Wilhelm Wattenbach

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Wilhelm Wattenbach

Wilhelm Wattenbach (* 22. September 1819 in Rantzau, Holstein; † 20. September 1897 in Frankfurt) war ein deutscher Historiker und Paläograf.

Nach dem frühen Tod des Vaters zog die Mutter mit den Kindern nach Lübeck, wo Wattenbach das Katharineum besuchte. Hier schloss er seine lebenslangen Freundschaften mit den Schulkameraden Emanuel Geibel und den Brüdern Curtius, weswegen er zur Gruppe Jung-Lübeck gezählt wird. Wattenbach studierte Philologie in Bonn, Göttingen und Berlin. 1843 begann er seine Arbeit für die Monumenta Germaniae Historica (MGH). 1852 bewies Wilhelm Wattenbach, dass das Privilegium Maius von 1358/59 – es machte die Regenten von Österreich zu Erzherzögen und stellte sie Kurfürsten gleich – eine Fälschung war. 1855 wurde er Archivar an der Universität zu Breslau, 1862 wurde Professor für Geschichte in Heidelberg, elf Jahre später Professor in Berlin. Nach dem Tod Georg Waitz' führte er von 1886 bis zum Amtsantritt Ernst Dümmlers 1888 kommissarisch die Geschäfte des Präsidenten der MGH. Von herausragender Bedeutung für die Erforschung der Anfänge des deutschen Humanismus waren seine Studien zu Peter Luder in Heidelberg.

Schriften[Bearbeiten]

  • Deutschlands Geschichtsquellen im Mittelalter bis zur Mitte des XIII Jahrhunderts (1858), sein Hauptwerk, ein Leitfaden zu den Quellen der Geschichte des deutschen Mittelalters, in mehreren Ausgaben (Band 1, Band 2)
  • Peter Luder, der erste humanistische Lehrer in Heidelberg (Karlsruhe 1869).
  • Anleitung zur lateinischen Palaeographie. Leipzig 1869 und 1886 (Volltext).
  • Das Schriftwesen im Mittelalter. Leipzig 1871, 3. Aufl. ebd. 1896, Neudruck (deklariert als 4. Aufl.) Graz 1958 (Volltexte).
  • Beiträge zur Geschichte der christlichen Kirche in Böhmen und Mähren. Wien 1849 (Volltext).
  • Geschichte des römischen Papsttums. Berlin 1876 (Volltext).
  • Anleitung zur griechischen Palaeographie. Leipzig 1867 und 1895 (Volltext).

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Wilhelm Wattenbach – Quellen und Volltexte