Wilhelm Runge

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Wilhelm Tolmé Runge (* 10. Juni 1895 in Hannover; † 9. Juni 1987 in Ulm) war ein deutscher Elektroingenieur, der an der Entwicklung der Radartechnik, insbesondere während des Zweiten Weltkrieges, maßgeblich beteiligt war. Er war Besitzer von über einhundert Patenten auf dem Gebiet der Elektrotechnik.

Der Sohn von Carl Runge (Professor für Mathematik an der TH Hannover) und dessen Frau Aimée (geb. Du Bois-Reymond) hatte einen Bruder und vier Schwestern. Als Freiwilliger im Ersten Weltkrieg war Runge bei einer Telegrapheneinheit, wo er die Leitung einer Funkstation übernahm.

Nach einem Studium der Hochfrequenztechnik an der Georg-August-Universität Göttingen und der TH Darmstadt begann er in Berlin bei der Telefunken Gesellschaft für drahtlose Telegraphie m.b.H. eine Tätigkeit im Entwicklungslabor, dessen Leiter er im Herbst 1924 wurde. Er entwickelte Mess- und Berechnungsmethoden für den Empfängerbau und begann ab 1930 mit Forschungen in der Rückstrahl- und Richtfunktechnik im Dezimeterwellenbereich. In den Jahren 1935–1942 leitete er das Telefunken-Gesamtlaboratorium und war u. a. federführend an der Entwicklung der „Würzburg“- und „Lichtenstein“-Radargeräte beteiligt.

Nach einer Tätigkeit gegen Ende des Zweiten Weltkriegs als Leiter eines Instituts der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt kehrte er zu Telefunken zurück und baute dort die Entwicklungsabteilung neu auf. Ab 1955 übernahm Prof. Dr. Dr. Wilhelm T. Runge bis zu seiner Pensionierung 1963 den Aufbau und die Leitung des Forschungsinstitutes von Telefunken in Ulm.

Literatur[Bearbeiten]

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