Wil SG

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SG ist das Kürzel für den Kanton St. Gallen in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Wil zu vermeiden.
Wil
Wappen von Wil
Staat: Schweiz
Kanton: Kanton St. Gallen (SG)
Wahlkreis: Wil
BFS-Nr.: 3427i1f3f4
Postleitzahl: 9500
UN/LOCODE: CH WIL
Koordinaten: 721481 / 25856847.4666649.049996571Koordinaten: 47° 28′ 0″ N, 9° 3′ 0″ O; CH1903: 721481 / 258568
Höhe: 571 m ü. M.
Fläche: 20.7 km²
Einwohner: i22'985 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 1110 Einw. pro km²
Stadtpräsident: Susanne Hartmann (CVP)[2]
Website: www.stadtwil.ch
Panorama Wils vom Wiler Turm

Panorama Wils vom Wiler Turm

Karte
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w

Wil ist eine politische Gemeinde im Kanton St. Gallen in der Ostschweiz. Sie hat im Kern einen kleinstädtischen Charakter, ist aber ein wichtiges Zentrum für den Westen des Kantons und das Toggenburg. Wil zählte Ende Dezember 2011 18'167 Einwohner. Mit 69'882 Einwohnern (gemäss BFS 2010) bildet die Agglomeration Wil den zweitgrössten Ballungsraum der Ostschweiz. Seit dem 1. Januar 2013 gehört die ehemalige politische Gemeinde Bronschhofen zur Stadt Wil.

Während mehr als 500 Jahren residierten die St. Galler Fürstäbte im Hof zu Wil, weshalb die Stadt auch Äbtestadt genannt wird.

Geschichte[Bearbeiten]

Altstadt mit dem Hof, dem ehemaligen Sitz des Fürstabtes

Im Jahre 754 wird Wil zusammen mit den nahegelegenen Ortschaften Rickenbach und Züberwangen in der Henauer Urkunde erstmals urkundlich erwähnt. Mit Wila könnte hier aber auch das in der Nähe gelegene Wilen gemeint sein. 1226 schenkten die Grafen von Toggenburg die Stadt dem Kloster St. Gallen.

Im Jahre 1292 überfielen die Habsburger die Stadt Wil und brannten sie nieder. Die Bewohner waren gezwungen nach Schwarzenbach überzusiedeln, welches drei Kilometer südlich von Wil liegt. 1301 gaben die Habsburger Wil dem Kloster St. Gallen zurück. Dafür wurde Schwarzenbach geschleift.

Seit 1226 blieb Wil unbestrittenes Eigentum der Fürstäbte von St. Gallen – unterbrochen nur von einer Episode, als die aufständischen Appenzeller 1407 die Stadt für kurze Zeit übernahmen.

1451 ging der Fürstabt ein Bündnis mit den eidgenössischen Orten Zürich, Luzern, Glarus und Schwyz ein, wodurch Wil zum Sitz der eidgenössischen Amtmänner wurde.

In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts sorgte Fürstabt Ulrich Rösch (1463–1491) durch die Bewilligung zusätzlicher Wochenmärkte für einen wirtschaftlichen Aufschwung. Heute ist eine Strasse in Wil nach ihm benannt.

Zwischen 1525 und 1531 fand die Reformation auch in Wil ihre Anhänger. Mit dem Sieg der katholischen Orte in der Schlacht bei Kappel wurde diese Entwicklung 1531 wieder rückgängig gemacht. Die Herrschaft der Äbte ging erst 1798 zu Ende, als die Alte Eidgenossenschaft zusammenbrach und sich in der Folge das Fürstenland für unabhängig erklärte.

Wil war in der Helvetischen Republik von 1798–1803 Teil des Kantons Säntis und eine selbständige Gemeinde. Im Jahre 1803 kam die Stadt zum neu gegründeten Kanton St. Gallen. Seit 1831 war sie auch Bezirkshauptort. Heute ist Wil Hauptort des gleichnamigen Wahlkreises.

