Willanzheim

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Die Feldkapelle Zur schmerzhaften Mutter Gottes von 1727 in der Germarkung Willanzheim
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Willanzheim
Willanzheim
Deutschlandkarte, Position des Marktes Willanzheim hervorgehoben
49.68333333333310.233333333333260Koordinaten: 49° 41′ N, 10° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Kitzingen
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Iphofen
Höhe: 260 m ü. NHN
Fläche: 25,19 km²
Einwohner: 1570 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 62 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97348
Vorwahlen: 09323 und 09326Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: KT
Gemeindeschlüssel: 09 6 75 179
Marktgliederung: 3 Ortsteil
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 28
97346 Iphofen
Webpräsenz: www.willanzheim.de
Bürgermeisterin: Ingrid Reifenscheid-Eckert (WählerGemeinschaft Willanzheim)
Lage des Marktes Willanzheim im Landkreis Kitzingen
Landkreis Bamberg Landkreis Schweinfurt Landkreis Würzburg Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Wiesenbronn Segnitz Rüdenhausen Rödelsee Obernbreit Martinsheim Marktsteft Markt Einersheim Marktbreit Mainstockheim Mainbernheim Kleinlangheim Kitzingen Geiselwind Castell (Unterfranken) Buchbrunn Albertshofen Abtswind Willanzheim Wiesentheid Volkach Sulzfeld am Main Sommerach Seinsheim Schwarzach am Main Prichsenstadt Nordheim am Main Iphofen Großlangheim Dettelbach Biebelried Landkreis HaßbergeKarte
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Willanzheim ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Kitzingen und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Iphofen.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Willanzheim liegt in der Region Würzburg (Bayerische Planungsregion 2).

Höhenlagen in der Gemeinde: OT Willanzheim 259,6 m ü. NN; OT Markt Herrnsheim 270,5 m ü. NN; OT Hüttenheim 281,8 m ü. NN; Hüttenheimer Tannenberg 382 m ü. NN

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Willanzheim hat drei Ortsteile[2]:

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Mainbernheim, Iphofen, Sugenheim, Ippesheim, Seinsheim und Marktsteft.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Weinbautradition in Hüttenheim reicht bis in das Jahr 1199 zurück.

Die drei Ortsteile haben eine jahrhundertelange, sehr unterschiedliche Geschichte. Willanzheim war von 1628 bis 1803 im Besitz des Domkapitels Würzburg. Die Familie von Seinsheim hatte im Mittelalter Besitz im Markt Herrnsheim und in Hüttenheim. Der Deutsche Orden hatte von 1213 bis 1680 eine Niederlassung in Hüttenheim, die zur Ballei Franken gehörte. Im Jahr 1803 bzw. endgültig 1814 kam das Gebiet der heutigen Gemeinde zum Königreich Bayern.

Im Ortsteil Hüttenheim waren mindestens seit dem 19. Jahrhundert jüdische Familien ansässig, die einen Friedhof anlegten und eine Synagoge errichteten. Beim Novemberpogrom 1938 wurde das jüdische Gotteshaus von der SA geschändet und der Friedhof zerstört. Im Jahre 1950 errichteten Überlebende dort ein Denkmal für die Opfer des Faschismus.[3]

Am 1. Mai 1978 wurde im Zuge der Gemeindegebietsreform aus den seit 1818 selbstständigen Gemeinden Markt Herrnsheim, Hüttenheim und Willanzheim der Markt Willanzheim gebildet.[4] Aufgrund des Marktrechtes von Herrnsheim erhielt die neue Gemeinde den Titel Markt.

Politik[Bearbeiten]

Partnergemeinde: Zánka (Ungarn)[Bearbeiten]

Nach beiderseitigen Besuchen in der jeweils anderen Gemeinde wurde am 1. Mai 2001 der Partnerschaftsvertrag zwischen den Gemeinden unterzeichnet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Kirchenburganlagen[Bearbeiten]

In allen drei Ortsteilen dominieren Kirchenburganlagen die Ortsmitte.

Hüttenheim[Bearbeiten]

Die Hüttenheimer Kirchenburg zählt zu den größten erhaltenen Gadenkirchenburgen in Franken. Das Rathaus und der Torbogen mit den anschließenden Gebäuden erinnert durch die bauliche Form vor dem Hauptzugang zur eigentlichen Anlage an einen Zwinger. Ein solcher hatte die Aufgabe durch Vortor und -mauer den Haupteingang zu schützen.

Im Mai findet dort ein Kirchenburgmarkt mit kunstgewerblichem Angebot statt. Höhepunkt ist das Kirchenburgweinfest am dritten Augustwochenende in Hüttenheim.

