Willi Fricke (Fußballspieler)

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Willi Fricke (* 6. Januar 1913 in Linden; † 15. Juni 1963) war ein deutscher Fußballspieler. Er spielte anfangs in der Offensive, in späteren Jahren meistens als Mittelläufer bzw. „Stopper“.

Willi Fricke spielte zunächst ab 1928 als Stürmer bei Wacker Hannover. Über seinen ersten Verein ist kaum noch etwas bekannt. In die Verbandsliga schaffte er es nicht. Dort spielten im Jahr der Ligagründung 1929/21 im Südkreis aus Hannover nur Hannover 96, Hannoverscher SC, Eintracht Hannover und Sport Hannover.[1] Seinen Sportplatz hatte der Verein in der Steintormasch (Hafen).[2]

In der Saison 1926/27 spielte Wacker Hannover in der Gruppe B 1 des 3. Fußball-Gaues des Norddeutschen Fußballverbandes (NFV).[3] Auf einem Fußballturnier 1923 in der Eilenriede unterlag der Verein dem S. V. Adelia von 1921 mit 0:4.[4]

Bis 1938 spielte Fricke dann für den SV Arminia Hannover. In der Spielsaison 1932/33 spielte er als Stürmer bei Arminia Hannover in der Oberliga Südhannover-Braunschweig (1. Liga). Im Halbfinale um den Bundespokal verlor Norddeutschland am 8. Januar 1933 vor 15.000 Zuschauern in Breslau gegen den Südostdeutschen Fußball-Verband mit 1:3. In der 17. Spielminute gingen die Hausherren durch den Ströbitzer Halbstürmer Dommaschk mit 1:0 in Führung. In der 54. Minute schaffte der Hannoveraner Fricke zwar den Ausgleich, doch dann machte Halbstürmer Richard Malik vom SuSV Beuthen 09 mit zwei Toren die Überraschung perfekt.[5]

Am 18. August 1935 erhielt Fricke eine Berufung für die Deutsche Nationalmannschaft. In einem Länderspiel gewann die Deutsche Nationalmannschaft bei einem Freundschaftsspiel vor 16.000 Zuschauern in Luxemburg gegen die Vertretung des Herzogtums nur knapp mit 1:0.[6] Die deutsche B-Nationalmannschaft (die A-Nationalmannschaft gewann am selben Tag ein Länderspiel in München gegen Finnland deutlich mit 6:0) tat sich gegen den unterlegenen Gegner sehr schwer.[7]

Danach wurde er nicht wieder in die Nationalmannschaft berufen. Er spielte sechsmal repräsentativ für Norddeutschland.

Von 1938 bis 1952 spielte Willi Fricke (mit Unterbrechung durch den Zweiten Weltkrieg) für Eintracht Braunschweig. Da er zum Profi erklärt wurde, wurde er für zwei Jahre für Fußballspiele gesperrt. Er bestritt von 1947 bis 1952 insgesamt 106 Oberligaspiele für Eintracht Braunschweig, in denen er zwei Tore schoss. Er kam weiterhin zu zwei Einsätzen in der Zonenmeisterschaft 1948. Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn übernahm er diverse Aufgaben in der Verwaltung des BTSV.

Willi Fricke starb im jungen Alter von 50 Jahren am 15. Juni 1963.

Literatur[Bearbeiten]

  • Holger Joel und Ernst Christian Schütt: Chronik des deutschen Fußballs – Die Spiele der Nationalmannschaften 1908 bis heute. Chronik Verlag im Wissen Media Verlag GmbH, Gütersloh/München 2005, ISBN 3-577-16409-3, S. 379.
  • Walter A. Cordua: 50 Jahre Norddeutscher Fußball-Verband e.V. 1905–1955. Hrsg. v. Norddeutschen Fußballverband, Hamburg 1955. S. 30.
  • Sport in Hannover von der Stadtgründung bis heute. Hrsg.: Niedersächsisches Institut für Sportgeschichte Hoya e.V., Wissenschaftlicher Beirat, Göttingen 1991, ISBN 3-923478-56-9.
  • Fritz Maussner und Nils Köhler: Fußball in Celle – Von den Anfängen bis 1945. Verlag Georg Ströher, Celle 2001, ISBN 3-921744-23-7.
  • Martin-Andreas Schulz: Alles über Fußball. wissenmedia Verlag, 2008, ISBN 3-577-16413-1, S. 134.
  • kicker Fußball Almanach 2014. S. 132.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cordua, S. 30. Vgl. Blazek, Matthias: Die Geschichte des Hamburger Sportvereins – 125 Jahre im Leben eines der populärsten Fußballvereine, ibidem, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-8382-0387-4, S. 75 und 83.
  2. Sport in Hannover, S. 204.
  3. Maussner/Köhler, S. 34.
  4. Der Sportverein SV Großmoor wurde 1921 gegründet, matthias-blazek.eu.
  5. Fußball Oberberg (MS Word; 60 kB).
  6. Fußballdaten.de, abgerufen am 13. November 2013.
  7. Fußball Oberberg (MS Word; 60 kB).