Wiesentheid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt eine deutsche Gemeinde. Zum Familiennamen siehe Schönborn-Wiesentheid.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Wiesentheid
Wiesentheid
Deutschlandkarte, Position des Marktes Wiesentheid hervorgehoben
49.79444444444410.343055555556249Koordinaten: 49° 48′ N, 10° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Kitzingen
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Wiesentheid
Höhe: 249 m ü. NHN
Fläche: 33,33 km²
Einwohner: 4719 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 142 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97353
Vorwahl: 09383
Kfz-Kennzeichen: KT
Gemeindeschlüssel: 09 6 75 178
Marktgliederung: 10 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Markt Wiesentheid
Balthasar-Neumann-Str. 14
97353 Wiesentheid
Webpräsenz: www.wiesentheid.de
Bürgermeister: Dr. Werner Knaier (CSU)
Lage des Marktes Wiesentheid im Landkreis Kitzingen
Landkreis Bamberg Landkreis Schweinfurt Landkreis Würzburg Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Wiesenbronn Segnitz Rüdenhausen Rödelsee Obernbreit Martinsheim Marktsteft Markt Einersheim Marktbreit Mainstockheim Mainbernheim Kleinlangheim Kitzingen Geiselwind Castell (Unterfranken) Buchbrunn Albertshofen Abtswind Willanzheim Wiesentheid Volkach Sulzfeld am Main Sommerach Seinsheim Schwarzach am Main Prichsenstadt Nordheim am Main Iphofen Großlangheim Dettelbach Biebelried Landkreis HaßbergeKarte
Über dieses Bild

Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Wiesentheid ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Kitzingen und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Wiesentheid.

Schloss Wiesentheid, seit 1701 im Besitz der Grafen Schönborn, zur Residenz ausgebaut durch Rudolf Franz Erwein von Schönborn

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Wiesentheid liegt in der Region Würzburg (Bayerische Planungsregion 2). Durch den Ort fließt der Sambach.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Es gibt zehn Ortsteile[2]:

Es gibt die Gemarkungen Feuerbach, Geesdorf, Reupelsdorf, Untersambach und Wiesentheid.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Volkach, Prichsenstadt, Geiselwind, Abtswind, Rüdenhausen, Kleinlangheim und Schwarzach am Main.

Geschichte[Bearbeiten]

918 wurde der Ort als „wiesenheida“ erstmals urkundlich erwähnt.

Wiesentheid war ehemals Sitz der gleichnamigen Reichsgrafschaft. Die Herrschaft wurde 1678 als Reichsgrafschaft Wiesentheid von Fürstbischof Peter Philipp Graf von Dernbach genannt Graul zu Bamberg und Würzburg mit Unterstützung des Kaisers Leopold gegründet. Inhaber der Grafschaft war der Neffe des Fürstbischofs, Johann Otto Graf von Dernbach zu Wiesentheid, Herr zu Arnfels in Steiermark und Wallenfels in Kärnten, Kaiserlich wirklich Geheimer Rat und Kammerherr, Erbmarschall des Herzogtums Franken, † 1697. Seine beiden ersten Ehefrauen starben und auch die gemeinsamen Kinder. Seinen Tod ahnend, setzte er seine erst 17-jährige dritte Ehefrau, Eleonore Charlotte geb. Gräfin von Hatzfeld-Gleichen, als Alleinerbin ein. Über sie kam die Grafschaft Wiesentheid an den Grafen Rudolf Franz Erwein von Schönborn, den sie 1701 heiratete. Die Grafschaft lag ab 1500 im Fränkischen Reichskreis und wurde 1806 durch Bayern mediatisiert, von diesem im Zuge von Grenzbereinigungen an das Großherzogtum Würzburg abgetreten, mit welchem es 1814 endgültig an Bayern zurückfiel.

