Willem van de Velde der Jüngere

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Willem van de Velde der Jüngere. Lodewijk van der Helst, 1672

Willem van de Velde der Jüngere (* vor 18. Dezember 1633 zu Leiden; † 6. April 1707 in Greenwich) war ein holländischer Maler.

Der Kanonenschuß, um 1670

Biographie[Bearbeiten]

Willem war der erste Sohn seines Vaters Willem van de Velde der Ältere mit der mit ihm seit 1631 verheirateten Judith Adriansdr. van Leeuwen. In der Hooglandsen Kirche in Leiden wurde er am 18. Dezember 1633 getauft. Während er in Leiden geboren wurde, wurde sein Bruder Adriaen 1636 bereits in Amsterdam geboren. So dass irgendwann zwischen diesen beiden Daten die Familie nach Amsterdam gezogen sein muss. Bei der Hochzeit seines Vaters hatte dieser als Beruf „Schiffszeichner“ angegeben. Dies deutet darauf hin, dass er kein Maler war, aber als Zeichner mit der Spezialität Schiffe sein Geld verdiente. Willem der Jüngere selber lernte erst bei seinem Vater, aber zwischen 1650 und 1652 war er in Weesp bei Simon de Vlieger in der Ausbildung. Weitere Zusammenarbeiten sind mit Dubbels und van de Cappelle bezeugt. In Weesp ging er die Ehe mit Pieternelle Le Maire ein, die aber bereits im nächsten Jahr wieder geschieden wurde, da er ihr Untreue vorwarf. 1656 heiratete er wieder, diesmal in Leiden. Mit seiner Frau Magdaleentje Walravens hatte er die Kinder Maria (1658 getauft), Judith (1663 getauft), Willem (1667–1708) und Sarah (1671 getauft). Die ersten wurden in der Ouden Kerk in Amsterdam, Willem in der Zuiderkerk und Sarah wird katholisch in der Kirche Geloof,Hoop en Liefde getauft.

Während sein Vater sich auch während und nach dem ersten Seekrieg gegen England weiter mit penschilderijen arbeitet, setzt sein Sohn auf Ölfarben. Sein Vater hat von der Admiralität eine Galiot für Zeichnungen vor Ort gestellt bekommen. Die dabei entstanden Zeichnungen verwendeten beide für ihre speziellen Produkte. In dieser Zeit sind sehr viele Arbeiten in der gemeinsamen Werkstatt entstanden. Dort arbeitete nicht nur die beiden Willems, auch der Bruder Adriaen, die Söhne des jüngeren Willem (Willem, Cornelis und Pieter), seine Tochter Sara und Hendrik Dubbels. Die Auftraggeber sind sowohl auf offizieller und auf privater Seite finden. Dazu gehören die Staten-Generaal, die einzelnen Provinzen, Städte und die Admiralitäten.

Mit dem Rampjaar veränderten auch die van de Veldes ihr Leben. Im Winter 1672 zu 1673 sind sie nach England gefahren, um dort ein neues Leben zu beginnen. Noch mitten im Krieg, erhielten sie Aufträge für Marinestücke, diesmal von englischer Seite. Ab 1674 gab Charles II. ein jährliches Entgelt von hundert Pfund an den Vater aus, für Zeichnungen und Skizzen von Seeschlachten und noch mal hundert Pfund für den jüngeren Willem für Gemälde zum privaten Vergnügen des Königs. Der Herzog von York gab für beide nochmal 50 Pfund dazu. Außerdem durften sie einige Räume im bedeutenden Queen’s House nutzen. Damit waren sie als Hofmaler bei jeder maritimen Aktivität des Hofes anwesend. An diesen Begünstigungen hat sich unter neuen Königen nichts geändert. Selbst als 1693 sein Vater stirbt, gelten die Bestimmungen für ihn weiter.

Ab 1678 signierten Vater und Sohn ihre Werke getrennt, jeweils zusätzlich mit de Oude/ O beziehungsweise mit de Jonge/ J zu ihrer normalen Signatur.

Werke (Auszug)[Bearbeiten]

Holländische Segelschiffe in einer Windstille (zirka 1665)
  • Der Hafen von Amsterdam, 1686, Leinwand, 180×316 cm. (Amsterdam, Rijksmuseum)
  • Der Kanonenschuß, Leinwand, 79×67 cm. (Amsterdam, Rijksmuseum)
  • Drei Schiffe im Sturm, 1673, Leinwand, 75×95 cm. (London, National Gallery)
  • Holländische Schiffe in einer Brise, Holz, 42×59 cm. (London, National Gallery)
  • König Karl II. von England auf der Reede von Dordrecht 1660, Leinwand, 67×77 cm. (Den Haag, Mauritshuis)
  • Schiffe am Ufer, 1661, Leinwand, 63×72 cm (London, National Gallery)
  • Stille See, 1653, Holz, 43×63 cm. (Kassel, Gemäldegalerie)
  • Fischerboote am Abend bei Windstille (Museum der bildenden Künste, Leipzig)
  • Die sogenannte Seeschlacht in der Solebay (1673) (Niedersächsisches Landesmuseum, Hannover)

Literatur[Bearbeiten]

  • Jeroen Giltaij, Jan Kelch (Hrsg.): Herren der Meere, Meister der Kunst. Das holländische Seebild im 17. Jahrhundert. Berlijn, Rotterdam 1996, ISBN 90-6918-174-6.
  • Hermann Arthur Lier: Velde, van de. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 39, Duncker & Humblot, Leipzig 1895, S. 557–563.
  • Margareta Russell: Willem van de Velde de Jonge. Het IJ voor Amsterdam met de Gouden Leeuw (Palet Serie 2). Bloemendaal 1992, ISBN 90-230-0768-9.
  • M. S. Robinson, Van de Velde Drawings. A catalogue of Drawings in the National Maritime Museum [Greenwich] made by the elder and the younger Willem van de Velde, Cambridge 1958.
  • M. S. Robinson, The Willem van de Velde Drawings in the Boymans-van Beunigen Museum Rotterdam. 3 Bände, Rotterdam 1979
  • M. S. Robinson, Van de Velde Drawings in the National Maritime Museum. 2 Bände, Greenwich 1973, 1974
  • H. P. Baard, Willem van de Velde de oude, Willem van de Velde de jonge, Amsterdam 1942.

Weblinks[Bearbeiten]

Die Seeschlacht vor Texel, 11. August 1673 von Willem van de Velde der Jüngere, gemalt 1683, zeigt eine Seeschlacht des Dritten Englisch-Niederländischen Seekrieges.
 Commons: Willem van de Velde der Jüngere – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien