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Wikimedia:Woche 20/2015 (28.05.) | Wikimedia:Archiv
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Bild dir deine Meinung oder Wikipedia und Demokratie passen einfach nicht zueinander

Das Meinungsbild gilt als das große demokratische Instrument der WP. Die gesamte Community wird zur Abstimmung aufgerufen und jeder kann seine Stimme zur Entscheidungsfindung beitragen. Soweit die schöne Theorie. Die Praxis? Es gibt ein Problem, das zu kompliziert ist, um es auf normalem Weg zu lösen. Leute, die sich mit der Sache, aber nicht mit der Gestaltung von Abstimmungen auskennen, versuchen ein vereinfachtes MB aufzusetzen, das „ihr“ Ergebnis liefert, und verzetteln sich dabei wie schon in den vorherigen Diskussionen. In der Abstimmung sollen sich dann Leute beim einmaligen Durchlesen eine fundierte Meinung bilden, was nicht einmal den wenigen gelingt, die es wirklich durchlesen. Und dann wird angekreuzt und ein x-beliebiges Ergebnis, das man mit Würfeln auch nicht besser hätte erreichen können, ist dann zukünftig eisernes Gesetz. Diskussionstrolle, die nicht diskutieren wollen und wissen, dass sie mit ihren Argumenten (so vorhanden) nie durchkommen würden, verlangen für alles ein neues MB, im Wissen, dass keiner den Aufwand will und das Ergebnis Glückssache ist.

Traurige Höhepunkte: ein MB, bei dem eine Mehrheit eine Entscheidung traf, die allem widersprach, was üblich ist. Zum Glück konnte das Ergebnis einfach ignoriert werden. Ein Kreuz-MB, das erst zu restriktiv war, aber nicht gelockert werden konnte, weil es ja ein eisernes Gesetz ist. Und nach zahlreichen weiteren MB-Anläufen jetzt das Gegenteil: keiner traut sich mehr, selbst den größten Unsinn zu beseitigen, weil ein laxes Kreuz-MB den Autoren alles erlaubt. Und das neueste MB zu Wikidata, wo die Urheber meinten, die Abstimmungsoptionen möglichst einfach halten zu müssen. Dafür ist im „Kleingedruckten“ ein Unterpunkt versteckt, der nicht nur eine Option, sondern das ganze MB auf den Kopf stellt. Und nicht einmal Unterstützer haben den Punkt gelesen bzw. ernst genommen. Dabei geht es in dem MB um nicht weniger als die Zukunft von Wikidata in der WP, die damit steht oder fällt. Dabei sind das nicht einmal böse Absichten, es ist die Unfähigkeit mit Abstimmungen und Demokratie umzugehen.

Man hat ja versucht, MBs durch Vorgaben besser zu machen. Dass das alles nichts taugt, zeigt nichts besser als das völlige Versagen der Unterstützerregel. Aber auch sonst haben sich MBs nur kosmetisch verändert. Das große Missverständnis ist, dass man meint, es bedürfe eines solchen großen „demokratischen“ Elements. Wie sieht denn die Wirklichkeit in der WP aus? Die allermeisten Entscheidungen treffen Autoren und Vorlagenbastler. Da werden Standards gesetzt, es wird ungefragt übernommen oder geändert und vereinheitlicht auf das, was „üblich“ ist. Und wenn es unterschiedliche Meinungen gibt, dann wird diskutiert. Dann klären das Autoren untereinander oder Fachbereiche oder sonstige Diskussionsgruppen. Wenn da kein klares Ergebnis herauskommt, werden auch Stimmen gezählt, aber meist ganz einfach und formlos. Vernünftig eingesetzt, kann man damit eine konstruktive Diskussionskultur pflegen und in den allermeisten Fällen funktioniert es so auch.

Wofür braucht man also überhaupt Meinungsbilder? Wozu ein formaler Overkill, damit Leute, die von einem Thema keine Ahnung haben, einen fremden Konflikt entscheiden? Der Abstimmung geht keine Diskussion der Abstimmenden voraus, niemand hat sich je an einer Diskussion zum Thema beteiligen, ja nicht einmal die Diskussionen zur Kenntnis nehmen müssen. Und wenn man die Stimmen-Kommentare liest, darf man bezweifeln, dass alle überhaupt einmal das MB vollständig durchgelesen haben. Da muss man sich schon fragen, ob es um die bestmögliche sachgerechte Entscheidung zum Wohl der Wikipedia geht oder um einen fröhlichen Volksauflauf zur Aufwertung der Community, bei dem es piepegal ist, was dabei herauskommt.

Darum meine Behauptung: Demokratie und Wikipedia passen nicht zusammen. Diese hehren Mythen von Basisgesetzgebung und Communitywillen passen nicht zur Wikipedia. Ich meine damit nicht die grundlegenden demokratischen Werte, es geht mir nicht um die Abschaffung von Abstimmungen und von gleichen Mitspracherechten für alle. Aber diese große Demokratieshow, die bei den MBs abgezogen wird, schadet mehr, als dass sie nützt. Wir sind eine Zweckgemeinschaft, die sich dem Ziel der Enzyklopädiegestaltung unterordnet. Wir haben etwas geschaffen, was sich sehen lassen kann, indem wir probiert, diskutiert, bearbeitet und entwickelt haben. Der pragmatische Umgang mit den Problemen und Herausforderungen hat den allergrößten Teil der Wikipedia hervorgebracht. Doch sobald die Kreuzentscheidung gefallen war, war das Desaster da. Plötzlich war nur noch das MB wichtig und Argumente spielten keine Rolle mehr. Eine Abweichung, und sei sie noch so vernünftig, war nicht mehr möglich. Diskussionen waren zwecklos, weil das MB-Argument alles ausstach. Konstruktive Enzyklopädiegestaltung war außer Kraft gesetzt, weil die „Demokratie“ es so wollte.

Was will uns der Autor sagen? Wir befinden uns auf einem Irrweg. Die Pflege des MB-Mythos und die weitere Aufwertung durch immer neue Anforderungen ist eine Sackgasse, die uns von der Enzyklopädie wegführt. Uns fehlt ein gutes Stück Diskussionskultur, wie wir mit großen Konflikten und schwierigen Entscheidungen umgehen sollen, das haben wir nicht ausreichend entwickelt. Schuld daran ist aber auch die MB-Keule, die regelmäßig alle Lösungsversuche erschlägt. Was wir brauchen ist letztendlich eine Abschaffung der MBs in ihrer jetzigen Form. Keine Entscheidung darf mehr unantastbar sein, was zählt, müssen die Argumente sein. Nicht dass mal so entschieden wurde, muss den Ausschlag geben, sondern warum eine Entscheidung getroffen wurde. Das heißt nicht, dass einmal gemachte Festlegungen immer wieder infrage gestellt werden, aber sie können bei neuen Fragestellungen und Erkenntnissen und bei auftretenden Problemen flexibel, konstruktiv und sachgerecht angepasst werden. Und das ist gut für die Wikipedia. Und so funktioniert die WP auch in den allermeisten Fällen. Das ist erst einmal nur eine unausgegorene Idee, aber ich dachte, ich gebe mal etwas zum Nachdenken, während gerade mal wieder ein MB droht, den Bach hinunterzugehen. <HvW>

Schon gewusst? 2014 (Étude in D-Dur)

Zu welchen Einsichten kann man kommen, wenn man eine Rubrik – Schon gewusst? – der Wikipedia-Hauptseite über den Zeitraum eines ganzen Jahres hinweg datenmäßig erfasst und zahlenmäßig und grafisch analysiert?

Erwartet man als Ergebnis ein „statistisches Rauschen“ oder vermutet man eher Trends? Was interessiert „den Leser“ (das Maskulinum ist retrospektiv bewusst gewählt) und was interessiert ihn eher nicht – und was kann man aus einer solchen Analyse – neben dem Leserprofil – über die Arbeit an Wikipedia und über die Hauptseite erfahren – und welche Gedanken kommen dann bezüglich der Struktur der Hauptseite auf?

Ein zusammenfassender Artikel wäre zu lang für den Kurier, dennoch sollte das Thema relevant und interessant sein, wenn man bereit ist, ab und zu ein paar Schritte zurückzutreten und sich das Ganze aus der Distanz von innen mit der Lupe anzusehen.

Der Artikel liegt hier – und damit man beim Lesen durchhält, gibt es auf der dortigen Diskussionsseite Getränke und andere Erfrischungen. GG, 1. Juni

Eine technische Neuerung, die bisher wenig aufgefallen ist

Seit Kurzem unterstützt MediaWiki die Anweisung <graph>, mit der sich Balken-, Kreis- und Liniendiagramme sowie Karten (!) im Fließtext darstellen lassen. Diagramme sehen viel besser aus, als bei der alten Zeitleisten-Erweiterung. Hier ein Beispiel:

Mehr Beispiele gibt es unter http://graph.wmflabs.org/ Auch die Hilfeseite freut sich noch über jede Hilfe.

