Wiesen-Flockenblume

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Wiesenflockenblume)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wiesen-Flockenblume
Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea)

Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea)

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Carduoideae
Tribus: Cynareae
Gattung: Flockenblumen (Centaurea)
Art: Wiesen-Flockenblume
Wissenschaftlicher Name
Centaurea jacea
L.
Centaurea jacea - arujumikas.jpg

Die Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea), auch Gewöhnliche Flockenblume genannt, ist eine Pflanzenart, die zur Gattung der Flockenblumen (Centaurea) aus der Unterfamilie der Carduoideae in der Familie der Korbblütengewächse (Asteraceae) gehört.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die ausdauernde krautige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von 30 bis 70 cm. Die oberen Blätter sind ungeteilt und wechselständig. Die unteren Blätter sind buchtig-fiederspaltig.

Die Blütenkörbe werden zwischen 2 und 4 Zentimeter breit und bestehen aus 60–100 violetten Röhrenblüten, von denen die randlichen stark vergrößert und steril sind. Die Hüllblattanhängsel sind deutlich abgesetzt und überdecken die nachfolgenden Hüllblätter vollständig. Diese sind schwarzbraun bis weißlich, ganzrandig oder zerschlitzt gefranst und rundlich. Die Früchte besitzen keinen Pappus.

Die Pflanze enthält Gerbstoffe.

Sie blüht von Juni bis Oktober. Fruchtreife ist von August bis Oktober.

Ökologie[Bearbeiten]

Die Wiesen-Flockenblume ist ein ausdauernder Hemikryptophyt (Schaftpflanze). Vegetative Vermehrung durch Wurzelsprosse ist möglich.[1]

Es liegen Blüten vom „Körbchenblumen-Typ“ vor. Die Pflanze ist dreihäusig (triözisch) d. h. neben Pflanzen mit Zwitterblüten, die durch stark vergrößerte Randblüten und verkümmerte Nektarien auffallen, gibt es auch rein männliche und rein weibliche Pflanzen. Es sind vielerlei Bestäuber zu beobachten, so zum Beispiel: Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Schwebfliegen. Der maximale Blütenbesuch findet um 15 Uhr statt. Angeblich soll Selbstbestäubung durch Krümmung der Griffel möglich sein.[1]

Die Achänen können auch ohne Pappus durch den Wind verbreitet werden, allerdings bestenfalls als Windstreuer. Hauptsächlich erfolgt Zufallsverbreitung durch Weidetiere neben Verbreitung durch Ameisen.[1]

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Art ist in Eurasien verbreitet, mit einem Verbreitungsschwerpunkt in den mittleren und südlichen Gebieten. Als Standort werden Halbtrockenrasen, Wiesen, Weiden und Wegränder mit lehmigen Böden bevorzugt.

Systematik[Bearbeiten]

Die Art ist sehr variabel und gilt als unzureichend erforscht. Sie bildet Hybriden, besonders mit der Schwärzlichen Flockenblume (Centaurea nigrescens). Einige der folgenden Unterarten könnten solche Hybriden sein.

  • Kammschuppen-Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea subsp subjacea (Beck) Hyl.)
  • Fiederschuppen-Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea subsp macroptilon (Borbás) Hayek)
  • Hellschuppen-Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea subsp gaudinii (Boiss. & Reuter) Gremli)
  • Gewöhnliche Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea L. subsp jacea)
  • Schmalblatt-Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea subsp angustifolia)

Neubearbeitung der Centaurea-jacea-Gruppe in Deutschland[Bearbeiten]

Für die Sippen dieser formenreichen Art in Deutschland wurden inzwischen erste Ergebnisse einer Neubearbeitung vorgelegt,[2] die jedoch noch vorläufigen Charakter haben. Es zeigt sich, dass fertile Hybriden praktisch zwischen allen Arten der Centaurea-jacea-Gruppe auftreten, von denen einige als „stabilisiert“ angesehen werden können. Diesen wurde Artrang zugesprochen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche, undurchschaubare Hybridkomplexe, bei denen nicht mehr festgestellt werden kann, welche Arten im Einzelnen beteiligt waren. Die Sektion „Jacea“ innerhalb der Gattung Centaurea zerfällt nun in mehrere separate teilweise nur vorläufig benannte Arten:[2]

Verwendung[Bearbeiten]

Die Wiesen-Flockenblume erträgt zweimaliges Mähen, sofern der erste Schnitt nicht vor Anfang Juli erfolgt. Wegen ihres hohen Gehalts an Gerbstoffen ist sie allerdings eine schlechte Futterpflanze.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bruno P. Kremer: Wildblumen. Erkennen & bestimmen (Steinbachs Naturführer). Mosaik, München 2001, ISBN 3-576-11456-4.
  •  Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5, S. 935–936.
  • Margot Spohn, Marianne Golte-Bechtle: Was blüht denn da? Die Enzyklopädie: über 1000 Blütenpflanzen Mitteleuropas. Kosmos, Stuttgart 2005, ISBN 3-440-10326-9.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c  Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt. 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1, S. 203–204.
  2. a b Götz Heinrich Loos: Centaurea. In:  Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2000, ISBN 3-8001-3364-4, S. 520–524.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wiesen-Flockenblume – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien