Wilfried II. (Cerdanya)

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Wilfried II. (katalanisch Guifré; * um 970; † 1050) war ein Graf von Cerdanya, Conflent und Berga aus dem Haus Barcelona.

Er war ein Sohn von Oliba Cabreta († 990), von dem er Cerdanya und Conflent erbte, während Besalú und Berga an seine Brüder Bernard I. Taillefer und Oliba dem Abt gingen. Als der Vater 988 in das Kloster Montecassino eintrat, stellte er seine unmündigen Söhne unter den Schutz Papst Johannes XV.[1] Nachdem Oliba 1003 seine klerikale Laufbahn eingeschlagen hatte, konnte Wilfried auch Berga übernehmen.

Im Jahr 1001, dem sechsten Jahr der Herrschaft König Roberts II., gründete Wilfried die Abtei Sant Martí del Canigó, die am 10. November 1009 von seinem Bruder Oliba geweiht wurde.[2][3] Für seine Grafschaft kämpfte er für die Befreiung von der Jurisdiktion des Bistums Urgell, dies auch im Konflikt mit dem heiligen Ermengol. Im Jahr 1003 kämpfte Wilfried an der Seite von seinem Bruder Bernard I. von Besalú, Ermengol I. von Urgell und Raimund Borrell von Barcelona in der siegreichen Schlacht von Torà (bei Lleida) gegen die Mauren von al-Andalus.[4]

Am 8. November 1035 legte Wilfried sein Testament nieder, in dem er die Aufgabe des weltlichen Lebens zugunsten dem eines Mönchs in Canigó bekundete.[5] Dort starb er im Jahr 1050 und wurde auch bestattet.[6]

Wilfrieds erste Frau hieß Gisela, die erstmals in einer Schenkung an Canigó vom 12. Juni 1006 genannt wird.[7] Am 20. März 1020 verfasste sie ihr Testament.[8] Seine zweite Frau Isabel wird zwischen den Jahren 1025 und 1038 genannt. Aus den Ehen gingen neun Kinder hervor:

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Diplomatari I Escrits Literaris de l’Abat i Bisbe Oliba, hrsg. von E. Junyent i Subirà (1992), Nr. 10, S. 16.
  2. Chronicon breve monasterii Canigonensis, In: Histoire générale de Languedoc, Bd. 5, hrsg. von C. Devic und J. Vaissete (1875), Sp. 54.
  3. Diplomatari i escrits literaris de l’Abat i Bisbe Oliba, hrsg. von E. Junyent i Subirà (1992), Nr. 41, S. 54–56. Marca Hispanica sive limes Hispanicus, hrsg. von Petrus de Marca (1688), Nr. 160, Sp. 971–972.
  4. Aimon von Fleury, Miracula sancti Benedicti, Lib. 4, §10, hrsg. von Eugène de Certain (1858), S. 188–189.
  5. Diplomatari i escrits literaris de l’Abat i Bisbe Oliba, hrsg. von E. Junyent i Subirà (1992), Nr. 122, S. 205. Liber feudorum maior : Cartulario real que se conservva en el Archivo de la corona de Aragón, Vol. 2, hrsg. von Francisco Miquel Rosell (1947), Nr. 693.
  6. Chronicon breve monasterii Canigonensis, In: Histoire générale de Languedoc, Bd. 5, hrsg. von C. Devic und J. Vaissete (1875), Sp. 55. Gesta Comitum Barcinonensium, §10 in: Recueil des Historiens des Gaules et de la France, Vol. 11 (1876), S. 290.
  7. Marca Hispanica sive limes Hispanicus, hrsg. von Petrus de Marca (1688), Nr. 153, Sp. 961–962.
  8. Marca Hispanica sive limes Hispanicus, hrsg. von Petrus de Marca (1688), Nr. 183, Sp. 1019–1020.

Weblink[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Oliba Cabreta Graf von Cerdanya
Graf von Conflent

988–1035
Raimund Wilfried
Oliba der Abt Graf von Berga
1003–1035
Bernard I.