Wilhelm Enßlin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Wilhelm Enßlin (* 9. Dezember 1885 in Aalen; † 8. Januar 1965 in Kirchheim am Neckar) war ein deutscher Althistoriker.

Wilhelm Enßlin studierte in Tübingen, Berlin, München und Straßburg Geschichte und klassische Philologie. 1911 wurde er in Straßburg zum Thema Kaiser Julians Gesetzgebungswerk und Reichsverwaltung promoviert. Die Dissertation wurde erst 1923 publiziert. Enßlin absolvierte nach der Promotion den Vorbereitungsdienst für den höheren Schuldienst. Seit 1913 war er in Posen als Oberlehrer tätig. Im Ersten Weltkrieg diente er als Soldat und konnte erst 1920 aus französischer Kriegsgefangenschaft zurückkehren. Ab 1922 war er Studienrat am Gymnasium Philippinum in Marburg. Zugleich habilitierte er sich 1923 an der Universität Marburg mit der Arbeit Zur Geschichtsschreibung und Weltanschauung des Ammianus Marcellinus. 1930 verließ Enßlin den Schuldienst, als er einen Ruf als Professor für Alte Geschichte an die Universität Graz erhielt. 1936 wurde er nach Erlangen und 1943 nach Würzburg berufen. Enßlin war seit 1940 Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und seit 1964 der British Academy. Er wurde 1952 emeritiert. 1959 erhielt er den Bayerischen Verdienstorden.

Seine Forschungsschwerpunkte waren die römisch-germanischen und die römisch-persischen Auseinandersetzungen. Daneben verfasste er zahlreiche Artikel für Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft über antike Personen wie Diokletian, Galla Placidia oder Thrasamund und über zentrale Ämter in Administration und Heerwesen. Außerdem veröffentlichte er eine vielbeachtete Theoderich-Biografie. Enßlins Theoderich-Forschung klärte vor allem die Gestaltung der Beziehungen Theoderichs zum Imperium Romanum und zur katholischen Kirche.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Zur Geschichtsschreibung und Weltanschauung des Ammianus Marcellinus. Aalen 1963, Neudruck der Ausgabe von 1923.
  • Theoderich der Grosse. 2. Auflage, München 1959.
  • Zu den Kriegen des Sassaniden Schapur I: Vorgetragen am 4. Juli 1947. München 1949.
  • Gott-Kaiser und Kaiser von Gottes Gnaden. München 1943.
  • Zur Ostpolitik des Kaisers Diokletian. München 1942.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]