Am 28. September 1855 wurde Wil durch die Sankt Gallisch-Appenzellische Eisenbahn bahnmässig erschlossen. 1984 erhielt Wil den Wakkerpreis für die integrale bauliche Erhaltung der Altstadt. Seit 1992 findet in Wil das Wiler Spielfest statt – mittlerweile der grösste nichtkommerzielle Spielanlass der Schweiz.

Der lokale Fussballclub FC Wil war 2002 bis 2004 in der höchsten Liga, der Super League, und wurde 2004 Schweizer Cupsieger.

Am 3. Juli 2011 beschlossen die Stimmbürger von Wil und Bronschhofen mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 63,2 bzw. 78,3 Prozent die Fusion zu einer neuen politischen Gemeinde Wil auf den 1. Januar 2013.[3]

Am 4. November 2012 wurde Susanne Hartmann (CVP), obwohl nicht von ihrer Partei unterstützt, zur ersten Stadtpräsidentin von Wil gewählt. Susanne Hartmann ist die erste Frau im Kanton St. Gallen, die eine Stadt präsidieren darf.[4]

Wiler Altstadt und Stadtweier

Religion[Bearbeiten]

Innenansicht der Stadtkirche

Neben den grossen anerkannten Kirchen findet sich in Wil auch freikirchliche Gemeinden, wie die Siebenten-Tags-Adventisten, die Gemeinde von Christen, die Freie Christengemeinde, die Freie evangelische Gemeinde und die Neuapostolische Kirche Schweiz. Weiter gibt es in Wil eine Islamische Albanische Gemeinde. 2006/2007 gab es eine Kontroverse um den Bau eines Minarettes durch die die islamisch-albanische Gemeinde; das Baugesuch für ein Minarett in Wil wurde abgelehnt.[5] Bei der Volkszählung im Jahr 2000 gaben 53,8 % an, der römisch-katholischen Konfession anzugehören, 23,2 % der evangelisch-reformierten, 8,7 % dem Islam, 7,3 % anderen Glaubensgemeinschaften und 7 % bezeichneten sich als konfessionslos.[6]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Politik[Bearbeiten]

Stadtparlament (Legislative)[Bearbeiten]

Im Zuge der Vereinigung mit Bronschhofen wurde auf die Wahlen 2012 ein separater Wahlkreis Bronschhofen geführt mit insgesamt neun Sitzen. Die Gesamtzahl der Parlamentarierinnen und Parlamentarier erhöhte sich daher auf 45.

Partei[A 1] 2008 2012[7]
CVP 13 14
FDP 7 8
SP 5 8
Grüne 6 5
GLP[A 2] 1 3
SVP 7 7

Stadtrat (Exekutive)[Bearbeiten]

Seit 1. Januar 2013 amtet Susanne Hartmann als erste Stadtpräsidentin in der Geschichte Wil, sowie des Kantons St. Gallen. [8]

  • Susanne Hartmann (CVP), Stadtpräsidentin, Departement Finanzen, Kultur und Verwaltung.
  • Daniel Meili (FDP), Departement Versorgung und Sicherheit.
  • Jutta Röösli (Parteilos), Departement Bildung und Sport.
  • Marcus Zunzer (CVP), Departement Bau, Umwelt und Verkehr.
  • Dario Sulzer (SP), Departement Soziales, Jugend und Alter.[9]

Wirtschaft und Tourismus[Bearbeiten]

Altstadt von Wil

Industrie[Bearbeiten]

In Wil steht das Sägekettenwerk der Firma Stihl.

Tourismus[Bearbeiten]

Die Altstadt gilt als die besterhaltene der Ostschweiz. Sehenswert ist die Sicht vom Stadtweier hinauf zur östlichen Altstadt-Silhouette. Die Fussgängerpromenade vom Schwanenkreisel Richtung Altstadt ist der Ort, an dem es die meisten Ladengeschäfte gibt. Immer Samstags findet in den Gassen der Altstadt ein Markt statt.

Am 8. Juli 2006 wurde ein 37 m hoher Aussichtsturm, der Wiler Turm, auf dem Hofberg eingeweiht; eine Holzkonstruktion mit doppelter Wendeltreppe und drei X-Stützen.

