Wiesenburg/Mark

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Wiesenburg/Mark führt kein Wappen
Wiesenburg/Mark
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wiesenburg/Mark hervorgehoben
52.11666666666712.449722222222167Koordinaten: 52° 7′ N, 12° 27′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Potsdam-Mittelmark
Höhe: 167 m ü. NHN
Fläche: 218,2 km²
Einwohner: 4461 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 20 Einwohner je km²
Postleitzahl: 14827
Vorwahl: 033849
Kfz-Kennzeichen: PM
Gemeindeschlüssel: 12 0 69 665
Gemeindegliederung: 14 Ortsteile, 7 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schlossstr. 1
14827 Wiesenburg/Mark
Webpräsenz: www.wiesenburgmark.de
Bürgermeisterin: Barbara Klembt (Die Linke)
Lage der Gemeinde Wiesenburg/Mark im Landkreis Potsdam-Mittelmark
Bad Belzig Beelitz Beetzsee Beetzseeheide Bensdorf Borkheide Borkwalde Brück Buckautal Golzow Görzke Gräben Havelsee Kleinmachnow Kloster Lehnin Linthe Linthe Michendorf Mühlenfließ Niemegk Nuthetal Päwesin Planebruch Planetal Rabenstein/Fläming Rosenau (Brandenburg) Roskow Schwielowsee Seddiner See Stahnsdorf Teltow Treuenbrietzen Wenzlow Werder (Havel) Wiesenburg/Mark Wollin Wusterwitz Ziesar Groß Kreutz BrandenburgKarte
Über dieses Bild
Jagdschloss in Medewitzerhütten
Denkmalgeschützte Ziegelei in Reetz
Schloss in Schmerwitz
Feldsteinkirche in Wiesenburg, 13. Jahrhundert, Turm von 1879

Wiesenburg/Mark ist eine amtsfreie Gemeinde im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg. Sie entstand 2001 durch den Zusammenschluss von 14 vorher selbständigen Gemeinden, die von 1992 bis 2001 vom Amt Wiesenburg verwaltet wurden.

Geografie[Bearbeiten]

Wiesenburg liegt im südwestlichen Teil des Landkreises Potsdam-Mittelmark. Es grenzt im Norden an das Amt Ziesar, im Nordosten und Osten an die amtsfreie Stadt Bad Belzig, im Südosten an das Amt Niemegk und im Süden und Westen an das Bundesland Sachsen-Anhalt. Das Gemeindegebiet gehört zum Naturpark Hoher Fläming.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zu Wiesenburg/Mark gehören seit der Bildung der Großgemeinde am 1. Dezember 2001 die folgenden Orts- und Gemeindeteile[2] sowie Wohnplätze[3] (Einwohnerzahl am 27. April 2010[4]):

