Wikifood

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WikiFood.eu ist ein nicht-kommerzielles Internetportal zur Veröffentlichung der Inhaltsstofflisten von Nahrungsmittelprodukten. WikiFood ist eine Initiative des öffentlichen Luxemburgischen Forschungsinstitut „Centre de Recherche Public Henri Tudor“. Finanziert wird WikiFood.eu mit Mitteln des Luxemburger Forschungsfonds „Fonds National de la Recherche“ (FNR) im Rahmen des im Luxemburger Forschungsprogramm zur Nahrungsmittelsicherheit (Sécurité alimentaire) geförderten MENSSANA-Projektes (Mobile Expert and Networking System for Systematical Analysis of Nutrition-based Allergies).

Ziele[Bearbeiten]

Ziel des WikiFood.eu Portals ist es, herstellerübergreifende Informationen zu Nahrungsmittelprodukten und den darin verwendeten Inhaltsstoffen via Internet an interessierte Personen weiterzugeben. Als Zielgruppe werden von den Betreibern u. a Nahrungsmittelallergiker und Personen mit Unverträglichkeiten auf Nahrungsmittel genannt. Das Portal ist in den drei Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch erstellt worden. Der WikiFood-Idee liegt zugrunde, dass es zwar eine EU-weite Deklarationspflicht von Nahrungsmittelzutaten gibt, eine elektronische Weitergabe solcher Zutatenlisten an den Endverbraucher etwa durch Veröffentlichung in einer entsprechenden Datenbank jedoch (bislang) nicht vorgeschrieben ist.[1]

WikiFood ermöglicht es zum einen registrierten Personen Inhaltsstofflisten und Warnhinweise von der Produktverpackung abzutippen und damit anderen Personen zur Verfügung zu stellen. Fotos der Packung und der gedruckten Inhaltsstofflisten sollen es den Benutzern ermöglichen die Einträge zu kontrollieren und gegebenenfalls zu verbessern. Ferner wird es Herstellern von Nahrungsmitteln ermöglicht, Inhaltsstofflisten ihrer Produkte in elektronischer Form an WikiFood zu senden und gebührenfrei zu veröffentlichen.

Entwicklung[Bearbeiten]

Am 15. September 2006 wurde die WikiFood.de anlässlich des Deutschen Allergie Kongresses des Ärzteverbands Deutscher Allergologen (ÄdA) offiziell für die Allgemeinheit freigeschaltet. Weitere medizinische und wissenschaftliche Partner sind das „Centre Hospitalier de Luxembourg“ und das „Institut für Medizinische Statistik, Informatik und Epidemiologie“ (IMSIE) der Universität Köln. Derzeit sind Informationen zu etwa 12.500 Lebensmittel verfügbar und ca. 1000 Freiwillige registriert. Mittlerweile wurde WikiFood.eu mehrere Male überarbeitet und durch ein eigenes Forum ergänzt. Schwerpunkt des Forums ist die Diskussion lebensmittelbedingter Erkrankungen und der Austausch individueller Erfahrungen von Betroffenen.

Kritik[Bearbeiten]

Ein Kritikpunkt an WikiFood ist, dass es sich um kein Wiki im ursprünglichen Sinn handelt, da nur registrierte Nutzer die Inhalte editieren dürfen. Ferner ist es selbst registrierten Nutzern nicht gestattet Inhalte zu verändern, die von Herstellern direkt eingepflegt wurden. Die Betreiber begründen diese Vorgehensweise damit, dass es so leichter möglich sei eine hohe Datenqualität zu gewährleisten. Die Betreiber von WikiFood.eu weisen an unterschiedlichen Stellen darauf hin, dass sie keine Garantie für die Richtigkeit aller dort veröffentlichten Daten geben können. Am Anfang wurde deshalb nur registrierten Nutzern die Möglichkeit eingeräumt die Datenbank zu durchsuchen. Die herbe Kritik an dieser Vorgehensweise hat dazu geführt, das die WikiFood-Datenbank seit November 2006 auch von unregistrierten Besuchern durchsucht werden kann.

Literatur[Bearbeiten]

Über den WikiFood-Ansatz und die Notwendigkeit zur Weitergabe von elektronischen Nahrungsmittel-Inhaltsstofflisten an Konsumenten und Nahrungsmittelallergiker wurde 2008 im Rahmen des 27. EAACI-Kongresses[2] der „European Academy of Allergology and Clinical Immunology“ in Barcelona, Spanien sowie auf dem 10. Internationalen Nahrungsmittelallergie-Symposium in Parma, Italien wissenschaftlich diskutiert:

  • Norbert Roesch, Andreas Arens, Frank Feidert, Patrick Harpes, Ralph Moesges: ICT supported disease management in food-based allergy. In: Allergy. (European Journal of Allergy and Clinical Immunology), Volume 63 2008, Supplement 88, S. 586–587.
  • N. Rösch, F. Feidert, A. Arens, R. Mösges: Barcode based food identification improves the value of electronic diaries in nutrition based allergy, Proceeding of the 10th international symposium on immunological, chemical and clinical problems of food allergy. Parma (Italy), May 26-29, 2008. S. 128–129.

Nähere Informationen zur Kennzeichnung von Lebensmittelprodukten

  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Beitrag über Lebensmittelkennzeichnung[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Richtlinie 2000/13/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. März 2000 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Etikettierung und Aufmachung von Lebensmitteln sowie die Werbung hierfür. auf: eur-lex.europa.eu
    Überblick zu Änderungen auf: http://eur-lex.europa.eu
  2. European Academy of Allergy and Clinical Immunology.
  3. Lebensmittelkennzeichnung. auf: dge.de

Weblinks[Bearbeiten]