Wilhelm Maler

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Wilhelm Maler (* 21. Juni 1902 in Heidelberg; † 29. April 1976 in Hamburg) war ein deutscher Komponist, Musiktheoretiker und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten]

Maler war in seinem Geburtsort Heidelberg Schüler von Hermann Grabner. Danach studierte er in München bei Joseph Haas und in Berlin bei Philipp Jarnach. 1925 wurde er Dozent für Musiktheorie an der Musikhochschule in Köln. Von 1931 bis 1944 unterrichtete er außerdem an der Universität Bonn.

In der Zeit des Nationalsozialismus komponierte er verschiedene systemkonforme Musikstücke, wie 1933 das zweistimmige Lied Einmal noch oder eine Musik zu Josefa Berens-Totenohls Trilogie Freyas Erdenfahrt – Balder segnet die Erde – Lokis Sühne.[1] Trotz seiner seit 1937 bestehenden Mitgliedschaft in der NSDAP (Parteinummer 4.614.048) wurde er 1938 versehentlich in der NS-Ausstellung Entartete Musik angeprangert.[1] 1944 bis 1945 wurde Maler zur Wehrmacht einberufen und leistete Kriegsdienst.[1]

Ab 1946 leitete er die von ihm mitgegründete Nordwestdeutsche Musikakademie, die heutige Hochschule für Musik Detmold. Zu seinen Kompositionsschülern gehörte u.a. Diether de la Motte. Von 1959 bis 1969 war er als Nachfolger von Philipp Jarnach Direktor der Musikhochschule Hamburg.

Maler komponierte ein Orchesterspiel, ein Concerto grosso und weitere Orchesterstücke, ein Violinkonzert, ein Tripelkonzert und ein Konzert für Cembalo und Kammerorchester, kammermusikalische Werke, vier Klaviersonaten, ein Oratorium und zwei Kantaten. Seine Werke sind in polyphonem Stil geschrieben und verwenden eine erweiterte Tonalität.

Sein Beitrag zur durmolltonalen Harmonielehre (München und Leipzig, 1931; vielfach neuaufgelegt) beeinflusste die Entwicklung der harmonischen Funktionstheorie.

1974 wurde ihm der Kulturpreis des Landesverbandes Lippe verliehen.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Konzert für Streichorchester und Klavier op. 6 (1926)
  • Concerto grosso für Kammerorchester op. 11
  • Hölderlin-Chöre (1936)
  • Der ewige Strom. Oratorium (UA 1936)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Fred K. Prieberg: Handbuch Deutsche Musiker 1933–1945. CD-Rom-Lexikon. Kopf, Kiel 2004, S. 4.422–4.426. ISBN 3-00-037705-0