Wilhelm Weizsäcker
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Wilhelm Weizsäcker (* 2. November 1886 in Prag; † 19. Juli 1961 in Heidelberg) war ein völkischer und nationalsozialistischer Rechtshistoriker.
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[Bearbeiten] Leben
Weizsäcker hatte Professuren in Prag und in Wien (1941–1943) inne. In Prag war er an der Deutschen Universität aktiv, seit den 1930er Jahren trat er verstärkt als Nationalsozialist hervor und wurde schließlich Verwaltungsdirektor der dortigen „Reinhard-Heydrich-Stiftung“ und leitere deren Institut für Deutsches Recht im Osten. Waren seine wissenschaftlichen Arbeiten bis in die 1930er Jahre von Sachlichkeit geprägt, so ließ er parallel zur politischen Radikalisierung der Sudetendeutschen etwa 1937/38 politische und nationalsozialistische Momente in seine Schriften einfließen. Im Mai 1945 konnte Weizsäcker aus Prag fliehen und kam in Bayern unter.
Trotz seiner NS-Vergangenheit konnte er nach 1945 seine Tätigkeiten fortsetzen und wurde 1945–1949 Rechts- und Verwaltungsberater des „Hauptausschusses für Flüchtlinge und Ausgewiesene“ in Bayern. Die Universität Heidelberg beschäftigte ihn 1950 als Honorarprofessor. Weizsäcker gründete bereits 1950 mit Bruno Schier, Eugen Lemberg, Hermann Aubin, Josef Hanika und Kurt Oberdorffer ein Wissenschaftsnetzwerk Ostforscher in Marburg.
Seine sudetendeutsche Volksgruppenpolitik setzte er in zahlreichen sudetendeutschen Organisationen – unter anderem im Adalbert-Stifter-Verein, in der Historischen Kommission der Sudetenländer und dem Collegium Carolinum – fort. Die Zeitschrift Bohemia lobte ihn 1962 als „lauteren Vorkämpfer echter, deutscher Wissenschaft“.
[Bearbeiten] Werke
- Schicksalhafte Schlachtfelder, in: Das Böhmen und Mähren-Buch, Volkskampf und Reichsraum, Prag, Amsterdam. Berlin, Wien: Volk und Reich, 1943, S. 199–205.
[Bearbeiten] Literatur
- Joachim Bahlcke: Wilhelm Weizsäcker (1886–1961), Jurist. Rechtsgeschichte und Volksgemeinschaft, in: Prager Professoren 1938–1948. Zwischen Wissenschaft und Politik, hg. v. Monika Glettler u. Alena Míšková, Essen 2001.
- Joachim Bahlcke: Věda v sudetoněmeckém národnostním boji. K vysokoškolské a politické činnosti pražského právního historika Wilhelma Weizsäckera v době od mnichovské dohody 1938 do konce druhé světové války, in: Věda v českých zemích za druhé světové války, Praha 1998.
- Karel Hruza: Wilhelm Wostry a Wilhelm Weizsäcker: vzorní mužové, řádní učenci a věrní vlasti synové? [Wilhelm Wostry und Wilhelm Weizsäcker: Vorbildliche Menschen, gründliche Gelehrte und treue Söhne der Heimat?], in: Německá medievistika v českých zemích do roku 1945 [Deutsche Mediävistik in Böhmen und in der Tschechoslowakei bis 1945], hg. v. Pavel Soukup und František Šmahel (Práce z dějin vědy 18, Praha 2004) 305–352.
- Karel Hruza: „Wissenschaftliches Rüstzeug für aktuelle politische Fragen.“ Kritische Anmerkungen zu Werk und Wirken der Historiker Wilhelm Weizsäcker und Wilhelm Wostry, in: Zeitschrift für Ostmitteleuropa-Forschung 54 (2005) 475–526.
[Bearbeiten] Weblinks
| PND: Datensatz zu Wilhelm Weizsäcker bei der DNB |
| Keine Treffer im DNB-OPAC, 15. Januar 2008 |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Weizsäcker, Wilhelm |
| KURZBESCHREIBUNG | völkischer und nationalsozialistischer Rechtshistoriker |
| GEBURTSDATUM | 2. November 1886 |
| GEBURTSORT | Prag |
| STERBEDATUM | 19. Juli 1961 |
| STERBEORT | Heidelberg |

