Wildstrubelgletscher

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Wildstrubelgletscher
Wildstrubel mit Wildstrubelgletscher (rechts der Bildmitte) von Osten, vom Rinderhorn

Wildstrubel mit Wildstrubelgletscher (rechts der Bildmitte) von Osten, vom Rinderhorn

Lage Kanton Wallis, Schweiz
Gebirge Berner Alpen
Typ Gebirgsgletscher
Länge 2,3 km (2011)[1]
Fläche 3,15 km² (1992)[2]
Exposition Ost
Höhenbereich 3'240 m ü. M. – 2'540 m ü. M. (2005)[3]
Neigung ⌀ 18,2° (33%) [4]
Eisvolumen 0,15 ± 0,04 km³ (1992)[2]
Koordinaten 608564 / 13874446.47.552890Koordinaten: 46° 24′ 0″ N, 7° 33′ 0″ O; CH1903: 608564 / 138744
Wildstrubelgletscher (Wallis)
Wildstrubelgletscher
Entwässerung Lämmerendalu, Daubensee

Der Wildstrubelgletscher oder Lämmerngletscher ist ein Gletscher in den Berner Alpen, im Kanton Wallis, Schweiz. 2011 wies er eine Länge von 2,3 km auf, seit 1917 hat er damit rund 450 m an Länge verloren.[1]. Die Fläche wurde für 1992 mit 3.15 km² angegeben.[2]

Seinen Ausgangspunkt nimmt der Wildstrubelgletscher an der Südostflanke des Wildstrubelmassivs zwischen dem eigentlichen Wildstrubel und dem Mittleren Gipfel auf über 3'200 m. Der Gletscher fließt als breiter Eisstrom nach Osten, flankiert vom Schneehorn (3'178 m ü. M.) im Süden und dem Grossstrubel (3'243 m ü. M.) im Norden. Die Gletscherzunge endet derzeit auf einer Höhe von ungefähr 2'540 m. Hier entspringt die Lämmerendalu, die das Tal zum Daubensee entwässert.

Vom weiter südlich befindlichen Plaine-Morte-Gletscher ist der Wildstrubelgletscher durch den Grat getrennt, der vom Weststrubel (3'244 m ü. M.) in südöstlicher Richtung bis zum Schneehorn zieht. Früher wurde der sich südlich dieses Grats befindliche östliche Teil des Plaine-Morte-Gletschers als „Wildstrubelgletscher“ bezeichnet und der heute so heißende Gletscher wurde „Lämmerngletscher“ genannt.[5]

In seinem Hochstadium während der Kleinen Eiszeit um die Mitte des 19. Jahrhunderts erstreckte sich der Wildstrubelgletscher alias Lämmerngletscher noch etwas weiter talabwärts und war mit dem vom Schwarzhorn herabfliessenden Lämmerengletscher verbunden. Auch der Steghorngletscher reichte in dieser Zeit bis zum Wildstrubelgletscher.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie (VAW) der ETH Zürich (Hrsg.): Wildstrubelgletscher. In: Schweizerisches Gletschermessnetz. (online, auch als PDF, abgerufen am 6. März 2014).
  2. a b c Daniel Farinotti, Matthias Huss, Andreas Bauder, Martin Funk: An estimate of the glacier ice volume in the Swiss Alps. In: Global and Planetary Change. 68: 225–231, 2009 (online; PDF; 756 kB).
  3. WGMS: Fluctuations of Glaciers Database. World Glacier Monitoring Service, Zurich 2013 (DOI:10.5904/wgms-fog-2013-11), abgerufen am 11. Dezember 2013
  4. Andreas Linsbauer, Frank Paul, Wilfried Haeberli: Modeling glacier thickness distribution and bed topography over entire mountain ranges with GlabTop: Application of a fast and robust approach. In: Journal of Geophysical Research., Band 117, F03007, 2012, doi:10.1029/2011JF002313 (online)
  5. Charles Knapp, Maurice Borel, Victor Attinger, Heinrich Brunner, Société neuchâteloise de géographie (Herausgeber): Geographisches Lexikon der Schweiz. Band 6: Tavetsch Val – Zybachsplatte, Supplement – letzte Ergaenzungen – Anhang. Verlag Gebrüder Attinger, Neuenburg 1910, S. 652, Stichwort Wildstrubelmassiv  (Scan der Lexikon-Seite).

Weblinks[Bearbeiten]