William Bradford (1590–1657)

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Bradford (2.v.r. im Vordergr.) und weitere „Pilgerväter“ beim Gebet vor der Abreise
Historienfantasie von Robert W. Weir, 1844, in der Rotunde des Kapitols in Washington

William Bradford (* März 1590 in Austerfield, Yorkshire, England; † Mai 1657) war als einer der „Pilgerväter“ einer der ersten Kolonisten in Neuengland, Mitgründer und später Gouverneur der Plymouth Colony.

Leben[Bearbeiten]

Bradford wuchs in Austerfield, einem Dorf in der Nähe von Doncaster in der Grafschaft South Yorkshire, auf. Während seiner Kindheit wurde er von Predigten separatistischer Kongregationalisten beeinflusst. Dies führte dazu, dass er 1606 der separatistischen Kirchengemeinde in Scrooby (Nottinghamshire) beitrat und mit ihr, um der Verfolgung durch die anglikanische Staatskirche zu entgehen, 1608 in die Niederlande emigrierte. Dort lernte er die Herstellung von Seide. 1613 heiratete er die sechzehnjährige Dorothy May und hatte mit ihr zwei Jahre später einen Sohn namens John.

Da die englischen Kongregationalisten sich nicht mit dem niederländischen Calvinismus anfreunden konnten und sie fürchteten, dass ihre Kinder sich ihnen entfremden würden, machte ein Teil der Gemeinde 1620 die Überfahrt an Bord der Mayflower in die Neue Welt. Bradford war einer der Verfasser und Unterzeichner des Mayflower-Vertrags (Mayflower Compact) und Mitbegründer der Plymouth Colony auf dem Boden des heutigen Massachusetts. Im April des Jahres 1621 wählte man ihn als Nachfolger von John Carver zum Gouverneur der Kolonie, was sich dann noch dreißigmal wiederholte, außer in den Jahren, in denen er zu Gunsten von Thomas Prence und Edward Winslow verzichtete. Kurz nach seiner ersten Amtsübernahme erreichte er in Verhandlungen mit Massasoit vom Stamm der Wampanoag einen Verzicht auf Landansprüche und einen Friedensvertrag.

Bradford organisierte auch den ersten Thanksgiving Day in Neuengland. Er fungierte zudem viermal als Abgeordneter der New England Confederation und war zweimal deren Präsident. In seinem Werk History of Plimouth Plantation, das von 1620-1647 entstand, schildert er unter anderem das Leben in den neuen Kolonien. Es gilt als ein wichtiges Dokument der frühen amerikanischen Geschichte.

Literatur[Bearbeiten]

Werkausgaben[Bearbeiten]

  • History of Plymouth Plantation, 1620-1647. 2 Bände. Hrsg. von W. C. Ford. Massachusetts Historical Society/Houghton Mifflin, Boston 1912. Digitalisate auf den Seiten des Internet Archive: Band I, Band II.
  • Of Plymouth Plantation, 1620–1647. Hrsg. von Samuel Eliot Morison. Knopf, New York 1952. Zahlreiche Neuauflagen, zuletzt 2006, ISBN 9780394438955.

Sekundärliteratur[Bearbeiten]

  • Douglas Anderson: William Bradford’s Books: Of Plimmoth Plantation and the Printed Word. Johns Hopkins University Press, Baltimore 2003, ISBN 9780801870743.
  • Thomas Finlayson Henderson: Bradford, William (1590-1657). In: Leslie Stephen (Hrsg.): Dictionary of National Biography (DNB), Band 6 (Bottomley – Browell), MacMillan & Co, Smith, Elder & Co., New York City, London 1886, S. 161164 (englisch)
  • David Levin: William Bradford: The Value of Puritan Historiography. In: Everett Emerson (Hrsg.): Major Writers of Early American Literature. Madison: University of Wisconsin Press, Madison 1972, S. 11–31.
  • Jesper Rosenmeier: "With My Owne Eyes": William Bradford’s Of Plymouth Plantation. In: Sacvan Bercovitch (Hrsg.): Typology and Early American Literature. University of Massachusetts Press, Amherst 1972, S. 69–105.
  • Bradford Smith: Bradford of Plymouth. Lippincott, Philadelphia 1951.
  • Perry D. Westbrook: William Bradford. Twayne, Boston 1978, ISBN 080577243X.

Einzelnachweise[Bearbeiten]