Wanderwege[Bearbeiten]

Am Bahnhof beginnt der 60 Kilometer lange Thurweg, ein Wanderweg, der entlang der Thur von Wil nach Wildhaus verläuft.

In Wil endet der 87 Kilometer lange Toggenburger Höhenweg, der in fünf Etappen von Wildhaus über Arvenbüel, Atzmännig und Mühlrüti nach Wil führt.

Verkehr[Bearbeiten]

Wil ist im Fürstenland der Verkehrsknotenpunkt für Schiene und Strasse. Es liegt an der Hauptverkehrsachse St. Gallen-Zürich.

Die Bahnstrecken Winterthur–Wil und Wil–St. Gallen der SBB liegen an dieser Achse. Die Toggenburgerbahn führt nach Wattwil, die Thurbo nach Kreuzlingen. Die schmalspurige Frauenfeld-Wil-Bahn fährt nach Frauenfeld.

Die von Genf her kommende Autobahn A1/E60 und die von Basel her kommende Hauptstrasse 7 verbindet Wil mit St. Gallen, die von Kreuzlingen aus führende Hauptstrasse 16 ist Ausgangspunkt für Ausflüge ins Toggenburg. Weitere Routen führen nach Frauenfeld und Fischingen im Hinterthurgau und Turbenthal in Richtung Zürcher Oberland.

Schulen[Bearbeiten]

In der Stadt gibt es mehrere Schulen, die auch von Schülern aus dem benachbarten Thurgau besucht werden. Die 2004 erbaute Kantonsschule Wil ist auch wegen ihrer innovativen Holzarchitektur bekannt.

Kultur[Bearbeiten]

  • Tonhalle
  • Kunsthalle
  • Stadtmuseum

Openair rockamweier[Bearbeiten]

Alljährlich mitte Juni findet am Wiler Stadtweier das eintägige Gratis-Openair rockamweier statt. 2001 das erste Mal organisiert, findet das Festival mittlerweile über die regionalen Grenzen hinaus Anklang. Es spielten schon Musikgrössen wie Popa Chubby aus den USA oder Lazuli aus Frankreich hier.

Uferpanorama des Stadtweiers aus Sicht des Ostufers

Gare de Lion[Bearbeiten]

Alteingesessen unter dem Namen Remise Wil und im Jahr 2008 neu renoviert und organisiert, wird in der Nähe des Bahnhofs ein Kulturlokal unter dem neuen Namen Gare de Lion betrieben, das von Konzerten über Theater bis hin zu Lesungen vielerlei anbietet.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Wil unterhält eine Städtepartnerschaft mit:

Trivia[Bearbeiten]

Die Korrekturfunktion von Word korrigiert den Namen der Stadt zu "Will".

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Töchter und Söhne der Stadt[Bearbeiten]

Hier wohnhafte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Hier verstorbene Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Die Sitze wurden jeweils zu Fraktionen zusammengefasst. Zum Beispiel gehört der einzige EVP-Stadtparlamentarier auch der CVP-Fraktion an.
  2. 2008 hatten die Grünliberalen noch keine eigentliche Fraktion verfügten aber über einen Sitz.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Stadt Wil
  3. Die Stimmberechtigten von Wil und Bronschhofen sagen jeweils deutlich «Ja» zur Gemeindevereinigung, News, Website gemeinsam-voran, 3. Juli 2011, abgerufen am 25. Dezember 2011.
  4. Eine Frau mischt Stadt und Kanton auf Artikel auf Tagblatt Online, vom 5. November 2012
  5. Thurgauer Zeitung
  6. Öffentliche Statistik Kanton St. Gallen. (PDF; 80 kB) abgerufen am 12. April 2011.
  7. http://www.wilerzeitung.ch/ostschweiz/stgallen/wil/wv-wi/SP-und-FDP-sind-die-Wahlsieger;art119831,3136463
  8. http://www.tagblatt.ch/ostschweiz/ostschweiz/tb-os/Eine-Frau-mischt-Stadt-und-Kanton-auf;art120094,3186401.
  9. http://www.stadtwil.ch/desktopdefault.aspx/tabid-356/