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Wikimedia:Woche 21/2014 (25.07.) | Wikimedia:Archiv
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Feiert sie!

Lasst sie euch schmecken …

Es gibt ein paar schrecklich nette Menschen in unserem Leben, die einmal im Jahr gebührend gefeiert werden sollten. Mit Gedenktag, Geschenken und allem Drum und Dran. Denn diese Menschen sind ungeheuer wichtig für uns und nicht mehr wegzudenken aus unserer Welt, auch wenn wir nicht müde werden, sie zu verfluchen und zu beschimpfen. Sie sind stets für uns da, wenn wir sie brauchen. Und – das müssen wir uns jetzt schon eingestehen – wir brauchen sie und ihre Arbeit jeden Tag. Sie sind außerdem absolut verlässlich; wenn wir mal Probleme haben, lassen sie alles andere stehen und liegen, um uns augenblicklich zu helfen.

Ist es nicht wunderbar, so tolle Menschen zu haben? Na, dann feiert sie gebührend, kauft ein nettes Präsent und sagt ihnen einfach mal Danke: unseren Systemadministratoren. Ohne sie geht in unserem Wikipedia-Alltag nämlich mal so gar nichts mehr. Sie halten alles am Laufen, zudem Gefahren von uns fern und kümmern sich darum, dass das World Wide Web und vieles mehr auf Knopfdruck reibungslos zur Verfügung stehen. Allen Sys-Admins also einen schönen System Administrator Appreciation Day AR für die ganze Community, 25.07.

WLE14: Wenn die Natur zu dir spricht

Das Siegerfoto: Blick ins Naturschutzgebiet Heuckenlock bei Ebbe, Hamburg, von Satohan (neu)
Platz 2: Blick ins Landschaftsschutzgebiet „Schutz des Tegernsees und Umgebung“ von Arnim Zichner (neu)
Platz 3: Luftbild der Teiche im Naturschutzgebiet Venner Moor bei Münster, von Dirkfried (neu)

Die sechsköpfige Jury des deutschen Flügels von Wiki Loves Earth 2014 hat getagt – und die zehn besten, die hundert besten und die besten Bilder nach Bundesländern bestimmt. Wobei wir zur Vorauswahl der besten 700 aus den mehr als 14.000 Uploads noch siebenköpfig waren, aber eine Erkrankung machte uns dann einen Kopf kürzer.

Verblüfft hat uns die Vielfalt, die sich am Ende unserer anonymen Abstimmungen zeigte. Allein unter den Top 10 haben wir Nah-, Mittel- und Fernsichten und sogar, hurra!, eine Luftaufnahme. Vertreten sind verschiedene Wetterlagen und Jahreszeiten. An Motiven finden sich ein Priel, ein Berg, ein See, ein Fels, eine Quelle, eine Küste, ein Hochwald, eine Sinterterrasse und ein Feuersteinfeld. Manche Bilder setzen auf das Typische, manche zeigen sehr Spezielles. Ausgewogen ist auch die Geographie: Mecklenburg-Vorpommern und Bayern sind, ähem, gleichmäßig überrepräsentiert (zum gesamten Bildaufkommen nach Bundesländern hier mehr). Die technische Qualität der Siegerfotos wurde äußerst genau überprüft – und die entdeckten Mängel in eindringlichen Plädoyers mit den Stärken der Darstellung abgewogen.

Freude hat uns bereitet, dass sechs der zehn Top-10-FotografInnen – und alle der Top 3 – neu auf Commons waren. Von den 729 am Wettbewerb teilnehmenden Commons-Usern ist ein Zweidrittel-Anteil neu oder lädt unter Rotlink hoch. Als Aktivator funktioniert WLE also. Am Rande des Jurysitzung wurde die Beobachtung erwähnt, dass viele nur ein einziges Bild hochgeladen haben. Ob da ein expliziter Hinweis geholfen hätte, dass die Zahl der Uploads nicht begrenzt ist?

Dass alle Bilder zur Verwendung in einer Enzyklopädie taugen müssen, verstand sich bei Auswahl und Bewertung von selbst. Wir hoffen auch, dass es unsere Auswahl den Maulern schwer macht, die sich sogleich auf die Suche nach den ihnen verhassten „Postkartenfotos“ begeben. Einige Bilder arbeiten tatsächlich mit Stimmungen, sei es durch Wasserreflexe, Lichtstrahlen oder Nebel. Aber manchmal kann das Motiv einfach nichts dafür, dass es gut und schön zugleich ist.

Vorab verraten sei: Die Jury war zwei Mal mutig. Erstens: In den Top 100 hat sich, wie noch bekannt gegeben wird, auch ein Blaukehlchen eingenistet, obwohl das Bild keinen ökologischen Zusammenhang zeigt. Es steht stellvertretend für all die guten Tieraufnahmen, die wir aus dem gleichen Grund nicht berücksichtigt haben. Den Gedanken an einen künftigen eigenen Fotowettbewerb WLA (Wiki Loves Animals) haben wir verworfen, weil wir keinen Bock auf Zehntausende Katzenbilder haben. Zweitens wurden einige Videos eingereicht, obwohl wir sie nicht als Bilder verstanden haben. Eines der Videos haben wir mit einem Extrapreis ausgezeichnet, denn es zeigt einen Frosch sehr schön in seinem ökologischen Kontext.

Gibt es nun ein Zaubermittel, mit dem ein Platz unter den Top 10 erreicht werden kann? Wenn es jemand eingesetzt hat – die Jury hat es nicht entdeckt. Aber so etwas Ähnliches. Viele Fotos bilden nicht nur ihr Motiv ab, sondern stellen auch Fragen nach den weiteren oder näheren Umständen: Wie sieht es hier wohl bei Flut statt bei Ebbe aus? Warum liegt da der Schnee so unregelmäßg? Wohin entwickelt sich das Moor? Was tut sich an der Abbruchkante? Wie entstehen Steinfelder? Die Natur spricht zu dir, und daraus entsteht eine zweite Aufmerksamkeit. Schade, dass unsere Sitzung nicht lang genug war, um diese Geschichten auszuerzählen.

Aber lang genug, um uns immer wieder vor Augen zu führen, dass Dutzende Menschen im Vorder-, Hinter- und Untergrund am Erfolg des deutschen Wettbewerbs zu WLE14 beteiligt waren – und sind. Bereits 800 Bilder wurden in die entsprechenden Artikel und Listen eingearbeitet – diese Liste gibt zugleich einen interessanten Querschnitt durch die Einsendungen. Die Arbeit der Jury und der Helfer ist auch noch nicht ganz fertig; Informationen über die Plätze 11 bis 100, über die Begründungen, über die Sieger nach Bundesländern und die Preise folgen alsbald. Die deutschen Top 10 sind inzwischen für den internationalen Wettbewerb nominiert. Aa, 21.7. (akt.+erg.)

Neue Einsichten, neue Aussichten: Der Jahresplan der Wikimedia Foundation 2014/15

Neue Einsichten, neue Aussichten: die Wikimedia Foundation plant ihr nächstes Geschäftsjahr

Dies ist eine gekürzte Version des WMDE-Blogbeitrags.

Die Wikimedia Foundation hat ihren Jahresplan (PDF, 517 kb) für das kommende Geschäftsjahr (Juli 2014 bis Juni 2015) veröffentlicht. Wie bereits im letzten Jahr fasst das Team Internationales bei Wikimedia Deutschland den Plan hier zusammen, denn er ist auch weiterhin eines der wichtigsten Dokumente, um die Arbeit und die Sicht der Stiftung zu verstehen. Da die Wikimedia Foundation die Betreiberin der Wikipedia und ihrer Schwesterprojekte ist, haben viele ihrer Ziele und Aktivitäten großen Einfluss auf die lokalen Wikimedia-Projekte. Ein Blick in die Vorhaben lohnt sich also durchaus, um die wichtigsten Veränderungen schon jetzt auf dem Radar zu haben und informiert an Diskussionen teilhaben zu können.

An der Ausarbeitung des neuen Jahresplans waren alle Teams und Abteilungen der Wikimedia Foundation beteiligt. Der Plan wurde von der scheidenden Geschäftsführerin Sue Gardner vorbereitet und von ihrer Nachfolgerin Lila Tretikov bestätigt.

Auffällig an dem neuen Plan sind bereits die Eingangsworte: Ist bisher immer von „free knowledge“ (Freies Wissen) die Rede gewesen, heißt es nun „free, uncensored knowledge“ (Freies, unzensiertes Wissen). Die Wikimedia Foundation ist sich offenbar der Gefahren für das freie Internet sehr bewusst. Ebenfalls auffallend ist, dass sie sich deutlich als Website positioniert: „Our product is a set of websites.“ (Unser Produkt ist eine Anzahl von Webseiten.)

Starker Schwerpunkt auf Technik und Entwicklung

Diese Worte stehen auch für den starken technologischen Schwerpunkt, der in den letzten Jahren immer deutlicher wurde. Die Stiftung betreibt die fünftmeistbesuchte Webseite der Welt und möchte diese auch weiterhin schützen und modernisieren.

Dieser stetigen Modernisierung wird im Plan viel Raum eingeräumt. Gut 24,9 Millionen US-Dollar werden im neuen Geschäftsjahr im Bereich des „Product & Engineering“ ausgegeben; 3,9 Millionen US-Dollar mehr als im Vorjahr. Und die Foundation hat sich große Aufgaben vorgenommen, die diese Ausgaben rechtfertigen sollen.

Das „Product team“ der Wikimedia Foundation ist unter anderem für den VisualEditor und den Media Viewer verantwortlich

Neben infrastrukturellen Maßnahmen (neues Serverzentrum, Verschlüsselung, HHVM) möchte die Foundation vor allem dem Trend der mobilen Nutzung nicht hinterherhinken. Neben der deutlichen Verbesserung der mobilen Webseiten sowie den mobilen Apps (Android, iOS demnächst), werden alle Technikteams angehalten, mobile Geräte bei der Entwicklung stets direkt mitzudenken („Responsive Webdesign“). Um gleichzeitig mehr Lesende zum Editieren zu bewegen, sollen die drei Projekte der Foundation fortgeführt werden: der VisualEditor, der Upload Wizard für Wikimedia Commons und das neue Diskussionssystem Flow. Gerade beim VisualEditor wünschen sich die Entwicklerinnen und Entwickler, dass sie die vier großen Communitys (englisch-, deutsch-, niederländisch- und spanischsprachige Wikipedias) noch überzeugen können, den neuen Editor wieder standardmäßig einzuschalten.

Dass diese Projekte nicht überall auf ungeteilte Gegenliebe stoßen, ist den Verantwortlichen in San Francisco bewusst. So merken sie zum Beispiel an, dass die Wikimedia-Projekte immer komplizierter und verschlossener werden, während der Rest des Internets offener und partizipativer wird. Eine angedachte Lösung: die Communitys besser und früher einbeziehen! Dabei soll unter anderem das neue „Community Engagement Team“ unter Leitung von Rachel diCerbo helfen.

Abseits der Technik

Abseits der technischen Abteilungen – vor allem im Evaluationsteam sowie in der Förder- und Rechtsabteilung – soll sich zunächst wenig ändern. Denn gerade beim Fördern und Auswerten sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus San Francisco weiterhin auf der Suche nach dem Heiligen Gral des Wikiversums: Was bedeutet Wirkung (“Impact”) für das Wikimedia-Movement, wie erzielen wir diese Wirkung und wie kann sie durch Förderung optimal unterstützt werden?

Darüber hinaus möchte man besonders Einzelpersonen aber auch Organisationen verstärkt dabei unterstützen, effizienter zu arbeiten, professioneller zu evaluieren und mit dem gleichen Mitteleinsatz bessere Ergebnisse zu erzielen. Zu den Förderprogrammen gehören beispielsweise die „annual plan grants“ (Jahresplanförderungen), die vom „Funds Dissemination Committee“ (Spendenverteilungsausschuss) vergeben werden (für 2014/15 sind 6 Millionen US-Dollar dafür veranschlagt, genau wie im Vorjahr). Neben den Förderprogrammen rücken auch verstärkt die Erstellung von Handbüchern und Trainingseinheiten in den Fokus.

Die Rechtsabteilung (“Legal and Community Advocacy”) setzt ihren Fokus nach den abgeschlossenen Community-Diskussionen des letzten Jahres zum Markenrecht und zum Datenschutz verstärkt auf das Beobachten und Bewerten von Gesetzesänderungen (zum Beispiel Urheberrecht, Netzneutralität, Freiheit des Internets insgesamt) weltweit.

Finanzen und Belegschaft

Im Geschäftsjahr 2013/14 war mit Einnahmen von 50,1 Millionen US-Dollar kalkuliert worden. Für 2014/15 wird mit einer Steigerung um sechs Millionen auf 58,5 Millionen US-Dollar gerechnet. Bei den Ausgaben waren es 2013/14 41,1 Mio US-Dollar, 2014/15 sollen es 58,5 werden. In beiden Geschäftsjahren schlägt der technische Bereich mit gut der Hälfte davon zu Buche. Bis Ende des aktuellen Geschäftsjahres werden bei der Foundation 191 Personen arbeiten, für das nächste Jahr sollen es 240 werden; davon 157 im Product and Engineering.

Bewusstsein für neue Probleme

Besonders interessant am Jahresplan ist vor allem der Anhang, der die Risiken beschreibt, die der erfolgreichen Ausführung des Plans entgegenstehen könnten. Hier wird deutlich, was die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wikimedia Foundation sorgt und beschäftigt.

Der akute Mangel an technisch erfahrenem (und bezahlbarem) Personal in der San Francisco Bay Area ist nicht neu und dennoch weiterhin aktuell. Die von der WMF favorisierte Lösung ist bisher vor allem die Anstellung von Personal außerhalb des Büros, bereits jetzt arbeiten 27 Prozent der Product & Engineering-Abteilung auf der Welt verteilt.

Die Stiftung ist Teil des großen Wikimedia-Netzwerkes, das direkt und indirekt immer Einfluss auf ihre Arbeit hat. Wie auch im letzten Jahr befürchtet die Stiftung, dass Probleme oder Skandale in einem großen Wikimedia-Chapter auch ihre Arbeit stark negativ beeinflussen könnten. Während im letzten Plan die Foundation als Lösung die Stärkung ihrer eigenen Rolle sah und die Institutionalisierung der Chapter kritisierte, wird dieses Jahr ein anderer Ton angeschlagen: Es fehle an einer Strategie, um Rollen- und Aufgabenbeschreibungen in der Wikimedia-Bewegung zu klären und die Entwicklung der Bewegung zu steuern. Auch soll das aktualisierte Boardhandbuch zur Verfügung gestellt werden.

Geleitet wurde die Ausarbeitung des neuen Plans noch von Sue Gardner (rechts). Ihre Nachfolgerin Lila Tretikov bestätigte den Plan schlussendlich.

Doch die Foundation sieht auch noch ganz andere Probleme: Zum 1. Juni trat Lila Tretikov als Nachfolgerin Sue Gardner die Position der Geschäftsführerin an. Bestenfalls ginge die Arbeit einfach kontinuierlich weiter. Doch jeder Wechsel in der Geschäftsführung bringe von Natur aus Störungen und Komplikationen mit sich. Die Stiftung gibt offen zu, dass dadurch die Ausführung des Plans gefährdet sein kann.

Und Risiken gefährden die Arbeit nicht nur intern und im Movement, auch die gesamte Grundlage der Wikimedia-Projekte – das freie Internet – ist Bedrohungen ausgesetzt. Bisher war dies der Stiftung keine Erwähnung wert, doch hierbei hat offensichtlich ein Umdenken eingesetzt: Zensur schüchtert die Communitys ein und behindert diese in ihrer Arbeit. Änderungen im Urheberrecht – ob über Freihandelsabkommen (wie TPP) oder im Rahmen neuer Richtlinien (wie in der EU) – könnten erhebliche Auswirkungen auf die Projekte haben. Und das Prinzip der Netzneutralität könnte, je nach Ausgestaltung, das Ende des Vorzeigeprojekts Wikipedia Zero bedeuten. Die Stiftung unterstützt daher auch Projekte wie das von Wikimedia Deutschland initiierte Netzwerk Free Knowledge Advisory Group.

Was heißt das alles?

Die Stiftung sieht sich auf dem richtigen Weg. Mittels starkem technologischen Ausbau und kontinuierlicher finanzieller Förderung glaubt sie, ihre Communitys schützen, stärken und ausbauen zu können. Dass sie – obwohl Eigentümerin und Betreiberin der Projekte – das nicht alleine schaffen kann, ist vielleicht die größte Einsicht des Plans. Die Communitys werden stärker in Entwicklungsprozesse eingebunden, und die anderen Wikimedia-Organisationen werden nicht mehr allein als Gefahr wahrgenommen, sondern als wertvolle Teile des Wikiversums. Wie jedoch dieses Netzwerk aus Einzelpersonen, informellen Gruppen und Organisationen am besten auf die gemeinsame Mission hinarbeiten kann, das ist das große Fragezeichen dieses Plans, auf die es die Antwort zu finden gilt.

Der Jahresplan 2014/15 kann auf Wikimedia Commons als pdf-Datei heruntergeladen werden, eine Liste der häufigsten Fragen und Antworten gibt es im Wiki der Foundation. Eine deutsche Übersetzung des Plans gibt es bisher noch nicht. (N.E. (WMDE), 21.7.)

Neues von der Software

  • Der Vorlagenmeister ist nach einer Zwangspause seit November 2013 wieder einsatzfähig.
  • Die WMF stellt künftige Software-Änderungen einige Monate vor weltweiter Einführung zum Feedback vor, auch um die Akzeptanz in der Community und notwendige Anpassungen rechtzeitig vorher zu ermöglichen. Die Seite Skin/Beta kann jetzt beobachtet werden; Aktivitäten dort weisen auf Neuentwicklungen hin. Der eigentlich vorgesehene Weg ist bei uns nicht mehr möglich, da der dafür vorgesehene Link entfernt wurde.
  • <references> fehlt trotz <ref> – die Auflistung erscheint dann künftig ohne Überschrift am Ende des Artikels (ggf. nach einer Navigationsleiste); eine Fehlermeldung gibt es nicht mehr. Diejenigen, die sich hier eine Änderung gewünscht (und hier letzter Punkt) hatten, zielten auf weniger Einträge in der Wartungskategorie ab. Das Gegenteil wird zukünftig der Fall sein: Weil die Autoren mangels Fehlermeldung kaum noch eine Chance haben, das Problem zu bemerken, werden demnächst weitaus mehr Artikel in der Kategorie aufschlagen und von den Wartungsbienchen repariert werden müssen. Die Akzeptanz in der Community (II), die am 27. Mai 2014 noch zur Voraussetzung gemacht worden war, ist vom Beschlussorgan stillschweigend gekippt und die Angelegenheit für erledigt erklärt worden. Glücklicher wäre es gewesen, die Fehlermeldung nur vor nicht angemeldeten reinen Lesern der Enzyklopädie zu verbergen, sie den angemeldeten Autoren oder bei einer Seitenvorschau aber weiterhin zu zeigen.
  • Akzeptanz in der Community III: Zum Medienbetrachter ist ein MB am Start. In anderen Wikis ist man unzufrieden damit, dass er standardmäßig den Benutzern aufgedrängt wird.
  • Akzeptanz in der Community IV: Für den Herbst steht an, dass der VisualEditor erneut zum Standardwerkzeug für alle nicht angemeldeten Benutzer werden soll und nur von angemeldeten Benutzern explizit deaktiviert werden kann. Den Engineering Goals ist zu entnehmen, der WMF-„Produktmanager“ wolle Kontakt mit der deutschsprachigen Community aufnehmen – subject to community discussion. Ob der VE dann praxistauglich und zumutbar sein wird, ist bislang nicht klar; auch nicht, ob eine Kontaktaufnahme die Möglichkeit einer Ablehnung zulassen würde. Ziel sei for use for every content edit.

