Wilhelm Reiß

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Wilhelm Reiß
Wilhelm und Carl Reiss' Grab auf dem Hauptfriedhof Mannheim

Wilhelm Johann Reiß (* 13. Juni 1838 in Mannheim; † 29. September 1908 in Könitz bei Saalfeld) war ein deutscher Forschungsreisender und Vulkanologe.

Reiß wurde als Sohn des Industriellen und Bürgermeisters von Mannheim, Friedrich Reiß, geboren. Er bereiste zwischen 1858 und 1860 die Azoren, Madeira und die Kanarischen Inseln. 1866 ging er mit Karl von Fritsch und Moritz Alphons Stübel nach Griechenland.

Mit diesem unternahm Reiß von 1868 bis 1876 eine sehr ergebnisreiche Expedition nach Südamerika, wo sie die Anden erforschten. Sie gingen von der Küste nach Bogotá, dann durch das Caucatal nach Popayán, Pasto und Quito. Während ihres fünfjährigen Aufenthaltes in dieser Gegend bestiegen sie erstmals den Cotopaxi und den Tungurahua, wandten sich dann nach Peru, fuhren den Amazonas abwärts und bereisten die Küsten Brasiliens.

Nach seiner Rückkehr lebte Reiß bis 1892 in Berlin, wo er die Ergebnisse der Reise auswertete und veröffentlichte. Später wohnte er auf Schloss Könitz (Könitz, Thüringen), wo er am 29. September 1908 starb.

Ehrungen[Bearbeiten]

Reiß war zwischen 1885 und 1887 Vorsitzender der Gesellschaft für Erdkunde in Berlin und 1888 Vorsitzender der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte.

Werke[Bearbeiten]

  • Das Totenfeld von Ancon in Peru. Berlin 1880–1886
  • Kultur und Industrie südamerikanischer Völker. Berlin 1889–1890
  • Reisen in Südamerika. Berlin 1890
  • Geologische Studien in der Republik Columbia. 3 Bände, Berlin 1892–1899
  • Das Hochgebirge der Republik Ecuador. 2 Bände, Berlin 1892–1902
  • Ecuador 1870-74 : petrographische Untersuchungen. Berlin 1901

Weblinks[Bearbeiten]