William Greer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt den Sicherheitsbeamten William Greer; für den kalifornischen Abgeordneten siehe William Walter Greer.
Der Wagen von John F. Kennedy wenige Augenblicke vor seiner Ermordung. William Greer ist vorne auf dem Fahrersitz zu erkennen.

William Robert Greer (* 22. September 1909 in Stewartstown, County Tyrone, Irland; † 23. Februar 1985, North Carolina) war ein US-amerikanischer Sicherheitsbeamter, der Bekanntheit erlangte als Fahrer des Wagens, in dem John F. Kennedy am 22. November 1963 in Dallas ermordet wurde.

Leben[Bearbeiten]

Frühe Jahre[Bearbeiten]

William Greer wurde in Irland geboren, wo er eine Public School besuchte und dann auf einer Farm arbeitete. 1930 emigrierte er in die USA, wo er als Chauffeur Arbeit fand. Nach dem Bombardement von Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 leistete er in der US-Marine seinen Militärdienst. Nach dem Zweiten Weltkrieg trat er im Oktober 1945 dem United States Secret Service bei. 1951 wurde er Mitarbeiter des Weißen Hauses, und in den nächsten dreizehn Jahren war er Fahrer von Harry S. Truman, Dwight D. Eisenhower und zuletzt John F. Kennedy.

Das Attentat[Bearbeiten]

Am 22. November 1963 chauffierte Greer Präsident Kennedy durch Dallas. Mit im Wagen, einem dunkelblauen 1961er Lincoln Continental X-100 mit offenem Verdeck, saßen die First Lady Jackie Kennedy, der Gouverneur John Connally mit seiner Frau Nellie und der Secret Service-Mitarbeiter Roy Kellerman. Als sie von der Elm Street in die Dealey Plaza abbogen, wurde der Wagen beschossen. Greer steuerte den Wagen nach links und verlangsamte die Fahrt, um sich nach dem Präsidenten umzusehen.[1] In diesem Moment traf ein weiterer Schuss Kennedy in den Kopf. Darauf raste Greer zum vier Meilen entfernten Parkland Memorial Hospital, wo der Tod des Präsidenten festgestellt wurde. Für das Verlangsamen des Wagens wurde Greer in der Folge von mehreren Augenzeugen kritisiert. Senator Ralph Yarborough, der gemeinsam mit Vizepräsident Lyndon B. Johnson in einem Wagen hinter Kennedy fuhr, bemerkte, Geheimdienst-Mitglieder sollten eigentlich darauf trainiert sein, schnell zu reagieren, wenn sie einen Schuss hörten. Auch Kennedys Assistent Kenneth O’Donnell kritisierte Greers Reaktionen und fragte sich, ob Kennedy noch leben würde, wenn der Chauffeur rechtzeitig beschleunigt hätte. Noch am 22. November bat Greer die Witwe des Präsidenten um Verzeihung für sein Fehlverhalten.[2] Auf Jackie Kennedys Wunsch steuerte Greer den Wagen, mit dem der Leichnam des Präsidenten zur Obduktion ins Bethesda Naval Hospital nach Maryland gebracht wurde.[3] Vor der Warren-Kommission, die den Auftrag hatte, das Attentat zu untersuchen, sagte Greer später aus, er habe drei Schüsse gehört, die alle von hinten kamen, das heißt von dem Schulbuchdepot, in dem der mutmaßliche Mörder Kennedys, Lee Harvey Oswald, arbeitete.

Letzte Jahre[Bearbeiten]

Wegen seines Verhaltens beim Attentat erfuhr Greer in der Folgezeit keinerlei dienstliche Nachteile. Er blieb beim Secret Service, bis er wegen eines chronischen Magengeschwürs, das sich nach dem Attentat verschlimmert hatte, vorzeitig aus dem Dienst ausschied. 1973 siedelte er nach Waynesville im Haywood County (North Carolina) um, wo er 1985 an Krebs starb.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gerald L. Posner: Case Closed. Lee Harvey Oswald and the Assassination of JFK. Random House, New York NY 1993, ISBN 0-679-41825-3, S. 234.
  2. William Manchester: The Death of a President. November 20 – November 25, 1963. Harper & Row, New York NY u. a. 1967, S. 290.
  3. Vincent Bugliosi: Four Days in November. The Assassination of President John F. Kennedy. W. W. Norton, New York NY 2007, ISBN 978-0-393-33215-5, S. 219.

Weblinks[Bearbeiten]