Wiesensee

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Dieser Artikel erläutert den Wiesensee im Westerwald; ein anderer See mit dem Namen Wiesensee liegt bei Unterwarming in den nördlichen Kalkalpen in Österreich, Bundesland Tirol. Der Politiker findet sich unter Joachim Wiesensee.

Der Wiesensee ist ein 1971 aufgestauter, künstlich angelegter See im Mittelgebirge Westerwald. Der See ist ca. 80 ha groß und liegt im Westerwaldkreis auf dem Gebiet der Orte Stahlhofen am Wiesensee (am westlichen Seeufer), Pottum (am nordöstlichen Seeufer) und Winnen (im Süden).
Der See ist größtenteils für die Freizeitnutzung freigegeben, nur ein kleiner Bereich im Südosten mit Zufluss gehört zum Naturschutzgebiet Seebachtal.[1][2] Zuflüsse des Sees sind der Hüttenbach und der Seebach.

Geschichte[Bearbeiten]

Eine Interessengemeinschaft, bestehend aus den heutigen Anliegergemeinden, ließ 1971 die Gewässer auf dem Gebiet des Sumpfgebiets Seewies aufstauen. Ziel dieser Maßnahme war, neben der Förderung des Fremdenverkehrs und der Verbesserung des Landschaftsbildes auch die Verbesserung der Fischereinutzung. 1974 wurde am Palzhahn nahe Pottum ein Naturfreibad mit Liegewiese eingerichtet. Seit 1983/84 gibt es nahe dem Seeabfluss bei Stahlhofen einen privaten Campingplatz. Seit 1984 verkehrt regelmäßig ein bewirtschaftetes Floß auf dem See. 1986/1987 entstanden am Ufer der Gemeinde Pottum ein Segelhafen und eine Uferpromenade. 1993 eröffnete auf der Winner Seeseite ein 18-Golfplatz mit angeschlossenem 9-Loch Kurzplatz und einer Driving-Range, 1995 direkt daneben Bensing´s Sport- und Gesundheitsakademie am Wiesensee, ein Hotel mit 140 Betten. Seit 1998 wird das Hotel von der Lindner Hotels AG bewirtschaftet. 2003 öffnete ebenfalls am Winner Ufer in einem Blockhaus das Cafe Seewies, einige Jahre später die Touristeninformation der Verbandsgemeinde Westerburg.[3]

Probleme und Perspektiven[Bearbeiten]

Die in den vergangenen Jahren zunehmende Verlandung des flachen Gewässers und der damit einhergehende Algenbefall gefährden den Fortbestand des Sees in seiner bisherigen Form. Aus diesem Grund wird der Abtrag von ca. 460.000 m² Sediment aus dem See und Verkleinerung der Seefläche um ca. 10 Hektar geplant. Dieses Vorhaben und die damit verbundenen Kosten und Planungen (Errichtung eines Damms, Erweiterung des Golfplatzes, Umnutzung von Flächen) sind Gegenstand zum Teil sehr kontrovers geführter Diskussionen innerhalb der umliegenden Ortsgemeinden, der Verbandsgemeinde Westerburg und der Landesregierung. Obwohl es zwischenzeitlich eine Finanzierungszusage des Landes für die Entschlammung des Sees gab, scheint der Ausgang zurzeit wieder offen.[4]

Freizeiteinrichtungen[Bearbeiten]

Der Lindner Hotel & Sporting Club auf der Südseite des Sees

Der Wiesensee ist ein beliebtes Urlaubs- und Naherholungsziel. Mehrere Hotels – darunter ein Luxushotel mit Golfplatz – befinden sich in unmittelbarer Nähe zum Ufer. Viele Freizeitangebote im Winter und Sommer machen den Wiesensee auch für Sportler, junge Familien und Jugendliche attraktiv. Um den See führt ein ca. 6,5 km langer Rundwanderweg. Auch für Windsurfer und Segler eignet sich der Wiesensee. Allerdings nimmt von Jahr zu Jahr die Verschlammung des Sees zu. So waren im Spätsommer 2008 große Teile des Sees von einer etwa 10 Zentimeter dicken Algenschicht bedeckt, die durch die geringe Wassertiefe, als Folge der Verschlammung entstand.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Der See wird einmal jährlich, meist in der dritten Oktoberwoche leer gefischt und komplett abgelassen. Außerdem richtet der ortsansässige Segelclub "Wällerwind" Pottum jährlich verschiedene Regatten aus.

Sonstiges[Bearbeiten]

Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 war die tschechische Nationalmannschaft im Golfhotel am Wiesensee untergebracht.

Bild[Bearbeiten]

Panorama des Ostufers. Links ist die Gemeinde Pottum zu sehen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wiesensee – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das Naturschutzgebiet Seebachtal, online.pdf, abgerufen am 19. November 2013
  2. Geodienste: Ausschnitt Wiesensee mit Bereich Naturschutzgebiet Seebachtal, abgerufen am 18. November 2013
  3. Entstehungsgeschichte Wiesensee. Verbandsgemeinde Westerburg, abgerufen am 28. Juli 2013.
  4. Wäller Wochenspiegel, Anzeiger für die Verbandsgemeinde Westerburg 06/2012

50.5905555555567.9944444444444Koordinaten: 50° 35′ 26″ N, 7° 59′ 40″ O