Wiktor Platonowitsch Nekrassow

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Wiktor Platonowitsch Nekrassow (1974)
Wohnhaus von Nekrassow in Kiew (1950–1974)

Wiktor Platonowitsch Nekrassow (russisch Виктор Платонович Некрасов, wiss. Transliteration Viktor Platonovič Nekrasov; * 4. Junijul./ 17. Juni 1911greg. in Kiew; † 3. September 1987 in Paris) war ein sowjetischer Schriftsteller.

Er schrieb hauptsächlich Bücher über den Großen Vaterländischen Krieg, konzentrierte sich in seinen Werken aber nicht auf die kriegsstrategischen Aspekte der Ereignisse oder das Heroische, sondern auf die Tragik des individuellen Menschen und dessen Reaktion auf den Krieg.

Nekrassow besuchte eine Fachschule für Eisenbahnbau und studierte Architektur. Am Zweiten Weltkrieg nahm er als Regimentsingenieur und stellvertretender Kommandeur eines Pionierbataillons teil und erlebte die Schlacht von Stalingrad. Sein 1946 erschienener Roman In den Schützengräben von Stalingrad (V okopach Stalingrada) gehört zu den ersten literarischen Verarbeitungen dieser Schlacht und brachte ihm den Stalinpreis ein.[1]

Wegen seiner offenen Regimekritik wurde er 1973 aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen. 1974 emigrierte er schließlich nach Frankreich, wo er als Redakteur bei der Emigrantenzeitschrift Kontinent tätig war und neben seiner Autobiografie auch den Exil-Roman Drei Musketiere aus Leningrad niederschrieb.

Werke[Bearbeiten]

  • In den Schützengräben von Stalingrad, 1946, deutsch 1954, Aufbau-Verlag, Berlin (ursprünglicher Titel: Stalingrad, 1956 als Die Soldaten verfilmt), ISBN 3-7466-0191-6
  • In der Heimatstadt, 1954, deutsch Ein Mann kehrt zurück, 1955
  • Zu beiden Seiten des Ozeans (Reiseskizzen, dt. 1964)
  • Kyra Georgijewna, 1961, deutsch 1962
  • Zu beiden Seiten der Mauer - Erfahrungen und Erlebnisse - deutsche EA 1980, ISBN 3-548-38005-0
  • Eine kleine traurige Geschichte, 1989, deutsch "Drei Musketiere aus Leningrad", 1993, ISBN 3-7466-1004-4
  • Berija. Henker in Stalins Diensten. Ende einer Karriere, (Hrsg.) Berlin 1992, ISBN 3-928024-69-8

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Emmanuel Waegemans: Geschichte der russischen Literatur. Von Peter dem Großen bis zur Gegenwart. UVK Universitätsverlag Konstanz, Konstanz 1998, S. 327.

Weblinks[Bearbeiten]