesamt
  3. http://www.plz-suche.org/de/niedersachsen/kreis.celle/wienhausen/6600.html
  4. 1022−38 besaß der Hildesheimer Bischof in „Huginhusen“ einen großen Wirtschaftshof (Löffler, Eugenie; Dörries, Hans; Weber, Hans, Zentralkommission für Wissenschaftliche Landeskunde von Deutschland − Eine vergleichende Städtegeographie, Band 27, Stuttgart 1929, S. 258).
  5. Vgl. Blazek, Matthias; Bütepage, Günther, Dorfgeschichte Wiedenrode, Langlingen 2004, S. 13.
  6. Blazek, Matthias, Dorfgeschichte Ottenhaus − Eine Spurensuche −, mit Unterstützung von Wolfgang Brandis, Archivar der Lüneburger Klosterarchive, Celle 2005, S. 6.
  7. Helmut Knocke: Charbonnier, in: Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 84, online über Google-Bücher
  8. siehe Ulrich Saft, Krieg in der Heimat
  9. Siehe: http://found-places.blogspot.de/2012/08/zusammenhange-der-auffindung-von.html
  10. Siehe: http://found-places.blogspot.de/2012/08/zusammenhange-der-auffindung-von.html
  11.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 223.
  12. Endergebnis Kommunalwahl 2006.
  13. Endergebnis der Kommunalwahl am 11. September 2011
  14. weihnachtsmarkt-deutschland.de.