Wilhelm Sollmann

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Wilhelm Sollmann

Friedrich Wilhelm Sollmann, im Exil William Sollmann (* 1. April 1881 in Oberlind, heute Sonneberg; † 6. Januar 1951 in Mount Carmel, Connecticut), war ein deutschamerikanischer Journalist und Politiker.

Leben[Bearbeiten]

Sollmann war Sohn eines Bierbrauers und Landwirts. Er wuchs in Coburg auf und besuchte dort auch die Bürgerschule und das Gymnasium. Anschließend machte er in Köln eine Lehre zum Handlungsgehilfen und war bis 1911 im erlernten Beruf tätig. Von April 1911 bis 1933 war er Redakteur und später Chefredakteur der Rheinischen Zeitung in Köln.

Im Jahr 1902 wurde Sollmann Mitglied der SPD. In den Jahren 1909 bis 1913 war er zusammen mit Walter Stoecker Vorsitzender des sozialdemokratischen Lokal- und von 1911 bis 1913 des sozialdemokratischen Bezirksjugendausschusses. Daneben war er von 1906 bis 1910 Gauleiter des Arbeiter-Abstinentenbundes in Köln. In den Jahren 1914 bis 1919 war er auch Mitglied des Kölner Parteivorstandes.

Während der Novemberrevolution war Sollmann Mitglied des Aktionsausschusses des Arbeiter- und Soldatenrates in Köln. Im Januar 1919 wurde er in die Weimarer Nationalversammlung gewählt, von 1920 bis 1933 war er Reichstagsabgeordneter. Außerdem war Sollmann von 1918 bis 1924 Stadtverordneter in Köln und 1921 Mitgründer und Mitgesellschafter des Sozialdemokratischen Parlamentsdienstes (ab 1924 Sozialdemokratischer Pressedienst). Im Krisenjahr 1923 amtierte er für vier Monate als Reichsminister des Innern in den Kabinetten von Gustav Stresemann (13. August 1923−11. November 1923).

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde Sollmann vorübergehend verhaftet und in dieser Zeit in Abwesenheit in den Parteivorstand der SPD gewählt. Nach seiner Entlassung emigrierte er 1933 zunächst ins Saarland, dann nach Luxemburg und schließlich in die Vereinigten Staaten. Im Exil gehörte Sollmann innerhalb der Parteiführung einer eher rechten Strömung an, die eine Rückkehr zum „patriotischen Sozialismus Lassalles“ (Sollmann) forderte. Daher beteiligte er sich auch an der German Labour Delegation. Im Jahr 1943 wurde Sollmann amerikanischer Staatsbürger und änderte seinen Namen in „William Frederick Sollmann“. Er war mehrere Jahre als Dozent am Quäker-College Pendle Hill in Media, Pennsylvania tätig und hatte Gastdozenturen an weiteren Hochschulen. Nach Deutschland kehrte er nur vorübergehend zurück. So war er 1949 Gastprofessor der Universität Köln und zeitweise Berater des Office of Strategic Services sowie Dozent im Army Specialized Training Program und 1950 des amerikanischen Hochkommissars in Deutschland. 1950 war er auch für die American Civil Liberties Union in Deutschland unterwegs.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Eugene Harold Kist: William Sollmann. The Emergence of a Socialdemocratic Leader. Dissertation, Philadelphia 1969.
  • Franz Walter: Wilhelm Sollmann (1881–1951). Der Parteireformer. In: Peter Lösche, Michael Scholing, Franz Walter (Hrsg.): Vor dem Vergessen bewahren. Lebenswege Weimarer Sozialdemokraten. Berlin 1988, S. 362–390.
  • Wilhelm Heinz Schröder: Sozialdemokratische Parlamentarier in den Deutschen Reichs- und Landtagen 1867–1933. Biographien, Chronik und Wahldokumentation. Ein Handbuch. Düsseldorf, 1995, ISBN 3-7700-5192-0 S.708.
  • Alexander Christov: Wir sind die junge Garde des Proletariats! Arbeiterjugendbewegung im Kölner Raum 1904–1919. Siegburg 2007, ISBN 978-3-938535-25-7, S. 22ff.
  • Gisela Notz: Sollmann, Friedrich Wilhelm. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 24, Duncker & Humblot, Berlin 2010, ISBN 978-3-428-11205-0, S. 553 f. (Digitalisat).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lübecker Nachrichten, 23. Juni 1950.