(PC, 17.7.)

Plagiate? Ein uraltes Problem

Der Wikipedianische Salon am 9. Juli 2014

Solange es Universitäten gibt, gibt es den Drang, sich mit fremden Federn zu schmücken. Im 19. Jahrhundert waren die Verhältnisse an den Unis offenbar sehr locker, Dissertationen wurden nicht groß geprüft, sondern eher abgenickt. Erst Theodor Mommsen setzte eine intensive Prüfung und Verteidigung der Arbeiten durch, sodass neben inhaltlicher Substanz auch Plagiate leichter erkannt werden konnten. Heute existieren zwar teilweise effektive bekannte technische Möglichkeiten zur Aufdeckung, doch werden sie nicht konsequent angewandt, daher wird munter weiter plagiiert. Bloß, was treibt Schüler, Studenten, Dozenten und sogar angesehene Wissenschaftler an, aus der Wikipedia hemmungslos und nicht lizenzkonform abzuschreiben? Dieser Frage ging die Berliner Professorin Debora Weber-Wulff im vierten Wikipedianischen Salon nach und klärte über die Zusammenhänge auf. Interessant in dem Zusammenhang ist, abseits der spektakulären Fälle aus den Medien, die Tatsache, dass beispielsweise Mediziner, selbst Zahnmediziner, bei ihren Arbeiten recht häufig und ganz kriminell betrügen, indem sie zu Themen aus der Wikipedia wörtlich abschreiben, in denen sie sich nicht zuhause fühlen. Zahlreiche Fälle dieser Art werden zurzeit in verschiedenen Spezialwikis, in denen Weber-Wulff aktiv ist, bearbeitet. Obwohl in den meisten Wikipediaartikeln die Quellen und Einzelnachweise angegeben sind, werden nicht sie genutzt, sondern allein der Artikel. Fazit von Debora Weber-Wulff: „Wir müssen noch mehr tun, um aufzuklären, was Wikipedia ist und was sie nicht ist.“ Die anschließende Diskussion mit dem interessierten Publikum, das trotz WM-Halbfinale und Wolkenbruch gekommen ist, verlief sehr konstruktiv. Nur der Vorschlag, dass sich der Verein Wikimedia Deutschland vielleicht um die Interessen der Autoren, deren Inhalte ohne Namensnennung von Plagiatoren geklaut wurden, besser organisiert kümmern könnte, stieß seitens des Vereins auf Skepsis, denn es gibt für Autoren bereits die Möglichkeit, sich an den Bereich Politik und Gesellschaft des Vereins zwecks Beratung zu wenden. Sc, 16. Juli 2014

WP-Fork dringend gesucht

Eine Alternative zu Wikipedia ist langsam vonnöten

Einerseits sind Monopolisten Kampftiger. Oder Pitbullterrier. Klar – ohne Kraft, List und sonstiges Know-How wären sie keine Monopolisten geworden. Auch Wikipedia hat die marktbefindlichen Mitbewerber in Grund und Boden kannibalisiert. Brockhaus: mausetot. Fachlexika, gar gedruckt? Legt kein Mensch mehr auf. Die freien Online-Alternativen? Wikiweise kümmert in seiner Nische vor sich hin. Wikipedia scheint derzeit nicht nur alternativlos. Ungeachtet schwindender Autorenzahlen hat sich in der Stamm-Community eine Vogel-friss-oder-stirb-Mentalität breitgemacht. Motto: Wir sind die Besten, weil wir die Einzigen sind. Kommt auch bei Wikipedia der Hochmut vor dem Fall? Insbesondere für Artikelautoren hat sich die Situation in den letzten ein, zwei Jahren deutlich verschlechtert. Der Grund: Jeder will mitspielen; immer mehr Artikelveränderungen haben keine Verbesserungen mehr zum Inhalt. Oft entspringen sie allein dem Impetus, andere persönliche Vorlieben oder Geschmäcker durchzudrücken. In immer mehr Fällen leider mit der Brechstange. Und, ebenfalls leider, mit Erfolg. Folge: Immer mehr Wikipedia-Artikelschreiber(innen) stecken auf, die meisten still und leise. Folge: Die Trolle übernehmen mehr und mehr das Terrain. Noch schlimmer: Lösungsansätze sind mit der Mehrzahl der aktuellen Communitys nicht zu machen. Grund: Die Artikelschreiber sind dort längst in der Minderheit.

Lieb und nett, immer die andere Backe hinhalten? Nicht jedermanns Sache. Fazit so: Ein Fork tut not. Zugegeben: Das materielle und organisatorische Know-How, sowas zu stemmen, ist immens. Allerdings: Was den Qualitätsfaktor anbelangt, könnte ein Fork mittel- bis langfristig die Rettung sein. Für die Idee, die Wikipedia ursprünglich einmal war. Szenario: Die guten Leute migrieren, bauen einen eigenen Laden auf. Der Sogeffekt sorgt dafür, dass weitere hinzustoßen. Die Lizenzen von Original und Fork sind von Anfang an kompatibel gestaltet. Der Fork kann so die WP-Artikel mitnehmen (und sollte dies, aufgrund der Fülle durchaus guter Artikel auch tun). Umgekehrt kann WP neue Beiträge, die im Fork entstehen, in seine Struktur importieren. Das Gleiche gilt für Versionen – alles nach dem Motto: Vieles kann, nichts muss. Nach der Scheidung wären am Ende womöglich beide Partien glücklich: Wikipedia mit seiner interaktiveren und der Fork mit seiner ernsthafteren Grundphilosophie. Und Wikipedia hat möglicherweise eine lehrreiche Erfahrung hinter sich: Zu viel Hochmut ist auch nicht gut. rz 7. Juli 2014

Wo ist das Sommerfest?!

Lang, lang ist’s her …

Lang, lang ist’s her, dass unser werter Jcornelius seine legendäre Sommerparty-Reihe veranstaltete. Was war es schön, viele Wikipedianer versammelt nur zum Zelten, Biertrinken, Grillen, Lachen und Kennenlernen. Nix mit Wissen austauschen, in engen Sälen rumsitzen und irgendwelchen Vorträgen lauschen zu müssen, oder gar tippen, chatten, editieren, löschen usw. Ich lese was von Salons, von Cons, von DACHs, von Kongressen, von Workshops, von [nach Gusto eintragen]. Ja, ganz toll. Ganz prima. Aber wann haben wir das letzte Mal so richtig zusammen gefeiert? Das Feiern ist eine Begleiterscheinung von all den Pflichtbesuchen geworden – als ob wir das als Legitimation bräuchten, um uns mal einfach als menschliche Manifestation treffen zu können, als ob wir uns entschuldigen müssten, einfach der Lust nach Muße und gemeinsamer Geselligkeit nachgeben zu wollen. Noch trauriger angesichts der Möglichkeiten, die dieses Jahr gewesen wären, eine schlichte lustige Party zu veranstalten: MV, Zedler-Verleihung, Jubiläum WMDE. Entweder wurde es wie eine eheliche Pflicht schnell runtergenudelt, um sich danach rasch zu verdrücken und mit den eigenen fünf Freunden in einer schlechten Kneipe ein noch schlechteres Bier zu trinken, oder es wurde nicht mal im Ansatz eine Feier angedacht. Zwar wurde hier im Kurier eine fehlende Veranstaltung angemerkt, aber die Beschwerden gingen an die falsche Adresse, da das WMDE-Präsidium weder die persönlichen noch finanziellen Möglichkeiten hat, eine Feier zu planen oder zu veranstalten. Wie auch immer, es ist (noch) nicht zu spät: Der Sommer ist da – WO bleibt das Sommerfest?! Da es für eine Person irgendwann doch zu viel war, wollte Jcornelius aus verständlichen Gründen keine Party mehr alleine stemmen, aber das muss doch nicht heißen, dass es jetzt keine mehr geben kann? (J., 5.7.)

Wikipedia-Poker, Wikipedia-Joker

Auslösender Moment war dieser Editwar. Ein Link der seit vielen Jahren im Artikel ist, wird entfernt, die Begründung ist für mich nicht stichhaltig, also stelle ich zurück – es fängt parallel dazu eine Diskussion auf der Diskussionsseite an, es erfolgt VM. VM wird geschlossen, Editwar geht von einer anderen Seite weiter. VM wird wieder eröffnet und am Ende schließt Koenraad den Artikel, indem er ihn auf die letzte Bearbeitung zurück setzt, nicht auf die Version vor dem Editwar, so wie wir es gewohnt sind, mit der Begründung Willkür. Meine Frage, warum der Artikel nicht auf die Urfassung zurückgesetzt wird, wird passend zum Gesamtkunstwerk, nach typischer Wikipedia-Manier beantwortet. Ich will nicht weiter auf den Inhalt des Artikels eingehen, es geht mir um etwas Anderes:

  1. Unser Regelwerk: Wie kannst Du Vertrauen aufbauen, wenn dieses Wort "Willkür" ständig halb im Scherz gebraucht wird, um Entscheidungen zu fällen, die außerhalb des Regelwerkes positioniert sind? Ja Wikipedia:Sei mutig, Wikipedia:Ignoriere alle Regeln – geschenkt! Ich habs satt! Seien wir doch ehrlich! Es glaubt doch keiner dran! Es glaubte schon vor 10 Jahren keiner mehr dran! Das sind Dinosaurierseiten aus Dinosaurierzeiten, die nur noch aus nostalgischen Gründen in der Wikipedia stehen! Ja werden da Leute einwerfen: So ist es eben – unsere ganzen Regeln sind aus Gummi und wenn wir in der Wikipedia unterwegs sind, dann arbeiten wir nicht wissenschaftlich, sondern spielen Poker! Und manchmal gewinnen wir und manchmal nicht! Verdammt nochmal, ich will aber nicht mehr pokern! Ich habe fast 10 Jahre gepokert! Ich habe es satt! Ich habe es satt um Wissen zu pokern, wie in einem Spielsalon! Ich möchte, wenn ich schon meine teure Lebenszeit in ein Freiwilligenprojekt versenke, die Gewissheit haben, mich auf etwas verlassen zu können! Wikipedia ist schon längst kein Spaßprojekt mehr, es ist eine ernste Sache und wir müssen damit ernst umgehen! Die Kindergartenphase ist vorbei, dazu werden wir von zu vielen Leuten gelesen und verwendet! Und das heißt, dass wir auch ernsthaft miteinander umgehen müssen und Vertrauen schaffen! Und dazu kämen wir zu Punkt 2: Aber kurz vorneweg: Ich habe das Schlimmste, das ein Mensch aus wikipedianischer Sicht haben kann – es rangiert hier im System noch unter Geschlechtskrankheiten, Nekrophilie und Sodomie (in der Regel alles zusammen): Ich habe Gefühle und noch schlimmer: Ich äußere sie und so machte ich etwas aus Wikipedia-Sicht sehr Albernes: Ich drohte Koenraad eine A/P an. Da fiel mir auf: Warum ist das eigentlich albern, sich sowas zu überlegen? Ja stimmt, ich vergaß es für 5 Sekunden: Gefühle unter Geschlechtskrankheiten, Nekrophilie und Sodomie – bitte verzeiht … aber ich blickte doch (das erste Mal in meinem Leben auf die Seite) WP:A/P und ich machte mir bewusst, warum ich das bisher mehr gemieden habe, als die Prostituierte die Polizei der Teufel das Weihwasser:
  2. Die Beschwerdeseiten sind so unfassbar unübersichtlich geworden, dass sie für mich nur noch etwas sind, um das ich einen Bogen mache. Das darf nicht sein! Es darf nicht sein, dass wir so in unserem Saft kochen, dass wir Seiten schaffen, die so hochschwellig konstruiert sind, dass sie nur noch mit einem Informatik-Studium zu bewältigen sind. Ja, werden Kritiker einwerfen, es gibt viele Möglichkeiten sich in Konflikten zu wehren, aber nein, es gibt keine – denn die Möglichkeiten, wie Wikipedia:A/P, Wikipedia:VA und wie sie alle heißen, sind solche bürokratischen Monster, dass selbst jemand wie ich, die ich hier mit bald 10 Jahren WP-Tätigkeit zu den Veteran*innen zähle (um politisch korrekt zu gendern) nicht mehr durchblickt. Wie soll es jemand schaffen der/die neu in der Wikipedia ist und in einen Konflikt gerät? Es nervt nicht nur – es ist schlichtweg zum Kotzen! Und nein, ich ziehe mir den Schuh nicht an, dass ich dann nicht in die Wikipedia gehöre, wenn ich mit dem bisschen Zeichen- und Textsalat nicht umgehen kann. Ich gehöre hinein – wie so viele andere, die sich abwenden, weil sie genau daran scheitern. Wikipedia ist ein Projekt, das Menschen nach ihren Inhalten einschließen muss, nicht nach ihrer Fähigkeit mit dem Programmen hier umzugehen, sonst ist das Ziel dieser Enzyklopädie, freies Wissen für Menschen zu erschaffen verfehlt, wenn am Ende nur noch Maschinen in der Lage sind, hier den Überblick zu behalten. Denn es sind nicht nur die Konfliktseiten, es sind auch andere Seiten, sei es die Erstellung eines Meinungsbildes oder eines Checkusers. Es macht nicht mehr Spaß hier zu sein, wenn Du das Gefühl hast, dass die Wikipedia eine eigene Art von Selektion veranstaltet – nämlich nicht nach Wissen, sondern nach Fähigkeit mit dem System klarzukommen!

Ganz ehrlich? Es ist mir scheißegal, was mit diesem Artikel ist, der den Zündfunken gab, sich hier aufzuregen. Es ist mir egal, ob der Editwarrior die andere Partei und der sperrende Admin Nutten das Thema des Artikels nun mögen oder nicht (es sind ja nicht alle nett), es ist mir sogar egal, ob dieser Link drin bleibt oder nicht und das Schlimme ist – ich überlege mir ernsthaft, ob mir die Wikipedia nicht auch langsam scheißegal werden sollte. Poker wird in der Regel ohne Joker gespielt. Jetzt weiß ich auch warum: Wir sind es. Wir sind der Joker! Frage ist nur, wie wir damit spielen – und ob es gut ist es zu tun, damit sich hier endlich was ändert. J. 3.7.14

Pankreas und Diabetes mellitus“ – ein neues Großprojekt der Redaktion Medizin

Die Bauchspeicheldrüse ist das zentrale Organ des Verdauungstrakts

Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) ist das zentrale Organ des Verdauungstraktes; ihre wichtigste Erkrankung, die „Zuckerkrankheit“ – also der Diabetes mellitus – bestimmt das Leben von vielen Millionen Menschen allein im deutschen Sprachraum. Der Diabetes mellitus verschlingt im Verein mit den Herz-Kreislauferkrankungen und den bösartigen Tumoren den größten Teil der Ressourcen unseres Gesundheitssystems. Und damit sind alle Ressourcen gemeint: außer den finanziellen auch die personellen und die wissenschaftlichen. In kaum einem Fachbereich der Medizin wird so intensiv geforscht, in kaum einem Fachbereich werden annähernd so viele neue Erkenntnisse und Forschungsansätze veröffentlicht, in kaum einer anderen wissenschaftlichen Disziplin ist das, was gestern noch „gesichertes Wissen“ war, so schnell obsolet wie in der Diabetologie.

Um ehrlich zu sein: Mit dem Tempo der täglich veröffentlichten neuen Forschungsergebnisse können wir im täglichen Routinebetrieb kaum mehr Schritt halten. Eine große Zahl von Innovationen findet ihren Weg in die Wikipedia, aber diese wissenschaftlichen Glanzlichter in einen sinnvollen Kontext zum übergreifenden Thema zu setzen – das gleicht im Rahmen der Eingangskontrolle und der Massensichtungen den Arbeiten des Sisyphos!

Wir – also die Mitarbeiter der Redaktion Medizin – sind bei unserem diesjährigen Treffen überein gekommen, dass wir die Schnauze voll haben von „Kommastellenverschiebungsnachsichtungen“, von der Jagd nach irregulären Werbetreibenden, von der Einbremsung esoterisch-alternativmedizinischer POVs, von der Bewachung der Honeypots: Nein, wir wollen endlich wieder Spaß haben, Spaß an ganz konkreter Artikelarbeit, an der Neuerstellung von Artikeln, an der Verbesserung alter Artikel, und vor allem: Spaß an der kollaborativen Zusammenarbeit der unterschiedlichsten Fachgebiete.

Und glücklicherweise wissen wir, wie wir diesen Spaß organisieren können: In den Jahren 2008/2009 haben wir zusammen das Projekt Schilddrüse durchgezogen. Aus unserer Sicht ein grandioser Erfolg nicht nur hinsichtlich der durchschlagenden Verbesserung der zugehörigen Inhalte, sondern vor allem auch hinsichtlich unseres Teamgeistes, unseres Zusammenhalts und unserer Verlässlichkeit. Die Zeit ist reif für eine Wiederholung!

Schnell konnten wir uns darauf einigen, dass im Zentrum eines neuen solchen Großprojekts wieder ein konkretes Organ stehen soll, und ganz nach dem Prinzip „Sei mutig!“ haben wir uns diesen wahrhaft riesigen Brocken vorgenommen – mit der vollen Überzeugung, dass wir das stemmen können.

Wir werden allerdings Unterstützung benötigen:

Zum Ersten „von Innen“, von Euch, den vielen bekannten und unbekannten Benutzern, den Klarnamensautoren, den fachkundigen IPs, den Biologen, Physikern, Philosophen und Juristen. Ihr alle könnt teilnehmen, egal ob mit einem neuen exzellenten Artikel, einer Kritik im Review, einem Hinweis auf eine aktuelle Quelle oder mit der Korrektur von Kommafehlern.

Zum Zweiten „vom Verein“, also der WMDE, der WMAT und der WMCH: Wir werden Literatur, kostenpflichtige Zugänge zu wissenschaftlichen Artikeln, vielleicht auch Photoequipment oder sogar Reisekosten benötigen, in welchem Umfang, wird sich weisen.

Zum Dritten „von Außen“: Wir sind für jedes Feedback von wissenschaftlichen Fachgesellschaften, aber auch – solange es keine Kollision mit den diesbezüglichen Regeln gibt – der Industrie dankbar. Einen hochkarätigen Partner konnten wir schon in unser Boot ziehen: Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen („IQWiG“) – vertreten durch die Benutzerin Andrea Kamphuis – hat uns seine Unterstützung zugesagt; natürlich unter Wahrung sämtlicher Regularien hinsichtlich Transparenz und Offenlegung von Interessenskonflikten.

Natürlich hoffen wir auch darauf, dass dieses Projekt einige neue Mitarbeiter anziehen wird, jeder neue fachkundige Autor ist uns herzlichst willkommen!

