Willard Libby

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Willard Frank Libby (* 17. Dezember 1908 in Grand Valley, Colorado; † 8. September 1980 in Los Angeles) war ein US-amerikanischer Chemiker und Physiker. Für die Entwicklung der Radiokohlenstoffmethode zur Bestimmung des Alters archäologischer Funde erhielt er 1960 den Nobelpreis für Chemie.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Libby war physikalischer Chemiker und beschäftigte sich mit Radioaktivität und Isotopenforschung.

Libby studierte zwischen 1927 und 1933 Chemie an der University of California in Berkeley und schloss mit dem Grad eines Doktors ab. Seine Doktorarbeit behandelte die Radioaktivität der Lanthanoide. Unmittelbar nach Abschluss der Studien begann seine wissenschaftliche Laufbahn zunächst als Instructor und später als Assistant Professor. Während der 1930er Jahre baute Libby den ersten Geigerzähler in den Vereinigten Staaten [1] . Er entwickelte darüber hinaus im Jahr 1934 Teilchendetektoren zum Messen schwacher Radioaktivität [2].

Aufgrund eines Guggenheim-Stipendium arbeitete er zwischen 1941 und 1945 an der Columbia University am Manhattan-Projekt. Er arbeitete in der Gruppe von Harold Clayton Urey an der Anreicherung von Uran 235 nach dem Gasdiffusionsverfahren. Die Verwendung des sehr korrosiven Uranhexafluorid stellte die Arbeitsgruppe vor die Herausforderung, korrosionsfeste Materialien zu finden. Die Erkenntnisse Libby‘s zur ursächlichen Wirkung ermöglichten ein besseres Verständnis der Korrosion sowie die Entwicklung geeigneter Materialien [3].

Nach dem Krieg folgte er einem Ruf an die University of Chicago, wo er bis 1954 lehrte. Am 6. Dezember 1946 stellte er eine Atomuhr vor, die mit der Eigenschwingung von Cäsium-Atomen arbeitete. Als ein Pionier der Radiochemie und Isotopenforschung entwickelte er 1948 bis 1950 die Radiokohlenstoffmethode zur Datierung archäologischer Fundstücke, wenn diese organisches Material enthalten und zwischen 500 und 50.000 Jahre alt sind.

Für die nächsten fünf Jahre war er als erster Chemiker Mitglied der US-Atomenergiekommission. 1959 kehrte er wieder an die University of California zurück, wo er bis zu seinem Ruhestand 1976 tätig war. Ab 1962 leitete er dort das Institut für Geo- und Weltraumphysik.

Libby erhielt zahlreiche Forschungspreise und Auszeichnungen, der wohl wichtigste war der Nobelpreis für Chemie 1960. Zwei Jahre zuvor war er mit dem Willard Gibbs Award geehrt worden.

Libby war von 1940 bis 1966 mit Leonor Hickey verheiratet und ab 1945 Vater von Zwillingstöchtern. Nach der Scheidung heiratete er im Jahr 1966 die Physikerin Leona Woods Marshall.

Schriften[Bearbeiten]

  • Willard F. Libby: Radiocarbon Dating. University of Chicago Press, Chicago 1952

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. W.F. Libby, 1932, Simple amplifier for Geiger-Müller counters, Physical Review 42 (3) : Seiten 440-441.
  2. W.F. Libby, 1934, Radioactivity of neodymium and samarium, Physical Review 46 (3) : 196-204.
  3. Richard G. Hewlett, Oscar E. Anderson, 1990, The New World. A history of the United States Atomic Energy Commission, volume I, 1939-1946, Berkeley, University of California Press (éd. originale 1962).

Literatur[Bearbeiten]

  • R.E. Taylor, 1987, Radiocarbon dating : an archaeological perspective, London, Academic Press, chap. 6.
  • Greg Marlowe, 1980, W.F Libby and the archaeologists, 1946-1948, Radiocarbon 22 (3) : Seiten 1005-1014.
  • Greg Marlowe, 1999, Year one : radiocarbon dating and American archaeology, 1947-1948, American Antiquity 64 (1) : Seiten 9-32.

Weblinks[Bearbeiten]