Wilhelm II. von Diest

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Wilhelm II. von Diest oder "Wilhelm von Utrecht" († 6. Oktober 1439) war 1393 bis 1439 Bischof von Straßburg.

Biografie[Bearbeiten]

Er stammte aus der brabantischen Adelsfamilie Diest. Er wurde am 7. Juli 1393 gegen den Mitbewerber Burkhart von Lützelstein zum Bischof gewählt und behielt diese Position bis zum Herbst 1439, obwohl er nicht zum Priester geweiht worden war. Er zog sich durch seine Ausgabenpolitik den Unmut der Straßburger Bürger zu, vor allem weil er geistliche Pfründe auch an weltliche Herren vergab. So verpfändete er 1401 Kloster und Stadt Ettenheim an die Stadt Straßburg, die für den Ausbau der Stadtbefestigungen um einen zweiten Mauerring sorgte.

1415 wurde er wegen seiner Verschwendung von den Bürgern Straßburgs festgesetzt. Er klagte vor dem Konzilsgericht in Konstanz dagegen. Die Stadt Straßburg wurde dabei durch den Merseburger Bischof Nikolaus Lubich vertreten. Unter anderem wegen der gegen diesen erhobenen Bestechungsvorwürfe wurde Wilhelm von Diest freigesprochen und die Bürger aufgefordert, sich mit dem Bischof zu versöhnen. Die Auseinandersetzungen zwischen Bischof und Stadt loderten aber weiter und kulminierten schließlich im Bischofskrieg von 1428 bis 1429, der vor allem im Hanauerland ausgefochten wurde.

1417 ließ er sich schließlich zum Priester weihen und 1420 zum Bischof, 27 Jahre nachdem er ernannt worden war.

Er gilt als der Erbauer des alten bischöflichen Schlosses in Saverne.

Literatur[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Burkhard II. von Lützelstein Bischof von Straßburg
1394–1439
Konrad IV. von Busnang