Lasst uns also gemeinsam ganz dicke Bretter bohren! THWZ (03.07.2014)

Aktion „20-20 Vision of Wales – The Challenge“ beendet

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Vor einiger Zeit wurde im Kurier über die mangelnde deutsche Beteiligung an der Aktion 20-20 Vision of Wales geklagt und zu mehr Mitarbeit aufgerufen. Nun ist der Aktionszeitraum abgelaufen und Gelegenheit für eine Bilanz. Hat die deutsche Wikipedia wirklich so wenig Interesse an Wales, wie damals beklagt wurde? Wenn man auf die rohen Daten sieht, dann ist das Ergebnis ernüchternd. Die deutsche WP verzeichnet vier Bearbeitungen an dem, was als die 20 wichtigsten Artikel zu Wales bezeichnet wird, im Rahmen der Aktion. Wenn wir von der walisischen WP mal absehen, die alle Artikel aufweist (wie man bei diesem Thema erwarten sollte) dann fallen die folgenden Sprachversionen mit hohen Bearbeitungszahlen ins Auge: Galizisch mit 20 Artikeln, gefolgt von Katalanisch und Schottisch-Gälisch mit jeweils 17 Artikeln. Gibt es in Deutschland also kein Interesse an Wales? Werfen wir dazu mal einen Blick hinter die Zahlen. Zu Beginn der Aktion hatte die deutsche Wikipedia bereits 16 der als wichtigsten bezeichneten Artikel. Neuangelegt wurden deshalb im Aktionszeitraum drei Artikel und ein Artikel wurde ausgebaut. Es fehlt der deutschen Wikipedia also nur noch ein Artikel nämlich der der zu en:Bardsey Island, der bisher nur als Weiterleitung und dann in Form einer Randbemerkung existiert. Die Sprachversionen, die die meisten Neuanlagen verzeichnen, gehören nicht zu den größten Sprachen, dementsprechend größer sind dort auch die Lücken. Also alles halb so wild, Wales ist doch gut dargestellt in der deutschen WP? Naja. Schauen wir noch einmal auf Zahlen. Abseits der 20 wichtigsten Artikel konnte ebenfalls über Wales geschrieben werden, so lange es sich auf etwas bezog, dass nicht mehr als fünf Meilen oder acht Kilometer von der walisischen Küste entfernt lag. Hier kann die deutsche Wikipedia acht neue Artikel verzeichnen und den Ausbau eines bereits exisitierenden Artikels. Dann schauen wir auf die Zahl der für die in dieser Aktion deutsche Wikipedia aktiven Autoren und finden zwei Autoren. Daraus wird ersichtlich, dass es sehr wohl noch sehr viel gibt, was man über Wales in der deutschen WP schreiben kann (könnte), dass andererseits aber kaum jemand so recht Interesse daran zu haben scheint. Ja der Autorenschwund wird man jetzt sagen, ist Schuld. Aber sind hier gerade die Kenner der britischen Inseln alle davon gelaufen? Oder liegt es vielleicht viel mehr daran, dass „jeder“ Englisch kann und das er deshalb ja einfach in der englischen Sprachversion nachsehen kann, wo es ja „alles“ zu den britischen Inseln (und noch vieles mehr) gibt? Nein es kann eben nicht jeder Englisch und deshalb kann man nicht einfach auf die englische Wikipedia verweisen. Und die deutsche Wikipedia mag zwar groß sein und viele Lücken geschlossen haben, aber es gibt noch immer viel was sie nicht berücksichtigt. Das Ergebnis der Aktion 20-20 Vision of Wales ist für die deutsche Wikipedia kein Grund in Panik zu verfallen und ihren Niedergang zu beklagen, aber es ist auch kein Grund sich beruhigt zurückzulehnen. Es gibt auch hier noch viel zu tun! --Drgkl (Diskussion) 04:43, 1. Jul. 2014 (CEST)

GLAM-Treffen in Braunschweig war erfolgreich

Vortrag von Christian Götter (TU Braunschweig) zur deutschen „Medienarbeit“ im Ersten Weltkrieg

Am Wochenende vom 27. bis zum 29. Juni 2014 fand im Braunschweigischen Landesmuseum ein Treffen von Autoren und Fotografen statt, die sich mit dem Ersten Weltkrieg beschäftigen. Vorträge von Kuratoren und Wissenschaftlern informierten die 25 Wikipedianer über die entstehende Ausstellung 1914... schrecklich kriegerische Zeiten, Eröffnung 1. August, die aus einem regionalen Blickwinkel betrachtet sowohl über individuelle Schicksale im Ersten Weltkrieg, als auch über seine Auswirkungen auf das Leben in Braunschweig weit über 1918 hinaus informieren will. Anhand von ausgewählten Ausstellungsstücken militärischer Art und bereitgestellter Fachliteratur konnten die Fotografen und Autoren einiges für die Wikipedia und das Medienarchiv Commons liefern. So entstanden mehrere Artikel und Fotoserien, die Lücken in der Bebilderung in Bezug auf Braunschweig füllen können. Eine Liste der neu erstellten Artikel und hochgeladenen Bilder findet sich hier. Im Rahmenprogramm des Treffens gab es neben Fotoexkursionen zu bemerkenswerten Friedhöfen, eine Stadtführung und einen Besuch im Depot des Museums. Sc 29.6.2014

Videos für Wikipedia-Artikel: Workshops und Wettbewerb

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Bewegte Bilder sind oft viel anschaulicher als reine Text-Einträge. Dennoch sind nur in etwas über 2000 Artikeln der deutschsprachigen Wikipedia Videos eingebunden. Das Projekt „Videos für Wikipedia-Artikel“ möchte das ändern. Dazu werden einerseits Workshops abgehalten, andererseits wird ein Video-Wettbewerb veranstaltet.
In den Workshops können Interessierte Grundtechniken der Videoproduktion lernen; Fahrt- und Übernachtungskosten können auf Anfrage von Wikimedia Deutschland erstattet werden. Der erste Workshop, zum Thema „Dokumentation/Interview“, findet am 30. und 31. August in Lüneburg statt.
Thema des  Wettbewerbs ist – passend zum Wissenschaftsjahr 2014 – „Digitale Gesellschaft“. Bis zum 15. November können Videos zu Artikeln wie Big Data, Datenschutz, Social Media etc. eingereicht werden.
Außerdem wird ein Videoschnitt-Server aufgebaut, der die Handhabung großer Datenmengen und die kooperative Produktion erleichtern soll, und Lehr- und Lernmaterialien zur Videoproduktion werden erstellt. Nicht zuletzt möchten wir eine Diskussion darüber anstoßen, welche Bildsprache der Wikipedia angemessen ist. Wir freuen uns über zahlreiche Anmeldungen! --ALi (VWA) (Diskussion) 15:31, 27. Jun. 2014 (CEST)

Tausende Schmetterlinge

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Wie wir immer wieder feststellen, sind die meisten Wissenschaftler gerne bereit, ihr Material für die Wikipedia unter freie Lizenz zu stellen. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass es sich lohnt, im wissenschaftlichem Umfeld dafür zu werben und sich als Ansprechpartner und Uploader bereitzustellen. Die bislang größte und „wertvollste“ Bilderspende, die ich auf diese Weise an organisieren konnte, bekamen wir jetzt von dem bayerischen Entomologen Josef Grieshuber. Nachdem Klaus auf einer Veranstaltung der Münchner Entomologischen Gesellschaft für die Wikipedia geworben hatte, sprach er uns an und bot uns seine Bildersammlung an. Von ihm erhalten wir mehrere tausend Bilder von Schmetterlingen der Gattung Colias, die er für sein Buch in zahlreichen Sammlungs- und Forschungseinrichtungen weltweit aufgenommen hat. Was die Bilder besonders interessant macht, ist, dass es sich dabei überwiegend um Typen handelt. Von allen Arten sind jeweils mindestens ein Männchen und ein Weibchen vorhanden und es handelt sich jeweils um ein Foto von Ober- und Unterseite der Schmetterlinge sowie Fotos von den zugehörigen Etiketten, welche die wissenschaftlich wichtigen Daten wie Fundort und -datum enthalten. Die ersten fast 500 Bilder wurden am Wochenende auf Commons hochgeladen, sie sind hier zu finden. Weitere werden folgen und es liegen bereits drei weitere Bilderspenden auf meiner Festplatte…

Wir hoffen, dass die Bilder genutzt werden, und möchten euch ermutigen, auch bei Wissenschaftlern für Bilderspenden zu werben. Bei technischen Problemen hilft WMDE gerne. Übrigens ist Hilfe beim Erstellen der Kategorien auf Commons gerne gesehen. Michi, 24.6.

Inside Wikipedia: „Was hab’ ich da eigentlich fotografiert?“

Und es gibt sie doch: Mehr oder weniger interne Arbeitsbereiche, in denen das „Enzyklopädieprojekt Wikipedia“ bestens funktioniert und in denen die Benutzer/innen kollegial, freundlich und hilfsbereit miteinander umgehen – kurzum: Arbeitsbereiche, in denen das Motto „Hier werden Sie geholfen!“ keine Luftnummer ist, sondern konsequent, kompetent und ohne viel Aufhebens umgesetzt wird. Von solchen »magischen Orten« inmitten all der Wasserglasstürme, Trollereien und Dauerzwisteleien möchte der Kurier fortan in einer losen Reihe berichten, so heute von: WP:RBIO/B.

„Was blüht denn da?“, hieß es ratlos auf der MS Wissenschaft, als das Schiff während seiner Ausstellungstour 2014 im Dortmunder Stadthafen anlegte ...

„Was blüht denn da?“, fragte sich die Besatzung der MS Wissenschaft, als das Ausstellungsschiff während seiner diesjährigen Tour durch Deutschland und Österreich mit der schwimmenden Wanderausstellung „Digital unterwegs“ vor einigen Tagen im Dortmunder Stadthafen anlegte (der Kurier berichtete über die MS-Wissenschaft-Tour 2014). Bevor das Schiff seine Luken für die Besucher öffnete, machte die Kapitänin rasch ein Foto von den unbekannten „blauen Blumen“ auf dem kargen Grünstreifen am Dortmunder Hafenkai und stellte es als Rätselfrage auf die Facebook-Seite des Wissenschaftschiffes. Zunächst wurde „Rittersporn, Günsel oder Fingerhut?“ vermutet, während eine Facebook-Besucherin auf „Ochsenzunge“ oder „Blauer Eisenhut“ tippte. Doch Genaues wusste keiner ...

Ganz klar: Ein Fall für das freie Onlinelexikon WIKIPEDIA – und zwar für die Bestimmungsseite (Abkürzung: WP:RBIO/B) der Redaktion Biologie! Dort können hochgeladene Bilder von noch unbestimmten Lebewesen – Pflanzen, Tiere, Pilze oder einzellige Mikroorganismen – eingetragen sowie ggf. auch Anfragen anhand von online verfügbarem Bildmaterial gestellt werden. Fachkundige Wikipedianer bemühen sich dann um die taxonomische Zuordnung und Identifizierung („Bestimmung“) der Lebewesen. Wie ein Streifzug durch die aktuelle Bestimmungsseite zeigt, reicht die Palette der Fragen von

Selbstverfreilich lässt sich anhand von meist nur einem und oft wenig ausagekräftigen Bild nicht alles identifizieren – so harren beispielsweise ein „Ingwergewächs auf dem Victoria Peak in Hongkong“ oder die „Bienen im Blumenkasten in Jena“ noch auf ihre Zuordnung.

Der Kurier konnte von einem der Aktiven der Bestimmungsseite online einige Auskünfte einholen:
Nach Einschätzung des Auskunftgebenden* seien es bis zu zwei Dutzend Leute, die regelmäßig das eine oder andere Lebewesen bestimmen würden. Jeder habe natürlich seine Schwerpunkte und man äußere sich halt nicht über Lebewesen, bei denen man sich nicht auskenne. Auf die Frage, an welche Bestimmung man sich besonders gerne erinnere, wurde als Beispiel das hier – ein vermutlicher Erstnachweis von Österreichischen Salbei (Salvia austriaca) in der Steiermark – genannt. Weniger erfreulich seien hingegen, allgemein gesprochen, Bilder schlechter Qualität, auf denen das nicht zu sehen sei, was man brauchen würde. Auf die Frage, was „bei einem Blick in die verwendeten Werkzeugkästen“ wohl zu entdecken wäre, lautete die Auskunft: „Fachliteratur (Bücher, Zeitschriftenartikel), teils in Hardcopy, teils digital; diverse Online-Ressourcen wie etwa einschlägige Datenbanken mit eingescannten Herbarbelegen“. Zu guter Letzt noch die detaillierte Antwort auf die abschließende Frage, was man sich vor allem von WMF und/oder WMDE/WMAT wünsche:
„WMDE/WMAT helfen eh sehr, indem sie den Zugang zu Fachliteratur ermöglichen (WP:Literaturstipendium bzw. BioOne-Zugang) – das soll[te] natürlich fortgeführt werden. WMF könnte vielleicht eine Initiative setzen, damit Vergleichbares dann auch in anderen Sprachversionen zustande kommt. Die Seite in fr.wiki scheint ganz gut zu funktionieren, aber auf Commons gibt es eine Unmenge von unbestimmten Bildern v.a. aus Indien, aber auch aus den USA etc. Da fehlen anscheinend die Anlaufstellen in den entsprechenden Sprachversionen.“

(* Der Berichterstatter dankt @Franz Xaver für seine Auskünfte.)

... indes identifizierten fachkundige Wikipedianer der Redaktion Biologie die „blauen Blumen am Kai“ als Gewöhnlichen Natternkopf (Echium vulgare).

Und was war nun mit der unbekannten Pflanze am Dortmunder Hafenkai? Mithilfe eines Weblinks zur Foto-Rätselfrage der MS Wissenschaft auf Facebook startete der Berichterstatter eine Anfrage zu den „blauen Blumen in Dortmund am Kai“ auf der wikipedianischen Bestimmungsseite, woraufhin von dort mitarbeitenden Fachkundigen noch Nahaufnahmen angefordert wurden, um eine erste Vermutung bestätigen zu können. Die Detailfotos wurden vor Ort prompt angefertigt sowie nachgeliefert und ermöglichten den Biologie-Fachkundigen jetzt eine genaue Identifizierung: Es handelt sich um den Gewöhnlichen Natternkopf (Echium vulgare), im Volksmund auch „Blauer Heinrich“, in Österreich auch „Himmelbrand“, „Starrer Hansl“ oder „Stolzer Heinrich“ genannt.

Chapeau, Redaktion Biologie und Mitarbeitende der Bestimmungsseite!
(Jo., 23.6.)

Der 4. Wikipedianische Salon mit Dr. Wikipedia

Der vierte Wikipedianische Salon widmet sich einem alten Problem in der Wissenschaft: dem Plagiat. Seit sich die Wikipedia zu einer ernstzunehmenden und einfach zugänglichen Enzyklopädie entwickelt hat, nutzen viele Lernende sie unerlaubterweise als Lieferantin für Referate und Hausarbeiten. Es gibt auch immer mehr opulente wissenschaftliche Bücher über historische Ereignisse oder juristische Arbeitsmethoden, gar Dissertationen, die nicht lizenzkonform aus der Wikipedia abgeschrieben wurden.

Wie kommt es, dass seriöse Wissenschaftler/innen meinen, sich bei Wikipedia bedienen zu können?

Diese Frage zu einem Thema, das seit einiger Zeit immer wieder für Schlagzeilen in den Medien sorgt, stellt der vierte Wikipedianische Salon seinem Gast, Prof. Dr. Debora Weber-Wulff, die dazu referieren und mit dem Publikum diskutieren wird. Frau Weber-Wulff beschäftigt sich seit 2002 mit dem Plagiatsproblematik. Sie ist seit 2004 als WiseWoman in der Wikipedia unterwegs und seit 2011 ebenfalls als WiseWoman beim GuttenPlag-Wiki und im VroniPlag-Wiki aktiv. Sie hat sich mit ihrem neuen Buch False Feathers: A Perspective on Academic Plagiarism intensiv mit der akademischen Perspektive des Plagiats und den Folgen beschäftigt.

Termin und Ort:
Mittwoch, 9. Juli 2014, 19 Uhr, Tempelhofer Ufer 23–24, Berlin-Kreuzberg, im Veranstaltungsraum des Vereins Wikimedia Deutschland, Verkehrsverbindung: U-Bahnhof Möckernbrücke

Der Wikipedianische Salon ist eine von Andreas Paul und Michael Schlesinger initiierte Veranstaltungsreihe, die sich in der aufklärerischen Tradition der altbekannten Berliner literarischen Salons sieht. Nur geht es hier nicht so sehr um Literatur und Kunst, sondern um die größte Enzyklopädie der Welt, die Wikipedia. Ihre Stärken, Schwächen, aber auch ihre dunklen Seiten werden durch kleine Vorträge eingeladener Gäste analysiert und diskutiert. Wobei immer auch das Unterhaltsame, Tragische und Komische dieses auf rätselhafte Weise funktionierenden Projekts am Rande des Chaos zur Sprache kommen soll.

Um das opulente Catering besser planen zu können, bitten wir euch um 2 Dinge:

AP, 21.6.


P.S.: Wir brauchen noch jemand, der diese Veranstaltung fotografiert. Wir werden diesmal zwar einen Livestream haben (und damit auch Bilder), aber es geht nichts über ein gutes Foto! Liebe Fotografen: bitte diese Fotos zeitnah hochladen und Bescheid geben, damit wir damit die entsprechende Öffentlichkeitsarbeit machen können. Danke euch.
Hier ist die passende Kategorie für die Bilder: Category:Wikipedianischer Salon

Einweihungsparty im Lokal K

Let's go ....

Am 28. Juni ist es soweit, unser Lokal K feiert seinen offiziellen Start und lädt zum Besuch ein.

Fest steht, dass es einen Brunch geben wird, der von den Anwesenden organisiert werden sollte. Wikimedia Deutschland stellt Getränke zur Verfügung, alles weitere möchten wir mit der Community organisieren – bringt also bitte mit, was eurer Meinung unser Buffet bereichern sollte: Brote, Salate, Brotaufstriche, Käse, Wurst, Suppen, Süßkram – alles ist gern gesehen und wird sicher auch vertilgt werden. Dazu wird gequatscht, getippt, geplant, fotografiert, hochgeladen, geschrieben, präsentiert, whatever, ... lasst uns einfach einen netten Tag gestalten und das Lokal seinem Zweck als Community-Treffpunkt übergeben.

Wann

Das Lokal K wird am 28. Juni 2014 um spätestens 10:00 Uhr aufgeschlossen und wird dann den gesamten Tag und Abend geöffnet sein – open end.

Um einen Überblick zu haben, wer wann und wie beladen bei uns auflaufen wird, wäre es prima, wenn ihr euch in der Teilnehmer- und Mitbringliste eintragt. AR, 19.6.

PR in Wikipedia: Bezahltes Schreiben steht ab sofort unter Transparenzpflicht

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Die Wikimedia hat heute ihre Nutzungsbedingungen für bezahlte Auftragsautoren in der Wikipedia massiv verschärft. Ab sofort gilt nun: „Wenn Sie für Ihre Bearbeitung bezahlt werden, müssen Sie diese bezahlte Bearbeitung offenlegen, um die neuen Nutzungsbedingungen einzuhalten. Sie müssen Ihre Zugehörigkeit in Ihrer Bearbeitungszusammenfassung, Benutzerseite oder Diskussionsseite angeben, um Ihre Perspektive fair offenzulegen“. Das gilt nicht für Mitarbeiter von Stiftungen, Museen, Archiven und Bibliotheken, die in ihrer Funktion Artikel über ihr Fachgebiet editieren.

In der Vergangenheit gab es große Diskussionen über den Umgang mit eben diesen bezahlten Auftragsautoren. Mit der Änderung reagiert die WMF nun auf die Debatte. Die Presse hat ebenfalls bereits reagiert, so dass diese Verpflichtung hoffentlich bald auch in der breiten Öffentlichkeit ankommt. EH, 17.6.

Der 13. Juni – ein denkwürdiger Tag für unser tolles Projekt

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Heute ist ein denkwürdiger Tag. Eigentlich hatte ich auf eine Einladung zu einer Festveranstaltung gewartet. Meine Suche nach einer entsprechenden Information war aber bislang erfolglos. Schade, denn immerhin betrifft es unser gemeinsames, unser großartiges Projekt freien Wissens.

Vor genau hundert Jahren gab es schon einmal ein Projekt zur Sammlung, Normierung und Verbreitung des Weltwissens, das sog. Weltgehirn. Doch es scheiterte, als im Juni 1914 die Gerichtsvollzieher das Büro jener Organisation in München betraten, die der Nobelpreisträger Wilhelm Ostwald drei Jahre zuvor, 1911, unter dem Namen „Brücke“ (Institut zur Organisierung der geistigen Arbeit) gegründet hatte. Damals gab es noch kein Internet, Geldmangel und Misswirtschaft der beiden Geschäftsführer führten zum Scheitern.