  • Benken (118 Einwohner) mit dem Wohnplatz Wohnheim
  • Grubo (185 Einwohner)
Zum Ortsteil Grubo gehört auch der bewohnte Gemeindeteil Welsigke. Sehenswert sind hier die Dorfkirche, die am 4. Oktober 1982 in das Verzeichnis der Baudenkmäler aufgenommen wurde, der Riesenstein (ein riesiger Findling) und die Brautrummel, ein Trockental, in dem der Sage nach einst ein junges Brautpaar von einem Unwetter mit starkem Regenfall überrascht wurde und in den Fluten ertrank.
  • Jeserig/Fläming (235 Einwohner)
  • Jeserigerhütten (136 Einwohner) mit den Wohnplätzen Glashütte und Siedlung
  • Klepzig (139 Einwohner) mit dem Wohnplatz Zehrensdorf
  • Lehnsdorf (bis 20. Oktober 1937 Lotzschke;[5] 114 Einwohner)
  • Medewitz (523 Einwohner) mit dem bewohnten Gemeindeteil Medewitzerhütten sowie den Wohnplätzen Jagdschloss und Tanklager
  • Mützdorf (91 Einwohner)
  • Neuehütten (174 Einwohner) mit dem Wohnplatz Teerofen
  • Reetz (602 Einwohner) mit den Wohnplätzen Grüne Grund, Mahlsdorf und Zipsdorf
Der Ort liegt direkt an der B 246. Der Burgward Reetz wurde bereits 1161 erstmals urkundlich erwähnt.
  • Reetzerhütten (243 Einwohner) mit dem Wohnplatz Alte Hölle
Das Dorf wurde im 18. Jahrhundert im Zuge der frühneuzeitlichen „Industrialisierungsmaßnahmen“ der brandenburgischen Landesfürsten gegründet. Die Reetzer Hütten dienten der Pech- und Holzkohleverhüttung bzw. der Glasherstellung. Die Rohstoffe dafür lieferten die damals noch weitverbreiteten Buchen- und Eichenwälder und der feine Sand der Endmoränenlandschaft. Allmählich siedelten sich die in den Hütten tätigen Bauern in der Umgebung der Hütten an und gründeten somit eigene Ortschaften (z. B. auch Medewitzerhütten bei Medewitz, Neuehütten bei Wiesenburg, Jeserigerhütten bei Jeserig, Glashütte bei Mützdorf etc.). Charakteristisch für diese Siedlungen sind die straßendorfähnliche Anlage und das Fehlen einer Kirche.
  • Reppinichen (355 Einwohner)[6] – Einwohner (per 8. Dezember 2009): 362
  • Schlamau (461 Einwohner) mit den bewohnten Gemeindeteile Arensnest und Schmerwitz sowie den Wohnplätzen Siedlung und Steindorf. Arensnest hat nur einen mit festem Wohnsitz gemeldeten Einwohner, aber etliche Wochenendbewohner. Die erste Erwähnung der Siedlung stammt aus dem Jahr 1524. 1570 wurde hier ein Vorwerk errichtet. Der Name der Siedlung bildet sich aus dem mittelniederdeutschen arn für Adler und nest, was Nest bedeutet.
  • Wiesenburg (1.300 Einwohner)
Hierzu zählen auch die bewohnten Gemeindeteile (Wiesenburg-)Bahnhof, Spring und Setzsteig sowie der Wohnplatz Tränkeberg. Der Burgward Wiesenburg wurde bereits 1161 erstmals urkundlich erwähnt. Wiesenburg ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Historische Dorfkerne im Land Brandenburg“.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte der (Groß-)Gemeinde reicht im Grunde nur bis ins Jahr 1992 zurück. Am 24. Juni 1992 erteilte der Minister des Innern des Landes Brandenburg seine Zustimmung zur Bildung des Amtes Wiesenburg.[7] Als Zeitpunkt des Zustandekommens des Amtes wurde der 30. Juni 1992 festgelegt. Das Amt hatte seinen Sitz in der Gemeinde Wiesenburg und bestand zunächst aus 13 Gemeinden im damaligen Kreis Belzig: Wiesenburg, Neuehütten, Reetzerhütten, Lehnsdorf, Medewitz, Grubo, Jeserig, Mützdorf, Klepzig, Benken, Jeserigerhütten, Schlamau und Reetz. Zum 20. Oktober 1992 wurde auch die Gemeinde Reppinichen (Kreis Belzig) dem Amt Wiesenburg zugeordnet.[8] Zum 1. Dezember 2001 schlossen sich die 14 Mitgliedsgemeinden des Amtes zur neuen Gemeinde Wiesenburg/Mark zusammen.[9] Das Amt Wiesenburg wurde aufgelöst, die Gemeinde Wiesenburg/Mark amtsfrei. Die letzte Amtsdirektorin des Amtes Wiesenburg vor seiner Auflösung war Barbara Klembt.[10] Sie wurde anschließend zur Bürgermeisterin der neuen (Groß-)Gemeinde Wiesenburg/Mark gewählt.

Mit einer Fläche von 218 km² gehört Wiesenburg/Mark zu den größten Gemeinden in Deutschland.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Wiesenburg/Mark:
Bevölkerungsentwicklung in den Grenzen von 2013
Jahr Einwohner
1875 5 868
1890 6 026
1910 6 084
1925 5 915
1933 5 749
1939 5 845
1946 8 761
1950 8 519
1964 7 146
1971 6 691
Jahr Einwohner
1981 6 190
1985 6 071
1989 5 794
1990 5 685
1991 5 582
1992 5 662
1993 5 601
1994 5 600
1995 5 594
1996 5 570
Jahr Einwohner
1997 5 564
1998 5 474
1999 5 453
2000 5 435
2001 5 332
2002 5 459
2003 5 420
2004 5 311
2005 5 181
2006 5 086
Jahr Einwohner
2007 5 050
2008 4 935
2009 4 817
2010 4 708
2011 4 594
2012 4 519
2013 4 461

Die Quellen der Daten finden sich detailliert in den Wikimedia Commons[11].

