Wilhelm Fuchs (SS-Mitglied)

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Wilhelm Fuchs (links) mit Kurt Daluege und Otto Winkelmann (1940)

Wilhelm Fuchs (* 1. September 1898 in Mannheim; † 24. Januar 1947 in Belgrad) war ein deutscher Agrarwissenschaftler. Zur Zeit des Nationalsozialismus war Fuchs SS-Oberführer und Oberst der Polizei, Führer der Einsatzgruppe „Serbien“ und Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD (BdS) in Serbien, Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD in Litauen, BdS Ostland in Riga und Führer des Einsatzkommandos 3 in der Sowjetunion.

Leben[Bearbeiten]

Fuchs studierte nach dem Ende seiner Schullaufbahn an der Universität Leipzig Landwirtschaftswissenschaft und promovierte dort 1929 zum Dr. phil.[1] Am 1. April 1932 trat Wilhelm Fuchs der NSDAP (Mitglieds-Nr. 1.038.061) und am 1. Dezember 1932 der SS (Mitglieds-Nr. 62.760) bei. Am 11. Juli 1933 wurde er zum SS-Untersturmführer ernannt und bis 20. April 1938 zum SS-Standartenführer befördert.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten war Fuchs ab April 1933 zweiter Adjutant von Reichsbauernführer Walther Darré. Ab Oktober 1937 führte er den SS-Oberabschnitt Dresden.[2] Danach war er als Inspekteur der Sicherheitspolizei und des SD in Braunschweig eingesetzt.

Bei den Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei in Serbien[Bearbeiten]

Im Balkanfeldzug ab April 1941 wurden wie bereits im Krieg gegen Polen hinter den kämpfenden Truppen Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei eingesetzt. Fuchs wurde mit der Führung der Einsatzgruppe „Serbien“ beauftragt. Unmittelbar nach Beginn des Russlandfeldzuges im Juni 1941 entwickelte sich unter der Führung von Tito eine zunehmende kommunistische Aufstandsbewegung, die sich in Zerstörungen von Schienensträngen, Fernsprechleitungen und sonstigen Infrastruktureinrichtungen bemerkbar machte. Zur Bekämpfung dieser Partisanentätigkeit wurden daher die schwachen deutschen Sicherungstruppen verstärkt und der bisherige Wehrmachtbefehlshaber durch den General der Gebirgstruppen Franz Böhme ersetzt. Dieser konnte mit dem sogenannten „Sühnebefehl“ und „Geiselnahmebefehl“ des Oberkommandos der Wehrmacht die Partisanentätigkeit begrenzen. Nach Auflösung seiner Einsatzgruppe wurde Fuchs zum Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD (BdS) für Serbien bestellt, wo er jedoch wenig erfolgreich agierte. Er wurde daher Ende Januar 1942 von SS-Standartenführer Emanuel Schäfer abgelöst, den der Chef des Reichssicherheitshauptamtes Reinhard Heydrich bei Eröffnung seiner neuen Verwendung zu schärferem Durchgreifen aufforderte, da Fuchs nach Meinung von Heydrich versagt habe.

Höherer SS- und Polizeiführer in Braunschweig[Bearbeiten]

Im Juni 1942 vertrat Fuchs den SS- und Polizeiführer Lettland, SS-Oberführer Walther Schröder. Vom 8. Juli bis 14. September 1943 war er als Höherer SS- und Polizeiführer „Mitte“ in Braunschweig eingesetzt.

Bei den Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD in der UdSSR[Bearbeiten]

Am 15. September 1943 kam Fuchs erneut in den Osten als Führer des Einsatzkommandos 3 zurück, das er bis zum 6. Mai 1944 kommandierte, um von Mai 1944 bis 17. Oktober 1944 schließlich die Führung der Einsatzgruppe A zu übernehmen. Im Anschluss hieran führte er für kurze Zeit nochmals die Einsatzgruppe E „Kroatien“, um schon am 9. November 1944 wiederum als BdS Ostland in die Ukraine zurückversetzt zu werden.

Nach dem Krieg[Bearbeiten]

Nach Kriegsende wurde Wilhelm Fuchs festgenommen und an Jugoslawien ausgeliefert. In Belgrad wurde er von einem Militärgerichtshof am 22. Dezember 1946 zum Tode verurteilt und am 24. Januar 1947 durch den Strang hingerichtet.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Carsten Schreiber: Elite im Verborgenen – Ideologie und regionale Herrschaftspraxis des Sicherheitsdienstes der SS und seines Netzwerks am Beispiel Sachsens, München 2008, S. 371
  2. Carsten Schreiber: Elite im Verborgenen – Ideologie und regionale Herrschaftspraxis des Sicherheitsdienstes der SS und seines Netzwerks am Beispiel Sachsens, München 2008, S. 58