William H. Seward

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William H. Seward
Sewards Unterschrift
William H. Seward

William Henry Seward (* 16. Mai 1801 in Florida, Orange County, New York; † 10. Oktober 1872 in Auburn, New York) war ein US-amerikanischer Politiker, der von 1861 bis 1869 unter den Präsidenten Abraham Lincoln und Andrew Johnson als Außenminister der Vereinigten Staaten amtierte. Im Jahr 1867 war er maßgeblicher Initiator des Kaufes Alaskas von Russland.

Leben[Bearbeiten]

Aufstieg[Bearbeiten]

Seward, von Beruf Anwalt, saß von 1831 bis 1833 im Senat von New York und amtierte von 1839 bis 1843 als Gouverneur dieses Bundesstaates. Nach seinem Wechsel in die Bundespolitik vertrat er von 1849 bis 1861 die Interessen New Yorks im US-Senat in Washington. Ursprünglich Mitglied der Whig Party, gehörte er nach 1854 – als entschiedener Gegner der Sklaverei – zu den Wortführern der neu gegründeten Republikanischen Partei. Auf dem Chicagoer Nominierungsparteitag der Republikaner zur Präsidentschaftswahl 1860 galt Seward zunächst als aussichtsreichster Kandidat. Aber schließlich machte Abraham Lincoln das Rennen, aufgrund seiner konzilianteren Haltung gegenüber den sklavenhaltenden Südstaaten.

Außenminister während des Bürgerkriegs[Bearbeiten]

Nach dem Wahlsieg der Republikaner trat Seward 1861 in Lincolns Kabinett ein und wurde zu einem der wichtigsten Berater des Präsidenten während des Bürgerkrieges. Seine Aufgabe als Außenminister bestand vor allem darin, eine Intervention Großbritanniens und Frankreichs zugunsten der Konföderation zu verhindern. Großbritannien besaß ein wirtschaftliches Interesse am Fortbestand der Sklaverei, da sie die Einfuhr billiger Baumwolle für die eigene Textilindustrie sicherte. Frankreich sah in einer Spaltung und Schwächung der USA eine Chance, seine Einflusssphäre in Mexiko auszubauen (siehe Französische Intervention in Mexiko).

Seward nahm starken Einfluss auf die Proklamation zur Sklavenbefreiung vom 22. September 1862, die er auch als außenpolitisches Werkzeug sah. Denn die Tatsache, dass die Abschaffung der Sklaverei nun offizielles Kriegsziel der Nordstaaten war, machte es den europäischen Mächten moralisch unmöglich, aktiv auf Seiten der Konföderierten in den Kampf einzugreifen.

Attentat[Bearbeiten]

Am Ende des Bürgerkrieges, am 14. April 1865, wurde Seward zum Ziel eines Anschlags der Verschwörergruppe um John Wilkes Booth, der am gleichen Abend während einer Theatervorstellung in Washington, D.C. Abraham Lincoln zum Opfer fiel. Ursprünglich hatte Lincoln auch Seward zu der Vorstellung eingeladen und es war geplant, auch diesen zu ermorden. Da Seward jedoch wegen einer Erkrankung zu Hause geblieben war, versuchte der Mitverschwörer Lewis Powell ihn in seinem Haus zu erdolchen. Seward überlebte das Attentat schwer verletzt und diente danach auch Lincolns Nachfolger, dem vorherigen Vizepräsidenten Andrew Johnson, als Außenminister.

Der Erwerb Alaskas[Bearbeiten]

Unterzeichnung des Alaska Purchase mit Seward (2. von links), 1867

Sewards folgenreichste Unternehmung während seiner zweiten Amtszeit war sein Einsatz für den Erwerb der russischen Territorien in Nordamerika (Alaska Purchase). Nach längeren Verhandlungen unterzeichneten Seward und der russische Botschafter Eduard von Stoeckl am 30. März 1867 einen Vertrag, nach dem das Zarenreich Alaska für 7,2 Millionen Dollar an die Vereinigten Staaten abtrat.

Seward wurde für dieses Geschäft in der Öffentlichkeit heftig kritisiert. In der Presse wurde Alaska als „Sewards Kühlschrank“ oder – in Anspielung auf den angeblichen Alkoholismus des Präsidenten – als „Johnsons polarer Biergarten“ bezeichnet. Der New York Herald schlug vor, verarmte europäische Monarchen, die ein Stück wertloses Land zu verkaufen hätten, sollten sich an W. H. Seward, State Department, Washington, D.C. wenden. Der Außenminister selbst gab im August 1868 in einer Rede in Sitka seiner Zuversicht Ausdruck, dass Alaska sich mit der Zeit zu einem wertvollen Teil der USA entwickeln werde. In der Tat wurde in Alaska schon kurz darauf Gold entdeckt, und während des Goldrauschs ab 1896 reisten viele Goldsucher über den Südosten Alaskas an den kanadischen Klondike. Der Ort Seward in Alaska und der gesetzliche Feiertag Seward’s Day sind nach William H. Seward benannt.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt unternahm Seward ausgedehnte Auslandsreisen, über die er Reiseberichte verfasste.

Werke[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: William H. Seward – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: William H. Seward – Zitate (Englisch)
 Wikisource: William H. Seward – Quellen und Volltexte (englisch)