Wilhelm Herz

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Motorradrennfahrer Wilhelm Herz. Für den Unternehmer siehe Wilhelm Herz (Unternehmer).
NSU Delphin III Nachbau
Fliegender Liegestuhl Baumm IV

Wilhelm Herz (* 18. Januar 1912 in Lampertheim; † 5. Januar 1998) war ein deutscher Motorradrennfahrer und Weltrekordhalter.

Karriere[Bearbeiten]

Wilhelm Herz begann seine Laufbahn 1932 auf einer 498-cm³-DKW und errang beim Eröffnungsrennen der Ausweisfahrerklasse des Hockenheimrings den ersten Platz. 1936 stellte man Herz gelegentlich eine Werks-DKW von Oskar Steinbach zur Verfügung und 1937 wurde Herz von August Prüssing für das Werksrennteam von DKW engagiert. 1938 stellte DKW keine 500-cm³-Werksmannschaft auf. Deshalb erwarb Herz seine beiden Werksmaschinen und ging 1938 als Privatfahrer an den Start und wurde in dieser Klasse Deutscher Meister der Privatfahrer. 1939 wechselte er zu NSU und nahm an nationalen und internationalen Rennen teil, unter anderen an der Tourist Trophy auf der Isle of Man. 1948 wurde er auf NSU Deutscher Straßen-Meister in der 350-cm³-Klasse.

Seinen internationalen Ruf errang Wilhelm Herz durch zahlreiche Weltrekorde auf zwei- und vier Rädern. Die herausragenden Rekorde waren die absoluten Motorradweltrekorde von 1951 auf der Autobahn München–Ingolstadt und von 1956 auf den Bonneville Salt Flats in Utah, USA, jeweils auf NSU. Hier war er der erste Motorradrennfahrer, der mit seinem Fahrzeug Geschwindigkeiten von mehr als 200 mp/h und 300 km/h erreichte.

Von 1954 bis 1992 war Wilhelm Herz Geschäftsführer des Hockenheimrings und führte ihn durch den Grand-Prix-Status für Motorräder und die Formel 1 zur internationalen Bedeutung. Herz wurde wegen seiner Verdienste um den Motorsport 1952 von Bundespräsident Theodor Heuss mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet; 1972 erhielt er von Bundespräsident Gustav Heinemann das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Die Stadt Lampertheim verlieh ihm 1956 die Ehrenbürgerwürde, die Stadt Hockenheim ehrte Herz 1969 aufgrund seiner Verdienste um den Hockenheimring mit der Goldenen Verdienstmedaille und beide Städte benannten eine Straße nach ihm. Außerdem zeichnete die Oberste Nationale Sportkommission für den Automobilsport (ONS) Wilhelm Herz 1972 mit der Ehrennadel in Gold aus. Im gleichen Jahr verlieh ihm der Deutsche Motorsport Verband (DMV) die Ehrenmitgliedschaft.

Das 50-jährige Jubiläum des Weltrekords von 1956 beging Heinz Herz 2006 mit einem Nachbau des Delphin III auf den Bonneville Salt Flats während der BUB Speed Trials mit Demonstrationsfahrten.

Anlässlich des 100. Geburtstages von Wilhelm Herz am 18. Januar 2012 zeigte das Technik-Museum Speyer auf Initiative seines Sohnes Heinz Herz eine Sonderausstellung mit dem Titel „WILHELM HERZ, der Weltrekordmann. Ein Leben im Motorsport“.

Verweise[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Steffen Ottinger: DKW Motorradsport 1920–1939. Von den ersten Siegen des Zschopauer Zweitakters bei Bahnrennen bis zu den Europameisterschafts-Erfolgen. HB-Werbung und Verlag, Chemnitz 2009, ISBN 978-3-00-028611-7, S. 53, 77–104, 113, 117.
  • 20 Jahre lang auf der Jagd nach Weltrekorden. In: Bergsträßer Anzeiger vom 29. Januar 2011, S. 27.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wilhelm Herz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien