William Hodson

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Die Gefangennahme des Großmoguls am 19. September 1857
Grab von William Hodson im Park des La Martiniere Lakhnau

William Stephen Raikes Hodson (* 10. März 1821; † 11. März 1858) war einer der britischen Offiziere, die maßgeblich an der Niederschlagung des Indischen Aufstands von 1857 beteiligt waren. Er galt seinen Zeitgenossen als hervorragender Reiter und herausragender Kämpfer. Er war jedoch nach der Rückeroberung Delhis maßgeblich an den grausamen Vergeltungsmaßnahmen der Briten an der indischen Bevölkerung beteiligt. Bekannt ist William Hodson, weil er den letzten Großmogul Indiens, Bahadur Shah Zafar II., nach dem Verrat durch seinen Schwiegersohn gefangennahm. Zwei seiner Söhne sowie einer seiner Enkel wurden nach ihrer Gefangennahme von William Hodson sofort erschossen.[1]

Leben[Bearbeiten]

William Hodson war der Sohn eines Pfarrers und anders als die meisten seiner britischen Mitoffiziere hatte er eine Universität besucht. Er kam nach Indien, als dort die Sikh-Kriege geführt wurden. In Indien wurde er sehr schnell zum District commissioner in Amritsar ernannt. 1854 wurde Hodson jedoch seiner Ämter enthoben, weil ihm unterstellt wurde, dass er Regimentsgelder für seine Zwecke verwendet hatte. Er wurde später von den Vorwürfen freigesprochen. Ihm wurde jedoch unter anderem nachgesagt, einen indischen Geldverleiher umgebracht zu haben, dem er größere Geldsummen schuldete.[2] Als der Indische Aufstand am 10. Mai 1857 ausbrach, wurden die Untersuchungen dieser Vorwürfe jedoch eingestellt. William Hodson galt als einer der Männer, die sich mit unerschrockener Bravour den Aufständischen entgegenstellten. Er war auch maßgeblich daran beteiligt, die Situation der aufständischen Truppen auszuspionieren, die Delhi besetzt hielten.

Nachwirkung[Bearbeiten]

Unter dem Eindruck der Morde an britischen Zivilpersonen während des Aufstands, verehrte die britische Bevölkerung William Hodson ähnlich wie den berüchtigten James Neill als eine der Personen, die eine berechtigte Rache an den Indern nahmen. Sehr früh mehrten sich allerdings auch kritische Stimmen. Insbesondere der zeitgenössische Historiograph Montgomery Martin verurteilte das Vorgehen von William Hodson scharf und bezeichnete ihn als einen Mann, der durch die Plünderung einfacher Landbevölkerung seinen Reichtum gemehrt habe.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lawrence James: Raj – The Making of British India, Abacus, London 1997, S. 260
  2. William Dalrymple: The Last Mughal – The Fall of a Dynasty, Delhi, 1857. Bloomsbury Publishing, London 2006, S. 202.
  3. Christopher Herbert: War of no Pity. The Indian Mutiny and Victorian Trauma, Princeton University Press, Princeton 2008 S. 177

Literatur[Bearbeiten]

  • William Dalrymple: The Last Mughal – The Fall of a Dynasty, Delhi, 1857. Bloomsbury Publishing, London 2006, ISBN 9780747587262.
  • Christopher Herbert: War of no Pity. The Indian Mutiny and Victorian Trauma. Princeton University Press, Princeton 2008, ISBN 978-0-691-13332-4.
  • Christopher Hibbert: The great mutiny: India 1857. Penguin Books, London [u.a.] 1988.
  • Lawrence James: Raj – The Making of British India. Abacus, London 1997, ISBN 978-0-349-11012-7.