aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Manche Autoren der Wikipedia veröffentlichen ihre Beiträge neben der standardmäßigen GFDL auch unter einer anderen freien Lizenz. Damit kann der Leser gegebenenfalls auswählen, unter welcher Lizenz er den Text weiterverwenden möchte. Nutzt ein Autor die Möglichkeit, bringt er dies üblicherweise über einen Baustein oder anderweitigen Vermerk auf seiner Benutzerseite zum Ausdruck. Ein solcher Hinweis hat keinerlei Auswirkung auf die Lizenz vom Benutzer hochgeladener Bilder, da hier sowieso eine eigene Auswahl erfolgt.
Da jeder Autor die Urheberrechte an seinem Text behält und diesen unter beliebig viele Lizenzen stellen kann, kommt grundsätzlich jede freie Lizenz als weitere Lizenz in Frage. Allerdings werden in der Praxis meist solche Creative-Commons-Lizenzen verwendet, die die Wikimedia-Richtlinien für Lizenzen erfüllen.
[Bearbeiten] Vor- und Nachteile
Doppellizenzierung bei Bildern.
Die Creative Commons-Lizenzen sind im Gegensatz zur GFDL in den „Creative Commons-Deeds“ leicht verständlich erklärt. So weiß auch der Laie sofort, was er darf und was nicht.
Durch die Doppellizenzierung können Wikipedia-Texte auch in Projekten genutzt werden, die etwa auf Creative Commons-Lizenzen anstatt der GFDL setzen. Dies macht die Inhalte wieder ein Stück weit freier.
Es gibt sowohl freiere als auch unfreiere Lizenzen als die GFDL. Jeder Mitarbeiter kann also (zumindest in gewissem Umfang) selbst bestimmen, was mit seinen Inhalten neben den GFDL-Bedingungen passiert.
Texte, die ursprünglich aus der Wikipedia stammen, können plötzlich inkompatibel zur Wikipedia werden: Nehmen wir an, ein Leser kopiert einen Text aus einem doppelt lizenzierten Artikel und veröffentlicht diesen auf seiner Webseite gemäß den Bedingungen der weiteren Lizenz. Nimmt er nun Bearbeitungen daran vor, darf der bearbeitete Text nicht ohne Weiteres wieder in die Wikipedia übernommen werden, da er ja nun nicht mehr unter der GFDL steht.
Solange nur ein kleiner Teil der Mitarbeiter seine Beiträge doppelt lizenziert, sind Unklarheiten an der Tagesordnung, was folgendes Szenario veranschaulichen soll:
- Benutzer A und Benutzer B lizenzieren ihre Beiträge beide sowohl unter der GFDL als auch unter CC-by-sa 3.0 DE. Benutzer C tut dies nicht; seine Beiträge sind nur GFDL-lizenziert.
- Benutzer A erstellt einen Artikel. Dieser ist nun natürlich doppelt lizenziert. Nun wird der Text von Benutzer B bearbeitet. Immer noch darf der Text auch unter CC-by-sa 3.0 DE genutzt werden. Sobald jedoch Benutzer C eine Bearbeitung vornimmt, steht der Artikel, zumindest in den von C bearbeiteten Teilen, nur noch unter der GFDL. Auch wenn Benutzer A den Artikel wiederum bearbeitet, ändert dies kaum etwas an der Situation. Allerdings stehen die Teile des Textes, an denen C nicht gearbeitet hat, weiterhin auch unter CC-by-sa 3.0 DE.
Daraus resultierend ist fast immer sehr schwer zu erkennen, welche Version eines Artikels in welchen Teilen unter welcher Lizenz steht. Alle Benutzerseiten der Autoren müssten einzeln durchgegangen und nach einem Doppellizenzierungs-Hinweis abgesucht werden. Da dies praktisch unmöglich ist, bleibt die Weiternutzung unter anderen Lizenzbedingungen als denen der GFDL schwierig.
Entschließt man sich, die eigenen Beiträge doppelt zu lizenzieren, muss man sich zunächst für eine weitere Lizenz neben der GFDL entscheiden. In der deutschen Wikipedia ist CC-by-sa 3.0 DE am weitesten verbreitet. Anschließend sollte man einen der folgenden Bausteine oder einen entsprechenden Hinweis auf seiner Benutzerseite anbringen.