Willi Lippens

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Willi Lippens

„Ente“ Lippens, 1970

Spielerinformationen
Voller Name Willi Lippens
Geburtstag 10. November 1945
Geburtsort HauDeutschland
Größe 170 cm
Position Angriff
Vereine in der Jugend
VfB Kleve
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1965–1976
1976–1978
1979
1979–1981
1981–1982
Rot-Weiss Essen
Borussia Dortmund
Dallas Tornado
Rot-Weiss Essen
Rot-Weiß Oberhausen
327 (186)
70 0(13)
25 0(15)
67 0(23)
2 00(0)
Nationalmannschaft
1971 Niederlande 1 00(1)
Stationen als Trainer
1998 Rot-Weiss Essen
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Willi „Ente“ Lippens (* 10. November 1945 in Hau, Niederrhein) ist ein ehemaliger Fußballspieler mit niederländischem Pass. Lippens stand in den 1960er und 1970er Jahren bei deutschen Vereinen als Profifußballer unter Vertrag.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Karriere [Bearbeiten]

Familie und Kindheit [Bearbeiten]

Seine Mutter war Deutsche, sein Vater Niederländer. Er wuchs in Kleve am Niederrhein auf.

Karriere im Verein [Bearbeiten]

Lippens war ein klassischer linker Flügelstürmer der dank herausragender Dribbelqualitäten seine Gegenspieler regelmäßig schwindelig spielte.

Von 1965 bis 1976 sowie 1979 bis 1981 spielte er für Rot-Weiss Essen. 1976 wechselte er zu Borussia Dortmund, wo er bis Ende 1978 aktiv war; nach einem kurzen Abstecher zum US-amerikanischen Club Dallas Tornado kam Lippens Ende 1979 wieder zurück zu Rot-Weiss Essen, damals in der 2. Bundesliga Nord spielend.

Er absolvierte insgesamt 242 Bundesliga-Spiele und schoss dabei 92 Tore. Bis heute ist er mit 172 Spielen und 79 Toren sowohl Rekordspieler als auch Rekordtorschütze der Essener in der Fußball-Bundesliga.

Karriere in der Nationalmannschaft [Bearbeiten]

Er absolvierte 1971 ein Länderspiel für die Niederländische Fußballnationalmannschaft, bei dem er das erste Tor beim 6:0-Sieg gegen Luxemburg erzielte; von der niederländischen Mannschaft wurde er aber aufgrund seines deutschen Hintergrunds nicht akzeptiert. Lippens hätte sehr gern in der Deutschen Fußballnationalmannschaft gespielt, er wurde auch von Bundestrainer Helmut Schön für einen Einsatz favorisiert, aber die Deutschfeindlichkeit seines niederländischen Vaters, der im Zweiten Weltkrieg Opfer der Nationalsozialisten gewesen war, verhinderte den Wechsel der Staatsbürgerschaft.[1][2] [3] Lippens äußerte sich über die diesbezügliche Einstellung seines Vaters folgendermaßen: „Er hat mir gesagt, dann bräuchte ich nicht mehr nach Hause kommen“.[4]

Seiner Nichtnominierung in den niederländischen Kader zur WM 1974 widmete er aber noch einen unmissverständlichen Kommentar: „Mit mir wäre 1974 Holland und damit nur ein Deutscher Weltmeister geworden![5]

Karriere als Trainer [Bearbeiten]

1998 war er kurzzeitig Trainer bei RW Essen, konnte aber den Abstieg in die Amateur-Oberliga Nordrhein nicht mehr verhindern.

Trivia [Bearbeiten]

  • Seinen Spitznamen „Ente“ verdankt er seinem charakteristischen Laufstil, der etwas an den Watschelgang einer Ente erinnerte.[6]
  • Willi Lippens gilt als „Original“, das nie um einen guten Spruch verlegen ist. Als er 1965 in einem Regionalliga-Spiel bei Westfalia Herne auf eine Verwarnung und den darauf folgenden Kommentar des Schiedsrichters „Herr Lippens, ich verwarne Ihnen“ [sic] mit den Worten antwortete: „Herr Schiedsrichter, ich danke Sie“, wurde er prompt des Feldes verwiesen und erhielt anschließend eine 14-tägige Sperre wegen respektlosen Verhaltens.[7]
  • Nach seiner Karriere als Fußballer eröffnete Willi Lippens in Bottrop ein Restaurant und nannte dieses in humorvoller Bezugnahme auf sein berühmt gewordenes Zitat „Ich danke Sie“.[8]
  • Vor einem Gastspiel von Bayern München in Essen machte Lippens, wie der Münchner Torwart Sepp Maier berichtete, den Vorschlag, bei einem Abschlag der Bayern solle Maier zur Belustigung der Zuschauer den Ball auf Lippens spielen, er spiele diesen dann auch wieder zurück, worauf sich Maier jedoch nicht einließ.
  • Angeblich soll er auch zumindest verwarnt worden sein, als er mit der Begründung, er wolle endlich mal ein Kopfballtor erzielen, den Ball im Liegen mit dem Kopf über die Linie beförderte.[9]

Statistik [Bearbeiten]

Für Rot-Weiss Essen:

  • 155 Regionalligaspiele / 107 Tore (1965–1966, 1967–1969, 1971–1973)
  • 172 1. Bundesligaspiele / 79 Tore (1966–1967, 1969–1971, 1973–1976)
  • 67 Spiele in der 2. Bundesliga-Nord / 23 Tore (1979–1981)

Für Borussia Dortmund:

  • 70 1. Bundesligaspiele / 13 Tore (1976–1979)

Literatur [Bearbeiten]

  • Marc Geschonke: Ente mit Schlapphut in:... der Boss spielt im Himmel weiter. Fußball-Geschichten aus dem Ruhrgebiet, herausgegeben von Hermann Beckfeld. Henselowsky Boschmann Verlag Bottrop. ISBN 3-922750-62-1
  • Ingo Schiweck, Kicken beim Feind? Der ganz alltägliche Friede hinter dem deutsch-niederländischen Fußballkrieg, Düsseldorf 2006, S. 67-74. ISBN 3-9810957-4-X
  • Ich danke Sie!: Der Fußballer Willi "Ente" Lippens von Dietmar Schott. Essen 2008. ISBN 978-3-89861-978-3.

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. "Ente" Lippens wird 65
  2. http://www.mitten-im-pott.de/willi.html
  3. http://www.holland-news.de/themen/deutschnieder/dnl7.htm
  4. http://www.spox.com/de/sport/fussball/dfb-team/0906/News/dfb-team-deutsche-die-fuer-andere-nationalsteams-spielen-nuri-sahin-hamit-altintop-hamit-altintop.html
  5. http://www.bundesliga.de/de/liga/news/2011/0000201481.php
  6. http://www.bundesliga.de/de/liga/news/2011/0000201481.php
  7. http://www.bundesliga.de/de/liga/news/2011/0000201481.php
  8. http://www.bundesliga.de/de/liga/news/2011/0000201481.php
  9. http://www.bundesliga.de/de/liga/news/2011/0000201481.php

Weblinks [Bearbeiten]