Wikon

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Wikon
Wappen von Wikon
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern (LU)
Wahlkreis: Willisau
BFS-Nr.: 1147i1f3f4
Postleitzahl: 4806
Koordinaten: 639901 / 23481747.2630527.965843460Koordinaten: 47° 15′ 47″ N, 7° 57′ 57″ O; CH1903: 639901 / 234817
Höhe: 460 m ü. M.
Fläche: 8.28 km²
Einwohner: 1416 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 171 Einw. pro km²
Website: www.wikon.ch
Karte
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Wikon ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Willisau des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Wiigge, wie die Einheimischen die Gemeinde nennen, liegt südlich von Zofingen zwischen der Wigger im Westen und der Uerke im Osten. Ausser im Süden grenzt die Gemeinde immer an den Nachbarkanton Aargau. Vier der sechs Hauptsiedlungen liegen in der Ebene des Wiggertals. Dies sind neben Wikon-Dorf das 1,1 km nördlich liegende Adelboden (439 m ü. M.), Rotfärb (1,7 km nordwestlich des Dorfs; 436 m) und das Gebiet westlich des Dorfs bei der Station Brittnau-Wikon (mit Wikon-Dorf zusammengewachsen). Wikon-Oberdorf (600 m östlich des Dorfs; 485-505 m) und der kleine Weiler Moosersagi (2,6 km nordnostöstlich des Dorfs) an der östlichen Gemeindegrenze sind nebst einigen Gehöften weitere nennenswerte Siedlungen.

Moosersagi liegt an der Uerke im gleichnamigen Tal. Dieser Bach bildet die Grenze zu Wiliberg im Kanton Aargau. Das Gebiet östlich der Wiggerebene ist stark bewaldet und sehr hügelig. Südöstlich von Wikon-Dorf liegt der bewaldete Birchberg (629 m ü. M.); östlich des Dorfs der Riedwald. Im Osten von Adelboden liegen der Schlosswald und die bewaldete Höhe namens Galgenberg (586 m). Die Waldgebiete von Lienihubel (661 m, höchster Punkt der Gemeinde), Eichbühl, Mösli und Langrüti schliessen sich östlich und nördlich davon an. All diese Wälder bilden eine geschlossene Fläche.

Ganz im Osten der Gemeinde im Uerketal ist es sehr sumpfig. Die Gegend östlich der Wiggerebene ist daher nahezu unbewohnt. Im Westen liegt der landwirtschaftlich geprägte Weiler Hintermoos mit circa 50 Einwohnern. Der Bach Altachen bildet die Grenze zum Kanton Aargau. Vom Gemeindeareal wird (im Wiggertal) 39,5 % landwirtschaftlich genutzt. Mehr als die Hälfte (51,6 %; östlich des Wiggertals) sind bewaldet und 8,8 % ist Siedlungsfläche.

Wikon grenzt an Reiden im Kanton Luzern - sowie an Bottenwil, Brittnau, Wiliberg und Zofingen im Kanton Aargau.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1798 529
1850 952
1910 738
1920 743
1970 1'374
1980 1'263
1990 1'387
2000 1'342
2004 1'299

Die Bevölkerung wuchs zwischen 1798 und 1850 sehr stark an (1798–1850: +80,0 %). Danach setzte bis 1910 eine massive stufenweise Abwanderung ein (1850–1910: −22,5 %). Von 1920 bis 1970 stieg die Einwohnerzahl ununterbrochen (1920–1970: +79,4 %). Nach einem Rückgang in den 1970er Jahren folgte ein letztes Wachstum im nächsten Jahrzehnt auf den höchsten je ermittelten Bevölkerungsstand. Seither - seit 1990 - geht die Bevölkerung langsam, aber stetig, zurück (1990–2004: −6,3 %).

Sprachen[Bearbeiten]

Die Bevölkerung benutzt als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 90,39 % Deutsch, 3,28 % Albanisch und 1,86 % Serbokroatisch als Hauptsprache an.

