Wilhelm von Krauseneck
Johann Wilhelm von Krauseneck (* 13. Oktober 1774 in Bayreuth; † 2. November 1850 in Berlin) war königlich-preußischer Generalfeldmarschall, Militärkartograf und Geodät. Von 1829 bis 1848 war er Chef des Preußischen Generalstabes.
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Leben [Bearbeiten]
Familie [Bearbeiten]
Er wurde als Sohn des in Bayreuth angesehenen königlich-preußischen Hofgerichtsprokurators bei der Kriegs- und Domänenkammer, Johann Wolfgang Christian Krauseneck (1738–1799) und dessen Ehefrau, Amalie Sophie Johanna, geb. Tungerau, der Tochter eines Archivars, geboren. Sein Vater starb als er 5 Jahre alt war.
Johann Wilhelm heiratete am 23. März 1808 auf Gut Nerfken bei Heilsberg in Ostpreußen Charlotte Karoline Jakobine von Heyden-Nerfken (1792–1878). Der Ehe entstammten sieben Kinder:
- Amalie Karoline Jakobine Luise (*1809) verehelicht 1837 mit Ferdinand Theodor Eduard von Ritzenberg auf Nischwitz in Sachsen
- Ida Albertine (*1811) verehelicht 1832 mit Moritz Seebeck, Kurator der Universität Jena und Erzieher des Herzogs Georg II. von Meiningen
- Thekla Malvine (*1812) verehelicht 1840 mit Friedrich Gustav Kießling, herzoglich-sachsen-meiningischer Konsistorial- und Schulrat
- Mathilde Wilhelmine (*1816) verehelicht 1843 mit Karl Friedrich Wilhelm von Felgermann, Erzieher Kaiser Friedrich III.
- Adelheid Auguste (*1817) verehelicht 1844 mit Philipp Carl von Canstein
- Luise Angelika Wilhelmine (*1819) verehelicht 1849 mit Gustav Eugen Ludwig von Orlich, Professor an der Universität Berlin
- Emma (*1820) blieb unverheiratet und starb 1888 in Bad Flinsberg
Ausbildung [Bearbeiten]
Johann Wilhelm und seine vier Geschwister wuchsen als Halbwaisen in wirtschaftlich schwierigen Verhältnissen heran. Nach dem Willen der Mutter sollte er studieren, doch Johann Wilhelm zeigte von Jugend auf Interesse am Soldatenberuf. Nachdem er das Gymnasium beendet hatte, ging Krauseneck im Jahr 1791 zur Artillerieeinheit in der Festung Plassenburg. Dort fiel er durch seine guten mathematischen und zeichnerischen Kenntnisse auf. So wurde er vom Artilleriekommandanten Major Johann Friedrich Karl Hoffmann († 10. Oktober 1793) und dem Kartographen Johann Christoph Stierlein (1759–1827) zu ersten topographischen Arbeiten eingesetzt und konnte schon früh praktisch-militärische Grundlagen der Stabsarbeit erlernen. Mit dem Anschluss von Ansbach-Bayreuth unter dem letzten Markgrafen Karl Alexander an das Königreich Preußen konnte er weitere kartographische Kenntnisse erlangen.
Militärische Karriere [Bearbeiten]
So begleitete er 1794 während des Ersten Koalitionskriegs die Obristen von Grawert und von Massenbach bei Geländeaufnahmen für General Friedrich Ludwig zu Hohenlohe-Ingelfingen. Dieser ernannte ihn zum Premierleutnant in seiner 2. ostpreußischen Füsilierbrigade. 1803 wurde er zum Stabskapitän befördert. 1807 war er an der Schlacht bei Preußisch Eylau in Ostpreußen beteiligt, wofür er den Pour le Mérite verliehen bekam.
1808 wurde er Major und zum 3. Ostpreußischen Infanterieregiment versetzt. 1809 wurde er Kommandeur des Potsdamer Füsilierbataillons des Garde-Regiments zu Fuß. 1812 wurde er auf Empfehlung des Generals Ludwig Yorck von Wartenburg Nachfolger von Wilhelm René de l’Homme de Courbière als Kommandeur der Festung Graudenz in Westpreußen. Schon im Juni 1813 wurde er in den Generalstab des Armeekorps Blüchers versetzt und nahm bis 1815 an verschiedenen Schlachten teil. 1814 wurde er noch Kommandant der Festung Mainz. Ende 1814 schied er aus dem Generalstab aus, wurde zum Generalmajor befördert und bekam den Roten Adlerorden. Nach Stationen im Truppenkommando wurde er 1829 Chef des Großen Generalstabs der Preußischen Armee. Dort förderte er die astronomische Forschung, die Kartographie und den Telegrafen. Mit General von Lilienstern setzte er sich für die Gründung des Berliner Lithographischen Instituts ein. Dort sind später viele preußische Karten erschienen. Er war auch Mitglied im Preußischen Staatsrat. 1840 wurde ihm mit dem Schwarzen Adlerorden auch der Adelstitel verliehen. Am 1. Mai 1848 wurde er als Chef des Preußischen Generalstabes durch Karl von Reyher abgelöst.
Nach zweijährigem Ruhestand verstarb Krauseneck in Berlin und wurde am 5. November 1850 auf dem dortigen Alten Garnisonfriedhof begraben (die Grabanlage existiert nicht mehr). Dort ruhen auch seine Frau und seine jüngste Tochter.
Orden- und Ehrenzeichen [Bearbeiten]
- 1807 Pour le Mérite
- 1813 russischer Sankt-Stanislaus-Orden II. Klasse
- 1813 Eisernes Kreuz II. Klasse
- 1814 Eisernes Kreuz I. Klasse
- 1815 Österreichisch-kaiserlicher Leopold-Orden
- 1815 Pour le Mérite mit Eichenlaub
- 1816 großherzoglich-hessischer Hausorden, Großkreuz
- 1818 Roter Adlerorden III. Klasse
- 1822 Roter Adlerorden II. Klasse mit Eichenlaub
- 1825 Dienstkreuz
- 1827 Roter Adlerorden I. Klasse mit Eichenlaub
- 1834 Russischer Orden der Heiligen Anna I. Klasse mit Krone
- 1835 russischer Alexander-Newski-Orden
- 1840 Ritter des Hohen Ordens vom Schwarzen Adler
- 1841 Erlaubnis zum Tragen des schwedischen Schwertordens
- 1842 Brillanten zum Schwarzen Adlerorden erhalten
- 1843 russischer Andreasorden
Literatur [Bearbeiten]
- Bernhard von Poten: Krauseneck, Wilhelm von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 17, Duncker & Humblot, Leipzig 1883, S. 82–84.
- von Felgermann: General W. J. v. Krauseneck, G. Reimer, Berlin 1851
- Klippel: Der General der Infanterie von Krauseneck, Beiheft zum Militair-Wochenblatt, Berlin 1852
- Kurt von Priesdorff: Soldatisches Führertum, Bd. 4, Nr. 1329, Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg o. J.
Weblinks [Bearbeiten]
Gerhard von Scharnhorst | Karl Georg Albrecht Ernst von Hake | Gustav von Rauch | Gerhard von Scharnhorst | August Neidhardt von Gneisenau | Karl von Grolman | Otto August Rühle von Lilienstern | Karl von Müffling genannt Weiß | Wilhelm von Krauseneck | Karl von Reyher | Helmuth Karl Bernhard von Moltke
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Krauseneck, Wilhelm von |
| ALTERNATIVNAMEN | Krauseneck, Johann Wilhelm von (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | preußischer Generalfeldmarschall und Geodät |
| GEBURTSDATUM | 13. Oktober 1774 |
| GEBURTSORT | Bayreuth |
| STERBEDATUM | 2. November 1850 |
| STERBEORT | Berlin |
- Generalstabsoffizier (Preußen)
- Person in den Koalitionskriegen (Preußen)
- Kartograf (19. Jahrhundert)
- Träger des Pour le Mérite (Militärorden)
- Träger des ö.k. Leopold-Ordens (Ausprägung unbekannt)
- Träger des Roten Adlerordens 3. Klasse
- Träger des Roten Adlerordens 2. Klasse
- Träger des Roten Adlerordens 1. Klasse
- Träger des Alexander-Newski-Ordens
- Träger des Schwertordens
- Träger des Ordens der Heiligen Anna
- Träger des Schwarzen Adlerordens
- Deutscher
- Geboren 1774
- Gestorben 1850
- Mann