Wilhelm Meinhold
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Johannes Wilhelm Meinhold (* 27. Februar 1797 in Netzelkow auf Usedom; † 30. November 1851 in Charlottenburg) war ein deutscher Schriftsteller, Doktor der Theologie und Pfarrer. Als sein wichtigstes Werk gilt der 1843 anonym veröffentlichte Roman Maria Schweidler, die Bernsteinhexe.
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[Bearbeiten] Leben
Meinholds Mutter verstarb 1806. Er wurde von seinem strengen Vater, einem Prediger, aufgezogen und ausgebildet und besuchte nie eine Schule. Von 1813 bis 1815 studierte er Theologie, Philologie und Philosophie in Greifswald, verließ die Universität aber nach zwei Jahren aufgrund fehlender finanzieller Mittel. Um trotz allem die Prüfungen ablegen zu können, arbeitete Meinhold als Hauslehrer in der Nähe von Ueckermünde und bestand dann 1817 sein Examen. 1818 trat er eine Prädikantenstelle bei dem nach einem Schlaganfall gelähmten Vize-Pleban Hans Franz Gering in Gützkow an. 1820 wurde er, nachdem er noch die Schulprüfung abgelegt hatte, Schulrektor der Stadtschule in Usedom.
Ein Glückwunschgedicht auf den Oberpräsidenten der Provinz Pommern, Johann August Sack, sowie ein Empfehlungsschreiben Jean Pauls, das an Sack weitergeleitet wurde, verhalfen im 1821 zu einer Pfarrstelle in Koserow auf Usedom. 1827 wurde er durch Vermittlung von Sack zum Pfarrer in Krummin bestimmt und trat im folgenden Jahr die Stelle an. Im Jahr 1838 begann er auf der Grundlage seiner Novelle „Die Pfarrerstochter von Coserow“ mit den Arbeiten am Roman „Maria Schweidler, die Bernsteinhexe“, den er zunächst 1841 und 1842 in Auszügen veröffentlichte. Das Buch wurde 1843 veröffentlicht und zu seinem erfolgreichsten Werk.
Wilhelm Meinhold befasste sich seit längerer Zeit mit apologetischen Studien. 1840 verlieh ihm die theologische Fakultät Erlangen den Doktortitel für seine Schrift Apologie des Christentums. Er wechselte 1844 in Folge einer Audienz beim König Friedrich Wilhelm IV. auf eine Pfarrstelle nach Rehwinkel bei Stargard. In den Jahren 1846 bis 1848 erschien eine siebenbändige Ausgabe seiner gesammelten Werke, deren neuere Bestandteile vor allem apologetischen Zwecken dienen sollten. Den revolutionären Bestrebungen in Deutschland stand er ablehnend gegenüber. In seinen späteren Schriften zeigten sich Tendenzen zur Abweichung vom Protestantismus und einer Hinwendung zum Katholizismus. Nach längeren Streitigkeiten mit seiner Gemeinde und mit Behörden zog er, um sich ganz der schriftstellerischen Tätigkeit widmen zu können, 1850 nach Berlin-Charlottenburg, wo er im folgenden Jahr starb.
[Bearbeiten] Werke
- Vermischte Gedichte (1824)
- Die Pfarrerstochter von Coserow (1826)
- St. Otto, Bischof von Bamberg, oder: die Kreuzfahrt nach Pommern (1826)
- Miniaturgemälde von Rügen und Greifswald (1830)
- Apologie des Christentums (1835)
- Gedichte (1835)
- Humoristische Reisebilder von Usedom (1837)
- Maria Schweidler, die Bernsteinhexe (1843)
- Athanasia oder Die Verklärung Friedrich Wilhelm des Dritten (1844)
- Der alte deutsche Degenknopf oder Friedrich der Große als Kronprinz und sein Vater (1846)
- Gesammelte Werke. J.J. Weber, Leipzig 1846–1849
- Sidonia von Bork, die Klosterhexe (1847/48)
- Weissagung des Abtes Hermann von Lehnin um´s Jahr 1234 (Übersetzung des «Vaticinium Lehninense», 1849)
- Der getreue Ritter, oder Sigismund Hager von und zu Altensteig und die Reformation, Band 1 und 2 (1852/58), vollendet von seinem Sohn Aurel Immanuel
[Bearbeiten] Literatur
- Petrich: Wilhelm Meinhold. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Bd. 21, Leipzig 1885, S. 235–237.
- Heinrich Kleene: Wilhelm Meinholds Bernsteinhexe und ihre dramatischen Bearbeitungen. Dissertation, Universität Münster 1912
- Konstanze Trammer: Wilhelm Meinhold als Romanschriftsteller. Dissertation, Universität Würzburg 1923
- Rupprecht Leppla: Wilhelm Meinholds Erzählungen und die Anfänge der chronikallischen Novelle. Dissertation, Universität Frankfurt a. M. 1923
- Otto Altenburg: Wilhelm Meinholds Beziehungen zu Zeitgenossen. In: Baltische Studien Bd. 31, 1929, S. 207 ff.
- Walter Bethke: Wilhelm Meinholds Briefe - als Vorstudie zu einer Meinhold-Monographie. Universitätsverlag Greifswald, Greifswald 1935
- Diana Kuhk: Der pommersche Autor Wilhelm Meinhold. Studie zu seinem Gesamtwerk. Dissertation, Universität Greifswald 1999
- Andrea Rudolph: Provinzen als Sinnräume einer ethischen Moderne. Wilhelm Meinholds chronikalische Novelle „Die Bernsteinhexe“.. In: Maria Katarzyna Lasatowicz: Kulturraumformung. Sprachpolitische, kulturpolitische, ästhetische Dimensionen. Berlin 2004, S. 149–178
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur von und über Wilhelm Meinhold im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Werke von Wilhelm Meinhold bei Zeno.org
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Meinhold, Wilhelm |
| ALTERNATIVNAMEN | Meinhold, Johannes Wilhelm |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schriftsteller und Theologe |
| GEBURTSDATUM | 27. Februar 1797 |
| GEBURTSORT | Netzelkow, Usedom |
| STERBEDATUM | 30. November 1851 |
| STERBEORT | Charlottenburg |

