Wiktor Pawlowitsch Maslow

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Wiktor Pawlowitsch Maslow (russisch Виктор Павлович Маслов, englisch Victor Maslov; * 15. Juni 1930 in Moskau) ist ein russischer Mathematiker und mathematischer Physiker.

Wirken[Bearbeiten]

Maslow wurde für die Entwicklung der Theorie des Maslov-Index in den 1970er Jahren bekannt, einer adiabatischen Invariante[1] klassischer dynamischer Systeme, ursprünglich im Rahmen der WKB-Approximation entwickelt. Er beschäftigt sich mit verschiedensten Fragen der theoretischen und mathematischen Physik, insbesondere der Quantisierung klassischer Systeme, Quantenstatistik und Quantenfeldtheorie, Solitonen. Er ist Professor an der Lomonossow-Universität in Moskau und dort Leiter der Abteilung Quantenstatistik und Quantenfeldtheorie.

Er ist seit 1984 Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften und erhielt den russischen Staatspreis. 1983 erhielt er die Ljapunow-Goldmedaille und 1985 den Lenin-Preis für seine Arbeit über globale asymptotische Methoden in der Theorie linearer partieller Differentialgleichungen. 1983 hielt er einen Plenarvortrag auf dem ICM in Warschau (Non-Standard-Characteristics in Asymptotical Problems) und 1970 war er Invited Speaker auf dem ICM in Nizza (The characteristics of pseudo-differential operators and difference schemes).

Schriften[Bearbeiten]

  • Théorie des perturbations et methods asymptotiques, 1972
  • mit Omeljanow Geometric Asymptotics for nonlinear partial differential equations, AMS 2002
  • Mathematics and the trajectory of typhoons, in Bolibruch, Osipov, Sinai (Herausgeber) Mathematical Events of the Twentieth Century, Springer 2006, S. 163

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkung[Bearbeiten]

  1. das heißt näherungsweise invariant, bei langsamer zeitlicher Veränderung. Der Maslov-Index ist ganz- oder halbzahlig und zählt die Anzahl der Schnittpunkte (mit Vorzeichen) der Bahnorbits des dynamischen Systems mit Kaustiken, bzw. des Phasensprungs von Wellen längs Kaustiken (Projektions-Singularitäten der Wellenfront). Der Name stammt von Wladimir Arnold.