Wilhelm von Wedell

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Wilhelm Felix Heinrich Magnus von Wedell (* 16. Januar 1801 in Piesdorf; † 22. Juli 1866 ebenda) war ein preußischer Oberpräsident.

Leben[Bearbeiten]

Er war der älteste von drei Söhnen des Gottlob Heinrich Magnus von Wedell (1769–1831), Gutsherr auf Piesdorf. Als Student in Halle (Saale) wurde Wedell vor 1827 Mitglied des Corps Saxonia Halle.[1].

Nach Jahren als Ministerialdirektor im preußischen Innenministerium wurde er 1844 zum Oberpräsidenten der Provinz Sachsen ernannt. Anschließend war er als Nachfolger von Friedrich Theodor von Merckel (1775–1846) ab Mai 1845 Oberpräsident der Provinz Schlesien, gleichzeitig auch Regierungspräsident des Regierungsbezirks Breslau.[2][3]

Er wurde allerdings im März 1848 seines Amtes enthoben, da es ihm schon seit Amtsantritt nicht gelungen war, im Sinne der preußischen Regierung gegen die Reformbewegung (Vormärz) einzuschreiten, die schließlich in der deutschen Revolution 1848/1849 ihren Höhepunkt fand,[4] und er außerdem in den Augen des Königs völlig versagt hatte, weshalb es durch die Missernten der Vorjahre zur Hungersnot und schließlich zu Protesten der Landbevölkerung gekommen war.[5] Wedell hatte sich sogar gezwungen gesehen, am 19. März 1848 Breslau fluchtartig zu verlassen und nach Berlin zu gehen, wo man ihn gleich ablöste.[6]

Im Jahr 1856 wurde er Mitglied des Preußischen Herrenhauses.[7]

Wedell heiratete Elisabeth von Moeller, die Tochter des 1805 in den preußischen Adelsstand erhobenen und in Minden tätigen Regierungsmedizinalrats Dr. med. Friedrich Wilhelm von Moeller (1758–1842), Hofrat und Leibarzt sowie Besitzer der Domäne Schlüsselburg (Weser), und der Friederike Woermann (1775–1857). Elisabeths Bruder war der preußische Oberpräsident Eduard von Moeller (1814–1880).[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kösener Korps-Listen 1910, 106, 45
  2. Oberpräsident
  3. Ludwig Petry, Josef Joachim Menzel: Geschichte Schlesiens, 1999, Band 3, Seite 50 (Auszug)
  4. Schlesien, 1978, Band 23-24, Seite 203 (Auszug)
  5. Hans Joachim Schoeps: Neue Quellen zur Geschichte Preussens im 19. Jahrhundert, 1968, Seite 411 (Auszug)
  6. Karl August Varnhagen von Ense: Tagebücher, 1862, Seite 327 (Digitalisat)
  7. Helmut Bleiber, Walter Schmidt: Schlesien auf dem Weg in die bürgerliche Gesellschaft. Bewegungen und Protagonisten der schlesischen Demokratie im Umfeld von 1848, 1. Halbband, Berlin 2007, ISBN 978-3-89626-639-2 (Personenregister, Buchstabe W)
  8. Neue Deutsche Biographie, Band 17, Seite 638 (Artikel Friedrich Wilhelm von Moeller)