Willie Hoppe

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William Frederick Hoppe
Billard Picto 2-white.svg
Willie Hoppe shooting pool (detail) ca. 1910-1915.jpg
Geburtstag 11. Oktober 1887
Geburtsort Cornwall-on-Hudson, USA
Sterbedatum 1. Februar 1959
Sterbeort Miami, Florida[1]
Nationalität Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Spitzname(n) Willie, The King[2]
Profi 1906–1952
Erfolge
Wenn nicht anders ausgewiesen, beziehen
sich die Angaben auf die Disziplin „Dreiband“.
Bester GD: 1,333
(1950 – damals Weltrekord)
Höchstserie (HS): 25
(1928)[3]
Weltmeisterschaften:
51×

William Frederick Hoppe, besser bekannt als Willie Hoppe (* 11. Oktober 1887 in Cornwall-on-Hudson, New York, USA; † 1. Februar 1959 in Miami, Florida[1]), war ein mehrfacher US-amerikanischer Carambolageweltmeister deutscher Abstammung.

Leben[Bearbeiten]

Hoppe hatte das Billardspielen von seinem Vater, einem Hotelangestellten, gelernt. Jacob Schaefer (Sen.), ebenfalls ein deutschstämmiger US-Amerikaner, war danach sein Lehrer, den er bis zu dessen Tod 1910 nicht besiegen konnte.

Bereits mit achtzehn Jahren gewann er 1906 seinen ersten Weltmeistertitel im Cadre 45/1 gegen Maurice Vignaux in Paris. Er stellte einen neuen Rekord im Cadre 45/2 mit 622 Punkten auf, der Rekord wurde erst 1926 gebrochen.[4]

1914 kam es zu einem Spiel zwischen ihm und dem Engländer Melbourne Inman, eigentlich ein Spieler im English Billiards, das er mit 304:602 verlor, obwohl Hoppe als Favorit galt.[5] Zu einer besonderen Begegnung kam es 1925 in einem Spiel gegen den Dreibandmeister Robert Cannefax. Cannefax, der schnellere Tücher bevorzugte, bat den führenden Hoppe darum, doch an einem anderen Tisch zu spielen. Hoppe lehnte mit den Worten ab: „Das Tuch ist doch in Ordnung.“ Daraufhin zog Cannefix ein Taschenmesser heraus und zerschnitt das Tuch mittig. Hoppe bekam daraufhin das Spiel zugesprochen, und Cannefax wurde für ein Jahr gesperrt. Er nahm danach nie wieder an einem Turnier teil und verstarb 1928 an Meningitis.[3]

In einem Schaukampf gegen Charles C. Peterson 1928 stellte er seine persönlich beste Höchstserie (HS) von 25 auf.[3]

Bei der Weltmeisterschaft 1940 in Chicago war er in zwanzig Spielen ungeschlagen.[6]

Bei seiner Verteidigung des Dreiband Weltmeisterschaftstitel 1941 in Chicago musste er sich – seine Grippe hatte sich zu einer Lungenentzündung ausgeweitet – vom Wettkampf zurückziehen und ins Krankenhaus einweisen lassen. Als er im St. Luke’s Krankenhaus um sein Leben kämpfte, begann die Weltmeisterschaft mit den besten 17 Spielern der Welt ohne ihn, er hätte der 18. sein sollen. Als eine Geste gegenüber dem kränkelnden Champion waren sich die Spieler einig, dass sie keines seiner Spiele aufgeben wollten. So ging das Turnier vierzehn Tage weiter. Am fünfzehnten Tag kam Hoppe, blass und zittrig, seiner Verpflichtung nach, dass ein Turnier ohne ihn kein Turnier sei. Da er nun hoffnungslos zwei Wochen hinter dem Feld lag, gewann er sein erstes Spiel, wenn auch sichtlich geschwächt und kaum in der Lage, den Queue zu halten. Nach dem Spiel ging er in sein Hotel, um sich auszuruhen, als er eigentlich sein zweites Spiel absolvieren sollte, das er dann aber auch gewann. Er gewann das dritte, das vierte und so weiter, bis er schließlich alle dreizehn verpassten Spiele in Folge gewann, unter anderem gegen Otto Reiselt, John Fitzpatrick und Joe Chamaco. Er verlor dann gegen Welker Cochran auc San Francisco, gewann wieder drei Spiele hintereinander, bis er schließlich im Finale dem Titelangreifer Jake Schaefer Jr. gegenüberstand, den er auch schlagen konnte. Mit diesem 16:1-Rekord – 17 Spiele in 18 Tagen – anstelle von 32 geplanten Spieltagen konnte er seinen Weltmeisterschaftstitel erfolgreich verteidigen.[7]

Nach seinem letzten Titelgewinn 1952 beendete er seine Karriere und warb durch Spieldemonstrationen für das Spiel. Hoppe war der einzige Billardspieler, der je einen Schaukampf im Weißen Haus abhalten durfte, und spielte 1911 vor Präsident William Taft.[6]

Zwischen 1906 und 1952 gewann Willie Hoppe 51 Mal Weltmeisterschaften und verfasste in dieser Zeit zwei Bücher über Billard.

Tod[Bearbeiten]

Hoppe starb im Beisein seines Bruders Albert am 1. Februar 1959 um 16:40 im St. Francis Krankenhaus in Miami an Magenblutung. Er lag wegen seines Krebsleidens schon seit September 1958 im Krankenhaus.[6]

Ehrungen[Bearbeiten]

1966 wurde Hoppe posthum in die Hall of Fame des Billiard Congress of America aufgenommen. Er steht auf Platz 1 der Billiards Digest 50 Greatest Players of the Century.[8]

WM-Titel[Bearbeiten]

  • Professional World Champion im Cadre 45/1: 1906, 1908–1911 und 1914–1927
  • Professional World Champion im Cadre 45/2: 1908, 1910–1920, 1923, 1924 und 1927
  • Professional World Champion im Dreiband: 1936, 1940–1943 und 1947–1952

Werke[Bearbeiten]

  • Thomas Emmett Crozier (Hrsg.): Thirty Years of Billards. Putnam, New York 1925; Reprint: Dover Publications, New York 1975, ISBN 0-486-23126-7
  • Billard As It Should Be Played. 1941; Reprint: Contemporary Books, Incorporated, Chicago 1991, ISBN 0-8092-8837-0

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Billiards King Willie Hoppe died at 71 Todesnachricht im Lodi Nesw-Sentinel vom 2. Februar 1959. Abgerufen am 21. Juni 2012.
  2. Legendary Players Abgerufen am 24. Mai 2014.
  3. a b c Willie Hoppe Biographie (en) Billiards Forum.info. Archiviert vom Original am 21. Juni 2012. Abgerufen am 21. Juni 2012.
  4. Willie Hoppe auf Encyclopedia Britannica. Abgerufen am 21. Juni 2012.
  5. Hoppe defeated at English Billards Artikel in der New York Times(englisch). Abgerufen am 4. April 2012.
  6. a b c Hoppe, Cue Great, Dies im The Milwaukee Sentinel vom 2. Februar 1959. Abgerufen am 21. Juni 2012.
  7. Ailing Hoppe left hospital bed to beat the World's Best Cuemen im The Milwaukee Journal vom 4. Februar 1959. Abgerufen am 21. Juni 2012.
  8. Billiards Digest 50 Greatest Players of the Century. Abgerufen am 15. Juli 2012.