Wiesbadener Kurier

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Wiesbadener Kurier
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Beschreibung deutsche Tageszeitung
Verlag Wiesbadener Kurier GmbH & Co. Verlag und Druckerei KG
Erstausgabe 2. Oktober 1945
Erscheinungsweise täglich Montag bis Samstag
Verkaufte Auflage
(IVW 1/2014, Mo–Sa)
59.500[1] Exemplare
Chefredakteur Stefan Schröder
Herausgeber Verlagsgruppe Rhein Main
Weblink wiesbadener-kurier.de
Fassade des Pressehauses Wiesbadener Kurier in der Wiesbadener Fußgängerzone

Der Wiesbadener Kurier ist eine deutschsprachige Tageszeitung, die in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden erscheint. Er gehört zur Rhein-Main-Presse und wird von der Verlagsgruppe Rhein-Main herausgegeben, genauso wie sein deutlich kleinerer „Stadtkonkurrent“, das Wiesbadener Tagblatt. Die Auflage des Wiesbadener Kuriers wird nicht gesondert ausgewiesen und liegt bei circa 53.000 Exemplaren. Der Kurier und das Tagblatt erreichen gemeinsam eine verkaufte Auflage von 59.500 Exemplaren.[2]

Der Sitz befindet sich im Pressehaus in der Wiesbadener Fußgängerzone (Langgasse 21). Chefredakteur ist Stefan Schröder.

Geschichte[Bearbeiten]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bedurfte die Herausgabe von Zeitungen der Lizenz der (in diesem Fall amerikanischen) Besatzungsmacht. Die US-Militärbehörden mißtrauten den Altverlegern und erteilten Lizenzen nur an politisch zuverlässige Personen, die nicht zuvor als Verleger tätig waren (sogenannte Lizenzpresse).

In Wiesbaden war bis 1943 das Wiesbadener Tagblatt erschienen. Dessen Verleger, Gustav Schellenberg, erhielt nicht nur keine Lizenz, seine Druckerei wurde auch beschlagnahmt und den Lizenznehmern des neuen Wiesbadener Kuriers zur Verfügung gestellt. Der Wiesbadener Kurier war nach der Frankfurter Rundschau, der Marburger Presse und den Hessischen Nachrichten die vierte Lizenzzeitung in Hessen.

Herausgeber (Lizenznehmer) wurden das ehemalige Zentrumsmitglied Georg Alfred Mayer[3] und Fritz Otto Ulm, der der SPD nahestand. Ulm war als Chefredakteur für die Inhalte hauptverantwortlich. Die erste Ausgabe erschien am 2. Oktober 1945 mit einer Auflage von 90.000 Exemplaren. Anfangs erschien die Zeitung zwei mal wöchentlich am Mittwoch und Samstag. Der Bezugspreis betrug anfänglich 1,55 Reichsmark im Monat.

Durch eine Anordnung der amerikanischen Militärregierung vom 24. Oktober 1945 wurde das Verbreitungsgebiet des Wiesbadener Kuriers und das der Frankfurter Rundschau gegeneinander abgegrenzt. Der Wiesbadener Kurier war für die Stadt Wiesbaden, den Rheingaukreis und Untertaunuskreis zuständig. Weiterhin erstreckte sich die Zuständigkeit auf Teile des Oberlahnkreises, des Landkreis Limburg, Landkreis Usingen und Main-Taunus-Kreis. Ab dem 19. März 1946 erschien die Zeitung an drei Tagen in der Woche. Aufgrund Papiermangels sank die Auflage zum 1. Juli 1946 auf 65.000 Exemplare. Am 1. September 1946 wurde das Erscheinen auf vier Tage (Dienstag, Mittwoch, Freitag und Samstag) ausgeweitet. Der Bezugspreis stieg auf 3,05 Reichsmark. Am 1. August 1946 wurde eine Deutschland-Ausgabe eingeführt. Diese musste aber bereits am 31. Januar 1948 eingestellt werden.

Seit dem 1. Oktober 1949 erschien das Höchster Kreisblatt als Kopfblatt des Wiesbadener Kuriers.

1952 wurde Robert Müller dritter Geschäftsführer der Zeitung. Nach dem Tod von Georg Mayer im August 1954 erwarben Müller und Ulm dessen Anteile. Am 1. Juli 1965 erwarb die Mainzer Verlagsanstalt (MVA) die Anteile an der Zeitung. Die MVA hatte bereits vorher das Wiesbadener Tagblatt erworben.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mit Wiesbadener Kurier
  2. laut IVW, erstes Quartal 2014, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  3. Georg Alfred Mayer im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)