Hexenprozesse[Bearbeiten]

In den Jahren 1614 - 1617 war Wiesentheid Schauplatz von 91 Hexenprozessen von welchen 1617 jeweils vier Frauen und ein Mann auf dem dortigen Trudenplätzlein hingerichtet wurden. Einer der größten Hexenbrenner von Franken, Johann Georg II. Fuchs von Dornheim, wurde im Schloss Wiesentheid geboren.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Bis zum 30. Juni 1972 gehörte Wiesentheid zum Landkreis Gerolzhofen, den man bei der Kreisreform auflöste. Am 1. Juli 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Reupelsdorf eingegliedert.[3] Am 1. Januar 1977 kam Geesdorf hinzu. Feuerbach folgte am 1. Januar 1978 und Untersambach am 1. Mai 1978.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1961: 3153[4]
  • 1970: 3476[4]
  • 1987: 3806
  • 2000: 4696
  • 2008: 4810
  • 2009: 4733
  • 2010: 4764
  • 2011: 4690
  • 2012: 4687
  • 2013: 4719

Politik[Bearbeiten]

Historisches Pfarrhaus Wiesentheid
Neues Schloss

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Werner Knaier (CSU).

Parteien[Bearbeiten]

Die 16 Sitze im Marktgemeinderat (ohne Bürgermeister) sind wie folgt verteilt:

  • Bürgerblock (Freie Wähler): 5
  • Bürgervereinigung Geesdorf: 1
  • Christliche Wählergemeinschaft: 1
  • CSU: 5
  • SPD: 1
  • Wählergemeinschaft Feuerbach: 1
  • Wählergemeinschaft Reupelsdorf: 1
  • WOW – Junge Liste: 1

Haushalt[Bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 2.265.000,00 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 696.000,00 €.

Für das Jahr 2014 beträgt der Gesamthaushalt 15,476 Millionen Euro, mit enthaltenem Investitionsvolumen von rund 7,6 Millionen Euro.[5]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

  • Wiesentheid pflegt seit 1972 eine lebendige Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Rouillac (Department Charente). Bis 2008 fanden unter der Regie des Partnerschaftskomitees und der örtlichen Schulen und Vereine über 50 offizielle und unzählige private Begegnungen statt.
  • Am 29. April 2008 unterschrieb Altbürgermeister Walter Hahn als letzte Amtshandlung eine Freundschaftsbekundung mit der Stadt Hagenbach in der Pfalz. Viele Einwohner Hagenbachs waren während des Zweiten Weltkrieges bei Familien in Wiesentheid untergebracht.[6]
  • Aktuell steht die ungarische Stadt Lörinci in Partnerschaftsverhandlungen mit dem Markt Wiesentheid. Eine Entscheidung für oder gegen eine weitere Partnergemeinde hat der Marktgemeinderat noch nicht getroffen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Nächtliches Wiesentheid mit Rathaus und Historischem Pfarrhaus

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Pfarrkirche St. Mauritius von Balthasar Neumann
Ev. Kirche in Feuerbach, ehem. Rathaus (1751)

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 83, im produzierenden Gewerbe 598 und im Bereich Handel und Verkehr 360 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 444 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1554. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 80 Betriebe, im Bauhauptgewerbe fünf Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 58 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2016 Hektar, davon waren 1720 Hektar Ackerfläche und 246 Hektar Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten]

Wiesentheid liegt an der Autobahnausfahrt Wiesentheid-Rüdenhausen (A 3). Außerdem wird der Markt östlich von der Bundesstraße 286 tangiert. Die Bahnstrecke Kitzingen–Schweinfurt, die Wiesentheid durchquert, ist stillgelegt. Busverbindungen im ÖPNV stellt die Omnibusverkehr Franken GmbH im Verkehrsunternehmens-Verbund Mainfranken her: Ab Kitzingen mit den beiden werkstags regelmäßig verkehrenden Linien 8111 (über Rödelsee) und 8150 (über Gerolzhofen), teilweise einbezogen in den DB-Tarif, sowie ab Bimbach (8217), Ebrach (8163), Münsterschwarzach (8115) und Volkach (8287) mit einer Handvoll weiterer, selten verkehrender Linien.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

Kirchengemeinden[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wiesentheid – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111114/183628&attr=OBJ&val=1677
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 472.
  4. a b c  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 747 und 748.
  5. MainPost zum Haushalt 2014
  6. Freundschaftsbekundung zur Marktgemeinde Wiesentheid, Stadt Hagenbach, abgerufen am 23. Oktober 2013
  7. LSH Wiesentheid