Religionen - Konfessionen[Bearbeiten]

Früher waren alle Bewohner Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Heute (Stand 2000) sieht die religiöse Zusammensetzung der Einwohnerschaft wie folgt aus: 52,31 % römisch-katholische, 34,20 % evangelisch-reformierte und 2,38 % orthodoxe Christen. Daneben findet man 6,63 % ohne Angabe und 3,20 % Muslime. Die Orthodoxen sind beinahe ausschliesslich Serben und Montenegriner; die Muslime Albaner, Türken und Kurden.

Herkunft - Nationalität[Bearbeiten]

Von den 1'372 Einwohnern Ende 2006 waren 1'218 Schweizer und 154 (=11,2 %) Ausländer. Anlässlich der letzten Volkszählung waren 82,86 % (einschliesslich Doppelbürger 86,66 %) Schweizer Staatsangehörige. Die grössten Einwanderergruppen kommen aus Serbien-Montenegro (Albaner und Slawen), Italien, Portugal, Deutschland, Kroatien, der Türkei und Mazedonien.

Verkehr[Bearbeiten]

Seit 1908 hat Wikon zusammen mit Brittnau eine Haltestelle an der Bahnlinie Luzern–Olten . Da diese aber 600 m westlich des Dorfs liegt, sorgen die SZR-Buslinien vom Bahnhof Zofingen über Reiden nach St. Urban bzw. Richenthal zusätzlich für gute Anschlüsse ans Netz des Öffentlichen Verkehrs. Wikon liegt an Strasse Luzern(-Sursee)-Zofingen(-Olten-Basel), der sogenannten Baslerstrasse. Der nächstgelegene Autobahnanschluss ist Reiden an der A2 in 4 km Entfernung.

Geschichte[Bearbeiten]

Wie Funde wie steinzeitliche Feuergeräte belegen, wurde die Gemeinde schon sehr früh besiedelt. Der Ort ist allerdings namentlich erst relativ spät erstmals belegt. Im Jahr 1256 siegelte Graf Hermann von Kyburg apud Wiggen. Die Burgen (die Quellen schwanken zwischen vier und fünf Burgen) sind allerdings bereits im 11. Jahrhundert errichtet worden und gehörten zur Herrschaft der Grafen von Lenzburg. Später waren, wie oben erwähnt, die Kyburger die Herren, denen die Habsburger als Erben folgten. Unter Letzteren wurde Wikon ein Teil der Grafschaft Willisau. Die Ritter von Büttikon waren lange die Lehnsherren. Im Jahr 1415 eroberten die Berner und Luzerner den habsburgischen Aargau. In Wikon besetzten beide Seiten Burgen und stritten sich um die Herrschaft. Durch einen eidgenössischen Beschluss wurde die Gemeinde im Jahr 1470 Luzern zugesprochen. Bereits sechs Jahre später kauften die Luzerner von Hans Thüring von Büttikon auch die niedere Gerichtsbarkeit, so dass sie die Gemeinde vollumfänglich beherrschten. Zusammen mit Roggliswil bildete Wikon bis 1798 die Landvogtei Wikon. Im Bauernkrieg hielten die Bewohner vom 26. Mai bis zum 10. Juni 1653 den Landvogt gefangen. Von 1798 bis 1803 gehörte der Ort dann zum Distrikt Altishofen und seither zum damals neu gegründeten Amt Willisau.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Trotz der kleinen Gemeindegrösse liegt Wikon wirtschaftlich strategisch günstig, die Nähe der grösseren Reiden (dessen Industriegebiet nördlich nahtlos in dasjenige von Wikon übergeht), Zofingen sowie der nahe Autobahnanschluss wird von mehreren Industriebetrieben genutzt. Zu nennen sind Hunkeler AG, Juffern AG, Flachglas Schweiz AG und ALHO Container. Im Dorf gelegen sind auch die vier Gastronomiebetriebe Restaurant Schlossberg, Restaurant Bahnhöfli, Hotel Adelboden und der Pizzakurierdienstleister PizzaRoma.

Kultur[Bearbeiten]

Der Erlebnisbahnhof Wikon bietet auf Anfrage Führungen durch das alte Bahnhofsgebäude mit allerlei Museumsstücken.

Der Spycher ist ein altes Holzgebäude im Ortsteil Adelboden, in und um welchem oft kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte, Vernissagen usw. stattfinden. Das nennt sich dann sinngemäss Kultur im Spycher.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wikon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)