Der Gründungsvorstand der Wikimedia Deutschland am 13. Juni 2004 in der TU Berlin. Hintere Reihe (von links nach rechts): Jakob Voß, Kurt Jansson, Arne Klempert, Mathias Schindler; Vordere Reihe: Hans Joachim Raschka, Elisabeth Bauer, Joachim Kerschbaumer, Daniel Baur, Henriette Fiebig, André Darmochwal

Unser Projekt hingegen ist nicht gescheitert, sondern entwickelt sich ungeachtet mancher Krisen und Wachstumsprobleme erfolgreich. Heute am 13. Juni jährt sich zum zehnten Mal jener Tag, an dem engagierte junge Menschen an der TU Berlin den Verein Wikimedia Deutschland e.V. (WMDE) gründeten. Zahlreiche Akteure von damals sind heute noch aktiv dabei, auch wenn man den Eindruck haben kann, dass sie sich nicht sonderlich riechen können.

Der fünfte Jahrestag von WMDE 2009 wurde noch zünftig gefeiert, ebenso der zehnte Jahrestag von Wikipedia im Jahre 2011. Warum das Präsidium bislang diesen zehnten Jahrestag völlig ausgeblendet hat, wird mir ein ewiges Rätsel bleiben. Ich halte es für eine falsche strategische Schwerpunktsetzung.

Vielen wäre zu danken. Mein Glückwunsch und Dank geht zuerst an die Gründungsmitglieder von damals. Und an die gewachsene Community, die mit fleißiger Arbeit das reiche Fundament an Spenden für die wirtschaftliche Tätigkeit und Finanzierung der Community-Projekte tagtäglich schafft. Und an die Mitglieder, nicht zuletzt an die engagierten Mitarbeiter der Geschäftsstelle. Wenn schon kein Fest – ich hoffe, das Präsidium trinkt nicht heimlich alleine den Champagner –, dann sollten wir doch wohl zumindest eine Gedenkminute einlegen.

Besser noch wäre es, wenn wir über die zehn Jahre diskutieren, die vergangenen und die nächsten zehn Jahre. Dazu rufe ich Euch alle und speziell auch die Gründungsmütter und -väter herzlich auf. Schreibt Eure Geschichte im Kurier oder auf der Vereins-Mailingliste, formuliert Eure Gedanken und Wünsche für die Zukunft. Zehn Jahre – das ist eine stolze Bilanz. Herzlichen Glückwunsch allen! – Brücke

Empfehlung: Ein beachtliches historisches Video-Dokument von der Gründungsversammlung 2004 wurde am 16.6. von Vgrass hochgeladen.

Ahoi, Wikipedia schwimmt

Die MS Wissenschaft mit der Ausstellung „Digital unterwegs“ (hier im Mai 2014 in Bremen)

Das Ausstellungsschiff MS Wissenschaft ist seit dem 6. Mai bis zum 28. September unterwegs und geht in 38 Städten in Deutschland und Österreich vor Anker. Das diesjährige Thema im Rahmen des Wissenschaftsjahrs 2014 ist die rasante Digitalisierung unserer Gesellschaft, der sich die schwimmende Wanderausstellung „Digital unterwegs“ widmet. Im Frachtraum des Binnenschiffes werden auf nahezu 600 Quadratmetern in drei breit angelegten Themenbereichen zahlreiche aktuelle Forschungsprojekte vorgestellt. Rund 30 Exponate laden zum Ausprobieren und Mitmachen ein – darunter auch ein Ausstellungsbeitrag mit Wikipedia-Bezug und -Inhalten.

Das interaktive Multimedia-Exponat „Das Wikipedia-Prinzip: Freie Daten, Freies Wissen“ wurde von Wikimedia Deutschland (WMDE) gemeinsam mit der Open Knowledge Foundation gebastelt, die Community beteiligte sich mit eher mäßiger Begeisterung. Egal, der Kahn ist unterwegs, Wikipedia schwimmt mit und das „Wikipedia-Prinzip“-Exponat ist ordentlich gemacht und kommt durchaus informativ fürs Publikum daher, meint der Berichterstatter. Ende Mai gab es an der Tourstation Bremen an Bord die von WMDE initiierte und gut besuchte Veranstaltung „Wir holen dich ins Boot“ – MS Wissenschaft und Wikipedia in Bremen, an der sich auch Bremer Wikipedianer beteiligten – zur Nachahmung empfohlen. Wie der Kurier aus gut unterrichteten Kreisen erfahren hat, sollen noch eine oder weitere Veranstaltungen dieser Art in Vorbereitung sein. Wer mehr wissen will, kann Valentin Münscher von der WMDE-Geschäftsstelle in Berlin ansprechen.

Logo der MS Wissenschaft

Den Tourplan mit den weiteren Ausstellungsstationen gibt es hier, darunter finden sich „stammtischnahe“ Städte wie in Deutschland u. a. Münster, Dortmund, Duisburg, Bonn, Trier, Saarbrücken, Wiesbaden, Frankfurt am Main, Würzburg, Bamberg oder Regensburg sowie in Österreich u. a. Linz oder Wien. Also, Kind und Kegel einladen und die MS Wissenschaft privatissimo besuchen oder eine Stammtischexkursion zur nächstgelegenen Tourstation organisieren. Die Ausstellung ist meistens täglich von 10 Uhr bis 19 Uhr geöffnet (etwaige abweichende Öffnungszeiten siehe im Tourplan!), der Eintritt ist frei und an Bord gibt es ein kleines Café.
BTW: Sowohl wegen des Versicherungsschutzes als auch wegen eventueller Fahrtkostenübernahme für eine Wikipedianer-Exkursion zum Ausstellungsschiff kann mensch das Team Communitys bei WMDE kontaktieren. – Ahoi, Wikipedia! (Jo., 12.6.)

UPDATE: Valentin Münscher (WMDE) ist bis zum 14. Juli urlaubsbedingt nicht erreichbar. Wenn ihr in dieser Zeit Veranstaltungen auf der MS Wissenschaft planen möchtet, wendet euch daher bitte direkt an mich, da ich Valentin vertrete. Viele Grüße --Christopher Schwarzkopf (WMDE) (Diskussion) 16:13, 18. Jun. 2014 (CEST)

Risikofaktor Schwarmintelligenz

Der deutschsprachigen Wikipedia ist es derzeit einen Hauptseiten-Teaser als aktuelles Ereignis wert, während es in der englischsprachigen Wikipedia zur Erwähnung im „Awards“-Abschnitt des Personenartikels gereichte: Der amerikanische Technologiepionier und Internetkritiker Jaron Lanier erhält den diesjährigen Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Der Dreadlocks- und Bedenkenträger Jaron Lanier (2006)

Wie der Stiftungsrat des Friedenspreises am 5. Juni in Frankfurt am Main mitteilte, habe Jaron Lanier erkannt, welche Risiken die digitale Welt für die freie Lebensgestaltung eines jeden freien Menschen habe. Der seit 1951 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels verliehene und mit 25.000 Euro dotierte internationale Friedenspreis, der zu den bedeutendsten Kulturauszeichnungen Deutschlands gehört, geht damit erstmals an einen Wissenschaftler und Autor, der sich mit dem Internet und der Digitalen Revolution auseinandersetzt. Der Dachverband der Buchbranche „schlägt damit eine Brücke zur digitalen Welt, die derzeit die Buchbranche massiv verändert“, tönt es dazu aus den offiziellen Verlautbarungen.

Der einstige Technologie-Guru Lanier, der als einer der Protagonisten der „Virtuellen Realität“ gilt und als Unternehmer an zahlreichen digitalen Entwicklungen beteiligt war, hat sich bekanntermaßen zu einem der ausgeprägtesten Kritiker des Internets und der teils exklusiv von ihm ausgemachten negativen Entwicklungen der digitalen Welt gewandelt. So begründete der Stiftungsrat seine Juryentscheidung u. a. auch damit, dass Lanier in seinen Büchern eindringlich auf die Gefahren hinweise, „die unserer offenen Gesellschaft drohen, wenn ihr die Macht der Gestaltung entzogen wird und wenn Menschen, trotz eines Gewinns an Vielfalt und Freiheit, auf digitale Kategorien reduziert werden“. Sein jüngstes Buch sei ein Appell, „wachsam gegenüber Unfreiheit, Missbrauch und Überwachung zu sein“. Die Auszeichnung wird zum Abschluss der diesjährigen Frankfurter Buchmesse am 12. Oktober in der Frankfurter Paulskirche verliehen werden.
→ Die sonstigen Verdienste des Auserkorenen „zur Verwirklichung des Friedensgedankens“ sollen im Rahmen dieser kleinen Betrachtung des Kuriers nicht weiter ausgebreitet und können in der Begründung der Jury nachgelesen werden.

Indes wurde die Friedenspreisverleihung an Lanier in deutschen Medien vielfach angegriffen. Die Spanne reicht von der Kritik an Laniers Thesen zur Netzkultur, die der Banalität halber teils bestens in Pixibüchern aufgehoben wären (Falk Steiner im Deutschlandfunk), über die Zuordnung Laniers zur kulturpessimistischen Tradition, die immer nur die dunklen Seiten des Internets betone und die hellen und optimistischen Töne weglasse (Thierry Chervel im Perlentaucher), bis hin zur Feststellung, der Friedenspreis für Lanier „sei vor allem […] das laute Betteln, alles möge doch bitte endlich wieder werden wie früher“ (Jürgen Geuter auf Spiegel online).
→ Die wichtigsten Einwendungen mitsamt zugehörigen Belegen können im Wikipedia-Artikel zu Jaron Lanier im Artikelabschnitt #Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels nachgelesen werden.

Der Schwarm als Sinnbild für Totalitarismus und Gleichmacherei?

Jaron Lanier ist vor allem ein erbitterter Kritiker der sogenannten Schwarmintelligenz, als deren Hauptvertreter er die Wikipedia ansieht. „In der Wikipedia-Welt bestimmen jene die Wahrheit, die am stärksten besessen sind“, schreibt Lanier und legt nach: „Dahinter steckt der Narzissmus all dieser kleinen Jungs, die der Welt ihren Stempel aufdrücken wollen, […] aber gleichzeitig zu feige sind, ihr Gesicht zu zeigen.“ Systeme wie Wikipedia, so Lanier 2006 in seinem Essay „Digitaler Maoismus“, seien „nur vordergründig pluralistisch und basisdemokratisch, was ihre Selbstorganisation sowie die Erzeugung von Wissen angeht“ – tatsächlich aber, so beschreibt die Thesen von Lanier beispielsweise Hendrik Werner im Feuilleton des Weser-Kuriers, sei Wikipedia nach Laniers Auffassung „totalitär, weil es die Meinung vertrete, Kollektive könnten Ideen und Intelligenzformen hervorbringen, die jenen von Individuen überlegen seien.“ Laut Lanier, so Hendrik Werner weiter, negieren die Massen in der digitalen Welt „das Wissenspotenzial des Einzelnen zugunsten einer anonymen und gleichmacherischen Einheitsbewegung.“ Lanier bemühe sogar den Vergleich, dass diese Bewegung wie der Nationalsozialismus und der Bolschewismus auf schiere Masse setze.

Hingegen sei nach Lanier derjenige „kompetent und löblich“, der sich „nicht in einer gestaltlosen Masse von Zulieferern verberge, sondern namentlich für einen Eintrag stehe.“ Der Autor, die Autorität. Kein Wunder, dass der deutsche Buchhandels-Dachverband sich für Lanier als Friedenspreisträger begeisterte und ihn nun in eine Reihe mit früheren Preisträgern wie Hermann Hesse (1955), Astrid Lindgren (1978), Mario Vargas Llosa (1996), Jürgen Habermas (2001) und Orhan Pamuk (2005) stellen möchte – kein Wunder aber auch, dass die Kritik an der Verleihung wächst.

Der Kurier ist gespannt, ob und wenn ja, mit welchem Tenor, sich auch die – von Lanier unter Generalverdacht gestellte – „Wikipedia-Welt“ noch zu Wort melden wird. Leider steht aber wohl eher zu erwarten, dass die Wikimedia Foundation im fernen San Francisco die hierorts umstrittene Preisträgerwahl, so sie diese überhaupt zur Kenntnis nimmt, als eine Art skurrile Provinzposse in Old Europe abtun wird. Und das deutsche Chapter, die Wikimedia Deutschland, ist derzeit mit eigener Nabelschau ausge- und überlastet und hadert zudem mit der Community, die den überenzyklopädischen Freies-Wissen-Trip oft wenig zu schätzen weiß. Doch womöglich hat ja auch die von Lanier so wohlfeil an den Pranger gestellte Bewegung der „Enzyklopädie-Amateure“ selbst etwas zum „Risikofaktor Schwarmintelligenz“ zu sagen? (Jocian, 9.6.)

P. S.: Lanier übersieht dabei, dass das von ihm aufgebaute argumentum ad verecundiam einen logischen Fehlschluss darstellt (siehe auch Argument) und man doch eher jede einzelne Aussagen jedes einzelnen Artikels kritisch hinterfragen sollte, unabhängig davon, wer sie wann wie wo gesagt hat. (DH, 9.6.)

Catgraph

WMDE ist es offenbar entgangen, dass es für Dapetes im Kategorienprojekt und für die Portalarbeit extrem wichtige Helferlein Catgraph, mit dem die Beziehungen zwischen Kategorien visualisiert werden könnnen, noch keinen Ersatz auf Wikilabs gibt. (Fürs Protokoll: ich sprach auf der WikiCon in Karlsruhe mit Lydia Pintscher über dieses Problem und warnte vor den Auswirkungen und wurde von ihr dann auch einem von WMDE bezahlten Entwickler vorgestellt, der mich nach etwa 20 Sekunden (sic!) Gespräch mit einem „Moment, bin in einer Minute zurück“ stehenließ, um irgendwen zu begrüßen und dann nimmerwiedergesehen wurde. Seitdem bin ich nicht wieder angesprochen worden, und es ist offenbar auch sonst nichts in der Angelegenheit unternommen worden.) Und dabei ist dieses Tool in jedem Artikel und jeder Kategorie verlinkt, zumindest für diejenigen, die das Helferlein „Toolserver-Integration“ aktiviert haben. Es ist bezeichnend, dass für keines der durch das Helferlein verlinkten Toolserver-Tools eine Anpassung auf Wikilabs stattgefunden hat. WMDE demonstriert hier mal wieder sehr deutlich, was von den Beteuerungen zu halten ist, man werde den Toolserver nicht abschalten, solange darauf noch notwendige Tools laufen. Man zeigt mal wieder, wie man an den Bedürfnissen der Community und an ihr überhaupt vorbei agiert. Das ist an sich nicht überraschend, aber WMDE möge der Community doch bitte die laufenden Selbstbeweihräucherungen im Kurier ersparen, wie viel man für die Community tue. (MaB, 6.6.2014)

Über die Aufnahme von Neunutzern

Wikipedia hat zu wenig Nutzer – Autorenverlust bei der Wikipedia.

Andauernd solche Meldungen! Und was ist das Erste, was ich auf der Disk eines Users sehe? „Dein Artikel soll gelöscht werden.“ Kein Begrüßungsbaustein, kein Hilfsangebot, nur der kalte, ablehnende Hinweis an den Neuautor, dass sein Artikel „Schrott“ ist.

  • Da fasse ich mir an den Kopf und denke: „Lasst doch dem Neunutzer eine Chance. Wenn ein Artikel mangelhaft ist, vor allem bei einem Neunutzer, dann schreib ihn doch bitte an, sage ihm freundlich, dass sein Artikel noch nicht unseren Kriterien entspricht. Erkläre ihm, was er verändern soll und weise ihm darauf hin, dass der Artikel ansonsten wahrscheinlich gelöscht wird.“
  • Toll wäre eine Funktion, ein Pop-up: Der Ersteller dieses Artikels … ist ein langjähriger/erfahrener Autor oder … ist noch neu hier/hat wenige Edits/benötigt noch Unterstützung bei der Erstellung.
  • Ich glaube, dass jedes freundliche Wort oder ein Hilfsangebot zur Mitarbeit ermutigt, dem Neuautor signalisiert, deine Mitarbeit hier ist erwünscht, ihn anspornt weiterzumachen und nicht sofort wieder aufzuhören. Ist es denn nicht viel schöner Mitglied in einer Community zu sein, in der jeder freundlich aufgenommen wird?

Und dann nochmal an die Admins. Ohne euch wäre unsere Wikipedia ein Chaos und doch habe ich bei dem ein oder anderen Admin das Gefühl, dass manchmal eine freundliche Ansprache und eine Verschiebung des Artikels als Entwurf in den Benutzernamensraum (BNR) eine bessere Lösung wären als die sofortige Löschung, die oftmals gänzlich ohne zusätzliche Erklärung an den Ersteller vorgenommen wird. Eine Form, die ich mir denken könnte, wäre zum Beispiel so ein Hinweis auf der Disk (nach vorhergehender Begrüßung):

  • Wenn der Artikel keine Chancen in der Wikipedia haben wird, dann vielleicht: Dein Artikel erfüllt leider nicht die Relevanzkriterien der Wikipedia, da ... . Daher wird er gelöscht werden. Wenn du dich aber für das und das interessierst, schau doch mal bei den Artikelwünschen vorbei, da steht welche Themen gewünscht werden, die relevant sind. Helfen kann dir dabei auch ein Mentor.
  • Bei noch nicht relevanten Artikeln, da sie noch nicht genügend ausgeführt sind, auch ein Verweis auf die Redaktion, das Portal und einen entsprechenden Mentor/ Nutzer.

Ich möchte natürlich nicht, dass die Wikipedia in Vandalismus erstickt, und noch weniger, das wir zu einer Werbeplattform werden; aber dennoch bleibe ich bei meiner Meinung: Derjenige, der irgendeinen Artikel geschrieben hat, ist und bleibt ein fühlender Mensch.

  • Deshalb: Vor jedem Löschantrag durchatmen, sich den Nutzer und seine Beiträge anschauen, nochmal durchatmen und dann entscheiden, ob die Löschung der einzige Weg ist und wie der mögliche Rückzug eines neuen Autors aus dem Frust über diesen Verlust verhindert werden kann.

Ich würde bei angemeldeten Benutzern eine generelle Verschiebung der Entwürfe von Neuautoren in den BNR mit freundlicher Ansprache des Erstellers und eventuell auch einem Hinweis auf die Möglichkeit der Artikelerstellung oder Übertragung in „andere Wikiprojekte“ einer frustrierenden Löschung vorziehen. All dies sind nur ein paar Ideen und ich würde mich freuen, wenn es Autoren gäbe, die diese beherzigen, eigene Ideen entwickeln und die Wikipedia Tag für Tag ein bisschen besser machen, indem sie freundlich gegenüber neuen Autoren aber auch gegenüber allen anderen sind. AW 05.06.

Erinnerung: Tools laufen ab dem 1.7. nur noch auf Tool Labs

Vor etwa einem Jahr haben wir, Wikimedia Deutschland, die Abschaltung des Toolservers für Ende Juni 2014 angekündigt (Zeitplan). Dieser Termin steht vor der Tür. Der Toolserver wird am 30. Juni abgeschaltet. Was erwartet Dich ab dem 1. Juli?