Endlich eine Änderung, die neue Möglichkeiten verheißt! Ich verspreche mir viel von dieser Neuerung, wie z.B. dass man sämtliche FAO- und WHO-Daten oder die Bevölkerungsentwicklung aller deutschen Städte auf simple Art und Weise als Diagramm einbinden kann. ksp, 28. Mai

Die Macht der Bilder – Wikipedias Obsession mit dem Obszönen

Nach einigen schmerzhaften Erfahrungen in den letzten Wochen möchte ich über die dunkle und schmierige Seite der Wikipedia schreiben.

OK, es mag sein, dass ich einen Fehler gemacht habe, als ich – von der Empfehlung auf meiner Amazon-Seite für 50 Shades of Grey motiviert – das erste Mal auf BDSM- und damit verknüpfte Bondage-Seiten gegangen bin und es gewagt habe, darin zu editieren. Es war sicherlich unklug, sich neugierig und unbedarft in Grenzgebiete menschlichen Erlebens, Fantasierens und Verhaltens vorzuwagen, deren Regelwerk mir unbekannt war. Auch mag es naiv gewesen sein, anzunehmen, in der WP gäbe es für alle dieselben Regeln und Sperren immer nur für die anderen, die Vandalen. Vermutlich spielte auch eine gewisse Selbstüberschätzung eine Rolle in dem sicheren Gefühl, einen weitgehend akzeptierten Maßstab für Relevanz, Seriosität, Toleranz und Tabus zu besitzen.

Aber schließlich kam ich von den Literatur- und Filmseiten, war an unterstützende Worte von Medizinern und Musikfreunden gewöhnt und der festen Ansicht, ein kultivierter Austausch und ein gepflegter, sachlicher Diskurs seien an der Tagesordnung. Dass mir, nur weil ich anstößige, Frauen degradierende Fotos lösche oder solche, die Gewalt und Lust miteinander koppeln, ein derartiger Gegenwind entgegenbläst, hat mich umgehauen. Ein Orkan, zusammengebraut aus Machoallüren, männlichen Seilschaften, Arroganz der Möchtegern-Mächtigen oder Mitläufertum! Das kam überraschend, und die dreitägige Sperre für einmal zu oft Löschen der wertvollen Quelle von „Mass Sadist – BDSM for dummies“ ebenso. Ein Fall nicht nur für die Sperrprüfung, sondern gleich für Straßburg!! Und ein wertvolles Lehrstück in Punkto Machtstrukturen und Verflechtungen der jahrelang Vernetzten mit der Lizenz zum Löschen.

Dabei ist überall zu hören: „Der Wikipedia laufen die Autoren weg!“, der niedrige Anteil weiblicher User wird bedauert und eigentlich soll der Wissensschatz der Generation, die im nichtdigitalen Zeitalter aufgewachsen ist und (aus)gebildet wurde, Zugang und Wertschätzung finden. Dann sollte man meinen, dass diese Gruppe nicht vergrault wird, um das Feld denjenigen zu überlassen, die ihre Haltung Anything goes – durch unvorstellbaren technischen Fortschritt und grenzenlose Möglichkeiten geprägt – zum gesellschaftlichen Ideal erklären.

Jimmy Wales fragte in seiner mutigen Mission, die Bebilderung auf Wikipedia weniger anstößig, und die Würde des Individuums achtend, zu gestalten: „How many penises do we need?“ In Abwandlung dieser Frage möchte ich formulieren:

  • Wie viele Bilder von Frauen mit Plastikknebeln im Mund oder mit durch Seile abgeschnittene Brüste brauchen wir und wieviele von Menschen, die sich nackt, geknebelt und gefesselt, hilflos am Boden winden und den Betrachter mit waidwunden Augen anschauen, um das Thema Bondage zu erklären? Und wieviele entblößte, an einer Spreizstange oder ans Kreuz fixierte oder gefesselt knieende Frauen sind notwendig, um das B und das D in BDSM zu verdeutlichen?
  • Wie viele nackte Hintern, als adrettes Paket verpackt, mit Schnüren durch die Vulva, brauchen wir wirklich (und nicht der Playboy oder das Erotikstudio in Leipzig, das neben dem Foto ganz zufällig die Einsteigerkurse zum Fesseln anbietet für das abenteuerlustige Paar, dem magische Momente beschert wird)?
  • Wie viele „historische“ Tuschezeichnungen oder Radierungen von entkleideten, gefolterten, ausgepeitschten, kopfüber aufgehängten jungen Mädchen, umgeben von geilen, alten Böcken mit erigierten Gliedern benötigt der wissensdurstige Leser, und wieviel benötigt derjenige, der das Bild hochgeladen hat? Reicht die Verlinkung auf Fanseiten und auf Selbsthilfegruppen, um auf praktische Gefahren von Autobondage oder erotischer Luftabfuhr oder Würge„spielen“ hinzuweisen? Es reicht doch, dass es ein Unterwiki zu den speziellen Vorlieben gibt, oder nicht?
  • Was genau ist der enzyklopädische Mehrwert einer Seite wie Poppen.de, deren Löschdiskussion mit Argumenten wie „Natürlich behalten!“, „Lern erstmal unsere Abkürzungen und einen Löschantrag richtig zu stellen!“ geführt wurde?
  • Welche seriöse Enzyklopädie besteht auf Lemmata wie die sichtbare Sliplinie, die dem Betrachter sofort einen Blick auf den üppigen Hintern einer vornübergebeugten Frau in Rock mit sich leicht abzeichnenden Abrissen ihrer Unterhose aufzwängt? Muss ich jetzt etwas zum „Wadenblitzer“ nachschieben, um ansatzweise der Geschlechtergleichheit nachzukommen?
  • Brauchen wir auf der Seite Pornografie nicht nur die Statistiken über Sexualpraktiken in Pornos, sondern auch die Detailverliebtheit, mit der gleich mehrfach in expliziten Worten darauf hingewiesen wird, zu wieviel Prozent (zu 97,8%) nicht in die Vagina, sondern in den Anus, auf die Brüste, in den Mund oder in das Gesicht der Frau ejakuliert wird, und welche Kompetenz erlangen wir mit den englischen Begriffen für befremdliche Praktiken? Welche Bilder entstehen gerade bei dir, lieber Leser, im Kopf? Würdest du am Ende auch zu dem vorsichtig formulierten Satz gelangen: „Darüber hinaus argumentieren die Forscher, dass insbesondere physische und verbale Gewalt gegen Frauen sowie dargestellte Sexualakte wie die männliche Ejakulation im Mund der weiblichen Figur und „Ass-to-mouth“ Frauen erniedrigten.“ Wer hätte das gedacht? Dass die Forscher so argumentieren, merkwürdig aber auch …

Ich habe verschiedene Tests gestartet, um die Reflexe der User zu testen, die bestimmte Bilder und Informationen immer wieder herstellen wollen. Sie funktionieren, sehr schnell und 24/7. In einem Test bin ich zur Komplizin der neuen, prekären Richtung in der WP geworden und habe in einem weiteren Lemma, das die Welt nicht braucht, mitgeschrieben. Es handelt sich um den äußerst relevanten und vielschichtigen Artikel zur Spezies der MILF. Aus Paritätsgründen habe ich den DILF (Dad I’d like to fuck) hinzugefügt; warum sollten Väter im mittleren Lebensalter nicht als attraktiv wahrgenommene Lustobjekte gewürdigt werden oder sogar GILFs (Grandfather I’d like to fuck) wie Sean Connery oder Til Schweiger, die beide das Kriterium „Ü 50“ erfüllt haben? Nun ja, ihr könnt euch denken, was passierte, und sicherlich nicht aus Gründen der fehlenden seriösen Bequellung? Schneller als ich in meiner neuen Identität als Kampfemanze ebenso reflexartig MCP (male chauvinist pig) ausstoßen konnte, war der DILF wieder weg. Zurückgesetzt. Gemein. Gefährlich auch. Denn: Wer darf demnach Lustobjekt sein und wer nicht, und wen interessieren die Porno-Awards für den besten YXZ-Job? Wissen, das man weder für WWM benötigt noch für gepflegte Konversation und vermutlich auch nicht für die Forschung über sozio-ökonomische Lagen der PornodarstellerInnen oder die miesen hygienischen, sexualmedizinisch bedenklichen Bedingungen, das Aids-Risiko oder die lächerliche Entlohnung beim Dreh in Bananenrepubliken. Von echter Freiwilligkeit der MILFS oder der blutjungen Lolitas ganz zu schweigen, s. Linda Lovelace.

