Wilfried Schmickler

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Wilfried Schmickler im Pantheon, Bonn (2007)
Wilfried Schmickler auf der politischen Demonstration „Köln stellt sich quer“, 20. September 2008

Wilfried Schmickler (* 28. November 1954 in Hitdorf, heute ein Stadtteil von Leverkusen) ist ein deutscher Kabarettist.

Biografie[Bearbeiten]

Schmickler wuchs in Hitdorf am Rhein auf und lebt seit den 1990er Jahren in der Kölner Südstadt.

Während seiner Schulzeit engagierte sich Wilfried Schmickler in der Schülermitverwaltung (SMV), war Schülersprecher und schrieb für die Schülerzeitung. Nach dem Abitur 1973 absolvierte er seinen Zivildienst in einer Jugendeinrichtung, in der er mit der Post-Hippie-Szene in Berührung kam. Die Erfahrungen mit der selbstverwalteten Jugendszene führten zur Gründung einer Sprech- und späteren Theatergruppe, aus der schließlich das Trio Matsche, Works und Hallies hervorging. Später benannte sich das Trio in Matsche, Works und Pullrich um, mit dem Schmickler einige Jahre lang Bühnenerfahrung sammelte.

Als der Kabarettist Jürgen Becker 1989 beim Kabarett-Trio 3 Gestirn Köln 1 ausstieg, wurde Schmickler, vermittelt durch Becker, dessen Nachfolger. Als Mitglied des 3-Gestirns erhielt er zusammen mit Heiner Kämmer und Wolfgang Nitschke 2001 den Deutschen Kleinkunstpreis.

Nachdem das 3-Gestirn sich aufgelöst hatte, trat Schmickler fortan als Solokünstler auf und wurde 2007 mit dem Deutschen Kabarettpreis und im Rahmen des Prix Pantheon mit dem Sonderpreis Reif & Bekloppt ausgezeichnet. 2009 wurde er erneut mit dem renommierten Deutschen Kleinkunstpreis in der Kategorie Kabarett bedacht. Anlässlich seines 30-jährigen Bühnenjubiläums präsentierte Wilfried Schmickler ab Herbst 2008 sein viertes Soloprogramm Es war nicht alles schlecht. Sein fünftes Soloprogramm Weiter feierte im September 2010 Premiere. Schmickler absolviert rund 120 Live-Auftritte pro Jahr.[1]

Schmickler ist seit 1992 ständiger Mitwirkender der WDR-Kabarettsendung Mitternachtsspitzen. Bekannt wurde er vor allem durch den Ausruf „Aufhören! Aufhören, Herr Becker!“, der lautstark Schmicklers regelmäßigen Schlussmonolog in der Sendung einleitet. Bis Oktober 2010 trat er in den Mitternachtsspitzen gemeinsam mit Uwe Lyko zudem als Loki & Smoky auf.[2] Für WDR 2 und für den Schrägstrich im WDR 5-Morgenecho ist Schmickler außerdem als Autor satirischer Radiobeiträge tätig. Ebenfalls für WDR 5 moderiert er viermal im Jahr im Rahmen der Reihe Unterhaltung am Wochenende die Hörfunksendung Hart an der Grenze.

Privat engagiert sich Wilfried Schmickler zusammen mit Jürgen Becker und anderen Kollegen ehrenamtlich an einer Köln-Ehrenfelder Hauptschule. Er ist zudem Mitglied im Bayer 04 Club.[3]

Portrait[Bearbeiten]

  • Wilfried Theodor Schmickler - Fast ein Selbstportrait, ein Film von Klaus Michael Heinz (2014, WDR Fernsehen)

Soloprogramme[Bearbeiten]

  • Aufhören! (2004)
  • Danke! (2005)
  • Zum Dritten (2007)
  • Es war nicht alles schlecht (2009)
  • Weiter (2010)
  • Ich weiß es doch auch nicht (2012)

(Die Jahresangaben beziehen sich auf die CD-Veröffentlichungen zu den Soloprogrammen.)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Zitate[Bearbeiten]

„Da werden in Afghanistan drei deutsche Soldaten bei einem Anschlag getötet, und wie reagieren die politisch Verantwortlichen? […] ‚Wir dürfen diesen Vorfall, diesen tragischen, jetzt nicht zum Anlass nehmen, über Sinn und Zweck des Militäreinsatzes zu debattieren.‘ – Ja verdammt, wenn nicht jetzt, wann dann?[4]

„Und auch wenn man zur Zeit zum kompletten Deppen gestempelt wird, wenn man es wagt, so etwas zu sagen, es bleibt dabei: Es gibt keinen gerechten und keinen ungerechten Krieg, es gibt nur Krieg oder Frieden.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Interview mit Wilfried Schmickler auf seiner Homepage wilfriedschmickler.de.
  2. WDR stellt "Loki und Smoky" ein, Tagesspiegel vom 22. Oktober 2010
  3. Bayer 04 Club
  4. a b Aufhören Becker…; WDR-Mitschnitt vom 2. Juni 2007 auf YouTube.