Wilkhahn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wilkhahn Wilkening + Hahne
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1907
Sitz Bad Münder am Deister
Leitung Jochen Hahne
Mitarbeiter 600
Umsatz 93,3 Mio. Euro[1]
Branche Möbel
Website www.wilkhahn.de
Stand: 2011 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2011

Die Wilkhahn Wilkening + Hahne GmbH & Co. KG ist ein deutscher Möbelhersteller mit Sitz in Bad Münder am Deister.

Bürostuhl von Wilkhahn

Geschichte[Bearbeiten]

Friedrich Hahne gründete 1907 zusammen mit Christian Wilkening eine Stuhlfabrik in Eimbeckhausen bei Hannover und bildeten aus beiden Namen den Firmennamen Wilkhahn. Die Söhne der Gründer Fritz Hahne und Adolf Wilkening übernehmen 1946 die Stuhlfabrik. Wilkhahn war Pionier von Mitarbeitermodellen.

Firma[Bearbeiten]

Bürogebäude in Eimbeckhausen

Die Produkte werden in den Bereichen Büro, Konferenz und Warten eingesetzt. Sie hat ihren Sitz im Ortsteil Eimbeckhausen. Weitere Produktionsstandorte befinden sich im spanischen Castellón de la Plana sowie in Sydney, Australien.

Die Firma ist für ihre ergonomischen Bürostühle bekannt geworden.

Heute beschäftigt Wilkhahn weltweit fast 600 Mitarbeiter. Über 70 % des Gesamtumsatzes werden außerhalb der Bundesrepublik Deutschland erzielt.

Architektur[Bearbeiten]

1959 realisierte Wilkhahn zusammen mit Architekt und Werkbundmitglied Herbert Hirche ein Bauhaus-inspiriertes Verwaltungsgebäude im Ortsteil Eimbeckhausen der Stadt Bad Münder. Ein sichtbares Betontragwerk mit ausgefachter Klinkerfassade prägt sein Erscheinungsbild. Mit Plänen des Architekten Georg Leowald entstanden zeitgleich neue Produktions- und Lagerhallen sowie ein Kesselhaus, das nach dem Prinzip Skin and Skeleton errichtet wurde. 1988 erweiterte Wilkhahn seine Produktionsstätte durch Gebäude nach Plänen des Architekten Frei Otto. Die vielfach ausgezeichneten vier zeltartigen Pavillons wurden mit einer Hängedachkonstruktion aus Holz ausgeführt und ermöglichen dadurch eine flexible Nutzung: ob als Produktionshallen, Ausstellungsräume (im Rahmen der EXPO 2000) oder als Administration und Arbeitsumgebung für die Wilkhahn-Manufaktur für Sonderanfertigungen.[2]

Die 1993 eröffneten Hallen von Architekt Thomas Herzog bringen den ökologischen Anspruch des Unternehmens bis in die Gestaltung von industriellen Produktionsstätten sichtbar zum Ausdruck. Optimale Tageslichtnutzung, natürliche Belüftung, Holzbauweise und der Einsatz von Solarpaneelen waren bestimmend für die Konzeption des Gebäudes. Vier „Holzböcke“, in denen sich Büroräume befinden, gliedern die Grundfläche in drei gleichwertige, stützenfrei überspannte Hallen und ermöglichen kurze Wege zwischen der Produktion und Administration. Auch diese Fertigungshallen erhielten zahlreiche Architekturpreise und gelten bis heute als beispielgebend. [3][4]

Das Hannoversche Architekturbüro Pax Brüning überarbeitete und ergänzte 2006 die Empfangssituation am „Hirche-Bau“ in Eimbeckhausen. 2007 errichtete Wilkhahn ein Blockheizkraftwerk. Es funktioniert mit Kraft-Wärmekopplung auf Basis nachwachsender Rohstoffe und mit einem Wirkungsgrad von über 80%. Das Kraftwerk speist Energie in das örtliche Stromnetz, seine Abwärme wird für die Beheizung der Gebäude am Standort genutzt. Zusätzlich nutzt Wilkhahn die Fernwärme einer benachbarten Biogasanlage, so dass die CO2-Emissionen um über 50% gesenkt werden konnten.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Guido Englich, Burkhard Remmers: Planungshandbuch für Konferenz- und Kommunikationsräume. Birkhäuser Verlag, 2008, ISBN 978-3-7643-8682-5.
  • Wilkhahn. 100 years +. avedition, 2007, ISBN 978-3-89986-094-8.
  • Rudolf Schwarz: Mehr als Möbel - Wilkhahn, ein Unternehmen in seiner Zeit. Birkhäuser Verlag, 2000, ISBN 3-7643-6807-1.
  • Dokumente der Gestaltung - Documents of design. 4., überarbeitete und erweiterte Auflage. Deutsche Verlags-Anstalt, 2002, ISBN 3-421-03249-1.
  • Norbert Streitz, Burkhard Remmers, Matthias Pietzcker: Arbeitswelten im Wandel, fit für die Zukunft? 2. Auflage. Deutsche Verlags-Anstalt, 1999, ISBN 3-421-03232-7.
  • Guido Englich, Burkhard Remmers: Einrichtungs-Handbuch für Kommunikationsräume : konferieren, diskutieren, lernen. Edition Wilkhahn, 1997, ISBN 3-00-002418-2.
  • Fritz Hahne: Zwischen den Stühlen. Erinnerungen und Bekenntnisse. Bad Münder 1990, OCLC 180573090.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wilkhahn kann Umsatz 2011 um 16 % steigern, Euwid Möbel
  2. „Fertigungspavillons der Firma Wilkhahn in Bad Münder“, freiotto-architekturmuseum.de
  3. Hugh Pearman: Weltarchitektur heute. Phaidon, Berlin 2002, ISBN 9780714891361, S.315-16
  4. „Durch Wind und Wetter | Die Wilkhahn-Produktionshallen nach vierzehn Jahren“, pro:Holz: Zeitschrift Zuschnitt 21, 2006; S. 22.

52.2361638888899.4054472222222Koordinaten: 52° 14′ 10″ N, 9° 24′ 20″ O