Im Gegenteil: Suggeriert die Aufnahme derartiger, belämmerter Themen jungen Menschen mit weniger Reflexionsvermögen, Bildungs- und finanziellem Hintergrund oder mit weniger moralischen Skrupeln nicht, wie man vermeintlich leicht Geld verdienen (lassen) kann? Zuhälterei ist schließlich immer noch ein lukratives Gewerbe. Was ist passiert, dass so viel Seichtes, Halbseidenes und Sexistisches die Seiten verklebt und anstößige Bilder in Artikel positioniert werden ohne Rücksicht auf den Jugendschutz und ohne Rücksicht auf die bekannten Wirkprozesse von Bildern auf das reifende Gehirn von Kindern und Jugendlichen? Ich meine nicht Nacktheit oder Sexuelles an sich, sondern die entwürdigende Darstellung von Frauen und Männern, dazu in Verbindung mit Gewalt, Zwang, Demütigung. Liegt es daran, dass „50 Shades of Grey“, der Mommy-Porn, S/M-Praktiken absolut wohnzimmertauglich gemacht hat wie ehemals Madonna das bauchfreie Top?

Möglicherweise führt die Kompensation eines realen Mangels mit zu der Konstruktion immer abstruserer Annahmen über wertvolles Wissen. Dann gäbe es in der Userschaft begründete Ursachen, die dafür sorgen, welche Lemmata als enzyklopädiewürdig eingestellt werden. Bevor die Wikipedia vollends zum Spielplatz für „fashion victims“, Serienjunkies, Promi-Stalker, postadoleszente Pornografie-Liebhaber und Paraphilie-Faszinierte gerät, sollte die Relevanzfrage neu diskutiert werden. Damit die sexuelle Revolution nicht ihre Kinder frisst.

Erinnern wir uns: Wikipedia ist keine Demokratie. Aber hoffentlich auch keine Pornokratie. BlaueWunder, 25. Mai

Konflikte sind kein Vandalismus

Es ist eine Binsenweisheit: Das offene Prinzip der Wikipedia lockt nicht nur idealistische Wissensspender an, sondern auch Zeitgenossen, die auf Zerstörung aus sind – sei es aus bösem Willen, politischer Agenda oder einfach, weil die Schulstunde gerade langweilig ist. Dutzende solcher Edits werden jeden Tag auf der Vandalismusmeldung (VM) eingetragen und führen fast immer binnen Minuten zu Sperrungen der entsprechenden Benutzer oder Artikel. Doch eine Handvoll Meldungen passt nicht ins Bild: Altgediente Benutzer bezichtigen sich gegenseitig des Editwars, des persönlichen Angriffs oder beschweren sich einfach über das Verhalten des anderen. Klassische Konflikte eben, bei denen sich die Kombattanten Beistand von den Admins erhoffen. Oft genug können die auch mäßigend in den Konflikt eingreifen – aber was haben solche Reibereien auf der Meldeseite für Vandalen verloren? Tatsächlich beschränkte sich die VM bei ihrer Anlage 2004 auf reine Vandalismusmeldungen, wurde dann aber 2007 um Wikiquette-Verstöße erweitert (aufgrund von „faktisch eingebürgerten Verfahrensweisen“, wie es im Editkommentar heißt) und in den Jahren darauf um immer weitere Verstöße – jeweils ohne große formale Meinungsbildung, wie das damals eben üblich war. 2010 wurde versucht, die beiden Bereiche wieder zu trennen, indem die Seite WP:Konfliktmeldung ins Leben gerufen wurde. Doch das Konzept erwies sich als zu unausgereift, die Konflikte wurden dort eher am Laufen gehalten denn gelöst und so wurde die Seite schon nach wenigen Wochen wieder gelöscht (hier die archivierte Version).

Vor Kurzen hat Morten Haan nach einer – durchaus kontrovers verlaufenden – Umfrage einen neuen Anlauf für WP:Konfliktmeldung (KM) gestartet. Geplant ist ein Testlauf bis spätestens Mitte September, während dessen Konflikte sowohl auf WP:KM als auch auf WP:VM gemeldet werden können, sowie ein Meinungsbild, in dem über die Etablierung der neuen Seite entschieden wird. Bei formaler Akzeptanz endet die Testphase nach Abschluss der Auswertung. Anders als auf der Vorgängerseite sollen Konflikte hier nicht einfach nur gemeldet werden, sondern es gibt klare Regeln für die Bearbeitung durch Administratoren, die sich an die Regeln auf der VM anlehnen. Warum dann überhaupt eine neue Seite?

  • Konflikte sind kein Vandalismus und Konfliktparteien sind keine Vandalen. Allein durch die andere Bezeichnung wird schon ein Stück weit verbal abgerüstet.
  • Vandalismusbekämpfung und Konfliktlösung benötigen unterschiedliche Kompetenzen und ziehen unterschiedliche Benutzergruppen an. Für beide Gruppen ist es störend, die Edits aus dem anderen Bereich mit beobachten zu müssen.
  • Auf der VM ist eine automatisierte Archivierung sehr sinnvoll, bei Konflikten kann das jedoch schnell als Abwürgen empfunden werden.

Es wäre schön, wenn möglichst viele VM-Benutzer während der Testphase die KM nutzen würden, damit wir Erfahrungen mit diesem neuen Instrument sammeln können. Gleiches gilt natürlich auch für Admins und Benutzer, die zur Konfliktlösung beitragen wollen. dar, 23.05.

Die Bändigung des WiPo-Konflikts(?)

Der WiPo-Konflikt um den Neoliberalismus war (laut Taz) einer der „schärfsten und längsten Kämpfe in der Wikipedia“. Der Artikel Neoliberalismus war zwischen 2005 und 2012 etliche Male gesperrt. „Legendär“ sind die Vollsperren von März 2009 bis November 2010 (20 Monate lang!) und von Oktober 2011 bis Januar 2013 (15 Monate lang). Noch häufiger zur Bearbeitung gesperrt war der Artikel Soziale Marktwirtschaft, auch hier gab es einige lange Sperren, so z. B. von Mai 2009 bis Januar 2010 (8 Monate) und von November 2010 bis Mai 2011 (6 Monate). War der Manchesterliberalismus eine „sozialpolitische Bewegung“, die nur von „Demagogen“ wie Ferdinand Lassalle, Benjamin Disraeli oder Otto von Bismarck mit Raubtierkapitalismus gleichgesetzt wurde? War Manchesterliberalismus etwas völlig anderes als Manchesterkapitalismus? Auch dieses Thema war – neben vielen anderen – heftig umstritten. Letztlich war vieles in erster Linie ein weltanschaulicher Konflikt um die Gewichtung von positiver und negativer Freiheit. Ein Konflikt auch, in dem die intellektuelle Redlichkeit leider nicht immer die Oberhand behalten hat. Die Diskussionsseiten und der Wikipedia:Vermittlungsausschuss/Neoliberalismus und Soziale Marktwirtschaft beweisen, dass das Übel keineswegs in einem Mangel an Kommunikation lag. Für den Ausdruck der Diskussionen rund um den Konflikt müsste man ganze Wälder abholzen. Man kann nur erahnen, wie viel Lebenszeit unzählige Benutzer in diese Konflikte investiert haben. Jahrelang auch war der WiPo-Konflikt ein fester Bestandteil der täglichen Vandalismusmeldungen.

Trotzdem scheint es heute selbstverständlich, dass die WiPo-Artikel zur Bearbeitung freigeschaltet sind. In der Vandalismusmeldung geht es heute eher um Kreuze und Sterne, der WiPo-Konflikt ist fast vergessen. Was hat sich geändert? Zum einen sind die heutigen Artikeltexte wesentlich besser belegt als noch vor ein paar Jahren. Der Konflikt hatte in gewisser Weise eine reinigende Funktion. Etliches von dem, was – beide Seiten – in den vielen Konfliktjahren kritisierten, war tatsächlich verbesserungsbedürftig. Einiges wurde tatsächlich verbessert – auf eine unglaublich zeitraubende Art und Weise – und begleitet von einer ständigen Kakophonie aus Edit-Wars und PAs.

