Wilhelm Westphal (Physiker)

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Wilhelm Westphal, 1935 in Stuttgart

Wilhelm Heinrich Westphal (* 3. März 1882 in Hamburg; † 5. Juni 1978 in Berlin) war ein deutscher Physiker. Er war Autor von Hochschulbüchern und populärwissenschaftlichen Schriften sowie Herausgeber wissenschaftlicher Werke.

Wilhelm Westphal war Sohn einer Hamburger Kaufmannsfamilie. Er studierte Physik in Bonn, München und Berlin. Danach nahm er eine Stelle als Assistent am Physikalischen Institut der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin an. 1908 promovierte er mit einer experimentellen Arbeit über Elektronenstrahlen, seine Habilitation folgte 1913.

Von 1915 bis 1918 war er zusammen mit einigen anderen Wissenschaftlern (u.a. Otto Hahn, James Franck und Gustav Hertz) im Ersten Weltkrieg in einem von Fritz Haber geführten Giftgas-Sonderkommando eingesetzt.

Nach dem Ersten Weltkrieg erhielt er eine Professur an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin. Von 1922 an war er für zwei Jahre zugleich auch Referent im Preußischen Kultus-Ministerium und in dieser Funktion der erste deutsche Wissenschaftler, der offiziell die Sowjetunion besuchte. Seit 1928 war er Professor an der Technischen Hochschule Berlin (später: Technische Universität Berlin) bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1955. Die Technische Universität ernannte ihn 1964 zum Ehrensenator.

Ab 1928 richtete Westphal an der Technischen Hochschule ein Physikalisches Praktikum ein, das zum Vorbild für andere Hochschulen wurde. Sein 1928 erschienenes Lehrbuch Physik war in Deutschland lange ein Standardwerk und erreichte 1970 die 26. Auflage. Weit verbreitet war auch sein Physikalisches Praktikum. Er war Herausgeber von fünf Bänden des Handbuchs der Physik, des Physikalischen Wörterbuchs sowie der Buchreihe Die Wissenschaft. Westphal war mit Broschüren, Zeitungsbeiträgen und Vorträgen aktiv in der Darstellung von Physik für Laien, auch mit seinem in mehrere Sprachen übersetzten Buch Deine tägliche Physik.

Schriften[Bearbeiten]

  • Physik. Springer 1928. 26. Auflage 1970.
  • Physik des alltäglichen Lebens. Frankfurt Societätsverlag 1940. Später als Deine tägliche Physik. Berlin 1949, Ullstein 1978.
  • Physikalisches Praktikum. Vieweg 1938. 13. Auflage 1983.
  • Die Relativitätstheorie. Greifen, Rudolstadt 1947. Franckh, Stuttgart 1955.
  • Kleines Lehrbuch der Physik ohne Anwendung höherer Mathematik. Springer 1948. 5. Auflage 1963.
  • Deine tägliche Physik Verlag des Druckhauses Tempelhof, Berlin 1949, 2. Auflage 1950
  • Die Grundlagen des physikalischen Begriffssystems. Vieweg 1965. 2. Auflage 1971.
  • Fun with physics. London 1964.

Weblinks[Bearbeiten]