Wikipedia:Die falsche Version
Mit „die falsche Version“ wird aus Sicht der beteiligten Benutzer oft diejenige Version eines Artikels bezeichnet, die nach einem Editwar geschützt wurde. Dies wird oft auf ironische Weise aufgegriffen, wobei damit zum Ausdruck gebracht wird, dass es eine richtige Version, die von jeder Konfliktpartei inhaltlich akzeptiert würde, nicht gibt. Um weitere Revertierungen zu verhindern, steht der Admin bei einer Seitensperrung vor dem Dilemma, sich auf eine der umstrittenen Versionen festzulegen und zieht sich dabei meist den Unwillen der dabei unberücksichtigt gebliebenen Konfliktparteien zu.
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[Bearbeiten] Die „falsche Version“ vor dem Edit-War
Grundsätzlich gibt es für einen Administratoren zwei Möglichkeiten einen Artikel ohne inhaltliche Einmischung zu sperren. Entweder wird auf die Version vor dem Edit-War zurückgesetzt. Bei dieser Möglichkeit ist jedoch oft unklar, wie der Beginn des Editwar definiert wird. Je nachdem wie der status quo vor der ersten umstrittenen (oder nicht mit neuen Argumenten begründeten) Bearbeitung definiert wird, kann dies zu Meinungsverschiedenheiten führen und daher als falsche Version erscheinen. Wenn dies der Fall ist, sollten betroffene Benutzer dem zuständigen Administrator bei der Auswahl der Version vor dem Edit-War einen Spielraum zugestehen.
[Bearbeiten] Die gerade aktuelle „falsche Version“
Manche Administratoren sperren die Version, die zum Zeitpunkt der Sperre gerade aktuell ist, um die schwierige Auswahl der Version vor dem Edit-War zu vermeiden. Dies kann auch dazu dienen, den Ausgang von Editwars weniger kalkulierbar zu machen. Die Zurücksetzung auf die Version vor dem Edit-War bevorzugt nämlich in der Regel diejenigen Benutzer, die den Artikel gegen Veränderungen verteidigen. Dies kann es ermöglichen, Artikel strategisch in die Sperre zu treiben, um den status quo vor dem Editierkrieg durchzusetzen. Durch die Sperre in der Version, die aus mehr oder weniger zufälligen Gründen gerade aktuell ist, wird das vermieden. Allerdings kann es dazu führen, dass der Artikel von den Konfliktparteien ständig wieder auf die von ihnen gewünschte Version revertiert wird, um eine Sperrung in dieser Version möglichst wahrscheinlich zu machen. Das gilt besonders für Artikel, für die bereits eine Vandalismusmeldung abgegeben wurde. Dies wiederum kann ein Grund sein, warum Administratoren das prinzipielle Rücksetzen auf die Version vor dem Edit-War bevorzugen.
Auch im Fall einer Sperre der gerade aktuellen Version wird von vielen Benutzern die zufällig gerade gesperrte Version als die „falsche Version“ angesehen. Wenn Benutzer aus inhaltlichen Gründen einen Administratoren auffordern, den Artikel in einer anderen Version zu sperren, verlangen sie jedoch etwas, was er - oder sie - gar nicht darf, nämlich beim Einsetzen der administrativen Sonderrechte zugleich inhaltlich Partei zu ergreifen.
[Bearbeiten] Unzulässigkeit der inhaltlichen Auswahl einer Version
Der Gedanke liegt nahe, dass Administratoren die Spielräume bei der Auswahl und den Verweis auf „die ohnehin stets falsche Version“ als Freibrief ansehen könnten, um auf eine ihnen inhaltlich genehme Version zurückzusetzen. Dadurch würden Administratoren aber gegen die Vorgabe verstoßen, dass zwischen administrativer und inhaltlicher Tätigkeit zu trennen ist.
Allerdings müssen bei Sperrentscheidungen oft viele Aspekte berücksichtigt werden, die erläuterungsbedürfig sind. Auch bei einer auf den ersten Blick willkürlichen, nur aus inhaltlichen Vorlieben erklärbaren Entscheidung sollte daher erst einmal von guten Absichten ausgegangen werden. Admins, die von betroffenen Benutzern sachlich nach ihrer Auswahl gefragt werden, werden in der Regel bereit sein, die Entscheidung noch einmal eigens zu begründen.