Die eigentlichen Helden dieser Geschichte sind die Schiedsrichter des Jahres 2012: -jkb-, Alupus, Hans Koberger, ca$e, Hosse, Krd, Erzbischof, Perrak und Codc, die mit der Entscheidung zum WiPo-Konflikt eine funktionierende Lösung gefunden haben. Weiterhin hervorzuheben ist die Leistung des „Moderators der Herzen“ Magister und all der Admins, welche die Entscheidung zum WiPo-Konflikt beherzt umgesetzt haben. Seitdem sind 3 Jahre vergangen, der WiPo-Konflikt hat sich stark versachlicht (der Autor dieser Zeilen klopft gerade auf Holz). Ich bin seitdem immer wieder auf Diskussionen gestoßen, in denen die Entscheidung zum WiPo-Konflikt als wegweisend und erstrebenswert auch für andere Konflikte bezeichnet wurde. In diesem Sinne: Cui honorem, honorem. Pass3456, 21.5.

Endlich: eine Wikipedia-Seite für jede Person (naja, fast)

Watson.ch, eine nach dem Vorbild von heftig.co angelegte marktschreierische Online-Zeitung titelte gestern (18. Mai) »So kriegst du in einer Minute deinen eigenen Wikipedia-Eintrag«. Wie bitte? Wer noch nicht angefixt war, bekam dann noch »Die grösste freie Enzyklopädie der Welt und über dich steht nichts drin? Das musst du schleunigst ändern und so einfach geht das.« zu lesen.
Die dann im watson-Artikel folgenden Screenshots haben eine frappierende Ähnlichkeit mit einem „echten“ Wikipedia-Artikel, samt Wikipedia-Ball, Infobox, Portrait des Autoren und blauem Link zur Diskussionsseite. Wie geht das? Über eine Verknüpfung mit dem eigenen Facebook-Profil generiert das von der Mode Media GmbH betriebene Portal mein-wahres-ich.de (laut eigenen Angaben 150.000 tägliche Besucher) eine Fake-Wikipedia-Seite. Unter der Adresse wiki.mein-wahres-ich.de/?id=…, wird aus den eigenen persönlichen Daten des größten sozialen Netzwerks eine individualisierte Seite befüllt, die dann wiederum geteilt werden kann (und soll).
Irgendjemand Nach einer Rückfrage auf WP:AA (danke an тнояsтеn für den sachdienlichen Hinweis) wurden die Macher inzwischen über die Markenrechte der Wikimedia Foundation informiert, denn seitdem sieht man auf den Seiten statt des Wikipedia-Balles eine Weltkugel mit einem „i“. Aus dem Call to Action-Button „Klick hier, um deine Wikipedia Seite zu generieren“ wurde „Klick hier, wenn du auch eine eigene Wiki-Seite haben willst!“.
Falls also in der Eingangskontrolle vermehrt Biographien irrelevanter Persönlichkeiten auftauchen – jetzt wisst Ihr, woher es kommt. Wer fände das nicht verlockend: »Ein paar Klicks genügen bereits und schon kannst du vor deinen Freunden mit deinem persönlichem Wikipedia-Artikel prahlen.«? mh, 19.5.

Warum Kritikabschnitte immer schadlos zu löschen sind

Und im Übrigen bin ich der Ansicht, dass Kritikabschnitte immer schadlos zu entfernen sind

Was zeichnet besonders schlechte Wikipediartikel aus? Eine kurze unbelegte Inhaltsangabe (Filme, Bücher etc.) oder unbelegte Hinweise zu Wirken und Werk und ewig lange Kritikabschnitte.

Bei denen werden dann Fetzen aus Telepolis, Möchtegern und tatsächliche A-Blogger, Pressemitteilungen der Frauenbeauftragten vom Nachbarlandkreis, Gewinsel eines männerbewegten Gildenschaftlers, längstvergessene Stellungnahmen von Greenpeace und offene Briefe des SPD-Ortsvereins Kabul-West hochtrabend angeführt. Kritikabschnitte enthalten oft lange Zitate und längliche Einführungen zu Sprecher und Hintergrund desselben. Sie versuchen nebensächliches Webgedudel mit dem Zitat im zugehörigen Wikipediaartikels aufzuwerten und mit einer fachwissenschaftlichen Habilitation bei der Oxford University Press oder einer Monographie bei Velbrueck / Suhrkamp Wissenschaft gleichzustellen. Schwachfug! Die Form ist dabei wichtiger als der Inhalt, die lange Form ist die Botschaft. Das sollte genau anders sein: Gute Wikipediaartikel, auch grade zu Bösen und Bösem enthalten niemals solche Kritikabschnitte. Weder bei Charles Manson noch bei Josef Stalin.

Gute, auch lesenswerte und exzellente Artikel wie etwa Impfung enthalten nur dann einen so betitelten Abschnitt, wenn das Wort Kritik (vgl. Impfung#Impfkritik) auch außerhalb der WP verwendet wird. Sprich: WP:Kritikabschnitte widersprechen prinzipiell grundlegenden WP-Vorgaben. WP-Artikel sind mit Sekundärquellen zu schreiben, aber Sekundärquellen passend zum jeweiligen Thema und Abschnitt. Sprich: Ein Filmabschnitt oder Buchtext ist dabei Sekundärquelle etwa zu Figuren desselben, nicht aber zum Buch selbst. Serten 16.5.

Zum systematischem Umgang mit Kritikabschnitten

Lindsay, trags mit Fassung

Eine grundlegende Anleitung siehe im Übrigen unser Schwesterprojekt und dessen Essay en:WP:Fart, welches eine spezielle Äußerung Lindsay Lohans nach Maßgabe des von Bischof George Berkeley geschriebenen A Treatise Concerning the Principles ov Human Knowledge (1710) untersucht. Wir bitten auch hier den Leser, so lange Urteilsenthaltung zu üben, bis er das Ganze wenigstens einmal so aufmerksam und mit jedem Maß an gründlicher Überlegung gelesen hat, das der Gegenstand zu erfordern scheint.

  • Frage 1: Wenn Lindsay Lohan im Walde einen Furz lässt, ist das für ihren Artikel relevant?
  • Antwort 1: Nein, Fürze sind nicht grundsätzlich relevant, es kommt drauf an von und für wen. [1]
  • Frage 2: Wenn Paris Hilton über ihren Furz tweetet, ist das relevant?
  • Antwort 2: Nein, auch nicht, wenn der Tweet von Justin Bieber sein sollte.

Es gilt allerdings das Zappa Fast alle:

  • Frage: Wenn ein Furz von Frank Zappa aufgenommen werden sollte, ist das relevant?
  • Antwort: Sicher, alles, was Frank Zappa auf Vinyl oder Plattencovern tut, ist relevant.

In dem Sinne bitte Kritikabschnitte immer und überall möglichst kleinstampfen. Serten 16.5. Ps.: Passendes Babel siehe Benutzer:Serten/Vorlage:Kritikabschnitt

Der neue fluffige Wiki-Shortie – oder nur ein kurzer Artikel ist auch ein guter Artikel

Ja was haben wir uns totgeschrieben, Artikel um Artikel, länger und länger. Nur ein langer Artikel ist auch ein guter Artikel – so dachten wir jahrelang, JahrZEHNTElang. Aber wie die erstaunte Autorin dieser Zeilen heute erfahren durfte, ist das total out! Denn der neue Trend ist nicht mehr „lang, länger am längsten“, sondern „kurz, kürzer am kürzesten“! Weg mit dem bleischweren Wikibildungsartikel, her mit dem hippen Wiki-Shortie für die Weiterbildung zwischendurch. Denn in der Kürze liegt die Würze! Nun, mir soll es Recht sein, denn wie neidisch blickte die Autorin immer zu Monsterartikeln wie Schwarzfigurige Vasenmalerei oder sexueller Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche. Wer liest das? Wer braucht das? Keine Sau! 5 Sätze, das muss doch reichen! Endlich zurück zum Anfang! Es lebe der Stub! Der Trend zum Kurzartikel bringt natürlich viele Vorteile: Endlich können wir wieder mehr Autoren begeistern, für uns zu schreiben, denn 5 Sätze haut doch jeder schnell raus – das heißt, wir werden wieder hip! Der Ruf der Wikipedia als schwerfällig und langatmig wäre auch mit einem Knall weg, denn als lockeres luftigleichtes Nachschlagewerk sind wir total im Trend von veganen Wellness-Smoothies und fluffigem Zimt-Rosmarin-Schaumeis. Wikipedia-Artikel schnell nebenher schreiben, in der Mittagspause, zwischen Soja-Latte und Kreativ-Power-Nap! Endlich geht Wikipedia mit der Zeit! Beinahe hätte ich es verschlafen. Puh, Glück gehabt! Tja Leute, dann beißt mal in den sauren Apfel und kürzt mal fleißig alle Artikel zusammen. Denn so geht das ja wirklich nicht. In der Kürze liegt die Würze, meine Oma wusste es schon. Gut, dass ich immer schon mit guten Beispiel vorangegangen bin und max. 5 Sätze rausgeschmissen habe. Ich wusste es, ich bin Trendsetterin und einmal wird meine Zeit kommen! Ja! Endlich ist sie da! Hurra! J. 12.5.15

Der Schreibwettbewerb lebt!