Zum Hintergrund

Der Toolserver ist eine Plattform für die Community, auf der Software für die Wikipedien und ihre Schwesternprojekte entwickelt werden kann. Das haben über die Jahre viele engagierte Menschen getan und hilfreiche Programme und Anwendungen konzipiert, die in zahlreichen Wikimedia-Projekten im Einsatz sind. Der Toolserver wird noch von Wikimedia Deutschland betrieben und von der Wikimedia Foundation sowie einzelnen Chaptern finanziell unterstützt. Wikimedia Deutschland stellt den Betrieb jedoch aus mehreren Gründen ein. Eine Übersicht über diese Gründe steht auf: https://toolserver.org/. Damit die Tools weiterhin allen zur Verfügung stehen, hat die Wikimedia Foundation Tool Labs als neue Plattform für die Entwicklung von Software durch die Communitys bereitgestellt. Seit über einem Jahr begleitet WMDE den Umzug der Tools vom Toolserver nach Tool Labs.

Wichtiges für Nutzerinnen und Nutzer

Der Toolserver ist eine Plattform für die Community und die Tools können nur von den Entwicklerinnen und Entwicklern selbst umgezogen werden. Viele der Entwicklerinnen und Entwickler haben ihre Tools bereits umgezogen oder haben signalisiert, dass sie das bis zum Ende des Monats machen wollen. Mit den OpenStreetMap-Projekten und dem Entwickler vom MerlBot wurden zudem Übergangslösungen vereinbart, um das reibungslose Weiterlaufen zu ermöglichen. Alle anderen Tools werden ab dem 1.7. nicht mehr funktionieren.

Was kannst Du tun?

  • Auf Tool Labs kannst Du nachsehen, welche Tools dort bereits laufen und ob die Tools, die Du nutzt und brauchst, dabei sind.
  • Falls die von Dir präferierten Tools noch fehlen, kannst Du die Entwicklerinnen und Entwickler der Tools ansprechen: Es ist wichtig, dass sie wissen, dass ihre Tools geschätzt und zum Arbeiten benötigt werden.
  • Wenn Dir nicht klar ist, wer das Tool entwickelt hat, das Du benötigst, und wir Deine Fragen oder Wünsche weiterleiten sollen, kannst Du uns kontaktieren (Kontaktdaten am Ende des Textes).
  • Am Dienstag, den 17.06. um 18 Uhr (16 Uhr UTC) bieten wir ein deutschsprachiges Online-Treffen im IRC-Chat für alle Fragen rund um dem Umzug an. Dafür musst Du dem Channel #wikimedia-office beitreten. Für die Entwicklerinnen und Entwickler wird es einen eigenen Termin geben.

Wichtiges für Entwicklerinnen und Entwickler

Wenn Du den Umzug noch vor Dir hast, denk bitte daran, dass Deine Tools von vielen Leuten benutzt werden und sie bei ihrer täglichen Arbeit unterstützen. Sie werden vermisst, wenn sie ausfallen. Bitte nimm Dir noch die Zeit für den Umzug oder sag uns Bescheid: Wir können Dich noch beim Umzug unterstützen – was WMDE nicht kann, ist, Deine Tools langfristig zu warten. Ab dem 1. Juli werden die Toolserver-Admins Dir auf Wunsch hin Deine Backups herausgeben und Umleitungen zu Tool Labs für Dich einrichten. Du wirst Dich jedoch nicht mehr auf dem Toolserver einloggen können. Wenn Du an den Code anderer Tool-Entwicklerinnen oder -Entwickler möchtest, empfehlen wir, auch wenn es kein lizenzrechtliches Problem damit gibt, die Personen auf jeden Fall direkt zu kontaktieren und nachzufragen, ob das für sie in Ordnung ist. Wir vermitteln bei Bedarf gerne.

Hier nochmal eine Zusammenstellung der relevanten Links:

Wir bieten am Mittwoch, den 11.06. um 19 Uhr (17 Uhr UTC) eine IRC-Sprechstunde mit den Tool-Labs-Admins an, zu der Du wie immer herzlich eingeladen bist.

Eure Ansprechpersonen

Der Umzug wird von Silke Meyer koordiniert und von Birgit Müller in der Kommunikation unterstützt. Als Administrator/innen des Toolservers sind Marlen und Alexander gerne bereit, weiterhin zu beraten. Zu Fragen rund um Tool Labs ist Marc-André Pelletier auf Englisch ansprechbar.

  • Silke: silke.meyer@wikimedia.de, Silke Meyer
  • Birgit: birgit.mueller@wikimedia.de, Birgit Müller
  • Marlen Caemmerer und Alexander Mette: ts-admins@toolserver.org
  • Marc-André Pelletier: mpelletier@wikimedia.org, Coren

Bitte tragt die Nachricht weiter! Danke! S.M., 04.06.2014

Nachtrag: Tools, von denen die erfolgreiche Migration bereits bekannt ist, sind auf WP:LT zusammengestellt. PC, 4.6.2014

Versionslöschungen als Mittel der Meinungsdurchsetzung in Löschdiskussionen

Vor mehreren Tagen ist zwischen Mitarbeitern zweier Fachportale ein Konflikt ausgebrochen, der bislang nicht gelöst werden konnte. Konkret geht es um die bereits sehr langen Löschdiskussionen zweier S-Bahnhaltestellen in Wien: dem Bahnhof Wien Zentralfriedhof und der Haltestelle Wien Hirschstetten. Während auf der einen Seite eine Gruppe von Benutzern des Portal:Bahn die selbst auferlegten Relevanzkriterien durchsetzen möchte, ist man im Portal:Österreich von der Relevanz als eigenständige Artikel überzeugt. Auf einem Nebenschauplatz wird großteils von denselben Benutzern auch über die Relevanz einer denkmalgeschützten Toilettenanlage diskutiert. So weit so gut. Nachdem es bereits bei der Toilettenanlagen zu Abschnittslöschungen durch Löschbefürworter kam, um die Irrelevanz zu beweisen, wurde heute im Artikel Bahnhof Wien Zentralfriedhof auf Antrag der Löschbefürworter ein längerer Abschnitt, offiziell auf Grund urheberrechtlicher Bedenken, gelöscht. In diesem Abschnitt war jedoch die Relevanz klar dargestellt. Mir stellt sich daher die Frage: Ist ein Administrator berechtigt, auf eine solche Weise in konfliktreiche Löschdiskussionen einzugreifen, oder sollte es auch seine Aufgabe sein, dass die dargestelle Relevanz weiterhin im Artikel erhalten bleibt? AT

Deutscher Lehrerverband sucht nach „Human female anuses“

Wie die Tageszeitung Der Standard berichtet, ist der Deutsche Lehrerverband darüber schockiert, dass eine Eingabe in einem Suchfeld zu entsprechenden Ergebnissen führt. Hätte der DLV seine Fähigkeiten zur Deduktion genützt, hätte er voraussehen können, dass die Suche nach „human female anuses“ bei Google, Flickr, Bing und Commons zu entsprechenden Ergebnissen führt. Was sich der DLV bei solchen Sucheingaben erwartet, bleibt ebenso unklar wie der Grund, aus dem sich diese Standesvertretung für „human female anuses“ interessiert.

Antworten auf diese Frage könnten sich in einem auf dem DLV offenbar nahestehenden Nachrichtenportal nachgereichten Kommentar finden. Obwohl die dortige Argumentation ausgesprochen wirr ist (der Kommentar endet mit der Konklusion, dass die entsprechenden Materialien auf Wikipedia ein Symbol für das Versagen deutscher Bildungspolitik seien), finden sich einige Punkte, die auf ein mögliches Motiv dieser „Kritik“ hinweisen. Der Autor beklagt eine „Gratis-Mentalität“, die zu einem Rückgang der Nachfrage nach von gewinnorientierten Verlagen und Medien hergestellten Produkten führe. Eine Suche nach dem Autor des Kommentars führt zu einer „Agentur für Bildungsjournalismus“, die sich auf dieser Seite über ihre PR-Arbeit äußert. Es ist unwahrscheinlich, dass jemand, der nach „human female anuses“ sucht, nicht weiß, welche Ergebnisse erwartbar sind. Wahrscheinlicher ist, dass die vermeintliche Kritik an Inhalten einem anderen Zweck dient. Die Wikipedia übertrifft käuflich erwerbbare Nachschlagewerke in Umfang und Qualität. Die gewerblichen Anbieter können die Qualität der Wikipedia damit nicht mehr glaubhaft kritisieren und müssen auf andere Argumente ausweichen.

In diesem Fall scheint ein Angriff auf das Prinzip zensurfrei verfügbarer freier Informationen seinen Weg in die Medien gefunden zu haben. Die Wikipedia sollte Strategien zur Verteidigung gegen solche Angriffe finden und sich nicht scheuen, diese auch vorzubringen.LH

Zur Prämisse: Wie man in dem Artikel des DLV beschrieben wurde, wurde mitnichten nach Human female anuses gesucht, sondern nach Gesäß dessen Commons-Kategorie dann leicht zur beanstandeten Kategorie führt. (IP)

Neues zur WikiCon 2014

Logo der WikiCon

Am gestrigen Sonntag legten die Organisatoren der diesjährigen WikiCon (3.–5. Oktober in Köln) im Rahmen eines Arbeitstreffens folgende für Teilnehmer interessante Eckdaten fest: Der Call for Papers und damit die Möglichkeit, Programmangebote einzureichen, beginnt in zwei Wochen am 15. Juni; die verbindliche Anmeldung wird voraussichtlich um den 1. August freigeschaltet. Nähere Infos folgen zu gegebener Zeit.

Eine wichtige Änderung gibt es in diesem Jahr: E-Mail-Anfragen an das Orga-Team werden in diesem Jahr gebündelt, um sie effizienter beantworten zu können und eine Überbelastung einzelner Team-Mitglieder zu vermeiden. Wir bitten daher darum, alle Anfragen an info@wikicon.org zu senden und von E-Mails an einzelne Orga-Mitglieder abzusehen. Die Adresse steht ab sofort zur Verfügung. Vielen Dank!

Weitere Infos finden sich auf Wikipedia:WikiCon 2014/Aktuell. In großer Vorfreude und für den Rest: Yellowcard, 02.06.

Erste Wiki Conference USA

Gruppenbild am zweiten Tag der Konferenz

Vom 30. Mai bis zum 1. Juni fand in New York die erste Wiki Conference USA statt. Rund 100 Wikipedianer aus verschiedenen Teilen der Vereinigten Staaten fanden sich in der New York Law School ein, um an der von Wikimedia New York and Wikimedia DC organisierten Konferenz teilzunehmen. Während in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein starker Zusammenhalt der Community durch zahlreiche Veranstaltungen auf lokaler, nationaler und manchmal auch länderübergreifender Ebene gesichert ist, sind die Wikipedianer in den USA schon allein durch die Weite des Landes viel stärker voneinander isoliert. Insofern stellte die Konferenz eine einzigartige Gelegenheit zum persönlichen Kennenlernen und Austausch dar.

Auf dem Programm standen zahlreiche Vorträge, Diskussionen und Workshops, wobei der Schwerpunkt ganz klar auf programmatischen Aktivitäten lag. Während sich die Wikimedia Foundation immer stärker auf die technischen Aspekte der Projekte ausrichtet, standen bei der von den beiden Ostküsten-Chaptern ausgerichteten Wiki Conference Themen wie die Zusammenarbeit mit kulturellen Institutionen, das Hochschulprogramm und die Community im Vordergrund. Auffällig dabei war das Übergewicht von Sessions aus dem Bereich der Geisteswissenschaften gegenüber nur wenigen Vorträgen und Diskussionen zu naturwissenschaftlichen Themen. Dies ist nicht überraschend, da viele der amerikanischen Wikimedia-Aktivisten einen geisteswissenschaftlichen Hintergrund haben und die Zusammenarbeit mit Institutionen vor allem in diesem Bereich floriert.

Höhepunkte aus Sicht des Autors dieser Zeilen waren der Ausblick von Jake Orlowitz (Ocaasi) auf die Zukunft der Wikipedia Library, eine Analyse von Sara Marks (Librarygurl) zu den Auswirkungen eines Sarah Palin-Interviews auf den Artikel zu Paul Revere (zum Hintergrund vgl. einen Blogbeitrag der New York Times), ein Bericht von Kevin Gorman zu seiner Tätigkeit als erster Wikipedian in Residence an einer amerikanischen Universität, sowie der Vortrag von Journalistik-Professor Andrew Lih (Fuzheado), in dem Andrew erklärte, wie er seine Studierenden in einem Kurs an der American University in D.C. mit Museums- und Archivmitarbeitern zu Edit-a-thons zusammengebracht hat und wie alle Beteiligten diesen ‚Testballon‘ überlebt haben.

Während der Wiki Conference USA hat Andrew Lih auch in gewohnter Art Interviews in der Reihe „Wikipedia Weekly“ geführt, die einen ersten Eindruck von der Stimmung des letzten Wochenendes vermitteln. Videomitschnitte von den einzelnen Sessions sollen in den kommenden Wochen bereitgestellt werden. (fs, 01.06.)

Kein Wind, nirgends

Abschleppen einer Fregatte bei Flaute während eines Seegefechts im 19. Jahrhundert

Die vielfach und oft selbst beweihräucherte Schwarmintelligenz ist in die Jahre gekommen und steckt in einer schweren Krise – der Wikipedia laufen die Autoren weg. Seit 2007 ist deren Zahl global um ein Drittel geschrumpft. Zudem gerät das gesamte Projekt Wikipedia langsam aber stetig in die Flaute, beim Besucher-Ranking fiel es nach und nach sowohl global als auch regional zurück und wurde von kommerziellen Websites überholt.

Auch bei der deutschsprachigen Wikipedia werden die Reihen der Wikipedianer zunehmend lichter, wie die jetzt veröffentlichten Wikipedia-Statistikzahlen für die Monate März und April 2014 erneut belegen:

  • Im Jahr 2007 hatte die deutschsprachige Wikipedia im Durchschnitt rd. 8.420 „aktive Wikipedianer“ mit mind. 5 Beiträgen pro Monat, davon rd. 1.035 „sehr aktive Wikipedianer“ mit mind. 100 Beiträgen pro Monat.
  • 2013 waren es nur noch durchschnittlich rd. 6.625 „Aktive“ mit mind. 5 Beiträgen pro Monat, davon rd. 985 „Sehr Aktive“ mit mind. 100 Beiträgen/Monat. Der Rückgang beträgt rd. 21 % bzw. rd. 5 %.
  • 2007 hatte die deutschsprachige Wikipedia eine durchschnittliche Zunahme von 480 Artikeln pro Tag, 2013 waren es nur noch 345 Artikel pro Tag, was einem Rückgang von rd. 28 % entspricht.

Vereinfacht kann man sagen, dass bei der deutschsprachigen Wikipedia inzwischen auch der „harte Kern“ von knapp tausend „sehr aktiven Mitmachern“ schrumpft, wenn auch langsamer, und dass die allgemeine „Ermüdung“ sich am Rückgang der täglichen Artikelzunahmen festmachen lässt. In den ersten vier Monaten dieses Jahres gingen die Zahlen kontinuierlich weiter zurück; erstmals seit Anfang 2006 unterschritt die Zahl der „Aktiven“ die 6.000er- und die der „Sehr Aktiven“ die 900er-Marke, während die Zahl der täglichen Artikelzunahmen bis in die Nähe der 300er-Marke absackte.

Klar ist, dass das Projekt in eine Flaute hineindriftet. Längst fehlt der Wind, um noch alle – und die richtigen – Segel setzen zu können. Während dennoch wie eh und je das Orchester fröhlich aufspielt, in den Clubs eifrig Absichten erklärt und frohgemut allerlei Expeditionen ausgesandt werden sowie in den Salons nett parliert und den Mannschaftsgängen munter gerauft wird, ist man sich aber völlig uneins über Ursachen, Befunde, Lösungswege und Kursänderungen …

Was die Promenadendecks, Salons, Suiten, Clubs und Mannschaftsquartiere jedoch eint, ist die Ratlosigkeit darüber, wohin der Kurs eigentlich gehen soll, wenn kein Wind mehr weht. Derweil (Achtung, Ironie) vertreiben die fernen Stakeholders und Metaisten sowohl sich die Zeit als auch zugleich die letzten Gutwilligen mit mancherlei Glasperlenspielen, wie beispielsweise dem Visual-Editor-Basteln, der Artikel-Feedback-Tool-Erfinderei oder dem Aussäen von Kraut-und-Rüben … (Jo., 1.6.)

Zum Edit-a-thon „Frauen in der Wissenschaft“

Gestern machten sich acht wackere Wikipedianerinnen und vier virtuelle Sancho Panzas (Entschuldigung:) Autor_innen auf, gemeinsam etwas Sinnvolles in die Tastaturen zu hauen. Edit-a-thons sind in der deutschsprachigen Wikipedia ein eher neues Format. Man steckt sich ein Themenfeld ab, setzt sich ein Ziel, und dann geht’s los – online wie offline. Wir hatten das Thema „Frauen in der Wissenschaft“ gewählt und wollten damit dem Tagesgeschäft etwas hinterher räumen und über längst vergessene oder brandaktuelle Wissenschaftlerinnen schreiben. Das Feld ist riesig und das Ziel sehr ambitioniert, denn ein Großteil der relevanten Forscherinnen fehlt in unserer Enzyklopädie noch. So fiel es unserem Berliner Kreis auch nicht schwer, unbeackertes Feld zu finden: Kaum eingeloggt war jede in ihre Arbeit versunken.

Zwischenzeitliche Freudenschreie, wenn wieder ein Artikel fertig war oder – was uns auch sehr gefiel – wenn Autor_innen online „Geschenke“ brachten in der Form von Edits oder ganzen Artikeln. Kuchen gab es auch (yummi), aber das war kein Kaffeeklatsch, meine Damen und Herren! 13 neue Artikel sind entstanden, fünf wurden ausgebaut! Einige Autorinnen editierten am Abend und am nächsten Morgen noch weiter an den Themen.

Nicht zuletzt hat jede von uns aber noch viel mehr mitgenommen: Ich selbst bin seit gestern stolze Autorin eines Artikels über Lydia Makhubu, habe schon ein neues Projekt begonnen und freue mich über die vielen anderen neuen Artikel, etwa über die Botanikerin Margaret Cavendish Bentinck, die Industriephysikerin Ellen Lax oder die Ethnologin Karin Hahn-Hissink. Nicht nur bringen sie die Wikipedia voran und machen aus ihr die beste Enzyklopädie, die wir haben können. Solche Artikel entstehen zu lassen ist für uns auch empowernd, so sehr, dass wir die Veranstaltung im Spätsommer wiederholen werden. DS, 1.6.

Kraut und Rüben

Allium schoenoprasum(01).jpg
Carrots of many colors.jpg
Küchenkräuter-1.jpg
SugarBeet.jpg

So – wie es rechts simuliert ist – werden künftig unsere Artikel aussehen: Kraut und Rüben in der Bildbreite. Wer bisher Wert darauf gelegt hat, in den Vorschaubildern (sprich: Miniatur oder Thumb) einheitliche Bildbreiten zu verwenden, um Artikeln ein ruhiges und gleichmäßiges Layout zu verleihen, darf sich auf die neueste Errungenschaft in der Media-Wiki-Software freuen: Alle Bilder werden in der Vorschau zukünftig mit einer Höhe von 220px begrenzt. Die Folge ist eine völlig willkürliche Breite von hochformatigen Bildern. Wer glaubt, dem Phänomen durch den Parameter „hochkant“ („upright“) begegnen zu können, hat sich getäuscht: Das ist lediglich ein Bug, der demnächst gefixt wird. Empfohlen wird statt dessen – im Gegensatz zu allen unseren Hilfeseiten – der Einsatz von festen Bildgrößen.