Rathaus von Wiesenburg mit Männekentor
Schloss Wiesenburg vom Schlosspark aus gesehen
Schlosspark Wiesenburg
Feldsteinkirche in Jeserig, 12. Jahrhundert

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Gruppierung Zahl der Vertreter
26.10.2003
Zahl der Vertreter
28.09.2008
Die Linke 5 6
SPD 4 5
CDU 5 3
Bauernverband 4 2
Freiwillige Feuerwehr 2
Unabhängige Liste 2 1
Pro Dorf 2 1
Bürgerbewegung 1 1
Bürgerliste 1 1
Wählergemeinschaft 1 1
FDP 1
Grüne/Bündnis '90 1
Einzelbewerber 1
Pro Reppinchen 1
Gesamt 26 26

Bürgermeister[Bearbeiten]

Barbara Klembt (Die Linke) wurde im Jahr 2001 nach der Gemeindegebietsreform zur Bürgermeisterin gewählt. Vor der Gemeindegebietsreform war sie Amtsdirektorin des Amtes Wiesenburg. Bei der Bürgermeisterwahl am 18. Februar 2008 wurde sie im ersten Wahlgang mit 90,14 % Ja-Stimmen ohne Gegenbewerber wiedergewählt.[12]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wiesenburg wurde im Jahr 2012 im europäischen Dorfwettbewerb und im Jahr 2011 im Bundeswettbewerb Unser Dorf hat Zukunft als erstes Dorf in Brandenburg in der Geschichte des Wettbewerbs mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Im Jahr 2011 wurde Wiesenburg bei dem Wettbewerb „Entente Florale Europe“ mit einer Silbermedaille ausgezeichnet.

In der Liste der Baudenkmale in Wiesenburg/Mark und in der Liste der Bodendenkmale in Wiesenburg/Mark stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Schloss Wiesenburg
  • Ev. Burgwardskirche (romanisch, barocke Ausstattung, neugotischer Turm)
  • Feldsteinkirchen in Grubo, Jeserig, Klepzig, Lehnsdorf, Reetz und Wiesenburg
  • Schloss in Schmerwitz

Parks[Bearbeiten]

Der 123 ha große Schlosspark Wiesenburg ist ein Gartendenkmal. Der damalige Schlossherr, Curt Friedrich Ernst von Watzdorf, schuf die Parkanlage ab 1863. Heute wird der Schlosspark von der Gemeinde Wiesenburg/Mark unterhalten. Im Jahr 2004 gab es im Schlosspark einen überregional beachteten Skulpturengarten.

Geschichtsdenkmal[Bearbeiten]

Kunst[Bearbeiten]

  • Der Kunstwanderweg Hoher Fläming verbindet die Bahnhöfe von Wiesenburg und Bad Belzig.
  • Die ehemalige Turnhalle am Goetheplatz ist heute eine Kunsthalle. Es finden regelmäßig Ausstellungen statt, die von der Künstlergruppe „Kunstperle“ organisiert werden.
  • Die Galerie KunstStube am Schloss präsentiert Künstlerinnen aus dem Fläming und Umgebung. Die Galerie zeigt vielfältige Kunst aus verschiedenen Bereichen, Malerei, Zeichnungen, Karikatur, Kunst am Hals, Keramik, Skulpturen und Druckgrafiken.