நிலத்தினும் பெரிதே வானினும் உயர்ந்தன்று
நீரினும் ஆர் அளவின்றே சாரல்
கருங் கோல் குறிஞ்சிப் பூக்கொண்டு
பெருந் தேன் இழைக்கும் நாடனொடு நட்பே.

Das Gedicht Kurundogai 3, dessen Anfang sich frei ins Deutsche so übersetzen lässt:
Größer als die Erde, höher als der Himmel,
unermesslicher als das Meer ist die Liebe zu ihm

gehört zur Sangam-Literatur. Diesen Artikel aus der Tastatur von Benutzer:Jbuchholz hat die Jury zum Sieger des 22. Schreibwettbewerbs der deutschsprachigen Wikipedia erklärt. Auf den weiteren sechs Plätzen wurden Karl Martell von Benutzer:Armin P., Paraffinoxidation von Benutzer:Linksfuss, die Soziologie im Nationalsozialismus von Benutzer:Jürgen Oetting, Georg Tessin von Benutzer:Miraki, Ludwig Boltzmann von Benutzer:Feldkurat Katz und schließlich Blu (Streetart-Künstler) von Benutzer:Lienhard Schulz ausgezeichnet. Feldkurat Katz hat mit fünf Stimmen auch den diesjährigen Publikumspreis gewonnen, gefolgt von Blabbergraben, dem zweiten Beitrag von Lienhard Schulz, und Caliga von Benutzer:Cymothoa exigua. Herzlichen Glückwunsch!
Der kurz vor Ende der Wettbewerbsfrist verstorbene Benutzer:IKAl, der sich mit der Tasmanischen Blatteibe beteiligen wollte, erhielt von der Jury einen Sonderpreis für sein „Wikiwerk“. Inzwischen wurde auch die Reihung in den einzelnen Sektionen verkündet und der Schreibwettbewerb wäre nicht der Schreibwettbewerb, wenn es nicht Diskussionen um Ablauf und Zukunft geben würde. Der kurier dankt dennoch allen Mitwirkenden, der Jury für ihre Mühe und wünscht den Leserinnen und Lesern der neuen Artikel viel Vergnügen! mh, 11.5.

Noch ein paar statistische Nachträge: Mit Enzian44 führt jetzt ein Schiedsrichter allein und unangefochten die Spitze der Statistik der Teilnahmen bei Schreibwettbewerbsjuries an. Mit seiner sechsten Teilnahme ließ er den Schreibwettbewerbsinventor Achim Raschka hinter sich. Doch auch Voyager, der den Wettbewerb als Autor selbst schon gewinnen konnte, zog nach Juryteilnahmen mit Achim gleich. Beide waren hier fünf mal dabei. Wenn man so will, ist Voyager überhaupt „Mr. Schreibwettbewerb“. Auch als Autor liegt er ganz vorn dabei. Mit drei Podiumsplatzierungen liegt er in dieser Rechnung ebenfalls auf dem zweiten Rang, auch, wenn man die Platzierungen in Punkte umrechnet (Sieg = drei, Zweiter = zwei und Drittplatzierter = ein Punkt(e)). Doch gab es in der Punktewertung einen Wechsel an der Spitze. Armin P. brachte das Kunststück fertig, nach Rang drei mit Friedrich III. (HRR) im 18., Rang drei mit Philipp von Schwaben im 19., Rang zwei mit Percy Ernst Schramm im 20., erneut Rang zwei mit Ludwig der Deutsche im 21. nun mit Karl Martell im 22. Schreibwettbewerb erneut Zweiter zu werden. Damit war er dreimal hintereinander Zweiter und fünf mal in Folge auf dem Podium des Wettbewerbs. Mit diesen fünf Platzierungen führt er auch weit vor allen anderen Teilnehmern, fünf andere Autoren konnten sich dreimal auf den „Medaillenrängen“ platzieren. Und Übrigen hilft nur noch eine Zwangsverpflichtung von Armin für die nächste Jury oder wir lassen ihn endlich gewinnen, damit auch für die anderen Autoren noch etwas über bleibt ;). MC, 12.5.

Wikipedia in der Zentralbibliothek Hamburg

Wikipedia-Sprechstunde in der Bücherhallen Zentralbibliothek in Hamburg.jpg

An jedem ersten Donnerstag im Monat findet die Wikipedia-Sprechstunde in der Zentralbibliothek der Hamburger Öffentlichen Bücherhallen am Hühnerposten statt. In wunderbarem Ambiente mit traumhafter Ausstattung werden Neuwikipedianer an die Wikipedia herangeführt. Die Veranstaltung ist komplett von den Teilnehmern getrieben, es wird abgefragt, was die Teilnehmer zu wissen wünschen und dann gehts los, keine Vorbereitung möglich, aber zu Allem und Jedem eine kompetente Antwort (wo steht das, wie geht das, wie macht man, welche Lizenz usw.). Das kann nicht jeder, Hut ab vor den Referenten.
Zum Dank für die tolle Betreuung und für das Obdach, das uns die Zentralbibliothek gewährt, haben wir eine Spezial-Sprechstunde nur für Bibliotheksmitarbeiter angeboten. Was als kleines Dankeschön gedacht war, hat sich nun zu einer landesweiten Ausschreibung für alle Bibliotheksmitarbeiterinnen und -mitarbeiter des Landes Hamburg entwickelt. Besonders Schüler, die die Bibliotheken besuchen, stellen den Bibliothekaren haufenweise Fragen zur Arbeit mit Wikipedia, da kam unser Fortbildungsangebot gerade recht. Die Veranstaltungen (wir kriegen nur 16-20 in unseren Schulungsraum) werden im September/Oktober stattfinden. Wir werden berichten. P.

Die NWBib zu Gast im Lokal K

Am 19. April haben wir vom lobid-Team im Lokal K in Köln-Ehrenfeld, dem Kölner Treffpunkt der Wikipedia-Community, die Beta-Version des neuen Webauftritts der Nordrhein-Westfälischen Bibliographie (NWBib) vorgestellt.

Das Treffen fand in einer angenehmen und freundlichen Atmosphäre statt und war lehrreich und anregend für alle Teilnehmer/innen. Es waren drei verschiedene Gruppen von „Stakeholdern“ der NWBib vertreten: Wikipedianer/innen (Raymond, Atamari, Hannibal21, Nicola, Elya) als (potentielle) Nutzer, Ute Pflughaupt als Vertreterin der Katalogisierer/innen, die die NWBib erstellen und pflegen, sowie Fabian, Jan und ich als Vertreter der technischen Entwicklerseite. Zu Beginn habe ich eine kleine Präsentation gegeben, um die Diskussion ins Rollen zu bringen. Im auf den Vortrag folgenden Austausch haben wir vom lobid-Team auf jeden Fall eine Menge Dinge gelernt und viele Anregungen bekommen. Bei den Wikipedianer/innen aus Köln und Umgebung handelt es sich um Personen, die viel auf der Suche sind nach Literatur über Regionen, Orte, Personen oder die Natur in NRW. So waren wir überrascht, als wir erfuhren, dass fast alle anwesenden Wikipedianer/innen die NWBib bisher nicht kannten und somit auch nicht benutzt hatten. Das Interesse an der NWBib war groß, insbesondere weil etwa zwei Drittel der verzeichneten ca. 360.000 NWBib-Einträge Zeitschriftenartikel beschreiben, die meist nirgendwo anders verzeichnet sind. Allein dies war schon ein großer Erfolg des Treffens, dass wir dieses Rechercheangebot einem breiten Kreis potentieller Endnutzer/innen bekannt machen konnten. Wir haben aber auch eine Menge Anregungen zur weiteren Entwicklung der NWBib erhalten.

Die Abdeckung der NWBib durch Crowdsourcing erweitern

Lokal K in Köln

Die Wikipedianer/innen haben mehrmals betont, wie schade sie es finden, dass in der NWBib erst ab dem Berichtsjahr 1983 Ressourcen zu finden sind. Sie haben konstruktive Vorschläge gemacht, wie die Lücke durch Crowdsourcing gefüllt werden könnte, indem etwa Heimatvereine, die ausgewertete Zeitschriften herausgeben oder Wissenschaftler/innen und Wikipedianer/innen, die Literaturlisten zu NWBib-relevanten Themen erstellt haben, ihre Daten zur Verfügung stellen. Wenn diese Daten auch aus Gründen unterschiedlicher Qualität und Abdeckung nicht mit den bibliothekarisch erfassten Katalogdaten zusammengeführt werden können, so könnte man sie in einem eigenen Index anbieten, der sich bei einer NWBib-Suche zuschalten lässt. Auch eine einfache Erfassungsfunktion zum Ergänzen neuer Titel wurde gewünscht. Initial könnte ein zusätzlicher Index mit den Volltexten der NWBib-Vorläufer – der Westfälischen Bibliographien und der Rheinland-Bibliographien – gefüttert werden.