Viele werden die Softwareneuerung noch gar nicht bemerkt haben, denn die Auswirkung zeigt sich erst mit der nächsten Bearbeitung (oder einem Leeren des Servercaches). Man kann sich aber in Artikeln wie Chanson oder One World Trade Center schon einmal anschauen, wie das zukünftige Durcheinander in der Artikelbreite aussehen wird. Und Artikel wie Ata Demirer oder Wisława Szymborska zeigen, wie ein besonders hochformatiges Einstiegsbild eines Artikels durch die Softwareänderung zu Briefmarkengröße zusammengeschrumpelt wird. Weitere Beispiele spare ich mir. Den geneigten Leser darauf hinzuweisen, dass er den Sonntag damit verbringen könnte, unsere exzellenten Artikel durch eine Miniänderung zu verhunzen, würde wohl den Tatbestand des Vandalismus erfüllen. Die Informationen zu dieser – mal wieder vollständig unangekündigten – Änderung darf man sich übrigens über einen Thread im englischen Village pump, eine Bugzilla-Meldung oder die WP-Technik-Werkstatt zusammensuchen. Viel Spaß dabei! Mag, 1.6.

Update: Die Softwareänderung wurde zurückgezogen, Kraut und Rüben sind eingebuddelt, die Artikel sehen wieder aus, wie sie sollen. Nun kann man mit gutem Gewissen empfehlen, alle Artikel, die noch merkwürdiges Aussehen zeigen, zu bereinigen. Dazu ist keine Miniänderung nötig, sondern man kann einfach den Servercache leeren. Allerdings hat der Fall gezeigt: die Community muss wachsam sein. Künftige Änderungen am „upright“/„hochkant“-Parameter sind angekündigt, die angeblich „nur“ 0,04% der eingebundenen Bilder betreffen. Mag, 2.6.

Schwedischer Tiger auf dem Sprung

Vom Schweden lernen heißt Siegen lernen: Die auf altherkömmliche Art geführten Enzyklopädie­projekte „Französischsprachige Wikipedia“ (≈ 1,528 Mio.) und „Deutschsprachige Wikipedia“ (≈ 1,740 Mio.) sind von der aufstrebenden Wikipedia auf Schwedisch bereits auf die Plätze fünf respektive vier verwiesen worden. Die quirlig-erfolgreichen Schweden können inzwischen rund 1,773 Millionen enzyklopädische Artikel vorweisen und täglich werden es mehr. Noch ist der zweite Platz unter den Online­enzyklopädien mit ≈ 1,784 Mio. Artikeln in niederländischer Hand, Experten gehen jedoch davon aus, dass der nordische Tiger schon bald zum Sprung auf den IJsselmeerhasen ansetzen wird. Während beim einen alle Dämme brechen, hat der andere nur noch ein Ziel vor Augen: 4,567 Millionen Artikel sind es derzeit, die es beim Kampf um die Enzyklopädiespitze zu schlagen gilt. Es wird wieder spannend, auch wenn nicht überliefert ist, ob der Tiger auf den wohlklingenden Namen „Anna“ hört. (xD mit dem Wort zum 27.07.) P. S.: Die vom Inhalt zweitgrößte Sprachversion verbleibt auch weiterhin die deutschsprachige Wikipedia nach der englischsprachigen (1, 2).DH, 27.7.

US-Kongress von Wikipedia gesperrt

Wie die Süddeutsche Zeitung meldet, hat Wikipedia (die englischsprachige?) die IP-Adresse des (US)-amerikanischen Kongresses am Donnerstag für zehn Tage gesperrt. Bereits am 16. Juli war eine 24-Stunden-Sperre ausgesprochen worden. Immer wieder gab es zuvor anonyme, „unsachliche“ Bearbeitungen von dieser IP-Adresse. So wurde im Artikel über den Blog Mediaite geschrieben, dieser sei ein „sexistisch-transphobes Nachrichten- und Meinungsblog“.

Anscheinend ist jemanden noch nicht bewusst geworden, dass Änderungen über IP-Adressen des US-Kongresses, auf Twitter erscheinen (congressedits). Entsprechendes gibt es seit Kurzem auch für den Deutschen Bundestag (bundestagedits). Es kann natürlich auch sein, dass es dem Übeltäter die folgende peinliche Publicity schlicht egal war. Tja mei…! JPF, 25.07.

Aufruf zum Ideen & Projekte einreichen bei Wikimedia CH

Gerne machen wir euch hiermit darauf aufmerksam, dass ihr noch bis Ende August 2014 die Gelegenheit habt, eure Ideen für Projekte und Aktivitäten für 2015 beim Schweizer Verein einzureichen.
Es ist unser stetiges Ziel, als Schweizer Chapter nahe an der Community und den Wikimedia-Projekten zu sein. Daher ist auch für 2015 geplant, dass die Hälfte unseres Budgets direkt zur Unterstützung der Wikipedianer/innen & Wikimedianer/innen eingesetzt wird. Aus diesem Grund ist es so wichtig, eure Bedürfnisse und Ideen zu kennen. Denn nur wenn wir darüber Bescheid wissen, können wir unsere Aktivitäten auch konsequent danach ausrichten.
Mehr Informationen zum Vorgehen und den Einzelheiten findet ihr hier. ms (wmch), 24.07.

WLE-2014-Publikumspreis

Einfach schön

Hat die deutsche Jury richtig ausgewählt? Die internationale Nominierung ist veröffentlicht. Jeder, ob zufrieden oder nicht, kann seine eigenen Favoriten im Publikumspreis WLE 2014 nominieren und darüber abstimmen lassen.

Publikumspreis heißt auch, dass die Preise aus der Community kommen. Spenden sind also sehr gern gesehen. :-)

Über 14.000 Bilder haben mich überzeugt: Natur ist doch nicht uncool :-) Nf, 23.07.

Vorschaubildchen ohne Gewand

Schleswig-Holstein, Hohenfelde, Landschaftsschutzgebiet Hohenfelder Moor NIK 6988.JPG
Etwa so sieht’s aus

Bisher mit Rahmen und grauer Box versehen, werden Vorschaubilder nun ohne diese Merkmale auskommen müssen. Aus der entsprechenden MediaWiki-Seite entnimmt man, dass ein Update durchgeführt werden soll, um die Bilder in ihrer vollen Schönheit und ohne Ablenkung zu präsentieren. Folgendes wird sich voraussichtlich für Benutzer des Vektor-Skins und unangemeldete Besucher ändern:

  • Sowohl der Rahmen um das Bild, als auch der zweite, äußere Rahmen entfallen.
  • Der graue Hintergrund wird entfernt.
  • Ein größerer Abstand zwischen Bild und Text wird eingeführt.
  • Der Text der Bildunterschrift wird leicht aufgehellt.
  • Das Vergrößerungssymbol (Magnify-clip.png) wird entfernt.

Es ist geplant, diese Aktualisierung am 14. August auf die deutschsprachige Wikipedia anzuwenden. Allerdings ist der Zeitplan zu hinterfragen, da die entsprechende Software-Änderung aktuell noch diskutiert wird und die auf der MediaWiki-Seite angegebenen Informationen auch teilweise von dem abweichen, was zum Code-Review vorgeschlagen wurde. R, 23.07.

Freie Videos auf mazwai

Freie Fotos (also Bilder, die unter einer Freien Lizenz stehen und die man dadurch auch für die Wikipedia verwenden kann) gibt es inzwischen viele; diese findet man zum Beispiel auf Wikipedia:Public-Domain-Bilderquellen. Bei Bewegtbildern ist das schon schwieriger - umso erfreulicher ist das Projekt mazwai. Hier gibt es inzwischen über 75 freie Videos in HD unter der CC BY 3.0-Lizenz. Natürlich gibt es dort multimediale Spielereien, aber auch enzyklopädisch nutzbaren Content wie den Flug einer Biene in Ultrazeitlupe oder den Verkehr auf dem Vorfeld des Züricher Flughafens. Die Videos können gezippt in den Formaten WebM und MP4 von http://mazwai.com/ heruntergeladen werden. Vorsicht: Aktueller Browser und Breitband-Anbindung empfohlen! mh via Dr. Web, 23.7.

Die Presse nutzt nicht immer Wikipedia

Es ist ja viel die Rede davon, dass Pressemedien unreflektiert von Wikipedia abschreiben. Journalisten sollten sich idealerweise aus mehreren Quellen informieren, gut recherchieren und die Informationen bewerten. Aber so ganz ohne Recherche in Wikipedia scheint auch nicht alles zu gelingen, was als typischer Sommerlochartikel eine lokale Leserschaft erfreuen soll. So erschien heute in der Printausgabe des Lokalteils Wuppertal der Westdeutschen Zeitung ein Artikel mit dem reißerischen Beginn: „Sensationeller Flohmarkt-Fund:“. Was wurde von dem engagierten Reporter gefunden? Ein unbekannter Picasso, das Bernsteinzimmer? Nein, sensationeller, ein alter colorierter Kupferstich mit einer Wuppertaler Stadtansicht vergangener Tage. Die Recherche nach der Sensation endete trotz aller Mühen mit der scheinbar unbeantwortbaren Frage, wer denn dieses Kunstwerk geschaffen haben möge. Immerhin bietet sich die Gelegenheit, noch ein paar Allgemeinplätze zur Geschichte zu verfassen, und schon ist der Sommerlochartikel fertig. Und die Pointe? Die Frage nach dem Urheber der Sensation hätte man mit Hilfe Wikipedias leicht beantworten können, da selbiger Kupferstich seit Jahr und Tag auf Commons unter commons:File:Wuppertal Elberfeld um 1850 W. Peters.png mit Angabe des Künstlers sauber kategorisiert und in Artikeln eingebunden ist. Sensationell, nicht? (Mt 21.07.)

Anm.: Wenn man ehrlich ist, sollte man erwähnen, dass das Bild ein Scan aus der Zeitschrift der Wuppertaler Abteilung des Bergischen Geschichtsvereins ist und beim Scan/Upload durch Beschnitt was verloren gegangen ist. Vgl. Geschichte im Wuppertal Jg. 18, 2009, S. 98. syr 16:39, 21. Jul. 2014 (CEST)

Doppelter Artikel des Tages

Am 20. Juli 2014, 1:31 Uhr war die Kuriosität perfekt: Wohl zum erstem Mal seit dem Bestehen der deutschsprachigen Wikipedia wurden zwei Artikel auf der Hauptseite in der Rubrik Artikel des Tages am selben Tag präsentiert, ohne dass ein Fehler wie eine verspätete Aktualisierung daran die Schuld trägt. Nachdem in einer kontroversen Diskussion der Artikel Adolf Hitler als Alternative zum Artikel Attentat vom 20. Juli 1944 vorgeschlagen wurde (da Letzterer Mängelbausteine enthält), wurde vorerst der Konsens gefunden, den sehr umstrittenen (ersten) Artikel auf der Hauptseite zu präsentieren und dementsprechend auch vorbereitet. Wie erwartet wurde diese Entscheidung schon bald nachdem der Artikel präsentiert wurde heftig kritisiert. Um 1:31 Uhr wurde schließlich der Artikel durch den Alternativvorschlag mit den Mängelbausteinen durch einen Administratoren ersetzt und damit den Kritiken nachgegeben. Allerdings fingen durch diese Aktion andere Diskussionen „erst richtig an zu brodeln“. Damit wurde bewiesen, dass Wikipedia nicht grenzenlos offen ist und es tatsächlich sogenannte „Tabu-Themen“ gibt. Ob man nun auch offiziell diese Tabu-Themen aus der Rubrik Artikel des Tages ausschließen wird, bleibt abzuwarten; klar ist jedoch, dass durch diese Aktion innerhalb einer Woche acht, statt wie üblich sieben Artikel, in der Rubrik Artikel des Tages präsentiert werden. ME (20.07.)

AustriaWiki: Beiträge mit Österreichbezug

Seit Ende 2012 hat das Austria-Forum eine Rubrik mit der Bezeichnung AustriaWiki. Die dort gelagerten rund 65.000 Artikel stammen ausnahmslos aus der deutschsprachigen Wikipeda und aus dem Medienprojekt WikiCommons. Die Beitrage sollen im Abstand von ein bis zwei Jahren aktualisiert werden. Die Wikipedia-Artikel warten dort auf die Verifizierung durch Experten des Editorial Board und sollen im Anschluss daran "eingefroren", also unveränderbar werden. Damit soll eine Zitierbarkeit der Inhalte in wissenschaftlichen Arbeiten sichergestellt werden. Schon in der ungeprüften Version ist eine Veränderung auf dem dortigen Server nicht möglich. Vielmehr wird auf den Originalartikel in der Wikipedia vom Zeitpunkt der Übertragung verwiesen. Sofern ein Artikel zwischenzeitig auf Wikipedia gelöscht wurde, geht dieser Link natürlich ins Leere. Der Artikel muss dann wohl auch bei AustriaWiki gelöscht werden, weil ein Zugriff auf die Versionsliste in Wikipedia und damit auch die Einhaltung der Lizenzbedingungen nicht mehr möglich ist. In einem öffentlichen Brief hält Hermann Maurer, der Initiator dieser Wissensplattform Austriaforum, mit seiner Ansicht zu Wikipedia und sonstige Informationsanbietern nicht hinter dem Berg. Jedenfalls werden auch dort ehrenamtliche Mitwirkende gesucht, die an der Verifizierung mitwirken sollen, weil die Fülle der Informationen von den 120 Mitgliedern des Editorial Boards natürlich nicht bewerkstelligt werden kann.Bergwerker, 18.7.

Kannst Du die Förderrichtlinien verbessern?

Für die Möglichkeiten der Unterstützung bei der Arbeit der Wikimedia-Communitys wurden in den letzten Monaten gemeinsam mit erfahrenen Wiki(m/p)edianern Förderrichtlinien erarbeitet.

Wie gut diese funktionieren, wo sie verbessert werden sollen und welche Änderungen oder Ergänzungen notwendig sind, wird auf dem 1. Review-Workshop Anfang September besprochen.

Köln, Kassel oder Berlin stehen als Ort zum Treffen zur Auswahl. Bitte trag Dich zur besseren Planung schon jetzt in die Teilnehmerliste ein, wenn Du mit Deinen Projekterfahrungen beim Review helfen kannst, Terminfavorit ist aktuell das Wochenende 6./7. September. sebaso_wmde, 18.7.

Bots schreiben 8,5 % der Wikipedia

Wikipediaintern ist der Streit, ob Botartikel wünschenswert sind oder nicht, ja schon seit langem vorhanden. Sverker Johansson heißt der Mann, der in der schwedischen und zwei auf den Philippinen gesprochenen Sprachen Artikel einstellt, über 2,7 Millionen Artikel sollen durch von Johansson programmierte Bots entstanden sein. Interessanterweise – glücklicherweise? – verzichten die Artikel im Feuilletonteil von Faznet und im Netzweltbereich von SPON auf Beispiele solcher Nichtikel. Zwar ist, wie Johansson argumentiert, der Artikelbestand in Wikipedia tatsächlich ungleichmäßig gewichtet, doch wird man das Ungleichgewicht zwischen der Zahl von Biographien zu fiktiven Figuren aus Tolkiens Welt in Relation zu Personen des Vietnamkrieges nicht dadurch verbessern, indem man hunderttausende von Botartikeln mit rudimentären Informationen zu allen bekannten Vogelarten und Pilzgattungen erstellt. Ein Trost bleibt immerhin: 91,5 % der Botpedia wird von Menschen geschrieben. MaB 17.7.

Edits aus dem Parlament

Dass die Wikipedia in Parlamenten zu Gast ist, wurde längst zu einer schönen Tradition. Dass Parlamentsangehörige in der Wikipedia aktiv sind, hat dagegen eine gar nicht schöne Tradition. Transparenz wollen nun die Twitter-Accounts @reichstagedits und @bundesedit schaffen, die anonyme Edits von IP-Adressen aus dem Bundestag oder aus Bundesbehörden vertwittern.

Das Gleiche gibt’s auch für die Parlamente einiger anderer Staaten: UK, USA, Frankreich, Schweden, Dänemark. Zum Hintergrund. N, 14.7.

Language Tool

Logo Wikimedia Labs wurde um ein nützliches Tool namens Logo LanguageTool ergänzt. Es untersucht Texte auf Grammatik- und Stilfehler, die eine einfache Rechtschreibprüfung nicht finden kann (vgl. Helferlein:Wikipedia-Rechtschreibprüfung). Jeder ist herzlich eingeladen, LanguageTool auf dem Wikimedia Tool Server auszuprobieren und zu verwenden. Es ist einfach zu bedienen und hilft einen stilistisch fehlerfreien Text zu schreiben; dennoch sollte man jeden Vorschlag nochmals auf Sinnhaftigkeit und Korrektheit überprüfen. Probiert es einfach einmal aus und helft mit, eine Enzyklopädie mit herausragender Textqualität zu schaffen. Das Programm selbst ist Open Source und wird laufend weiterentwickelt. Auf der LanguageTool Community Website kann man neue Regeln im Browser erstellen und bestehende verbessern sowie auf Fehlalarme überprüfen. Auch die Web-Applikation zur Integration mit Wikipedia liegt im Quelltext vor und kann von interessierten Entwicklern weiter ausgebaut und um Fehler bereinigt werden.(Johannes Kalliauer, 14.07.14)

Wikipedia-Fußballwette mit neuem Rekord

Und ein vierter Stern kommt dazu

Mit dem 1:0-Sieg der deutschen Fußballnationalmannschaft der Männer in der Verlängerung im WM-Finale gegen Argentinien gibt es bei der wikipediainternen Fußballwette einen neuen Rekord an richtigen Tipps. Insgesamt siebzehn Benutzer setzten auf Deutschland als Weltmeister; der vorherige Höchstwert stammte von der WM-Wette 2010, als Spanien von acht Benutzern als Weltmeister gehandelt wurde. Glückwünsche an Spieler und Trainer der deutschen Mannschaft, sowie an die Benutzer C.Cornehl, StG1990, Schraubenbürschchen, Steak, Ot, Yoda1893, Astrofreund, Torana, Leo14, Auto1234, Markus A, ApolloWissen, Toru10, Chewbacca2205, Gereon K. Entbert und Bingo123. (BuschBohne, 13. 7.)

Wikimedia Deutschland: Interimsvorstand

Im Prozess des Vorstandswechsels beim Verein Wikimedia Deutschland e. V. (WMDE) gibt es Neuigkeiten: Es freut mich sehr, dass ich die Berufung von Jan Engelmann als Interimsvorstand ab dem 1. September 2014 ankündigen kann. Jan ist seit 2011 bei WMDE als Leiter des Bereichs Politik & Gesellschaft tätig. In den vergangenen Jahren hat er den Vorstand bereits regelmäßig vertreten. Als Interimsvorstand wird Jan den Bereich kommissarisch leiten.

Bis zum 31. August ist Pavel Richter weiter Vorstand von WMDE, mit allen damit verbundenen Aufgaben und Verantwortungen. Danach wird Pavel in beratender Funktion mit Jan in der kommenden Zeit des Übergangs zusammenarbeiten, zunächst ist diese Beratung befristet bis zum 31. Januar 2015. Weitere Details finden sich hier. bue, 11.7.

Der Media Viewer bleibt

Trotz eines klaren Votums in der englischen Wikipedia, den Media Viewer für angemeldete und nicht angemeldete Benutzer standardmäßig wieder zu deaktivieren, hält die Wikimedia Foundation an der Software als Teil ihrer Strategie und Vision fest. Eine parallele Abstimmung auf Commons läuft derzeit noch. qtl, 11.7.

Druck von Büchern wird eingestellt

Über die Buchfunktion können seit 2008 neben der Erstellung von PDFs auch gedruckte Bücher über die Firma PediaPress bestellt werden. PediaPress stellt den Buchdruckservice in einigen Wochen ein, da sich der Aufwand nicht lohnt. Seit 2008 wurden 15.000 Bücher bestellt. Die PDF-Funktionalität bleibt erhalten (demnächst mit neuer Software). Die Wikimedia Foundation ist bereit, die Druckmöglichkeit weiterhin zu unterstützen, wenn a) die Community ein deutliches Interesse daran zeigt und sich b) ein neuer Dienstleister findet. Quelle: Deprecating print-on-demand functionality (ray, 11.7.)