Theater[Bearbeiten]

Im Schlosspark wird gelegentlich das Theaterstück „Die Legende Watzdorf“ aufgeführt.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Blumenmarkt im Mai
  • Parkfest im August mit Feuerwerk
  • Wiesenburger Schlossparknacht im September
  • Ackerlauf in Reetzerhütten im Juli

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Wiesenburg (Mark)

Der Bahnhof Wiesenburg (Mark) liegt rund zwei Kilometer südwestlich des Ortskerns an der Berlin-Blankenheimer Eisenbahn. Außerdem zweigt hier die Bahnstrecke Wiesenburg–Roßlau ab. Wochentags halten stündlich die Züge der Regional-Express-Linie RE 7 Dessau – Berlin, am Wochenende alle zwei Stunden. Das denkmalgeschützte Empfangsgebäude wurde nach Jahren des Leerstandes 2010 von der eigens gegründeten Bürgergenossenschaft erworben. Heute beherbergt es ein Café, einen Regionalladen, eine Touristeninformation und einen Fahrradverleih. Im Bahnhof finden unterschiedlichste Veranstaltungen statt, beispielsweise Filmabende, Spielnachmittage, Vortrags- und Gesprächsreihen, Tanzabende, Musikertreffen, Seminare oder Kunstausstellungen. Die Räume können für Veranstaltungen gemietet werden.[13]

In Wiesenburg kreuzen sich die Bundesstraßen 107 (Coswig (Anhalt)Ziesar) und 246 (Bad BelzigLoburg). Die Deutsche Alleenstraße führt durch Wiesenburg.

Der Europaradweg R1 führt durch den Ortsteil Grubo, ebenso der Europäische Fernwanderweg E11. Der im Sommer 2007 eröffnete Kunstwanderweg Hoher Fläming Bad Belzig – Wiesenburg beginnt am Bahnhof.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Boßdorfs Geburtshaus in Wiesenburg
  • Hermann Boßdorf (1877–1921), niederdeutsche Dramatiker und Lyriker, wurde in Wiesenburg geboren und ist hier zur Volksschule gegangen.
  • Hans Queling (1903–1984), Weltreisender, Autor und Journalist lebte und starb in Jeserig/Fläming.
  • Martha Rumbauer (1862–nach 1925), Schriftstellerin und Übersetzerin, geboren in Medewitz (Weisenburg/Mark).
  • Adam Friedrich August von Watzdorf (1753–1809) wurde in Wiesenburg geboren und war königlich-sächsischer Kammerjunker, Appellationsrat und Hofrichter in Wittenberg und Steuereinnehmer des Kurkreises sowie Besitzer von Schloss Wiesenburg und der beiden Rittergüter Jößnitz und Röttis.
  • Christian Zickelbein (* 1937), Schachfunktionär, ist in Wiesenburg geboren und aufgewachsen.

Belege[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Wiesenburg/Mark mit eingearbeiteter 1. und 2. Änderungssatzung zur Hauptsatzung vom 23. Oktober 2012 (1. Änderungssatzung am 16. November 2010 und 2. Änderungssatzung vom 23. Oktober 2012) (PDF)
  3. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung – Gemeinde Wiesenburg/Mark
  4. Webseite der Gemeinde Wiesenburg/Mark
  5. Statistik des Deutschen Reichs, Band 450: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I, Berlin 1939, S. 249.
  6. Reppinichen
  7. Bildung der Ämter Brück, Belzig und Wiesenburg. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 24. Juni 1992. Amtsblatt für Brandenburg – Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 3. Jahrgang, Nummer 52, 24. Juli 1992, S. 950.
  8. Zuordnung der Gemeinde Reppinichen zum Amt Wiesenburg. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 12. Oktober 1992. Amtsblatt für Brandenburg – Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 3. Jahrgang, Nummer 84, 2. November 1992, S. 1944.
  9. Bildung einer neuen Gemeinde Wiesenburg/Mark. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 19. November 2001. Amtsblatt für Brandenburg – Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 12. Jahrgang, Nummer 50, 11. Dezember 2001, S. 555 PDF.
  10. "Sind die Gemeinden die Basis der Demokratie?" Ausschnitte aus der Diskussion des kommunalpolitischen forums zur Gemeindegebietsreform am 20.01.2001 in Potsdam, Hermannswerder
  11. Population Projection Brandenburg at Wikimedia Commons
  12. Website des Landeswahlleiters
  13. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatVom Schandfleck zum Schmuckstück. In: Potsdamer Neueste Nachrichten. 16. Januar 2014, abgerufen am 1. Februar 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wiesenburg/Mark – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Wiesenburg (Mark) – Reiseführer