William Hunter (Anatom)

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William Hunter
Tafel aus The anatomy of the human gravid uterus exhibited in figures

William Hunter (* 23. Mai 1718 in East Kilbride, South Lanarkshire; † 30. März 1783 in London) war ein schottischer Mediziner und Geburtshelfer.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

William Hunter wurde auf der Long Calderwood Farm in East Kilbride, einige Kilometer südlich von Glasgow geboren. Seine Eltern waren der Landwirt John Hunter († 1741) senior und Agnes Hunter, geborene Paul. William Hunter war der ältere Bruder des Chirurgen John Hunter (1728–1793). Sie hatten noch acht weitere Geschwister.[1]

William besuchte zunächst das College of Glasgow und begann später Theologie an der University of Glasgow zu studieren, wechselte dann aber 1737 zur Medizin, um unter William Cullen in dessen Haus in Hamilton seine Kenntnisse zu verbessern. Am 24. Oktober 1750 erlangte er einen Abschluss als M.D. an der Glasgow University. In der folgenden Zeit hörte er in Edinburgh Anatomievorlesungen (anatomical lectures) bei Alexander Munro (1697–1767), dem Gründer der Edinburgh Medical School in Edinburgh. Hiernach ging er nach London, um Samuel Johnson (1709–1784) zu hören, wurde ein Schüler von William Smellie (1741–44) und begann eine Ausbildung in Anatomie im St George’s Hospital in London.

Ab 1746 hielt er dann selbst medizinische Vorlesungen, bereiste Holland und Frankreich, ließ sich in London als Arzt nieder, widmete sich aber bald ausschließlich der Geburtshilfe und anatomischen Studien. 1764 wurde er Arzt von Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz, der Ehefrau von König Georg III. Er wurde zum Mitglied der Royal Society im Jahre 1767 und zum Professor für Anatomie, Professor of Anatomy an der Royal Academy im 1768 bestimmt. In seiner Funktion als Professor der Anatomie baute er in Haymarket ein anatomisches Theater für seine Lehrvorträge mit einem Museum.

Hunter erbrachte auch Leistungen auf dem Gebiet der Leichenkonservierung. Ein Verfahren, bei dem der Leichnam zusätzlich zu Sezierung und desinfizierender Oberflächenbehandlung auch von innen durch das Injizieren konservierender Stoffe in den Blutkreislauf konserviert wurde, wobei dies meist durch die Halsschlagader geschah, wurde von William Hunter beschrieben und 1775 durch seinen Bruder John erstmals in der Praxis angewandt.[2]

Hunter war ein großer Sammler insbesondere von antiken Münzen und Büchern. Seine Sammlungen befinden sich im heute im Hunterian Museum and Art Gallery der Universität von Glasgow, University of Glasgow.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Medical commentaries. 2 Bände. London 1762.
  • Anatomy of the human gravid uterus. London 1775.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Biografie William Hunter (englisch)
  2. Tom Hickman, Death - A User's Guide, London 2002, S. 100-101.
Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
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