Wilhelm Ramm

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Wilhelm Ramm (* 1790; † 1813) war neben Georg Rüttgert, Andreas Bauer, Gerhard von der Kaule und Bruno Klein einer der Anführer der „Dithmarscher-Stormarner Legionäre“, einer Freikorps-Organisation, die in den deutschen Befreiungskriegen gegen Napoleon kämpfte.

Wilhelm Ramm, ein Dithmarscher Handwerkersohn, schloss sich nach der Reichsauflösung 1806 seinem Bruder Friedrich (* 1781) an, der, da ohne das Reich ihre Heimat Dithmarschen total unter dänischer Herrschaft lag, eine Streitmacht gründen wollte, um die Koalitionen bei der Vertreibung Napoleons aus Deutschland zu unterstützen, mit der Neugründung des Reiches als Ziel. Anfänglich fungierten die zunächst nur aus Dithmarschern bestehende Truppe als Saboteure gegen die mit den Franzosen verbündeten Dänen.

Im Jahre 1810 wurde Friedrich Ramm, der die Legionäre, wie sie sich nannten, zusammen mit Bruno Klein und Georg Rüttgert anführte, bei einem Gefecht mit dänischen Füsilieren getötet. Wilhelm nahm seinen Platz ein und sein Jugendfreund Andreas Bauer stieß hinzu. Zu diesem Zeitpunkt zählten die Legionäre wahrscheinlich um die 1.000 Mann.

Im Jahr darauf wandte sich die gewachsene Legionärsschar gegen die Franzosen. Ihnen schlossen sich im Laufe der Zeit auch Stormarner, unter ihnen ein Gerhard von der Kaule, sowie wenige Steinburger und Hamburger an. Die mittlerweile drei- bis fünftausend Mann starke Truppe konnte sich in mehreren Gefechten gegen französische Soldaten behaupten, als sie Ende 1811 ihre Aktivitäten an den Niederrhein verlegte. Noch im gleichen Jahr wurde Gerhard von der Kaule, der zu einer der Führungspersönlichkeiten aufgestiegen war, bei einem Angriff französischer Artillerie getötet.

Die nächsten zwei Jahre leiteten Ramm und Bauer zusammen mit Klein die Geschicke der Legionäre. Nachdem sie sich Anfang 1813 nach Sachsen schmuggelten, wurde Bruno Klein Mitte Mai von französischen Kollaborateuren gefangengenommen. Er gab sich als Kopf eines Freikorps-Bataillons aus, um seine Kameraden zu schützen und wurde daraufhin hingerichtet.

Ramm und Bauer sammelten alle Legionäre, zu der Zeit schätzungsweise fünf- bis sechstausend an der Zahl, um sich zur preußischen Armee durchzuschlagen. In der Völkerschlacht bei Leipzig operierten die Legionäre mit den preußischen Truppen und siegten. Allerdings wurden Wilhelm Ramm und Andreas Bauer in der Völkerschlacht getötet.

Literatur[Bearbeiten]

Chronik der norddeutschen Freiheitskämpfer, Wülbern-Verlag, Itzehoe (1911/1913?)