Livestream für den Wikipedianischen Salon

Hier ist der Link zum Livestream des 4. Wikipedianischen Salons: https://www.youtube.com/watch?v=B27JXDWfG_8.
Da dies kompliziert zu merken ist, gibt es auch eine leichtere URL: www.Wikipedia.de/WikipedianischerSalon_Live (AP, 9.7.)

OpenDocument-Dateien auf Commons?

ODF-Icon für Tabellen

Auf Wikimedia Commons hat heute eine Abstimmung darüber begonnen, ob dort in Zukunft OpenDocument-Formate erlaubt sein sollen.

OpenDocument (ODF) ist das native XML-basierte Dateiformat der Büropakete OpenOffice und LibreOffice. Der quelloffene Standard wurde im Mai 2005 veröffentlicht. Bug 2089 wurde kurz darauf geöffnet. Seitdem läuft dort die Diskussion, und nachdem alle geäußerten Bedenken ausdiskutiert waren, kommt es nun, neun Jahre später, endlich zu diesem RFC.

Die Möglichkeit, ODF-Formate unmittelbar auf Commons zu stellen, wäre ein großer Fortschritt, weil dann beispielsweise auch das Quellformat für Präsentationen weitergegeben werden könnte, während diese bisher meist nur als PDF verteilt werden. Oder Tabellenkalkulationen mit strukturierten Daten. Oder Quelldateien für Vektorgrafiken. Die Möglichkeit, die weit verbreiteten OASIS-Formate auf Wikimedia-Plattformen nutzen zu können, wurde insbesondere für die Erstellung freier Lehr- und Lernmaterialien (Open Educational Resources) immer wieder gewünscht, weil es die Schwelle für eigene Beiträge der Nutzer erheblich senken würde. Umgekehrt wäre damit ein weiterer Anreiz zum Einsatz freier Software verbunden.

Dieser Wunsch rückt jetzt – nach einem langen Anlauf – in den Bereich des Möglichen. Der Fortschritt ist eben eine Schnecke. Kriechen wir mit? (A, 6.7.)

Deutsche Bahn hat einmal mehr versagt

Bahnportalmitarbeiter bigbug21 erwähnt in einem anderen Zusammenhang in der Portaldiskussion:Bahn ein Lob der Deutschen Bahn an die Wikipedia. Da unter Umständen nicht jeder Kurierleser auch das Bahnportal auf seiner Beobachtungsliste hat, hier der entsprechende Link. Bemerkenswert finde ich die Selbstverständlich­keit, mit der auf das Informations­angebot unseres Freiwilligen­projektes hingewiesen wird, während das ehemalige Staats­unternehmen zum Thema „Wissensbewahrung“ seine eigenen Aufgaben nur mit einem Schulter­zucken quittiert, obwohl dieses Wissen in der Belegschaft überreich verfügbar sein müsste. Lus (6. 7.)

Alles gescheitert?

Ich benötige euren Rat in der Angelegenheit "Guide-Camp". Danke. (AP, 6.7.)

Noch ’ne Seitenstatistik

APPERs Tool WikiHistory nutzt man gerne, um sich über die Hauptautoren eines Artikels zu informieren. Über ein weiteres Skript aus dem Werkzeugkasten von Benutzer:Hedonil kann man sich ebenfalls statistische Angaben einblenden lassen. XTools zeigt außer der Zahl der Versionen und der Autoren insgesamt auch an, wie viele Benutzer die Seite beobachten und wie oft sie in den beiden letzten Monaten aufgerufen wurden ist. Das funktioniert bei allen Wiki-Seiten, also nicht nur bei Artikeln, und es funktioniert dem Vernehmen nach in allen Wikimedia-Projekten, also nicht nur in Wikipedia. Der auf der Projektseite angegebene Code mw.loader.load('//meta.wikimedia.org/w/index.php?title=User:Hedonil/XTools/XTools.js&action=raw&ctype=text/javascript'); muss in die eigene common.js eingefügt werden. Er beißt sich hierzuwiki anscheinend nicht mit WikiHistory. So erfährt man z. B., dass der Kurier derzeit 1.444 Seitenbeobachter hat, in den letzten 60 Tagen 11.466 mal aufgerufen wurde, und dass die Seite einst von Benutzer:Raymond erstellt worden war. Der Link Alle Seitenstatistiken führt zu weiteren Auswertungen. (via RAW, Benutzer:Aschmidt, 5.7.)

Neue Botpedias

Nach der schwedischen und der niederländischen Sprachversion, die insoweit vor einem Jahr aufgefallen waren, holt nun Südostasien auf: Auch die Wikipedias auf Vietnamesisch und auf Wáray-Wáray verfügen nun, Bot sei Dank, über mehr als eine Million Artikel, wobei letztere, chapeau!, nur über 71 aktive Autoren bzw. Accounts verfügen soll. Die noch kleinere Cebuano-Wikipedia ist ihr eng auf den Fersen. – Der Kurier nimmt all das klaglos hin und berichtet darüber, damit man es auch auf Deutsch einmal wird nachlesen können, wenn einst die Geschichte der Wikipedia geschrieben wird. (via WPSP, RAW, A, 5.7.)

Unternehmensnachrichten

Banc de Binary

Unzufrieden mit dem Honorar des Auftraggebers? Dann sollten Sie einen Wechsel der Sprachversion erwägen! Zögern Sie nicht, sondern gehen Sie mit der Konjuktur: Die zypriotische (sic!) Banc De Binary bot unlängst für die Krisenkommunikation ihres Wikipedia-Artikels 10.000 US-Dollar feil, was nicht nur in der englischen Wikipedia, sondern auch outre-rhin für Diskussionen sorgte. Auch das Wall Street Journal berichtete in einem Absatz über die Geschäfte und die Gerüchte, die die Bank zu dieser Offerte bewegt haben dürften. Und zwar im Ressort Kultur seines Internet-Blogs. Formidable Referenzen mithin für den Weg zum schnellen Geld als Paid editor. RAW weiß von bisher 20 Sockenpuppen-Sperren in der Affäre, und das ist erst der Anfang. Die französische Wikipedia erachtete die Bank für nicht relevant, wobei der Löschantrag von einem Benutzer kam, der als Bertolt Brecht firmiert. Außerdem seien die Seiten von Benutzern, die den Artikel gemäß dem NPOV entschwurbelten oder die ihn gelöscht haben wollten, vandaliert worden. Na, da war aber was los nebenan. Im Vergleich dazu scheint der Markt hierzulande noch ausbaufähig. Packen wirs an. Für das Beste im Autor. Zur Abgabe von Arbeitsproben bei Ihrem zukünftigen Kunden klicken Sie bitte hier. (A, 5.7.)

Media Viewer: Neue Funktionen nach Rückmeldungen aus der Community

Ausgehend von den zahlreichen Rückmeldungen aus der Community ist das Entwicklungsteam des Media Viewers seit ein paar Wochen dabei, Veränderungen vorzunehmen und Fehler zu beheben. Bisher freigeschaltete neue Funktionen sind u. a.: Link zur Originaldatei in der Ansicht (ermöglicht das Zoomen im Browser), Möglichkeit für registrierte und nicht registrierte Nutzer und Nutzerinnen, den Media Viewer direkt unterhalb der Ansicht im Infoblock auszuschalten und Anzeige des Links zur Datenseite in Commons auch für nicht Angemeldete. Weitere Features sind in Arbeit, wie z. B. das Anzeigen/Verlinken von Informationen zur Weiterverwendung von Fotos wie Autorschaft und Lizenzen im Downloadfeld. Auf die mehrsprachige Umfrage des Multimediateams gab es bislang über 17000 Rückmeldungen. Ca. 1260 der Rückmeldungen kommen aus der deutschsprachigen Community. Die Pro-Haltungen zum Media Viewer schwanken zwischen 29,53% (deutschsprachige Wikipedia) und 81% (portugiesischsprachige Wikipedia). Das Multimedia-Team bedankt sich sehr für die zahlreichen Rückmeldungen und wichtigen Hinweise. Die Umfrage läuft noch bis zum 7. Juli. Wenn Du Lust hast, den Media Viewer noch zu testen, zum Formular gehts hierlang. Allgemeine Informationen zum Media Viewer gibt es auf der Seite Hilfe:Medienbetrachter. bm (WMDE), 3.7.

Open Data Portal Österreich für Nicht-Regierungsdaten gestartet

Um offene Daten aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Kultur und Wissenschaft frei verfügbar zu machen, wurde gestern das Open Data Portal Österreich (odp) eröffnet, mit mehr als 30 Datensätzen aus diesen Bereichen. Um mit gutem Beispiel voran zu gehen, lieferten Bund, Länder und Gemeinden rund 1.300 Datensätze der österreichischen Verwaltung zu. Die Daten stehen unter Angabe der Quelle frei und auch zu kommerziellen Zwecken zur Verfügung, da sie unter der Creative-Commons-Lizenz (BY AT 3.0) veröffentlicht werden. Wikimedia Österreich hat das Portal gemeinsam mit der Open Knowledge Foundation Österreich und der Cooperation Open Government Data umgesetzt, finanzielle Unterstützung kam vom Verein netidee. Martin Kaltenböck von der Open Knowledge Foundation Österreich ist zuversichtlich: "Wir hoffen, dass bald mehr Unternehmen und Organisationen ihre Daten veröffentlichen. Wir laden alle ein, Daten bereitzustellen."[1] Erste Anwendungen mit Daten aus dem Portal sind bereits verfügbar. Die Adresse lautet https://www.opendataportal.at/, weitere Informationen über @odp_AT und den Hashtag #odpAT. (mh, 2.7.)

Make Access Happen

Das Siegel der NARA

Die amerikanische National Archives and Records Administration hat in ihrem neuesten Open Government plan bekanntgegeben, dass sie beabsichtige, den gesamten digitalisierten Bestand auf Wikimedia Commons zu stellen. Damit werde das Ziel verfolgt, den Zugang zu den Daten so einfach wie möglich zu gestalten, frei nach dem Motto Make Access Happen. Die 4000 Wikipedia-Artikel, in die derzeit bereits Bilder aus dem Nationalarchiv eingebunden sind, seien während des vergangenen Jahres zusammengenommen über eine Milliarde Mal aufgerufen worden.

Wer diese Datenmengen letztlich auf Wikimedia Commons sachverständig verarbeiten und in Wikipedia einarbeiten soll, bleibt offen. Der amerikanische Pressebericht spricht insoweit eher dunkel von „Ehrenamtlern“, aber auch von einem Wikipedian in Residence, der in der Behörde tätig sei, sowie vom Washingtoner Chapter, das aufgrund seiner räumlichen Nähe zur Library of Congress und anderen Einrichtungen sehr umfangreich bei vielen dieser Aktivitäten einbezogen sei. (A, 2.7., via Mailingliste Wikimedia Education).

Das Schiedsgericht und die genealogischen Zeichen

Nachdem der schon seit vielen Jahren dauernde Konflikt um die sogenannten genealogischen Zeichen, also der Streit über die zwingend vorgeschriebene Verwendung der Symbole „*“ für geboren und „†“ für gestorben, in den Biografieartikeln der Wikipedia Anfang des Jahres eskalierte und zu zahlreichen Edit-Wars, Benutzersperren und natürlich auch Adminwiederwahlstimmen geführt hatte, stellte der Autor Achim Raschka Anfang April dieses Jahres eine Anfrage an das Schiedsgericht, um die Verbindlichkeit der umstrittenen Formatvorlage mit dem lustigen Porträtfoto für solche Biografieartikel beurteilen zu lassen, also zu klären, ob die genealogischen Zeichen bei Strafandrohung verwendet werden müssen, gleichgültig, ob das für die dargestellte Person des Zeitgeschehens nun passt oder nicht. Nach genau drei Monaten hat sich nun das Schiedsgericht dazu durchgerungen, eine, nun ja Entscheidung kann man es nicht nennen, vielmehr eine Empfehlung auszusprechen. Man höre und staune, die Community soll ein weiteres Meinungsbild, aber diesmal bitteschön eindeutiger, veranstalten. Tja, das Schiedsgericht in seiner unendlichen Weisheit, hat gesprochen, Howgh! Aber ganz ehrlich, wäre man auf diese umwerfend innovative Idee nicht auch ohne das Schiedsgericht gekommen? Egal. Immerhin ist es jetzt etwas schwieriger geworden, das immer wieder allseits beliebte Totschlagargument Ihr stimmt solange ab, bis euch das Ergebnis passt den Leuten vor den Latz zu knallen. Man ist gespannt, wer sich diesmal die, mit Verlaub, sinnlose Mühe macht, das jetzt sechste, oder wäre es sogar das siebte? Meinungsbild zu diesem absurden Thema anzuleiern. Ein Kommentar von, na klar, Sc, 1. Juli 2014

1. Aktualisierung: Der Entwurf für ein Meinungsbild, das in etwa der Empfehlung des Schiedsgerichts folgen soll, wurde am 2. Juli von Pacogo7 verfasst.

2. Aktualisierung: Nicht lang auf sich warten ließ dann auch ein konkurrierendes Meinungsbild mit etwas anderer Ausrichtung, das am 5. Juli das Licht der Wikipediawelt erblickte. Es sieht also ganz nach einem Sommer im Zeichen des Kreuzes aus. Doch waren nicht aller guten Dinge drei?

Anmerkung: Das 2. Meinungsbild entspricht exakt der Formulierung, die das Schiedsgericht vorgegeben hat, während das 1. eine davon abweichende Fragestellung behandelt. Aspiriniks, 5. Juli 2014
2. Anmerkung: Das erste Meinungsbild wurde von einem Gegner der genealogischen Zeichen angelegt, das zweite von einem Befürworter.--Schlesinger schreib! 23:11, 5. Jul. 2014 (CEST)

Sammelstelle „Vermisste Tools“ vom Toolserver

Am 1. Juli um 3:00 Uhr laufen die Accounts der Entwickler und Entwicklerinnen auf dem Toolserver aus. Alle Tools, die noch nicht nach Tool Labs umgezogen wurden, werden nicht mehr funktionieren (Ausnahmen: Merlbot, OSM-Projekte). Mehr Infos findet Ihr hier. Wir wollen für alle einen Überblick über die am meisten vermissten Tools schaffen und haben dafür diese Seite in englischer und deutscher Sprache angelegt. Vermisst Ihr Tools oder fallen Euch nicht funktionierende Weiterleitungen auf? Habt Ihr vielleicht Lust, ein verwaistes Tool zu übernehmen? Dann könnt Ihr Euch dort eintragen. Vielen Dank! --bm (WMDE), 30.6.

Interview mit Lila Tretikov

Der Wikipedia Signpost hat ein siebzehnminütiges Gespräch mit der neuen Geschäftsführerin der Wikimedia Foundation, Lila Tretikov, geführt, in dem sie ihre An- und Absichten umreißt. Es ist viel von Effizienz die Rede, es wird ein etwas anderer Ton angeschlagen als bisher, der sich sehr technikzentriert und ökonomisch-technokratisch ausnimmt, aber auch vom Wikipedia:Gender-Gap spricht man. Das Interview nimmt vielfach auf die englischsprachige Diskussion in den entsprechenden Kanälen Bezug. Auf archive.org gibt es eine MP3-Version des Gesprächs. (A, 29.6.) Nachtrag: en:User:Keilana hat eine Mitschrift des Interviews erstellt. (A, 30.6.)

Interview mit Lila Tretikov, Juni 2014.

Neues aus der Mobile-Welt

Wie hinlänglich bekannt ist, besteht derzeit eine generelle Tendenz dazu, das Internet vermehrt von mobilen Endgeräten zu nutzen. Auch vor unserer Enzyklopädie macht diese Entwicklung nicht halt. Aus diesem Grund wurden sowohl der Mobile Auftritt als auch die offizielle Android-App der Wikipedia grundsätzlich überarbeitet. Dabei wurden einige Spezialseiten neu eingeführt, die in der "klassischen" Desktop-Ansicht nicht auftauchen und die der Autor dieses Beitrags daher ins Rampenlicht rücken möchte. So etwa das persönliche Benutzerprofil (verlinkt jenes des Autors), das über jeden Account automatisch angelegt wird und erscheint, wenn in der Mobilversion ein Benutzername angewählt wird. Auch die mobile Ansicht von Versionsänderungen (willkürliches Beispiel des Autors) ist durchaus sehenswert. Erneut darf auch auf die Funktionalität "In der Nähe" hingewiesen werden, die auch am Desktop funktioniert und natürlich besonders bei mobilen Endgeräten ihren vollen Nutzen entfaltet. Alles in allem schön gelungene Änderungen, die es verdienen, hier einmal beleuchtet zu werden. --Plani, 28.6.

Der neue Ruhm des John Anthony Brooks

Es ist noch gar nicht so lange her, da wurde Fußball in den USA als reine Frauensportart diffamiert. Zu der im Jahr 1994 in den USA ausgetragenen Fußball-Weltmeisterschaft wurden in den Stadien auf allen Sitzplätzen noch Zettel verteilt, welche dem US-Fan ausführlich die Spielregeln erklärte. Doch die Zeiten ändern sich. Seit dem späten 2:1 Siegtreffer des Deutsch-Amerikaners John Anthony Brooks im Spiel gegen Ghana brachen in der US-Presse in Sachen Fußballbegeisterung alle Dämme. Schuld war eine kurzzeitige Spaßversion des Brooks-Artikel in der englischen Wikipedia, in welcher der Torschütze zum Größten Amerikaner seit Abraham Lincoln erklärt wurde. Der Wiki-Superlativ wurden von diversen US-Medien aufgeschnappt, die hiesige Presse folgte. Fußball, so viel ist sicher, ist dank unserer Enzyklopädie jetzt endgültig in Amerika angekommen… IP, 27.6.

Wikimania-Vortreffen in Eindhoven

Wiknic Logo

Nach Eindhoven hat Wikimedia Nederland (WMNL) geladen: nicht nur für Wikimania-Besucher, nicht nur für Niederländer. Die Mitbringparty findet am Sonntag, den 6. Juli statt.--Z., 26.6.

Homöopathie

Wie das Internet berichtet, hat die Initiative to Promote Research in Homeopathy eine Petition gestartet, um eine Überarbeitung des englischsprachigen Wikipedia-Artikels Homöopathie durch kompetente Personen zu erzwingen. Es wird kritisiert, dass dieses stark umstrittene Thema nicht auf dem neuesten Stand der Dinge sei und wichtige Informationen fehlten. Doch das Überarbeiten sei schier unmöglich, da Bearbeitungen innerhalb kürzester Zeit zurückgesetzt würden, nach mehreren Bearbeitungsversuchen werde man sogar gesperrt – so der Online-Bericht. Die Petition Call to action to update Homeopathy at Wikipedia hat bereits an die 5.000 Unterschriften gesammelt.--IP, 26.6.

Die Wahl des Community-Mitglieds für die Übergangskommission endet in 25 Stunden

Drei Kandidaten stehen zur Wahl und warten auf eure Stimmen. Schaut bitte hier vorbei. --Ra Boe, 25.6.

Datenbankzugänge zu vergeben

Wikipedia Library Owl

Eine kurze Durchsage: The Wikipedia Library hat neue Datenbankzugänge zu vergeben:

  • Das britische Keesing's World News Archive erstellt seit 1931 monatlich internationale Länderberichte über Politik und Wirtschaft (25 Zugänge, testweise für ein Jahr, es gibt noch einen kleinen Restbestand).
  • Das British Newspaper Archive stellt Digitalisate britischer Tageszeitungen bereit (50 Zugänge für drei Monate, jetzt schon weitgehend vergeben).
  • JSTOR stellt 400 weitere Accounts zur Verfügung, während
  • Credo Reference 200 neue Zugänge bereitstellt.