Markt Herrnsheim[Bearbeiten]

In diesem Ort kann die kleinste, schön renovierte Kirchenburg des Landkreises Kitzingen bestaunt werden. Die gesamte Anlage liegt wie viele Kirchenburgen auf einem Hügel am Ortsrand mit dem zum Ort gerichteten Aufgang. Der romanische Kirchturm aus der Zeit um 1200 ist massiv gebaut und besitzt Schießscharten. Er war nur wenig höher als das Langhaus. Von ihm aus konnte der besonders gefährdete Eingang verteidigt werden. Eine wehrhafte Ummauerung schützte die Kirche St. Martin und die kleinen Wohn- und Vorratshäuschen der Dorffamilien bei Gefahr.

An das Marktrecht erinnert der jährlich stattfindende Markt am Sonntag vor Jakobi.

Willanzheim[Bearbeiten]

Die ehemalige Kirchenburganlage ist in der Anordnung der sie umgebenden Gebäude präsent. Beim Betreten des Kirchhofs durch das Torhaus zeigt sich dem Besucher die Stärke der Ummauerung.

Tourismus[Bearbeiten]

Der Markt Willanzheim mit seinen Ortsteilen bietet verschiedene Freizeitmöglichkeiten, wie zum Beispiel ausgewiesene Rad- und Wanderwege, Rasthütten, Kneippbecken, Aussichtspunkte, Gästeführungen und Anderes. Im Ort befinden sich verschiedene fränkische Gaststätten, Heckenwirtschaften und Weinprobierstuben. Urlaub auf dem Winzerhof, Ferienwohnungen, Gästezimmer und der Winzerhof bieten Übernachtungsmöglichkeiten für Touristen.

Die Kirchenburganlage, die stilreine neugotische Kirche St. Johannes, die ehemalige Synagoge, und historische Hofanlagen prägen den Weinort. Der "Hüttenheimer Dorfspaziergang" führt zu den Sehenswürdigkeiten. Dazu werden Führungen angeboten.

Weinort Hüttenheim[Bearbeiten]

Direktvermarktende Winzer und die Gastronomie bieten ein weintouristisches Angebot an. Beim Kirchenburgweinfest und den Weinfesten der Winzer steht der Wein vom Hüttenheimer Tannenberg im Mittelpunkt. Hüttenheim gehört zum „Weinparadies Franken“.

Auf rund 75 Hektar werden hauptsächlich die Weißweinsorten Müller-Thurgau, Silvaner und Bacchus angebaut sowie Spezialitäten wie Kerner, Weißer Burgunder, Grauburgunder und andere. Die wichtigste Rotweinsorte ist die Domina. Dornfelder, Spätburgunder, Blauer Portugieser und andere erweitern das Sortiment.
Winzer und ausgebildete Gästeführer bieten Weinbergsführungen, Weinproben, Busbegleitungen und mehr an.
Der Wein wächst auf Gipskeuper.

Museum und Ausstellungen in Hüttenheim[Bearbeiten]

  • Fahrradmuseum Hüttenheim: Sammlung ausgefallener und historischer Räder
  • Sammlung Därr: Tante-Emma-Laden um 1940 und große Sammlung Alte Waschmittel

Wichtige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Erster Samstag im März: Kulinarischer Dorfspaziergang Hüttenheim (mit Anmeldung)
  • Christi Himmelfahrt: Marktplatzfest in Hüttenheim
  • Dritter oder vierter Sonntag im Mai: Kirchenburgmarkt in Hüttenheim
  • Sonntag vor Jakobi (25. Juli): Herrnsheimer Markt
  • Zweites Wochenende im August: Dorffest Willanzheim
  • Drittes Wochenende im August: Kirchenburgweinfest Hüttenheim
  • Letzter Sonntag im September: Streuobstfest in Markt Herrnsheim (gerade Jahre)

Lehrpfade[Bearbeiten]

  • Willanzheimer Dorfkulturweg (Ortolan, Mittelwaldbewirtschaftung, keltische Viereckschanze)
  • Streuobst-Erlebnisweg Markt Herrnsheim (konzipiert für Schulklassen, Kindergruppen und Familien mit Kindern, einmalig in Bayern)
  • Hüttenheimer Dorfspaziergang (Kirchenburg, katholische Kirche, ehemalige Synagoge, Burgstall der Deutschordenskommende, Ebracher Hof)
  • Auf alten Pfaden um den Tannenberg (naturkundlicher Weg)
  • Weinparadiesweg (durch die Weinberge, ca. 20 km)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Markt Willanzheim ist über die Bundesstraßen 8 und 13 zu erreichen und hat dadurch auch eine Anbindung zu den Autobahnen 3 und 7. Außerdem besteht über die an der Bahnstrecke Nürnberg  – Würzburg gelegenen Bahnhöfe von Kitzingen und Iphofen eine Anbindung mit öffentlichen Linienbussen.

Bildung[Bearbeiten]

In den Ortsteilen Willanzheim und Hüttenheim befindet sich eine Grundschule sowie jeweils ein Kindergarten.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111114/184625&attr=OBJ&val=1678
  3. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 198
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 748.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Willanzheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien