Wilhelm (Berg-Ravensberg)

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Grabgelege für Wilhelm und seine Frau

Wilhelm von Berg (* 1382; † 22. November 1428) war als Wilhelm II. Graf von Ravensberg und regierte als Fürstbischof Wilhelm das Fürstbistum Paderborn (1402–1414). Er stammte aus der das Herzogtum Berg regierenden Linie des Hauses Jülich.

Lebenslauf[Bearbeiten]

Wilhelm war der dritte Sohn Herzog Wilhelms I. von Berg und Annas, Tochter des Kurfürsten Ruprecht II. von der Pfalz und Schwester des deutschen Königs Ruprecht. Ruprecht von Berg, Elekt-Fürstbischof von Passau und Paderborn, war Wilhelms Bruder.

Der Unterstützung seines königlichen Onkels verdankt Wilhelm die Wahl zum (nicht geweihten) Bischof von Paderborn 1401. Obwohl sein Vater ihm 1402 die Grafschaft Ravensberg überträgt, unterstützt Wilhelm 1403 seinen Bruder Adolf bei dessen Auflehnung gegen diesen, söhnt sich aber schon 1404 mit seinem Vater wieder aus und wird im Besitz Ravensbergs bestätigt.

In der Folge führt er viele Fehden, unter anderem gegen Lippe, dem er in Teilen die Paderborner Oberhoheit aufzwingt und für Ravensberg Enger abnimmt.

Mit seinem engen Berater Gobelin Person reformiert er das Stift Böddeken bei Büren (Westfalen) im Sinne der Devotio Moderna. Mit dem Versuch, gleiches für das Kloster Abdinghof in der Stadt Paderborn zu erreichen, bringt Wilhelm Bürgerschaft und Stände gegen sich auf.

Als er sich 1414 um das freigewordene Erzbistum Köln bewirbt, verbündet sich sein dortiger Konkurrent Dietrich von Moers mit Wilhelms Gegnern im Bistum Paderborn und lässt sich zum Bischof wählen. Derart bedrängt, muss Wilhelm auf Paderborn und seine Kölner Anwartschaft verzichten, zieht sich auf die ihm verbliebene Grafschaft Ravensberg zurück und residiert auf der Sparrenburg bei Bielefeld.

1416 heiratet er Dietrichs Nichte Adelheid von Tecklenburg und wird so zum Stammvater einer neuen Linie der Bergischen Herzöge, da der aus der Ehe hervorgehende einzige Sohn Gerhard nicht nur die Grafschaft Ravensberg, sondern 1437 auch die Herzogtümer Berg und Jülich erbt.

Wilhelm stirbt 1428 und wird in der Neustädter Marienkirche in Bielefeld beigesetzt, wo sein Grabmal noch heute zu besichtigen ist.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans J. Brandt, Karl Hengst: Die Bischöfe und Erzbischöfe von Paderborn. Paderborn 1984, S. 175–178, ISBN 3-87088-381-2.
  • Woldemar Harleß: Wilhelm von Berg. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 43, Duncker & Humblot, Leipzig 1898, S. 168–170.
  • Ignaz Theodor Liborius Meyer: Wilhelm, Herzog von Berg, gewesener Bischof von Paderborn, einer der Vorfahren des Königlich-Preußischen Hauses. In: Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Alterthumskunde, Band 5, 1842, S. 369–375 (Digitalisat)


Vorgänger Amt Nachfolger
Bertrando d'Arvazzano Fürstbischof von Paderborn
1401–1414
Dietrich III. von Moers
Adolf Graf von Ravensberg
1402–1428
Gerhard