Auch die Datenbankanbieter Questia, HighBeam Research und Oxford University Press sowie – für Medizin-Autoren – das British Medical Journal und die Cochrane Library sind weiterhin verfügbar – alles standardmäßig für Wikipedia-Autoren, die mindestens ein Jahr angemeldet sind und mindestens 1000 Bearbeitungen vorgenommen haben.

Ein Ausblick: In Zukunft sollen Bewerbungen für Autoren der deutschsprachigen Wikipedia auch hierzuwiki möglich sein. Die diesbezüglichen Seiten sind aber noch nicht ganz fertig, deshalb bitte vorläufig weiterhin nebenan auf enwiki die Bewerbung abgeben durch Eintrag der Signatur im Abschnitt Apply auf der jeweiligen Projektseite. Bitte die dort vermerkten Nutzungsbedingungen beachten. (A, 22.6.)

WLE: Letzter Aufruf

Ist Natur uncool?

Der Foto-Wettbewerb Wiki Loves Earth geht allmählich dem diesjährigen Ende entgegen. Die Fotografen haben ihre Arbeit bald beendet, jetzt muss die Community die ihrige beginnen. Seit mehreren Wochen ist die Bewerbungsseite für die Jury geöffnet. Bisher gab es nur fünf Eintragungen für die nationale und eine für die internationale Jury. WMDE hat zehn Hotelplätze gebucht. Wer also noch ein Arbeitswochenende Zeit und Lust hat, kann sich als Juror eintragen. Am 25. Juni werde ich die Seite schließen. Sind es zehn Bewerbungen oder weniger, gibt es keine Wahl. Also, liebe Wikipedianer, keine Beschwerden hinterher.--Nf, 20.6.

Vorstandssuche bei Wikimedia Deutschland ...

Das Präsidium hat in den letzten Wochen intensiv an dem Prozess zur Findung eines neuen Vorstands gearbeitet und nun konkrete Schritte vereinbart. Um die Suche eines neuen Vorstands auf ein möglichst breites Fundament zu stellen, haben wir beschlossen eine „Übergangskommission“ mit möglichst vielen Mitgliedergruppen einzurichten. Für diese Kommission, die schon in den nächsten Wochen ihre Arbeit aufnehmen soll, wird auch ein engagiertes und erfahreres Community-Mitglied gesucht. Wer sich bei der Suche nach einem neuen Vorstand beteiligen möchte, sollte in den nächsten Monaten einige Zeit für Wikimedia einplanen. Er oder sie sollte sich in der Wikipediawelt mit den Schwesterprojekten auskennen und über eine größere Bearbeitungszahl verfügen, bereit sein im Team konstruktiv zusammen zu arbeiten und flexibel sein. Weitere Einzelheiten findet ihr hier. --Ra Boe, 19.6.

WikiCon 2014: «Call for papers»

Von Freitag 3. bis Sonntag 5. Oktober wird die WikiCon 2014 im Komed in Köln stattfinden. Während die äußeren Rahmenbedingungen immer mehr Gestalt annehmen, werden noch weitere Programmangebote gesucht. Wer gerne einen Vortrag halten, einen Workshop anbieten, eine Diskussion organisieren, einen Lighting Talk oder ein spannendes Thema in einem anderen Format anbieten möchte, ist herzlich eingeladen, sich auf der WikiCon Programm-Seite einzutragen. Das Themengebiet ist dabei völlig frei, solange ein Bezug zu Wikimedia-Projekten oder Freien Inhalten zu erkennen ist. Die Dauer der Angebote wird zur besseren Programmplanung einheitlich auf 45 Minuten festgesetzt. Bitte gebt einen möglichst griffigen Titel an und beschreibt in zwei bis drei Sätzen, um was es gehen soll. Bis zum 15. August 2014, also noch knapp zwei Monate, können noch Programmvorschläge gemacht werden. Natürlich wird es auch Raum geben für Ideen, die Euch erst später oder gar spontan auf der Wikicon kommen. (H. im Namen des WikiCon-Orgateams, 18.6.)

XV. Artikelmarathon

Bald ist es soweit. Der erste Artikelmarathon dieses Jahres steht vor der Tür. Vom 20. Juni bis einschließlich zum 22. Juni können Interessierte sich wieder nach Herzenslust austoben und fleißig Artikel erstellen. Wie immer steht der Spaß im Vordergrund und dabei sein ist alles. Eine rege Teilnehmerzahl ist gerne gesehen.(Dandelo, 18.6.)

Da draußen, in der richtigen Welt

US-amerikanisch: Diesen unnötigen Begriff ersetzen wir durch amerikanisch, denn einerseits ist abgesehen von ganz seltenen Ausnahmen stets klar, dass Bezug auf die USA genommen wird. Andererseits ist er künstlich, da er keine Herkunft in der englischen Sprache hat“ (Vademecum. Der sprachlich-technische Leitfaden der «Neuen Zürcher Zeitung». 13., überarbeitete Auflage. Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich 2013, S. 102, s. v. US-amerikanisch). Meanwhile, back at the Wikipedia...Edith, 17.6.

20–20 Vision of Wales

Logo des Wettbewerbs Dahinter verbergen sich nicht etwa 20 Gedanken Jimbos darüber, ob sich der Visual Editor jemals durchsetzt, sondern ein kleiner Wettbewerb, 20 Artikel zu Sehenswürdigkeiten und Kultur in Wales in möglichst vielen Sprachversionen zu haben. Die deutsche Wikipedia schlägt sich im Moment achtbar auf dem fast letzten Platz. Bis Ende Juni ist noch Gelegenheit, daran etwas zu ändern. MaB, 27.5.

Update

Llwybrau Byw! - Living Paths!/20 - 20 Challenge
Zwischenstand zum 17.06.2014
ga cy eu es no ca de
galego cymraeg euskara español norsk
(Bokmål)
català deutsch
Flag of Galicia.svg Flag of Wales 2.svg Flag of the Basque Country.svg Flag of Spain.svg Flag of Norway.svg Flag of Catalonia.svg Flag of Germany.svg
20 20 14 16 12 14 0
Llywelyn2000 via WP:C, 17.6.

Ein Dank ist angekommen

Heute kam bei uns im Büro von Wikimedia Deutschland die Abizeitung des Jahrgangs 2014 des Gymnasium Arnoldinum aus Steinfurt an. Im freundlichen Begleitbrief heißt es: „Bedanken möchten wir uns aber auch bei den unzähligen ehrenamtlichen Mitarbeitern der Wikipedia. Dafür, dass sie sowohl die Seite als auch den Inhalt pflegen und selbstverständlich für den Inhalt an sich. Ohne sie wäre die Wikipedia nur schwer vorstellbar.
Wir danken ihnen allen von ganzem Herzen für ihre Arbeit, die wir auch in Zukunft noch viele Mal in Anspruch nehmen werden.
Wir wünschen ihnen allen alles Gute und hoffen das die Wikipedia immer frei zur Verfügung stehen wird, und das weltweit. Denn jeder sollte freien Zugang zu Informationen haben, um die sich eine eigene Meinung zu bilden. Ihre Arbeit trägt hierzu einen wichtigen Teil bei.“(PR 16.6.)

Im Dunstkreis Russlands

Wer bei Wikipedia in den Dunstkreis Russlands eintritt, vermisst irgendwann die gebotene Sorgfalt von Autoren. Das wurde an dieser Stelle im März schon einmal thematisiert. Zur Veranschaulichung: es ist dort möglich, mit einer einzigen Bearbeitung mit guter Referenz die Aussage der Präambel des Artikels „Russische Rückständigkeit“ sozusagen ins Gegenteil zu verkehren. Dies noch ganz im Sinne einer Verbesserung durch das Einfügen von interessanten online-Referenzen. Wenig überraschend aber, dass einer solchen ersten Bearbeitung die alte Version (ohne lesbare Referenzen) per Revert vorgezogen wurde. Und dass damit eine begründbare Meinung wieder als (zu beschimpfender) „Stereotyp“ gelten soll. Die Schlagseite von Artikeln, in welchen Russland eine Rolle spielt, ist teils wohl nicht mal mehr POV sondern schon Propaganda. Die Medienfeindlichkeit in den Diskussionen um aktuelle Artikel ging in ihrer Grundstimmung in die Richtung von Verschwörungstheorien. Damit aber macht sich Wikipedia bestenfalls lächerlich, im schlimmsten Falle verliert sie damit weiter an Glaubwürdigkeit. (AN 15.6.)

Endspurt für Wiki Loves Earth

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Während der Fotowettbewerb Wiki Loves Earth in Österreich bereits Ende Mai mit insgesamt 6534 hochgeladenen Fotos abgeschlossen wurde, ist er in Deutschland nun in die Zielgerade eingetreten. Besonders erfreulich ist die hohe Zahl der Teilnehmer. Bisher wurden von 475 Fotografen rund 8700 Fotos eingereicht.

Wer hier noch seinen Beitrag leisten möchte, der kann dies in den kommenden 2 Wochen tun. Bis Ende Juni dürfte die Zielmarke von insgesamt 12000 Fotos erreicht werden. Die vorbereiteten Listen von geschützten Naturlandschaften und Naturdenkmalen sowie der Geodienst des Bundesamtes für Naturschutz sind nützliche Werkzeuge, um die entsprechenden Fotomotive zu identifizieren. Mancher wird staunen, was es in der näheren Umgebung zu entdecken gibt. Mir selbst ging es ähnlich wie Nightflyer, als ich so in meiner Straße eine Allee denkmalgeschützter Eichen als Naturdenkmale entdeckte. Künftig werde ich ehrfurchtsvoll mit dem Fahrrad an ihnen vorbeiradeln. – (Brücke 15.6.)

Wie die Wikipedia einmal den Bundesnachrichtendienst auffliegen ließ

Dank WP obsolet: Decknamen für BND-Anlagen

Die Transparenzoffensive des deutschen Bundes­nach­rich­ten­dienstes wurde wohl maßgeblich durch den deutschen Wikipediaeintrag der Behörde ins Rollen gebracht. Das meint zumindest der BND-Chef Gerhard Schindler, nachdem Journalisten ihm die Frage stellten, ob er seine Organisation mal bei Wikipedia nachgeschlagen hätte: „Ja. Deshalb bin ich ja darauf gekommen, dass wir es [mehrere bisher unter Decknamen geführte Anlagen des BND, Anm.] enttarnen, weil da steht ja alles.“ Tatsächlich standen die öffentlichkeitswirksam „enttarnten“ Anlagen schon seit 2006 im entsprechenden Wikipedia-Artikel, was unseren „Geheimagenten“ jetzt auch acht Jahre später aufgefallen ist. Herzlichen Glückwunsch! Quelle: Stephanie Ziep, ZAPP (Exc, 14.6.)

Letzter Aufruf für GLAM-Veranstaltung zum Ersten Weltkrieg am 27.–29. Juni

1914 … schrecklich kriegerische Zeiten

In weniger als 2 Wochen findet die 2. GLAM-Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Braunschweigischen Landesmuseum statt. Thema wird – wie bereits am 26.04. ausführlich angekündigt – der 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs sein. Hier das Programm mit Fachvorträgen, Schreib- und Fotowettbewerb sowie natürlich einem Rahmenprogramm. Für Kurzentschlossene sind noch einige wenige Zimmer frei. Also: Bitte in die Teilnehmerliste eintragen. (BS, 14.06.)

PR in Wikipedia: Der nächste Schritt

Gekaufte Artikel? Nein Danke!

Sie trauen sich was, das muss man sagen, aber sie haben ja auch schon lange keine wirklichen Gegner mehr. Während das WikiProjekt Umgang mit bezahltem Schreiben langsam, aber sicher tief und immer tiefer schläft und sich die diesbezüglichen Diskussionen eher auf Löschanträge zu randständigen Unternehmensthemen verschoben haben, hat die amerikanische PR-Industrie ein Statement on Wikipedia from participating communications firms veröffentlicht – nicht irgendwo, sondern im Wikipedia-Namensraum in der englischen Wikipedia. Der dient zwar auch dort nicht als Newsticker oder als Newsroom für Pressemitteilungen, sondern zur Dokumentation des Projekts, dieser „Essay“ wird dort aber geduldet. Nein, er wird dort gefeiert: „Ein Wendepunkt für Wikipedia“ sei gekommen, und Jimbo ergänzt: „I agree. A great opportunity is upon us.“ Halleluja.

Sie führen sich dort also auf, als gehörten die bezahlten Schreiber wie selbstverständlich mit zur Community. Mit anderen Worten: Sie machen ihren Job. Und die ansonsten so löschfreudige Autorschaft scheint gerade in der Sommerfrische zu sein.

Und was steht drin, in diesem Statement? Sie wollen sich an die Projektregeln halten und an die Nutzungsbedingungen der Foundation. Bei Verstößen geloben sie, selbst als erste dagegen tätig werden zu wollen. Und auch ihre Kunden wollen sie entsprechend anleiten. Sie wollen ein produktives und transparentes Gespräch mit der Community führen, und das langfristig, denn sie haben ja selbst das größte Interesse am Fortbestehen des Erfolgs von Wikipedia. Gezeichnet: Das Kapital. (A., 13.6.)

  • Wikipedia Weekly #116 bringt diese Woche einen 90-minütigen Google-Hangout zu dem Statement: Wikipedia and PR. Die Unterschiede zwischen der hiesigen und der dortigen Sicht auf die Dinge werden darin deutlich. (A., 13.6.)

IRC-Sprechstunde zum Umzug vom Toolserver nach Tool Labs

Wie angekündigt, findet am Dienstag, dem 17.06.2014, um 18 Uhr eine deutschsprachige Sprechstunde mit Silke Meyer und Birgit Müller (WMDE) zu Fragen rund um den Umzug statt. Die Sprechstunde im IRC-Channel #wikimedia-office richtet sich insbesondere an Nutzer und Nutzerinnen der Tools. Bringt Eure offenen Fragen mit – wir freuen uns auf Euch! (S.M., 12.6.)

Ich bin Wikipedia! Nein Du! Ihr! Irgendwer! @WeAreWikipedia

Ein kurzer Hinweis: Freundlicherweise wurde mir für diese Woche der Twitter-Account @WeAreWikipedia zur Verfügung gestellt, um darin über die deutschsprachige Wikipedia und alles drumherum zu berichten. (Mehr Hintergrundinfos siehe hier.) Damit ich nichts wichtiges vergesse, ist unter Benutzer:Southpark/WeAreWikipedia eine Liste mit Themen, die bitte ergänzt und ausgebaut werden soll. Und wer selber mal den Account bedienen möchte (und schon einen eigenen Twitter-Account hat), melde sich hier. (sp 10. 6.)

WM-Tippspiel 2014

Bist Du auch schon voll im Fußball-WM-Fieber? Dann mach Dich bereit, für das Wikipedia-Tippspiel zur Fußball-Weltmeisterschaft 2014. Mach mit und zeig den anderen Benutzern, dass Du die besten Fußballkenntnisse besitzt! Die ersten Tippabgaben können noch bis zum 12. Juni um 22:00 Uhr eingegeben werden. Erreichbar ist die Wikipedia-Tipprunde wie üblich unter http://www.kicktipp.de/wikipedia. Ich erlaube mir außerdem, darauf hinzuweisen, dass es noch bis zum 11. Juni möglich ist, an der WM-Fußballwette 2014 teilzunehmen. Viel Spaß! (TK70, 9.6.)

Wechsel im WMF-Kuratorium

Während der Kurier sich wieder eher den Befindlichkeiten der eigenen Gemeinde zugewendet hat, drehte sich das Personalkarussell in den Wikimedia-Gremien weiter.

Die beiden affiliate-selected Mitglieder des Kuratoriums der Wikimedia Foundation, die von den Fördervereinen gewählt werden, wurden mittlerweile bestimmt, und Chris Keating hatte das Ergebnis bereits am 3. Juni 2014 bekanntgegeben: In einem vierstufigen Wahlverfahren wurde Patricio Lorente von Wikimedia Argentina bestätigt, während Frieda Brioschi von Wikimedia Italia nach ihrer Amtszeit 2007/8 erneut ins Board gewählt worden ist. Nicht wiedergewählt wurde Alice Wiegand, die von WMDE erneut ins Rennen geschickt worden war. Unterlegen war auch Anders Wennersten, den Wikimedia Sverige aufgestellt hatte. Die Amtszeit der beiden gewählten Kandidaten beginnt nach der bevorstehenden Wikimania zum September 2014.

Der Kurier dankt an dieser Stelle allen Kandidaten für ihr Engagement, denn die Tätigkeit im Board of Trustees ist verantwortungsvoll, sie ist ausgesprochen aufwendig, und sie ist insbesondere auch mit einer umfangreichen Reisetätigkeit verbunden.

Der nächste Wechsel kann Ende 2014 bevorstehen, wenn mit Ablauf des Monats Dezember die Zugehörigkeit von Bishakha Datta und Ana Toni, die zu den board-appointed members zählen, endet. Das sind zwei von vier Sitzen, über deren Vergabe das Board selbst entscheidet. (A, 7.6., [via WM:W]) – Auch der WP Signpost berichtet: Remarkably, only 27 of the 41 eligible affiliates voted. Und Chris Keating hat auf Meta seine Gedanken zum Ablauf der Wahlen zusammengetragen und ein paar Fragen an die Gemeinde gestellt (erg., A, 11.6.).

Media Viewer eingeschaltet

Seit Dienstag, dem 3. Juni um 23 Uhr ist der Media Viewer als Standard in der deutschsprachigen Wikipedia eingeschaltet. Jetzt, um 23:11 Uhr, verläuft der Launch bisher ohne technische Probleme. Wenn Besucher auf Bilder und andere Medien clicken, sehen sie das Bild durch den Media Viewer. Alle weiteren Infos zum Sinn und Zweck des Media Viewers, zu Rückmeldemöglichkeiten an die Entwickler, und auch dazu, wie er wieder ausgeschaltet werden kann, findet sich auf der entsprechenden Hilfeseite, Hilfe:Medienbetrachter.(df (wmde), 3.6.)

Konflikte, Macht und guter Wille

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Irgendwie ist es ein seltsamer Widerspruch: da engagieren sich tausende Autoren jeden Tag. Und solange sie das tun, ohne die Befindlichkeiten von Wikipedias Wächtern zu berühren, sind sie willkommen wie die Arbeitsbienen im Bienenstock. Aber wehe, sie sind anderer Meinung (als die Wächter): dann geht es nicht mehr um Richtig oder Falsch, sondern nur darum, wer die meiste Zeit und die stärksten Nerven hat. Die Folgen sind bekannt … aber: ist das ein reines Kommunikationsproblem (eine Frage der Höflichkeit) oder ein Fehler in den Diskussionsregel (Formalien) oder etwas anderes? Im Rahmen des Guide-Camps sollen diese und weitere Fragen beantwortet werden. Den Anfang macht am Freitag den 29.8. Benno Heussen (Mediator, Wissenschaftler, Anwalt) mit dem Thema „Konflikte, Macht und guter Wille“ – ein Vortrag mit anschließender Diskussion. Weiter geht es am Samstag mit einem Barcamp zum Thema „nichtadministrative Konfliktbewältigung“ und Sonntag mit den Ergebnissen der Guide-Arbeitsgruppen. Also: wer Lust auf ein anregendes Wochenende, wichtige Themen und die Entwicklung neuer Lösungskonzepte hat: HIER könnt ihr euch anmelden. (AP, 3.6.)

Open-Knowledge-MOOC in Stanford

Von September bis Dezember veranstaltet die Stanford University einen MOOC über Open Knowledge: Changing the global course of learning. Kostet nichts, es geht um alles, was uns ständig so umtreibt (open source, open science, open data, open access, open education, open learning), alle Materialien sind offen abrufbar, wer mag, kann sich am Ende ein Zeugnis geben lassen, und die Info kam gestern direkt aus dem Board der Foundation.[2] (A, 1.6.)