Der Großteil der NWBib-Titel ist inhaltlich mit Ortsschlagwörtern – bis auf die Ebene von Ortsteilen – erschlossen. Auf der Basis erster automatisierter Verlinkungen zu Wikidata auf Basis dieser Ortsschlagwörter haben wir bereits Geokoordinaten aus Wikidata übernommen. Damit lässt sich eine Suche nach Titeln über Dinge innerhalb eines bestimmten Kartenausschnitts bauen. Derzeit bieten wir eine Kartensuche auf der NWBib-Startseite an, die die Geokoordinaten eines Landkreises in die Suche gibt und als Ergebnis erscheint eine Liste von Ressourcen, die Dinge oder Personen in diesem Ausschnitt zum Thema haben (siehe z.B. Literatur über Dinge und Orte innerhalb der Kölner Stadtgrenzen).

Der Wikipedianer Atamari hat sich von uns gewünscht, dass auch die Ergebnisse einer Suchanfrage entsprechend auf einer Karte angezeigt würden. So könnte man leicht einen Überblick dazu bekommen, welche Regionen mit bestimmten Suchtermen verknüpft sind, dass z. B. die Suche „Wildpferde“ Titel zurückgibt, die über Dinge im Kreis Coesfeld berichten. Diese Anregung gefällt uns sehr gut, und wir melden uns, sobald wir sie umgesetzt haben. Zunächst müssen wir allerdings die Verlinkung zu Wikidata verbessern.

Literaturlisten erstellen und teilen

Viel Interesse gab es auch daran, Listen von NWBib-Titeln erstellen zu können und diese teilen und exportieren zu können. Es gibt bereits eine Merklistenfunktion im neuen Webauftritt, allerdings kann eine solche Liste weder über eine Browser-Session hinaus gespeichert noch in irgendeinem Format (BibTeX, csv, Zitationsstile etc.) exportiert werden. Entsprechende Funktionen sind bereits in Planung, die Rückmeldungen der Wikipedianer/innen haben uns deutlich gemacht, dass wir das lieber früher als später umsetzen sollten.

Verlinkungen der Wikipedia zur NWBib

Zum Abschluss unseres Vortrags hatten wir die Wikipedianer/innen um eine Einschätzung gebeten, ob und wie NWBib-Suchergebnisse in der Wikipedia verlinkt werden könnten – ähnlich wie jetzt bereits viele Wikipedia-Artikel auf die Deutsche Nationalbibliographie verlinken. Unsere Anfrage stieß teilweise auf Skepsis, weil vermutet wurde, uns würde es dabei um reine Suchmaschinenoptimierung für die NWBib gehen. Letztlich ist unser Ziel, dass Menschen, für die die NWBib und die damit verbundene Arbeit nützlich sein kann, auch auf die NWBib-Seiten gelangen – ob über Google oder Wikipedia. Wir werden weiter evaluieren, wie eine Verlinkung aus der Wikipedia umgesetzt werden kann, und zu diesem Zweck zunächst BEACON-Dateien auf Basis der GND-Verschlagwortung erstellen. Perspektivisch werden wir die Verlinkung zu Wikidata verbessern und eine Wikidata-Property ergänzen, mit der eine Wikidata-Ressource zu Literatur über sie in der NWBib verlinkt werden kann.

Vielen Dank an alle, die beim gestrigen Treffen dabei waren! Wir kommen gerne wieder in das Lokal K. Adrian Pohl (veröffentlicht unter CC BY 3.0-Lizenz, eingestellt von N. 05.05.)

Meinungsbild zur Wikidata-Einbindung gestartet

Seit gestern steht das Meinungsbild zur Nutzung von Daten aus Wikidata im Artikelnamensraum zur Abstimmung. Damit soll eine einheitliche Regelung zu diesem leidigen Thema gefunden werden. Die Abstimmung ist noch bis zum 15.6. möglich. mb, 2.6.

Wikimedia Deutschland bittet um Meinungen zur Jahresplanung

Nachdem erst vor sechs Wochen der Jahresplan 2015 verabschiedet wurde, nimmt die Planung für das kommende Jahr bei Wikimedia Deutschland jetzt Fahrt auf: Auf der Meta-Seite „Wikimedia Deutschland/PP16“ können während der nächsten zwei Wochen alle Interessierten über die Schwerpunkte für 2016 diskutieren. Wie die Jahresplanung dann weitergeht, ist im Vereins-Forum beschrieben (kostenlose Registrierung notwendig). ir, 2.6.

Wikimedia Foundation Annual Plan 2015–2016

Der Entwurf für den Jahresplan 2015–2016 der Wikimedia Foundation steht seit dem 25. Mai auf Meta: [2] Die für Kommentare verfügbare Periode schließt morgen schon (worüber es auf der Diskussionsseite Beschwerden gegeben hat).

Laut dem Entwurf werden die Einnahmen im laufenden Finanzjahr $74 Mio. erreichen (Planziel war $58,5 Mio; dieses war jedoch schon im Januar 2015 erreicht). Das Ziel für das nächste Finanzjahr: $67 Mio. Die Belegschaft soll auf 283 anwachsen; die prozentuell größte Aufstockung erfährt der Bereich „Communications“, der von 4 auf 11 Mitarbeiter anwachsen soll. A.K.

Kommentar zur linken Spalte Die angebliche Macht der Bilder

Nun wissen wir es: Die Wikipedia hat zu viele Sexbildchen. Und niemand denkt dabei an die Kinder! Natürlich, jemand, der gezielt auf den Wikipediaartikel BDSM geht und als Rechtfertigung dazu auch noch scheinheilig ausgerechnet die Filmschnulze Shades of Grey bemüht, muss sich nicht wundern, wenn er in der entsprechenden Kategorie hängenbleibt, sich famos über Bondage in der Wikipedia empören kann und schließlich in der Sklavenzentrale landet. Übrigens ein Artikel, der dringend einer reichen Bebilderung bedarf, wie viele andere aus der Kategorie auch. Aber sind die wenigen vorhandenen Bildchen wirklich so schlimm und klebrig wie behauptet? Sie zeigen doch eher nur Mode und Accessoires einer bestimmten urbanen Szene, die gerade etwas bekannter wird und sich stolz, aber in unseren Fotos leicht ungelenk präsentiert. Doch natürlich, für die Misson müssen diese Aufnahmen hinreichend skandalisiert werden, um beim Publikum das gewünschte Empörungspotenzial zu erwecken. In Bezug auf die Wikipedia-Community ist dies jedoch ein aussichtsloses Unterfangen, unser Spott hat Chiara Ohoven verhindert, er wird auch weiterhin jegliche Bildzensur verhindern, was schon die US-Foundation mit ihrem vergeblichen Versuch uns den Bildfilter aufzudrücken, schmerzlich erfahren musste. Es ist eben nicht so leicht, die gefühlte eigene moralische Überlegenheit problemlos unter die Leute zu bringen. Ein Kommentar von Sc, 26.5.

Jimbo zu Gast bei Desert Island Discs

Jimmy Wales

Eine Einladung zu Desert Island Discs im Kultur-Wort-Programm BBC Radio 4 ist für den Bereich des Rundfunks in etwa vergleichbar mit einer Ausstellung eines bildenden Künstlers im New Yorker MoMA: Es ist sozusagen ein Ritterschlag, ein Who is who der angelsächsischen Gesellschaft, das sich hier repräsentiert findet.

Und gestern war nun also „der Internet-Unternehmer“ Jimmy Wales der „Schiffbrüchige“, der sich neben dem Gespräch mit Kirsty Young seine Lieblingsplatten für die einsame Insel aussuchen durfte. Angekündigt auf der Website mit seinem Markenzeichen, dem ewig-jungen Fundraiser-Foto von 2008. Zwischendurch wird über dies und das mit biographischem Bezug geplaudert. Beispielsweise, dass er seinen Erfolg nicht materiell messe, sondern daran, ob er etwas Interessantes gemacht habe oder nicht. – Und was Fremde so zu ihm sagen, wenn sie ihn auf Reisen träfen? – You've changed the world. – Do you think you have? – (nach Zögern:) My community has. We've changed the world. Na, also, es geht doch. Obwohl: My community? Und sie hätten ja gerade erst gegen die NSA geklagt, das wolle er auch sagen, daher ein spezieller, sehr kämpferischer Musikwunsch.

Zu hören in voller Länge im flash-lastigen iPlayer und leicht um die (größtenteils verzichtbare) Musik gekürzt im Podcast als mp3. Eine nette Sendung, um das Pfingstwochenende ausklingen zu lassen. (A, 25.5.)

Bedanken

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Die Foundation hat es so gefügt, daß man auf Meta über diese Seite Mitarbeitern ein Dankeschön in Form eines Wikim/pedia-Shirts zukommen lassen kann. Bislang wird von der deutschsprachigen Comunity noch recht wenig Gebrauch davon gemacht. Vielleicht fällt dem ein oder anderen ja Jemand ein, bei dem er sich bedanken möchte und kann diese Person dort nominieren. Und natürlich kann man auch die Nominierungen Anderer unterstützen. MC 24.05.2015

Wikipedia:Edit-a-thon/Wiener Jubiläen 2015

Heuer werden in Wien 150 Jahre Wiener Ringstraße, 150 Jahre Wiener Straßenbahn, 650 Jahre Universität Wien, 200 Jahre Technische Universität Wien und 250 Jahre Veterinärmedizinische Universität Wien gefeiert! Aus diesem Anlass veranstaltet Wikimedia Österreich diesen Sonntag, 24. Mai 2015 einen Edit-A-Thon zu diesen Themenbereichen im Museumquartier! Wir freuen uns auf rege Teilnahme! AT 22.05.2015

Wenn Bausteine purzeln, purzeln auch die Rekorde

Am Wochenende ging der Frühlingswettbewerb der Bausteinräumer zuende und die vorangegangen 15 Tage lieferten Überragendes. 3846 Artikel verschwanden aus den Bausteinkategorien und Wartungslisten. Besonders in der Kategorie:Defekte Weblinks, die von Bots schneller gefüllt wird als die User sie abarbeiten können, wurde vom Team Phönix (Boshomi, Bwuz und Arndtmc1) erneut ein beachtlicher Anteil wieder mit funktionierenden Links versehen. 230 Artikel hat das Trio im Schnitt pro Tag ausgebessert (insgesamt 3452) und damit mit neuem Artikel- und Punkterekord klar gewonnen. Aber auch mit mittleren Verbesserungen und den großen Überarbeitungen wurde diesmal Überdurchschnittliches geleistet bei der Steigerung der Qualität der Artikel. Im Schnitt haben die Teilnehmer diesmal noch mehr beigetragen, als in allen Wettbewerben zuvor, und so wieder ein großartiges Gesamtergebnis zustande gebracht. Es findet sich für jeden etwas zu tun und gemeinsam macht es noch mehr Spaß. Also vormerken und im Auge behalten: der nächste Wartungsbausteinwettbewerb findet im August statt. hvw

Monsters of Law, Thema Bildrechte

Nächsten Donnerstag, 28. Mai, 18 Uhr, findet bei WMDE die nächste Veranstaltung der Reihe "Monsters of Law" zu rechtlichen Fragen rund um Freies Wissens statt. Ansgar Koreng, Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Urheber- und Medienrecht, spricht zum Thema „Minenfeld Bildrechte: Was Sie zu Fotografie und Nachnutzung wissen müssen“. Danach steht er für Fragen und Diskussionen zur Verfügung. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, der Vortrag wird zudem als Livestream gezeigt und ist danach als Video abrufbar.li (wmde), 20.5.

Kategorien in die Tiefe durchsuchen: Erste Testeinladung

Seit einiger Zeit arbeitet das Team Software-Entwicklung von WMDE an der Möglichkeit, Kategorien bis in die Unterkategorien hinein zu durchsuchen – auch bekannt als die sogenannte „Catscan-Funktionalität“. In einer Testumgebung auf Tool Labs kann dies nun mit einem Mini-Set der deutschsprachigen Wikipedia ausprobiert werden. Mehr Informationen und eine Anleitung gibt es hier. Der Wunsch, Kategorien über die normale Suche nach verschiedenen Kriterien in die Tiefe durchsuchen zu können, gehört zu den Top 20 der technischen Wünsche. Interessierte sind herzlich eingeladen, diesen ersten Prototypen zu testen. Das Entwickler-Team freut sich über Feedback, um die Anwendung weiter verbessern zu können. bm (wmde), 20.5.

Wikimedia unterstützt Verschlüsselung

Heise online berichtet heute über einen Brief von „IT-Unternehmen, Datenschützer[n], Sicherheitsforscher[n] und Politiker[n]“ an US-Präsident Barack Obama, der sich gegen die Pläne richtet, die Hersteller von digitalen Geräten zu verpflichten, Hintertüren bei der Verschlüsselung einzubauen. Auf diese Weise sollen die amerikanischen Behörden einen ständigen Zugriff auf die Benutzerdaten erhalten. Stephen LaPorte weist darauf hin, dass auch die Wikimedia Foundation zu den 140 Unterzeichnern des Aufrufs gehöre.

Dabei ist allerdings auffällig, dass die als gemeinnützig bekannte Stiftung – ebenso wie das Internet Archive – in der Unterschriftenliste nicht ganz zu Anfang unter den Nichtregierungsorganisationen aufgeführt wird, sondern zusammen mit Apple, Google und Facebook unter der Überschrift „Unternehmen und Handelsorganisationen“ auf Seite 4 firmiert. Dies sei darauf zurückzuführen, dass unter den NGOs in der Liste nur Organisationen genannt worden seien, die in erster Linie politische Arbeit leisten. Auf diese Einordnung habe man bei der Foundation jedoch keinen Einfluss gehabt und sie sei auch im Zeitpunkt der Unterzeichnung nicht bekannt gewesen, betont Yana Welinder auf Nachfrage. (A, 19./20.5.)

WikiDACH lebt – ein wenig zumindest

Vielleicht erinnert sich noch der ein oder andere an das letzte Jahre und die fast doch nicht wieder beinah irgendwie vielleicht am Ende nicht stattgefundene Veranstaltung WikiDACH. Sie scheint zu leben. Zumindest gibt es seit einigen Tagen den Beginn einer Wikiseite und einen Antrag auf Unterstützung durch die WMF. Man darf gespannt bleiben.sp 17. Mai 2015

WikiProjekt Allgäu – Landstreicher geht in die 2. Runde!

Vom 10. bis 12. Juli 2015 findet im südlichen Landkreis Oberallgäu in der Umgebung von Oberstdorf und Sonthofen nun die zweite Auflage des aufstrebenden Projekts Landstreicher statt.

Wer zu Fuß gut unterwegs ist, Zeit und keine Angst vor Steigungen hat, sich für Naturthemen, besonders für Geotope interessiert, ist herzlichen eingeladen. Ziel des Projekts ist, nach und nach allen Geotopen einen Artikel mit ansprechender, enzyklopädischer Bebilderung zu spendieren und den bisher eher stiefmütterlich behandelten Geo-Themen mehr Beachtung zu schenken. Eine jährliche Fortsetzung ist für 2016 angedacht.

Die inhaltlichen Punkte und Fachkompetenzen wird Geolina163 mitgestalten, als lokaler Helfer und Organisator trete ich, Hilarmont ein. Unterstützt wird das Projekt freundlicherweise durch Wikimedia Deutschland.

Weitere Informationen können unter den entsprechenden Verlinkungen eingesehen werden. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. H&M, 16. Mai 2015

Nach der Wahl ist vor der Wahl

Während die deutschsprachige Community noch das Für und Wider der Kandidaten zu der ab Montag, dem 17. Mai 2015, bevorstehenden Wahl ihrer Vertreter im Board of Trustees der Wikimedia Foundation erwägt, ist am gestrigen Freitag – also während der gerade laufenden Wikimedia Conference in Berlin – das Ergebnis der Wahl des neuen Funds Dissemination Committee bekanntgegeben worden, dem Gremium, das das Board bei der Verteilung der Mittel auf die größeren Wikimedia-Organisationen maßgeblich berät.

Von den 1173 abgegebenen Stimmen waren 1101 gültig. Gewählt sind: Lorenzo Losa, Michał Buczyński, Liam Wyatt, Michael Peel und Itzik Edri.

Bei den gleichzeitig durchgeführten Wahlen zum FDC-Ombudsman wurde Kirill Lokshin gewählt.

Die offizielle Ernennung der Gewählten wird sich wegen background checks etc noch eine Weile hinziehen, hieß es auf der Mailingliste Wikimedia-l. Der Kurier schließt sich den Gratulanten an und wünscht allen Beteiligten Kraft und Weisheit auf ihren Wegen. (A, 16.5.)

Der Wikipedia Signpost hat den Kandidaten für die Wahlen zum Board of Trustees Fragen gestellt. Allein, das Wort Superprotect sucht man auf der Seite vergebens. Entweder spielt es in der nordamerikanischen Diskussion tatsächlich derzeit keine Rolle mehr, oder es wird aus politischen Rücksichten unterdrückt. Immerhin zeigte sich bei der Umfrage, dass die meisten der Kandidaten dem Paid Editing, also dem Umstand, dass Firmen und Organisationen Artikel, die sie betreffen, selbst bearbeiten, höchst aufgeschlossen gegenüberstehen. (A, 16.5.)

Für ganz Spontane in NRW

Für alle, die spontan noch nichts zu tun haben und in erreichbarer Nähe von Köln hausen: Das Lokal K ist heute den ganzen Tag geöffnet für Schreiblustige und Schaulustige. Wer also vorbeikommen mag: Kaffe läuft. AR, 14.5.

Probleme mit dem Review des Tages

Wem ist schon aufgefallen, dass heute der Artikel Gletscherdynamik im Review des Tages steht, obwohl der selbe Artikel schon seit dem 3. Mai für Lesenswert kandidiert? Ich möchte darauf aufmerksam machen, dass das Review des Tages (RdT) nicht mehr regelmäßig genug in einer der sieben Unterseiten (Montag bis Sonntag) eingetragen und aktualisiert wird. Dadurch werden nicht nur Artikel, die schon längst nicht mehr im Review sind, als RdT präsentiert, sondern es werden auch Artikel, die schon länger im Review stehen, nach einer Woche wieder als RdT präsentiert, obwohl eigentlich ein anderer Artikel dran wäre, der noch nicht RdT war. Überdies bleiben manchmal Wünsche für das RdT unbeantwortet bzw. unberücksichtigt. Das Problem mit der mangelnden Pflege des RdT gibt es schon seit längerem: Zum Beispiel wurde es schon am 6. Dezember auf der Diskussionsseite des Autorenportals angesprochen. Es scheint einfach nicht genügend Benutzer zu geben, die das RdT pflegen, beziehungsweise haben die bisher dafür zuständigen Benutzer keine Lust oder Zeit mehr dafür. Sollte daher vielleicht darüber nachgedacht werden, die Vorschläge, Wünsche und Pflege des RdT anders zu organisieren (vielleicht ja äquivalent zum Artikel des Tages?). SR, 13.5.

Board-Wahlzeit beginnt am 17.5.

Vom 17. bis 31. Mai findet die Wahl der 3 Community-Vertreter in dem 10-köpfigen Board of Trustees (Kuratorium) der Wikimedia Foundation statt. Noch bis zum 16. Mai können den 21 Kandidaten Fragen gestellt werden. Interessant sind beispielsweise die Statements zum Thema Superprotect und MediaViewer. (Aspiriniks, 10.5.)

Adminwahlzeit zu Ende

Die Adminwahlzeit, mit einem Kurierartikel eingeleitet, ist zu Ende: Von den 15 Kandidaturen waren 9 erfolgreich, die Achim Raschkas, Alraunensterns, Funkrufs, HOPflaumes, Jürgen Oettings, Kritzolinas, Nicolas, Queryzos und Siechfreds, 6 leider nicht, die Ali1610s, Altsprachenfreunds (meiner Wenigkeit), Barnos’, Björn Hagemanns, Hans Haases und Weißbiers. Allen Neugewählten einen herzlichen Glückwunsch und ein gutes Händchen, den Nichtgewählten weiterhin Freude bei der Wikipedia und vielleicht irgendwann noch einmal eine Gelegenheit, Administrator zu werden. (ASF)

Auf zu neuen Wegen

Sue Gardner (2014)

Die Personal­entscheidungen bei den Wikimedia-Organisationen haben in der letzten Zeit zu einer gewissen Bewegung geführt. Vielfach ergaben sich dabei neue Perspektiven für die Beteiligten. Während der Weggang von Pavel Richter bei Wikimedia Deutschland und dessen Eintritt als neuer Geschäftsführer der Open Knowledge Foundation bisher nur auf der Diskussionsseite des Kuriers erwähnt worden war, gerät nun die ehemalige Geschäftsführerin der Wikimedia Foundation, Sue Gardner, wieder in den Blick. Sie hatte bei ihrem Abschied erklärt, sich künftig „stärker für ein freies und offenes Internet einsetzen“ zu wollen, „entweder durch die Gründung einer Non-Profit-Organisation, Lobbyarbeit oder das Schreiben eines Buches“, lesen wir derzeit noch in dem Wikipedia-Artikel über sie. Und so findet der stets gut informierte Kurier heute in seinem Feedreader denn endlich einen Hinweis darauf, wohin ihr Weg sie seitdem geführt hat: Zum Tor-Projekt nämlich. Gardner berate den Anonymisierungsdienst schon seit mehreren Monaten und seit heute auch offiziell. Ihre Aufgabe bestehe darin, eine langfristige und nachhaltige Strategie für die Organisation zu entwickeln, finanziert über First Look Media, heißt es im offiziellen Blog des Netzwerks. Und, ja, dabei würden auch Wikis „wahrscheinlich“ eine Rolle spielen. Der Autor, selbst seit längerem Tor-Nutzer, wünscht Sue bei ihrer neuen Aufgabe natürlich guten Erfolg. (A, 8.5.)

Auskenner WP, C, WS, WD gesucht

Am 27. August 2015 bietet die Archivberatung des Landschaftsverbandes Rheinland eine Fortbildungsveranstaltung für rheinische Archive an. Uns wurde der ganze Nachmittag angeboten, um die Wikipedia, Wikimedia Commons, Wikisource und Wikidata vorzustellen und damit die Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Archiven auszuloten. Das Tagungsprogramm findet ihr online.

Der Kurier-Reporter sucht nun bis zu drei Mitstreiter/innen, die an diesem Tag Zeit und Lust haben, Wikipedia, Wikimedia Commons, Wikisource und Wikidata vorzustellen. Geplant ist ein Einführungsvortrag durch den Reporter und im Anschluss ein Projekt-Kennenlernen in kleinen Gruppen à la „Weltcafe“, „Cross table“ oder „Speed dating“ (bitte den jeweils persönlich favorisierten Begriff lesen). Interessenten können sich gerne auf der Diskussionsseite des Reporters melden. Reisekostenübernahme erfolgt durch WMDE und/oder den LVR (muss noch konkret abgesprochen werden).

Zustandegekommen ist die Veranstaltung am Rande der WP:WikiCon 2014, auf der es ein erstes Treffen zwischen der LVR-Archivberatung, Barbara Fischer und dem Reporter gab. (ray, 7.5.)

7 Jahre GV und noch immer Altlasten

Heute jährt sich die Einführung der gesichteten Versionen zum siebten Mal. Während alle vor dem 6. Mai 2008 angelegten Artikel nach einigen Monaten erstgesichtet waren, gibt noch immer fast 5000 ungesichtete Dateien. Damit solcher Vandalismus nicht weiterhin jahrelang unentdeckt bleiben kann, sollte die Erstsichtung aller Dateien abgeschlossen werden. (Sorgfältige) Helfer sind herzlich willkommen. L, 6.5.

Die WikiEulenAcademy bittet um Nominierungen für die WikiEulen 2015

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Für die Verleihung der WikiEule 2015 bittet die WikiEulenAcademy um eure Nominierungen. Die WikiEulen werden an Wikipedianer und Wikipedianerinnen in Würdigung ihrer vielfältigen Aktivitäten vergeben. Wer kennt sie besser als ihr? Die Academy freut sich auf eure Unterstützung:

Welche Wikipedianerin oder welcher Wikipedianer, welcher Artikel oder welches Projekt aus den verschiedensten Tätigkeitsbereichen der Wikipedia und ihrer Schwesterprojekte sollte in deinen Augen die WikiEule 2015 erhalten und stellvertretend für großen Einsatz und viele gute Ideen mit einer Eule geehrt werden? Bitte sende deine Nominierung mit einer kurzen Begründung per WikiMail an die EulenAcademy.

Wir freuen uns auf eure Nominierungen. WEA, 3.5

Wiki Loves Earth sucht die besten Bilder!

Wiki Loves Earth - Flyer - Germany.pdf

Wer sich diesen Monat fragt, was er bei gutem Wetter draußen vor der Haustür machen soll, bekommt hier einen Ratschlag:

Die Aktion Wiki Loves Earth läuft ab heute bis zum 31. Mai. Geht raus, entdeckt interessante Naturphänomene, alte Bäume und romantische Landschaften. Macht Fotos, ladet sie hoch, macht mit! Die Jury wählt im Juni dann die besten 100 Bilder aus.

Neugierig geworden? Mehr Infos gibt es hier! H&M, 1.5